Kurzes #86 – Die letzte Session mit Daphne?

von
Armin A. Alexander

Fortsetzung von »Der erste gemeinsame Abend«, »Gespräch im Café«, »Gero und Daphne«, »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

»Ihr trefft euch mittlerweile fast jeden zweiten Abend und sprecht hauptsächlich über Literatur und das seit mehr als zwei Wochen, wobei sie sichtlich aufblüht. Beim Du seid ihr ebenfalls bereits angelangt«, faßte Daphne nicht ohne eine gewisse Zufriedenheit seine Worte kurz zusammen. »Wobei meines Erachtens ›aufblühen‹ nicht das richtige Adjektiv ist, nicht wie ich sie nach deinen Ausführungen einschätze. Aber das ist ein anderes Thema.«

Gero hatte bei seinem Bericht keinen Zweifel daran gelassen, wie sehr ihm die Abende mit seiner Wirtin gefielen, es aber wohlweißlich nur beiläufig erwähnt, daß er mit Vergnügen ihren mütterlich üppigen Busen, der ihm doch noch ein wenig üppiger als Daphnes erschien und die schönen, zartbestrumpften Beine betrachte, wodurch er sie gerade auf die richtige Fährte geleitet hatte. Daß seine Wirtin bereits zweimal wesentlicher Teil eines hocherotischen Traums gewesen war, nach dem er mit einer ansehnlichen Erektion erwacht war, verschwieg er jedoch aus gutem Grund. Er scheute aus diffusen Gründen bisher davor, seiner Wirtin eindeutig zu verstehen zu geben, daß er sexuelle Lust auf sie besaß, obschon auch er nicht mehr im Zweifel sein konnte, daß das auf Gegenseitigkeit beruhte und nicht nur, weil ihre Röcke spürbar kürzer geworden waren, sie sich offen verführerisch schminkte – die dezenten warmen Erdtöne waren kraftvollen Rottönen gewichen – sondern ihre Gestik und Blicke waren offen lasziv einladend. Nur ihre vermeintliche Schüchternheit – zumindest hielt er es dafür, obwohl es etwas anderes war, das mehr aus dem Wunsch entstand, daß der Mann die entscheidende Initiative greifen sollte, weil es das für sie nur schöner werden ließ – verhinderte, daß sie ihn wörtlich, von einem einladenden Lächeln begleitet, aufforderte, sie zu ficken.

Es war ein milder Sommertag. Daphne hatte Gero zu einem Spaziergang in einer Rheinaue im Süden der Stadt überzeugt. Zuvor lud sie ihn in ein Café am Rand der Aue ein. Da es mitten unter der Woche war, war das Café nur spärlich besucht. Daphne trug ein ärmelloses körperbetont geschnittenes helles Kleid aus weichem Stoff, das lange Haar wie gewohnt zum Zopf geflochten. Ihre Füße zierten hochhackige rote Riemchensandaletten, die Nägel ihrer Zehen waren in einem sehr dunklen, fast schwarz wirkendem Rot lackiert, gleich ihrer Nägel.

»So sieht es aus«, bestätigte er, und ein verklärtes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht.

»Ich bin mir sicher, daß sie sich mehr von dir wünscht, wenn sie es auch nicht sagt«, fuhr Daphne überzeugt fort.

»Was macht dich so sicher? Simone wirkt auf mich immer noch ein wenig distanziert, als wäre sie noch immer unschlüssig«, erwiderte er wider besseres Wissen, denn als distanziert ihm gegenüber ließ sich das Verhalten seiner Wirtin selbst mit noch so viel Wohlwollen nicht mehr bezeichnen – er widersprach damit im Grunde seinen eigenen Schilderungen ihrer gemeinsamen Abende.

Es geschah rein aus Trotz, weil Daphne mit ihren Vermutungen von Anfang an nur allzu Recht behalten hatte. Er konnte und wollte es aus falschem Stolz nicht zugeben, vor allem nicht, wie intensiv mittlerweile sein sexuelles Verlangen nach Simone war und er ihren wohlgeformten üppigen Körper nur zu gerne nackt sehen und sich an seinem Anblick weiden wollte, und – zu seinem persönlichen Ärger, weil es ihm eine lang gehegte Illusion raubte – Sex mit einer üppigen Frau ohnehin das schönste für ihn war, was er zum Teil als Daphnes Schuld betrachtete, als sei sie die Verführerin der Tugend, dabei hatte sie ihm nur den Spiegel vorgehalten.

