Kurzes #47 – Lateinnachhilfe

von
Armin A. Alexander

»Ich frage mich ernsthaft, warum du Latein im Leistungskurs genommen hast. Nicht nur, daß du anscheinend die einfachsten Grammatikregeln nicht verstehst, sondern dich scheint das alles überhaupt nicht zu interessieren!«

Rolf sank auf seinem Stuhl tieferötend in sich zusammen. Frau Schellenbach hatte sich mit seinem Klassenarbeitsheft vor ihm aufgebaut und hielt es ihm wie eine Sünderkartei hin.

»Das ist ja wohl die mit Abstand schlechteste Arbeit, die ich in den letzten Jahren von einem Schüler bekommen habe. Wenn du mit diesen Kenntnissen im alten Rom nach dem Weg gefragt hättest, wärst du ganz bestimmt wegen Beleidigung verhaftet worden, wenn nicht schlimmeres«, setzte sie bissig und auch ein wenig verächtlich hinzu.

Es war fast unbegreiflich, warum sie ihm das Heft nicht rechts und links um die Ohren schlug. Statt dessen legte sie es mit spitzen Fingern vor ihn hin und drehte sich, ohne ein weiteres Wort an ihn zu richten, auf den Absätzen um und ging zum Pult zurück um die übrigen Hefte den Schülern zurückzugeben.

Rolf starrte das Heft an, als sei es an allem Schuld, traute sich nicht den Blick zu heben und glaubte, alle anderen im Raum würden ihn verächtlich grinsend mustern. Dabei waren sie nur erleichtert, daß es immer einen gab, der noch schlechter war als sie selbst.

Schuld war – wenn sich überhaupt die Verantwortung auf einen Dritten übertragen ließ – ihr jahrelanger Lateinlehrer Liebemann. Kompetent und jovial aber auch streng mußte es sein. Seine beiden Schwächen, gutes, aber leider auch zu oft fettes Essen und das üppige Rauchen von Zigarren und Zigarillos waren ihm zum Verhängnis geworden. Herzinfarkt, Bypass, monatelanger Klinikaufenthalt, mit Zweiundfünfzig auf Grund eines ärztlichen Attests in den Vorruhestand versetzt. Letztlich nur noch ein Schatten seinerselbst. Es hatte alle wie ein Schock getroffen. Kaum einer, der ihn an der Schule nicht vermißte, Lehrer wie Schüler.

Rolfs Leistungen bei ihm waren zwar nicht überragend gewesen, konnten sich aber sehen lassen.

Nach Liebemanns Zusammenbruch gab es fast einen Monat nur sporadischer Lateinunterricht. Doch da es der letzte Monat vor den großen Ferien gewesen war und die letzte Klassenarbeit nur wenige Tage vor Liebmanns Infarkt geschrieben worden war – über deren Korrektur war er zusammengebrochen – war es nicht weiter schlimm.

Während der Ferien schienen alle nur über Liebemann zu reden. Nachdem feststand, daß er nicht mehr an die Schule zurückkehren würde, wurde lebhaft über einen möglichen Nachfolger spekuliert. Entsprechend angespannt wurde der erste Schultag nach den Ferien erwartet. Es gab Gerüchte über eine junge Lehrerin, die gerade ihre Referendarzeit hinter sich haben sollte oder die zumindest noch nicht lange zurücklag.

Und dann betrat SIE den Klassenraum; Frau Schellenbach, Irene mit Vornamen. Eine kaum mittelgroße, durchaus hübsche, beinahe zierliche Frau mit rotblonden Locken. Das hervorstechenste an ihr waren ihre kraftvolle warme Stimme, ihre natürliche Autorität, ihr daraus resultierender, aufrechter selbstbewußter Gang und die wirklich sehr hohen Absätze ihrer Schuhe zu ansonsten eher schlichter unauffälliger Kleidung. Obwohl über die Hälfte der Schüler sie überragte, schaffte sie es, alle von oben herab anzusehen, wenn sie vor ihr standen.

