Kategorie-Archiv »Literarisches«

Heinrich Böll »Ansichten eines Clowns«

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Hans Schnier wächst als zweitältestes Kind einer protestantischen Unternehmerfamilie auf, die ihren Reichtum in erster Linie der Braunkohlenabbau verdankt. Nach seinem Schulabbruch kurz vor dem Abitur versucht er sich als Clown und Pantomime. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist er sehr gefragt. Doch als ihn seine Lebensgefährtin Marie verläßt, nimmt ihn das derart mit, daß er Trost im Alkohol sucht. (mehr …)

Kurzes #14 – Die Marmeladentörtchen

Er hörte das Wasser im Bad rauschen. Er schmunzelte vor sich hin. Sie machte sich für ihn frisch. Er suchte nach den Keksen. Es waren gekaufte, noch in Zellophan einpackt. Er berührte die Packung mit spitzen Fingern, als enthielte sie etwas ganz besonders Abstoßendes. Zwar war es eine bessere Marke, aber das war nichts gegen selbstgebackene! Nachdem er sich vorhin soviel Mühe gegeben hatte, erschien es ihm als Sakrileg, ihr fertige Kekse zum Tee zu servieren. Vor allem da ihre Tees sorgsam ausgewählte Mischungen waren. Wie konnte jemand mit soviel Stil bei einer Sache nur so nachlässig bei einer anderen sein? Nein, das würde er nicht mitmachen. Das war ein Fall für seine berühmten Marmeladentörtchen. (mehr …)

Heinrich Böll »Ende einer Dienstfahrt«

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Eine verschlafene rheinische Kleinstadt im Spätsommer Mitte der 1960er Jahre. Vater und Sohn Gruhl, die in ihrem Heimatort Ansehen und Sympathie genießen, werden vor dem örtlichen Amtsgericht, das im alten Schulgebäude des Ortes untergebracht ist, wegen »[…] Sachbeschädigung und groben Unfug […]« angeklagt und zur Entschädigungszahlung nebst sechs Wochen Haft verurteilt, letztere ist mit der Untersuchungshaft abgegolten. (mehr …)

Heinrich Mann »Professor Unrat«

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Professor Raat ist ein vom Leben enttäuschter Lehrer in mittleren Jahren an einem Kleinstadtgymnasium um 1900. Weil naheliegend wurde einst sein Name zu »Unrat« verballhornt. Dieser Spitzname haftet ihm unverändert seit seinem Eintritt in den Schuldienst an. In seinen Schülern sieht er nicht junge Leute, die seiner Erziehung anvertraut sind, sondern persönliche Gegner, die es zu »fassen« gilt. (mehr …)

Wolfgang Borchert »Das Brot«

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Eine Frau erwacht von einem Geräusch in der Küche. Es ist halb drei in der Nacht. Ihr Mann liegt nicht neben ihr. Sie steht auf, geht durch die dunkle Wohnung und findet ihn in der Küche. Sie schaltet das Licht ein. Sofort fällt ihr Blick auf den mitten auf dem Tisch stehenden Brotteller. Auf der Tischdecke liegen Krümel, obwohl sie am Abend zuvor saubergemacht hat. Ihr Mann behauptet, er hätte ein Geräusch gehört und sei aufgestanden, um nachzusehen. Die Frau weiß, daß er sie belügt, denn nur er kann etwas vom Brot abgeschnitten haben. Sie weicht seinem Blick aus, da sie nicht ertragen kann, daß er sie nach neununddreißig Jahren Ehe belügt. (mehr …)

Heinrich Böll »Die verlorene Ehre der Katharina Blum«

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Die freiberuflich tätige Hauswirtschafterin Katharina Blum lernt auf der Karnevalsfete ihrer Tante den jungen Ludwig Götten kennen. Katharina, die als prüde gilt, nimmt ihn mit in ihre Wohnung und verbringt eine Liebesnacht mit ihm. Am nächsten Morgen findet bei ihr eine Razzia statt. Götten soll ein unter ständiger Polizeibewachung stehender gesuchter Raubmörder sein. (mehr …)

Zitat des Tages #1

»Meinen zweiten Rat, Copperfield«, sagte Mr. Micawber, »kennen Sie. Zwanzig Pfund Jahreseinkommen, neunzehn Pfund neunzehneinhalb Schilling Jahresausgaben – Ergebnis: Glück. Zwanzig Pfund Jahreseinkommen, zwanzig Pfund Sixpence Jahresausgaben – Ergebnis Unglück. Die Blüte ist vernichtet, das Blatt verwelkt, der Gott des Tages steigt auf die vernichtete Blüte herab – und nach kurzer Zeit bist du für immer am Boden. Wie ich!«

aus: Charles Dickens: David Copperfield »Bei Amazon

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