»Simone heißt sie also.«

»Hatte ich das nicht schon gesagt?«

»Nein, bisher noch nicht. Du hast immer von deiner Wirtin gesprochen.« Der leichte Vorwurf war nicht zu überhören.

Er antwortete lediglich mit einem Achselzucken. Er war tatsächlich der Meinung, es bereits getan zu haben.

»Nicht jede Frau sagt einem Mann frank und frei, wenn sie Lust auf Sex mit ihm hat, daran solltest du stets denken, mein Lieber. Manche wollen einfach ›erobert‹ werden, wenn ich mal dieses altmodische Wort gebrauchen darf, weil es für sie einen besonderen Reiz darstellt. Sie sagen nicht ›fick mich‹, wenn sie Lust haben, sie erwarten, daß der Mann, das erkennt und sagt, er will sie ficken, oder ihr besitzergreifend in den Schritt faßt. So manche Frau läuft in dem Moment, in dem sie Hand des begehrten Mannes an ihrer intimsten Stelle spüre, so richtig aus. Das kann ich mir bei ihr sehr gut vorstellen, wie auch, daß ihr das Wort ›Ficken‹ besonders gut gefällt, so wie mir. Wobei du ja eher der Typ bist, der eine Frau, statt ihr in den Schritt zu fassen, sie liebevoll in den Arm nimmst und sagst: ›Simone, ich habe große Lust, dich zu ficken‹. Du hast den Blick für das Subtile verloren. Wobei es mich wundern sollte, wenn sie dir ihr Begehren wirklich allzu subtil mitteilen würde. Nach deinen Schilderungen scheint es von einer ausgesprochenen Aufforderung zum Vögeln nicht allzu weit entfernt zu sein.«

»Es ist einfach so, daß ich nicht weiß, ob ich mich darauf einlassen soll. Vielleicht will sie ja mehr als nur ein wenig Abwechslung in ihrem Leben, abgesehen davon ist sie ja meine Zimmerwirtin«, fuhr er nachdenklich mehr zu sich selbst fort, nach dem er einen langen Schluck von seinem Tee genommen hatte.

Ja, immer ein Hintertürchen offen lassen, und sei es noch so schmal, dachte Daphne ärgerlich. Es kostete sie Überwindung, das nicht laut auszusprechen.

»Tja, das wirst du allein herausfinden müssen. Und wenn du Angst haben solltest, bald wieder ein neues Zimmer suchen zu müssen …«, er sollte das Ende ihres Satzes nie erfahren.

Zwei junge Frauen hatten kurz zuvor das Café betreten. Die eine blieb leicht angenehm überrascht stehen, als sie in ihre Richtung sah. Daphne lächelte ihr freundlich zu. Die junge Frau erwiderte das Lächeln, sagte etwas zu ihrer Begleiterin, die darauf zustimmend nickte, und kam zu ihnen an den Tisch, während ihre Begleiterin einen freien Tisch suchte.

Daphne und die junge Frau begrüßten sich herzlich. Daphne stellte ihr Gero vor, der die junge Frau auch artig begrüßte. Während die beiden Frauen einige allgemeine Worte miteinander wechselten, betrachtete Gero die junge Frau, die seiner Schätzung nach Anfang zwanzig sein mußte. Sie war hübsch, groß, hatte langes, zu einem Zopf geflochtenes strohblondes Haar und war wundervoll üppig, üppiger als Simone und Daphne sogar, was er mit einer, für ihn eigenartigen, innerer Zufriedenheit wahrnahm. Sie war ungeschminkt, trug enge verwaschene Jeans, flache Schuhen und ein enges Oberteil, das ihre ausgeprägten Rundungen betonte. Sie strahlte etwas aus, daß ihm Lust auf die machte.

Unwillkürlich sah zu ihrer Begleiterin hinüber, die seiner – bisherigen – Idealvorstellung einer Frau entsprach – hübsch und zierlich. Merkwürdigerweise schien ihm das gleichgültig geworden zu sein.

Die junge Frau verabschiedete sich bereits wieder von ihnen, kaum daß er Gelegenheit gehabt hatte, sie ausgiebiger zu betrachten. Er hatte gar nicht darauf geachtet, worüber Daphne und sie gesprochen hatten.

Daphne trank ihren Tee aus.

»Sollen wir gehen?«

Er nickte nur.