Während die anderen Irene Schellenbachs Person schnell und ein wenig enttäuscht akzeptierten – zwar wußte keiner so recht, was sie erwartet hatten, aber eine Irene Schellenbach wohl nicht –, hinterließ sie bei Rolf einen tiefen Eindruck. Irgendwo tief in seinem Inneren schnackelte etwas. Ihm fiel nichts Treffenderes ein. Es schnackelte und dieses Schnackeln setzte etwas in Bewegung, das er beim besten Willen nicht näher definieren konnte, auch wenn er gewollt hätte. Irene Schellenbach faszinierte ihn. Wenn sie den Klassenraum betrat, wurden seine Handflächen feucht und die Kehle trocken. Er brachte allenfalls nur noch ein Krächzen hervor und darum schwieg er lieber, richtete sie das Wort an ihn. Seine Leistungen verschlechterten sich rapide, denn bei Latein konnte er nur noch an Irene Schellenbach denken.

Es war an sich verrückt. Sie war überhaupt nicht sein Typ und sowieso zu alt, außerdem seine Lehrerin. Mit achtzehn erscheinen einem alle Frauen über zweiundzwanzig »alt«. Und Irene Schellenbach war bereits dreiunddreißig!

Nicht einmal so etwas wie Verliebtheit empfand er ihr gegenüber. Schließlich war er aus dem Alter sich in seine Lehrerin zu verlieben längst heraus. Das war ihm überhaupt nur einmal passiert, mit fünfzehn.

Die Vertretung ihres Erdkundelehrers hatte sein Herz erweichen können, was aber nur zwei Monate angehalten hatte, bis zu dem Tag, an dem Jutta die Geduld verloren und ihm frank und frei eröffnete, daß sie ihn sehr nett fände, er sich vor allem nicht so anstellen solle und es das beste wäre, wenn sie miteinandergingen. Juttas realerotische Gegenwart hatte ihn schnell seine pubertierenden Tagträume bezüglich jener Lehrerin vergessen lassen.

Die Hefte waren verteilt und die Unruhe der Schüler untereinander erstarb sofort als Irene Schellenbach an die Tafel trat und mit dem Unterricht fortfuhr.

Nein, desinteressiert war Rolf ganz bestimmt nicht. Er war sogar sehr interessiert, doch eben nicht am Unterricht an sich. Dafür gelang es ihm kaum den Blick von Irene Schellenbachs wohlgeformten Waden, ihren Füßen, ihrem hochhackigen Schuhwerk abzuwenden, ganz gleich, ob sie wie an diesem warmen Oktobertag weiße Riemchensandaletten trug, die ihren zierlichen Fuß betonten und die dunkelrot lackierten Nägel durch die zarten hellen Strümpfe hindurch schimmern ließen oder Pumps aus feinem Leder oder Stiefel. Ohne großartig darüber nachzudenken wäre er nur zu gerne vor ihr niedergekniet, hätte sie es von ihm verlangt.

Das Läuten, das das Ende der Unterrichtsstunde verkündete, ließ ihn zusammenschrecken. Schon wieder eine Stunde um. Er wußte nicht, ob er erleichtert oder enttäuscht sein sollte. Er wußte nur, daß er nichts von dem mitbekommen hatte, was Irene Schellenbach in der letzten halben Stunde nach der Rückgabe der Klassenarbeitshefte gesagt hatte.

Weil es die letzte Stunde an diesem Tag war, beeilten sich alle, den Klassenraum schnellstmöglich zu verlassen. Rolf hatte kaum seine Tasche gepackt, da stand SIE neben ihm.

»Ich wünsche dich morgen vormittag in meiner Sprechstunde zu sehen«, sagte sie ruhig, aber mit soviel Nachdruck, daß ihm das Herz in die Hosentasche rutschte.

Das war der Anfang vom Ende, durchfuhr es ihn.

Mit zitternden Fingern und weichen Knien klopfte er kaum hörbar an die Tür zu Irene Schellenbachs kleinem Büro. Ein kraftvolles »Herein« erscholl von drinnen und er drückte die Klinge nieder.

»Freut mich, daß du pünktlich bist«, empfing sie ihn ohne jede Ironie und forderte ihn mit einer fast jovialen Geste auf, sich zu setzen.

Er setzte sich so vorsichtig auf die Kante des Stuhls, als könnte er unter seinem Gewicht zusammenbrechen und stellte seine Schultasche neben sich ab. Irene Schellenbach sah ihn von ihrem Platz hinter dem Schreibtisch durchaus wohlwollend an. Weil er den Blick gesenkt hielt, sah er nicht das eigentümliche Lächeln, das ihre dezent geschminkten Lippen umspielte.

Schweigen dominierte die ersten Augenblicke.

