Kategorie-Archiv »Literarisches«

Kurzes #4 – Das Gewitter

Das Gewitter kam plötzlich aber nicht unerwartet. Er schaffte es gerade noch einen schützenden Hausdurchgang zu erreichen, bevor der Himmel seine Schleusen öffnete. Der Himmel war fast schwarz, Blitze zuckten, der Donner grollte ungewöhnlich laut, der Regen peitschte durch die Straßen; das Gewitter befand sich genau über dem Stadtteil. Das Wasser konnte gar nicht so schnell abfließen wie es von oben kam. Die auftreffenden Tropfen bildeten auf der dünnen, alles überziehenden Wasserschicht Blasen, in den Straßenrinnen hatten sich reißende kleine Bäche gebildet. Keine Menschenseele war mehr zu sehen. (mehr …)

Kurzes #3 – Der Schneesturm

Seit dem Morgen war der Himmel mit vom Schnee überquellenden Wolken bedeckt. Seit fast einer Woche hatte das Thermometer selbst tagsüber nur mit Mühe die Minuszweigradmarke erreicht. Nachts sank es nicht selten bis unter die Minuszehngradmarke. Mit dem Einsetzen der Dämmerung fielen die ersten noch vereinzelten Flocken.
„Ich bringe dich besser schon jetzt zum Bahnhof“, sagte Marlies zu ihm.
Er nickte. Eigentlich hatte er vorgehabt erst am späten Abend zurückzufahren. Aber der Wetterbericht hatte Schneetreiben angekündigt. Und wer weiß ob sie dann noch ins Tal fahren konnten. (mehr …)

Wer rastet, der rostet #3

Getreu dem Motto das die Überschrift dieser Rubik bildet, bereite ich zur Zeit die Veröffentlichung eines weiteren Buches vor: »Nachhilfestunden«. Soviel sei verraten, daß es um eine ganze besondere Form der Nachhilfstunden mit einer auf die Schülerin zugeschnittenen Lehrmethode geht, um ihre Konzentrationsfähigkeit zu steigern, die stark zu wünschen übrig läßt und der Prüfungsstoff um den es geht auch nicht gerade vor Spannung strotzt. Am Ende jedoch ist sie soweit, daß sie diese Prüfung bestehen wird und um eine besondere Erfahrung reicher ist.

Als Erscheinungstermin ist Ende des Winters anvisiert.

Kurzes #2 – Der Streit

Er muß doch ein wenig eingeschlafen sein. Obwohl er es auf Grund seiner Aufregung nicht für möglich gehalten hätte. Ilianes grundlose Eifersucht würde noch einmal das Grab ihrer Beziehung werden. Diese gepaart mit ihrem Temperament, einer Heißblütigkeit wie man sie gemeinhin Südländerinnen zuschreibt, sorgte stets für handfeste Konflikte. Obwohl er es wußte und sich vornahm stets Ruhe zu bewahren, war es ihm diesmal nicht gelungen. Er hatte sich von ihr provozieren lassen (mehr …)

Kurzes #1 – Autofahrt im Regen

Unter dem Titel »Kurzes« stelle ich ab heute in loser Reihenfolge Fragmente oder in sich abgeschlossene Geschichten ein.
Den Anfang macht der Beginn einer Autofahrt in einer weitläufigen Hochmoorlandschaft.

Seit dem frühen Morgen war der Himmel wolkenverhangen. Kaum daß sie die behagliche Geborgenheit des Hauses verlassen hatten, fielen die ersten Tropfen. Er beeilte sich in den Geländewagen einzusteigen. Bernice legte keine Eile an den Tag. Die wenigen, noch spärlich fallenden Tropfen schienen ihr keine Aufmerksamkeit wert zu sein. (mehr …)

Wer rastet, der rostet #2

Hatte ich im letzten Beitrag von »Wer rastet, der rostet« noch geschrieben, daß die Erscheinung von »Die Villa nebenan« für Anfang 2009 geplant war, so habe ich mich entschlossen, sie jetzt schon der Öffentlichkeit preiszugeben. Das Buch ist fertig, also warum soll es dann in der Einsamkeit der Festplatte unmotiviert vor sich hin schlummern. Wie heißt es doch so schön: »Alles raus, was keine Miete zahlt«. In diesem Sinne!

Zur Bestellmöglichkeit

»Die Villa nebenan« erschienen

Was gibt es schöneres als in der dunkeln Jahreszeit, wenn es draußen naßkalt ist oder der Frost klirrt, gemütlich im warmen Heim zu sitzen und sich die Zeit mit spannender Lektüre zu vertreiben.

Beispielsweise mit folgendem Band:

Klappentext
Ein junger Autor, der an einer Geschichte arbeitet, in der sich Realität und Imagination auf interessante Weise vermischen. Eine alte Villa, die er von seinem Arbeitszimmer aus einsehen kann. Eine schöne Künstlerin, die neben Illustrationen vor allem die subtile Erotik in ihrer Malerei zum Thema hat. Und der Prozeß des Schreibens bilden den Rahmen dieser Erzählung, in der die Handlung der Geschichte, die der junge Autor verfaßt, nach und nach scheinbar Parallelen zu seinem realen Leben bekommt.

zur Leseprobe

Armin A. Alexander
Die Villa nebenan

ISBN 978-3-8370-7915-9
108 S., PB, € 12,90
Zur Bestellmöglichkeit

 

Emmanuèle Bernheim »Der rote Rock«

Interpretationen

Ein winterlicher Freitagabend in Paris. Die Mitarbeiter der Metro streiken mal wieder. Laure muß nur noch wenige Sachen aus ihrer alten Wohnung holen. Ab morgen lebt sie bei ihrem Freund. Auf dem Weg zu Freunden, mit denen sie den Abend verbringen will, gerät sie in einen der vielen Staus, die sich durch den Streik gebildet haben. Sie nimmt, wie viele andere auch, einen Fremden mit, der durch den Streik nicht nach Hause kann. Ein gut aussehender Mann in den Vierzigern. In dieser Nacht entwickelt sich zwischen ihnen eine Beziehung, die für kurz in Laure den Gedanken aufkeimen läßt, nicht zu ihrem Freund zu ziehen, sondern mit diesem Mann eine neue Beziehung zu beginnen.

 

Emmanuèle Bernheim erzählt in ihrem 1998 erschienen Roman in ihrem bekannt schnörkellosen doch nichtsdestoweniger plastischen Stil wie eine junge Frau auf Grund einer zufälligen Begegnung mit einem Fremden bereit zu sein scheint, ihren bisherigen Lebensentwurf völlig umzukrempeln. Noch einmal den Reiz, die Faszination einer neuen Bekanntschaft, einer neuen Liebe durchlebt, wie es sein würde mit diesem Fremden ein neues Leben zu beginnen. Obwohl sie letztlich weiß, daß sie bei ihrer ursprünglichen Entscheidung bleiben wird. Am Ende bleibt für Laure dennoch mehr als lediglich ein sogenannter ‚One-night-stand‘ übrig; die Erkenntnis, daß jederzeit ein Ereignis eintreffen kann, das die bisherige Lebensplanung in Frage stellen, zu einer Neuorientierung veranlassen kann.

 

Emmanuèle Bernheim: Der rote Rock »Bei Amazon

Seiten: Zurück 1 2 3 ... 36 37 38 39 40 41 42 Nächste