Vom Café aus führte ein asphaltierter Weg in weitläufigen Mäandern durch die dicht bewachsene Aue. Unter der Woche verirrten sich nur wenige Spaziergänger hierher. Daphnes hohe Absätze klackten auf betörende Weise auf dem Asphalt, sie wiegte die breiten Hüften besonders verführerisch bei jedem Schritt und nicht nur seinetwegen, es war bei ihr auch ein Zeichen, daß sie sich rundherum wohlfühlte und sie Aussicht auf etwas besonders Erfreuliches besaß. Hier kaum mehr etwas davon zu spüren, daß man sich noch auf dem Areal einer Großstadt befand. Das Rauschen des Laubes im leichten warmen Sommerwind, das entfernte dumpfe Tuckern der Rheinschiffe, bildete eine fast idyllische Geräuschkulisse. Der Wind trieb leichte weiße Wolken vor sich her, die die Sonne, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit bedeckten. Das durch das dichte Laub gebrochene Sonnenlicht warf ein wechselndes Helldunkelmuster auf den Boden. Ein süßlich herbes feuchtes Aroma lag über allem, Nachwirkungen der zurückliegenden Regentage.

»Wer war die hübsche junge Frau, die dich vorhin begrüßt hat«, fragte er unvermittelt. Die Neugierde ließ ihm keine Ruhe.

»Eine meiner Spielbeziehungen«, erwiderte sie fröhlich und lächelte ihn vielsagend an.

Er blickte sie zuerst ein wenig überrascht an, wenngleich er etwas Ähnliches bereits vermutet hatte. Zum ersten Mal seit sie sich kannten, war er wissentlich eine ihrer Spielbeziehungen begegnet, was hauptsächlich damit zu tun hatte, daß er sich standhaft weigerte, sie zu SM- oder Fetischparties zu begleiten. Parties im allgemeinen und besonderen seien grundsätzlich nicht sein Ding. Allerdings hatte sie auch nie ernsthaft versucht, ihn dazu zu bewegen.

»Sie ist sehr nett, eine ›pflegeleichte‹ Sub, aber in keiner Weise langweilig. Sie hat noch nie den Versuch unternommen – weder bewußt noch unbewußt –, mir ihre Wünsche aufzudrängen. Sie ist mir stets dankbar, schaffe ich es, ihre Grenzen zu erweitern. Seit einiger Zeit denke ich über eine gemeinsame Session mit euch beiden nach. Sie gäbe eine gute Spielgefährtin für dich ab. Du bräuchtest dir keine Hemmungen aufzuerlegen, sie genießt es, ›benutzt‹ zu werden. Es würde mir gefallen zu sehen, wie du eine üppige Sub vor meinen Augen vögelst. So wie du sie vorhin angesehen hast, würde es dir bestimmt Vergnügen bereiten.«

Sie hatte das mit der ihr eigenen Selbstverständlichkeit vorgebracht, daß er zuerst nicht wußte, ob es nicht vielleicht doch nur eine dahin gesagte Überlegung war. Jedoch verwarf er den Gedanken sogleich, zumal ihm bekannt war, daß Sessions zu dritt für sie nicht gerade ungewöhnlich waren. Zwar besaß die Vorstellung durchaus etwas Reizvolles für ihn, insbesondere mit Daphne als Zuschauerin und jener jungen Frau als Partnerin – er verspürte tatsächlich Lust auf die junge Frau, was sich am spürbar gesteigertem Blutfluß in seinem Schoß zeigte – aber war darüber hinaus immer noch von gemischten Gefühlen begleitet.

»Ich weiß nicht, ob ich schon so weit bin«, erwiderte er daher diplomatisch.

Er wußte, daß er kein überzeugendes Gegenargument vorbringen konnte, weil es in Daphnes Augen auch keines gab.

Sie vertiefte das Thema nicht weiter, was ihm lieb war. Sie war zu sehr mit ihren Gedanken bei dem, was sie im Augenblick mit ihm plante.

Schweigend spazierten sie weiter. Am lauter werdenden Tuckern der Rheinschiffe bemerkte er, daß der Weg näher zum Ufer hin verlief. Zu sehen war noch nichts vom Strom. Der Bewuchs war zu üppig.

Seit einiger Zeit suchte Daphne aufmerksam den zum Ufer hin gelegenen Wegrand ab. Bis sie für ihn überraschend den asphaltierten Weg verließ und zwischen einer kaum wahrnehmbaren Lücke im Bewuchs verschwand. Er folgte ihr, ohne zu fragen. Nach wenigen Schritten standen sie auf einem schmalen sandigen Pfad, der im spitzen Winkel vom Hauptweg zum Ufer hinunterführte.