»Du kannst dir denken, warum ich dich herbestellt habe?«

Rolfs Antwort war eine Mischung zwischen Nicken und Achselzucken. Ihr Lächeln wurde leicht spöttisch.

»Daß deine Noten unter aller Sau sind – sagen wir ruhig wie’s ist – weißt du. Das an sich ist schon schlimm genug. Aber richtig unverständlich wird es, wenn man dem deine Noten vom letzten Jahr gegenüberstellt. Alles zwischen Zwei und Drei.«

Sie machte eine Kunstpause, stand auf und stellte sich vor den Schreibtisch, die Hände im Schoß gefaltet. Sofort richtete sich sein Blick, der ohnehin gesenkt war, auf ihre Füße. Riemchensandaletten aus schwarzem Lack, hauchzarte schwarze Strümpfe und blutrot lackierte, perfekt pedikürte Nägel. Seine Handflächen wurden wieder feucht, seine Kehle dafür umso trockener. Wie gut, daß sie seinen Blick nicht sah.

»Nein«, lachte sie plötzlich erfrischend fröhlich auf, was ihn verwirrte.

Er hob den Blick und sah sie fragend an. Aber ihr Blick war schon wieder nüchtern geworden. Lediglich ein kaum wahrnehmbares wohlwollendes Lächeln umspielte ihre Lippen.

»Nein«, wiederholte sie ernster. »Mangelndes Interesse kann man dir nicht bescheinigen. Leider gilt dein Interesse nicht meinem Unterricht, sondern meinen Beinen und meinen Schuhen.«

Ein heftiger Stich durchfuhr ihn. Wie hatte sie es nur herausgefunden? Was würde sie jetzt machen?

»Es ist klar, daß wir etwas unternehmen müssen, damit du nicht den Anschluß verlierst, dein Abitur mit einer einigermaßen akzeptablen Note bestehst und dich daran gewöhnst, nicht mehr auf meine Beine zu achten, sondern ausschließlich auf meinen Unterricht. – Du bist Samstagnachmittag um drei Uhr bei mir zu Hause!«

Das war keine Aufforderung, das war eindeutig ein Befehl. Und zudem das Zeichen, daß die Audienz beendet war.

Zwei Tage bis Samstag und zwei Nächte, in denen Rolf sehr schlecht schlief, wirre Träume hatte, schweißgebadet aufwachte und sich an nichts erinnern konnte, außer daran, daß sie sich alle um Irene Schellenbach drehten.

Überpünktlich stand er an diesem schönen Spätherbsttag vor ihrer Tür. Sie wohnte in einem Altbau mit großzügig angelegtem Treppenhaus. Nervös mit seiner Schultasche unter dem Arm, in der nur die Lateinsachen waren, wartete er darauf, daß sie ihm aufmachte. Das Klacken auf dem Parkettboden hinter der Tür sagte ihm, daß sie auch im Haus ihre hohen Absätze trug.

»Schön, daß du pünktlich bist«, sagte sie und bat ihn herein.

Sie trug die Lacksandaletten vom Donnerstag, das bemerkte er sofort. Zum ersten Mal sah er sie in einem kurzen Rock, einem aus schwarzem Leder, der sich eng um ihren festen Po schmiegte.

Sie führte ihn ins Wohnzimmer, wobei sie auf eine betörende Weise die Hüften wiegte, was Rolfs Kehle wieder trocken werden ließ, und bot ihm Platz an. Auch diesmal setzte er sich auf die Stuhlkante. Sie hatte Tee aufgeschüttet. Eine Keramikschale mit frischen Keksen stand auf dem Tisch und eigentlich verströmte alles eine ungezwungene Atmosphäre. Eigentlich – wäre nicht diese besondere Spannung zwischen ihnen gewesen.

Sie begann eine zwanglose Unterhaltung, doch entkrampfte er sich nicht wirklich, obwohl der Tee und die Kekse, denen er mit Begeisterung zusprach, ausgezeichnet waren.

Sie hatte die Beine damenhaft lässig übereinandergeschlagen und wippte ein wenig kokett mit dem Fuß, so daß er unwillkürlich den Blick darauf richtete, während sie scheinbar über Belangloses plauderte, er zuhörte und nur ab und zu pflichtschuldig etwas antwortete. Sie beobachtete aufmerksam jede seiner Gesten. Je mehr er auf ihre Beine, ihre Füße, ihre Sandaletten achtete, desto mehr bemühte sie sich, seinen Blick darauf gefesselt zu lassen.

Als die Kanne fast geleert und von den Keksen auch nicht mehr viel übrig war – er hatte gar nicht gemerkt, wie er einen nach dem anderen gegessen hatte – kam sie abrupt zum eigentlichen Grund seines Hierseins zurück.

Das Teegeschirr wurde beiseite geräumt. Er holte Buch, Heft und Schreibzeug aus seiner Tasche.

Sie ließ ihn das Buch auf Seite sechzig aufschlagen und nahm einen Block und einen Kugelschreiber zur Hand. Ungeschicklicherweise entglitt ihr der Kugelschreiber und fiel zu ihren Füßen.

»Wärst du so freundlich und hebst mir den Kugelschreiber auf«, sagte sie mit einem leicht sardonischen Lächeln.

Fast augenblicklich kam er dieser Aufforderung mit einem Eifer nach, der nicht nur ihn überraschte. Er hatte kaum den Kugelschreiber in der Hand, da hielt sie ihm schon den rechten Fuß unter die Nase.

»Wie gefallen dir meine Füße aus der Nähe? Wie ist es, den schwarzen Nylonstoff so dicht vor deinen Augen zu sehen? Die schmalen Riemchen? Meine roten Nägel?«

Er hörte kaum, was sie sagte, er blickte nur fasziniert auf den schönen schlanken Fuß vor sich, auf das feine transparente Gewebe, auf die schmalen schwarzen glänzenden Lederriemchen. Ihre Füße dufteten angenehm. Das Schuhleder dominierte nicht sehr. Er konnte sich gar nicht losreißen. Der Kugelschreiber war vergessen, obwohl er ihn noch in der Hand hielt.

»Küß mir die Zehen«, sagte sie plötzlich mit Nachdruck. »Berühre sie mit deinen Lippen, deiner Zunge. Ich weiß, daß du es schon lange willst.«

Sie sprach, ruhig, fast leise, doch dafür umso eindringlicher. Es tat ihm gut, diese Stimme zu hören, eine Stimme, die ihm Vertrauen einflößte.

Doch er zögerte. Er hatte davon geträumt, es war sein innigster Wunsch gewesen. Das erkannte er jetzt. Das war das Diffuse gewesen, das ihn nicht losgelassen hatte, der Grund, warum er immer auf ihre Beine, ihre Füße geschaut hatte.

Mehrmals und voller Geduld wiederholte sie ihre Aufforderung, bewegte den Fuß einladend vor seinem Gesicht. Und dann wie selbstverständlich berührte er ihre Zehen mit den Lippen, küßte sie zaghaft.

»Ja, mein Kleiner, so ist es gut«, lobte sie.

Und schon berührte seine Zunge ihre Zehen, schmeckte er den glatten und doch rauhen Stoff. Immer forscher, immer begehrlicher leckte und küßte er ihre Füße, spielte mit der Zunge zwischen den Riemchen herum. Naß war ihr Strumpf von seinem Speichel.

Er sah durch seine Lage und seinen Eifer nicht, wie ihre Augen glänzten, ihre Unterlippe wohlig zitterte, sie zufrieden den Blick auf seinem Rücken und seine dichten jugendlichen Locken richtete.

Sie hatte sich nicht in ihm getäuscht. Ja, es war sogar gut, daß er durch die Konzentration auf ihre Person, ihre Füße, ihre Schuhe, sich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren konnte. Das hatte es ihr erleichtert. So leicht hatte es noch nie jemand gemacht!

»Den Absatz«, sagte sie, »den Absatz! Umspiele mit deiner Zunge den Absatz!«

Auch das tat er, ohne großartig darüber nachzudenken. Er schleckte über den Lackabsatz als sei dieser ein wohlschmeckendes Eis mit einem glänzendem Schokoladenüberzug, umspielte ihn mit der Zunge. Und spürte bei alldem gar nicht, wie seine Jeans viel zu eng wurde. Wie die Erregung, die Lust ihn mehr und mehr erfüllte.

Ihr entging es nicht. Dafür war sie zu erfahren. Für heute war es genug. Es war an der Zeit, ihm ein klein wenig Entspannung zu gönnen. Er brauchte ja einen Anreiz, nicht nur, damit er wiederkam, sondern damit er seine Leistungen in Latein auch wirklich verbesserte.