Er vermutete, daß sie bald am Wasser sein würden, doch dann endete der Pfad auf einer kleinen Lichtung, die nur wenige Meter im Quadrat maß. Kurzes dichtes Gras bedeckte den weichen Boden. Das Tuckern der Rheinschiffe war lauter und das Schlagen des Wassers am Uferkies deutlich zu vernehmen. Viel konnte sie nicht mehr vom Fluß trennen. Doch war das Unterholz dermaßen dicht, das nichts zu sehen war. Durch das dichte Laub drang nur vereinzelt direktes Sonnenlicht auf den Boden. Es gab vermutlich viele vergleichbare Stellen am Flußufer, wo man ungestört sein konnte, wollte man es.

Er ahnte sich bereits, warum sie ihn hierhin geführt hatte, und sein Herz schlug schneller.

Sie nahm ihren geräumigen Lederbeutel von der Schulter, holte ein paar kurze Seilstücke heraus, und stellte den Beutel auf dem Boden ab.

»Stell’ dich mit dem Rücken an den Baum dort.« Sie zeigte auf einen zum Flußufer hin wachsenden.

Als er gegen den Stamm gelehnt stand, band sie ihm mit den Armen an dem Baum fest. Sie zog die Seile für ihn ungewohnt straff an, so daß sie ihm spürbar in die Handgelenke schnitten.

Sie trat einen Schritt zurück, betrachtete ihn mit einem leicht diabolischen Lächeln.

»Ich überlege mir gerade, was wäre, würde ich dich einfach hier an den Baum gefesselt lassen und gehen würde.«

Für einen Augenblick durchfuhr ihn ein leichter Anflug von Panik. Sie konnte sehr überzeugend sein. Aber da sie niemals etwas machen würde, was ihren Subs schadete, legte sich dieser bei ihm wieder. Dennoch blieb die Spannung bestehen, schließlich wußte er ja nicht, was sie sich für ihn ausgedacht hatte.

Sie schilderte ihm in blumigen Worten, was sie alles mit ihm machen könnte, so wehrlos wie er war. Einiges war eindeutig zu phantastisch, als daß es sich tatsächlich umsetzen ließe, da hätten sie sich mindestens irgendwo in einem abgelegenen Teil der Eifel befinden müssen, aber das eine oder andere besaß spürbare Nähe zur Realität. Er konnte nicht leugnen, daß er von ihr mitunter nur zu gerne als reines Objekt benutzt wurde. Bei Simone war es eher umgekehrt, wie ihm plötzlich durch den Kopf schoß. Doch verflog dieser Gedanke ebenso schnell, wie er gekommen war, und seine ganze Aufmerksamkeit gehörte wieder Daphne. Er begann, eine gewisse Ungeduld zu verspüren. Sie mußte doch bald vom Reden zur Tat wechseln. Zumal er längst eine Erektion besaß, die ein wenig schmerzlich gegen seine Hose drückte.

Doch erzählte sie weiterhin, was sie alles mit anstellen könnte, mit dem Rücken an den Baum ihm gegenüber gelehnt, die Hände auf dem Rücken gefaltet, das rechte Bein vor das linke gestellt, als plauderte sie mit ihm über den schönen Frühsommertag.

Als sie sich vom Baum löste, glaubte er bereits, daß sie jetzt zum praktischen Teil überging, doch zog sie lediglich das Kleid aus und legte es gefaltet auf den Lederbeutel.

Daß sie darunter nackt war, überraschte ihn nicht, schließlich trug sie an warmen Tagen selten Unterwäsche.

Sie lehnte sich wieder mit dem Rücken gegen den Baum, doch diesmal mit leicht gespreizten Beinen, und fuhr in ihren Erzählungen fort.

Er betrachtete ihre schweren üppigen Brüste mit den großen dunklen Warzen, der leichten Bauchwölbung, der einen oder anderen vermeintlichen ›Problemzone‹, die er aber als sehr sexy empfand, der nackten Scham, genüßlich. In diese Betrachtung fragte er sich plötzlich, wie wohl Simone nackt aussehen mochte, die ihm um die Hüften sogar noch üppiger erschien, allerdings war sie auch wenig größer als Daphne. Das irritierte ihn. Er hatte zuvor bei Daphnes Anblick noch nie an eine andere Frau gedacht.

Er versuchte den Gedanken an Simone zu verscheuchen und sich ganz auf Daphne zu konzentrieren, auf ihren schönen üppigen Frauenkörper.