»Es ist gut«, sagte sie, »richte dich auf.«

Enttäuscht ließ er von ihren Füßen ab und sah sie an. Ihr freundlicher ermunternder Blick versöhnte ihn etwas, ließ ihn hoffen. Sie stellte den rechten Fuß in seinen Schoß und erst jetzt wurde er sich seiner Erektion bewußt. Es war unangenehm, wie der feste Stoff dagegen drückte. Und ihr Streicheln mit der Sohle machte es nicht besser. Aber um nichts in der Welt hätte er ihn dort weg haben wollen.

»Wir müssen was dagegen tun«, meinte sie hilfsbereit. »Laß ihn an die frische Luft.«

Sie nahm den Fuß weg und er öffnete wie selbstverständlich die Hose. Wenn ihm vor kurzem jemand gesagt hätte, daß er seinen Schwanz in Gegenwart der Schellenbach herausholen würde, dann hätte er dem Betreffenden nur verächtlich ins Gesicht gelacht und einen Spinner genannt.

Was sie sah, gefiel ihr. Zwar kommt’s bekanntlich nicht auf die Größe allein an, aber es ist doch immer wieder schön, etwas zu sehen, das sich sehen lassen kann. Und sehen lassen konnte sich sein bestes Stück.

Sie nahm ihn zwischen ihre Füße und massierte ihn geschickt. Sie hatte es schon sehr oft gemacht. Es machte ihr Spaß einen Mann auf diese Weise zu befriedigen und außerdem trainierte es die Beinmuskeln. Lange brauchte sie nicht, bis er sich über ihre Füße ergoß, was sie gleichermaßen liebte. Als sein Sperma ihre Strümpfe berührte, konnte sie ein lustvolles Schnurren nicht zurückhalten und wurde sehr feucht. Doch sie entschied sich, ihre eigene Befriedigung diesmal hintenanzustellen.

»Das war ganz gut. Richte dich wieder her und setz dich.«

Fast ein wenig fahrig und leicht errötend schloß er seine Hose, als wäre ihm erst jetzt bewußt geworden, in welcher Lage er sich befand, und setzte sich fast schüchtern wieder auf seinen Stuhl. Der vergessene Kugelschreiber lag noch immer auf dem Boden.

Während sie die Füße aneinanderrieb, damit sein Sperma in ihre Strümpfe einzog, erklärte sie ihm:

»Ich schlage dir ein Geschäft vor. An zwei Tagen in der Woche, einer davon ist ein Samstag, bekommst du von mir Nachhilfe in Latein. Erfüllst du meine Erwartungen, dann erwartet dich eine Belohnung, wovon das Vorherige lediglich ein Vorgeschmack war. Andernfalls gehst du leer aus. Haben wir uns verstanden?«

Sie sah ihm entschlossen in die Augen. Er nickte nur.

Als er wenig später unten auf der Straße vor ihrem Haus stand, kam ihm die letzte Stunde wie ein Traum vor.

Montag hatten sie während der ersten Stunde Latein und nichts deutete in Irene Schellenbachs Verhalten darauf hin, was sich am Samstag zwischen ihnen ereignet hatte. Aber Rolf gelang es zum ersten Mal, seit Irene Schellenbach ihren Kurs übernommen hatte, sich einigermaßen auf den Unterricht zu konzentrieren und nicht allzusehr auf ihre schicken schwarzen hochhackigen Lederstiefel, die unter einem fast wadenlangen schwarzen Lederrock hervorsahen, zu schauen. Das Wetter hatte umgeschlagen und war herbstlicher geworden.

»Du denkst daran pünktlich zu sein«, sagte sie ihm Mittwoch nach der Lateinstunde und zum ersten Mal sah er wieder das gewisse Lächeln um ihre Mundwinkel.

Da wußte er, daß ihr Pakt galt.

Er machte Fortschritte – nicht nur in Latein. Sie erlaubte ihm, sich ihrer Lustgrotte ausgiebig mit der Zunge zu widmen, nachdem er sich ebenso ausgiebig mit ihren Füßen beschäftigt hatte. Dafür belohnte sie ihn auf immer die gleiche Weise.

Innerhalb weniger Wochen war er fast wieder so gut, wie bei Liebemann und ein deutlich besserer und ein ebenso leidenschaftlicher Liebhaber schöner Frauenfüße geworden.

 

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