Das gelang ihm auch, doch war ihm dabei entgangen, daß sie vor seinen Augen zu onanieren begonnen hatte. Es war nicht das erste Mal, daß sie onanierte, war er gefesselt. Es mag zwar im allgemeinen leicht sein, dem Partner beim Onanieren zuzusehen, doch dabei gefesselt zu sein, verändert die Situation grundlegend. Aus dem Voyeur wird ein Ausgeschlossener. Der Aktive zeigt dem Passiven, daß er sich jederzeit einen Orgasmus verschaffen kann, und er für ihn eine reine ›Wichsvorlage‹ geworden ist. Zumal sie zwar weniger akustisch, doch dafür umso anschaulicher mit dem Körper zeigte, welche Lust sie empfand und jemand anderen zu ihrer sexuellen Befriedigung gar nicht nötig zu haben schien. Er zerrte an den Fesseln, weniger um sich zu befreien – was ohnehin illusorisch war, sie verstand sich auf haltbare Knoten –, sondern aus innerer Unruhe. Seine Erektion schmerzte ihm in der engen Hose. Ihr Anblick erregte ihn zu sehr. Die Seile schnitten in seine Haut und würden für die nächsten Tage unübersehbare Spuren zurücklassen, woran er überhaupt nicht dachte. Er spürte nicht einmal den Schmerz!

Ihre Wortwahl wurde eindeutiger. Sie ließ sich jedes deftige Wort genüßlich auf der Zunge zergehen. Sie ließ keinen Zweifel daran, daß sie sich einem Orgasmus näherte. Als sie schließlich kam, kam sie mit dem ganzen Körper, begleitet von einem leisen, aber dafür umso intensiveren Aufstöhnen.

Sie entspannte sich, die Hand noch auf den Möse liegend, und blickte Gero mit einem breiten verklärten Lächeln.

»Ich sollte beim Onanieren öfter einen gefesselten Mann vor mir haben, das geilt mich einfach mehr auf«, meinte sie frech grinsend und entleerte ihre Blase im Stehen. Da sie dabei die Schamlippen mit den Fingern gespreizt hielt, prasselte ihr kräftiger Strahl im Bogen auf das spärliche Gras.

Ihm fehlte im Augenblick ein wenig der Sinn für dergleichen Scherze. Seine Lage brachte ihm schmerzlich zu Bewußtsein, wie hilflos ein Gefesselter war, daran ändere auch der Umstand nichts, daß es freiwillig geschah.

Als sie ihre Blase entleerte hatte, stellte sie sich vor ihn und schob ihm die Finger der Rechten, mit denen sie onaniert und beim Urinieren ihre Schamlippen gespreizt hatte, in den Mund. Er leckte und saugte an ihn. Sie schmeckten leicht salzig, hatte sie doch dafür gesorgt, daß ihr Urin sie benetzte, was ihm jedoch ausnehmend gut gefiel, schließlich mochte er es, wenn sie ihm von der ›Quelle gab‹.

Sie entzog ihm die nun von seinem Speichel feuchten Finger und öffnete ihm die Hose. Fast hätte er einen erleichterten Seufzer ausgestoßen, als er seinen Schwanz von dem engen Stoffgefängnis befreit fühlte. Sie beugte sich zu seinem linken Ohr und während sie ihn kundig mit der Hand massierte, flüsterte sie ihm Worte ins Ohr, gegen die ihre vorherigen beinahe harmlos erschienen, aber ihm umso mehr gefielen. Hin und wieder spielte sie mit der Zunge in seinem Ohr. Jetzt war er froh, daß er an den Baum gefesselt war, denn er spürte, wie seine Knie weich wurden, und er allein kaum mehr in der Lage war, aufrecht zu stehen.

Als sie sein warmes klebriges Sperma auf der Hand fühlte, drückte sie den Schoß dicht an ihn, damit alles darüber lief. Sie gönnte sich gerne einmal das Vergnügen, sein Sperma über ihre Möse laufen zu lassen.

Nachdem er gekommen war, blieb sie noch einige Minuten dicht vor ihm stehen, seinen Schwanz weiterhin in der Hand haltend, während sein Sperma über ihre Schamlippen hinunter. Sie legte die Lippen auf seine und schob ihm die Zunge zärtlich, aber auch besitzergreifend in den Mund. Es geschah eher selten, daß sie ausgiebig mit ihm Zungenküsse tauschte. Diesmal war ihr Zungenspiel außergewöhnlich intensiv. Er erwiderte es nur zu gern.

Doch bei allem Angenehmen, das beide dabei empfanden, hatte es fast schon etwas von einem Abschiedskuß an sich, was ihr bewußter als ihm war.

Ein wenig abrupt löste sie sich von ihm, gab sich dem Vergnügen hin, sein Sperma wie eine pflegende Creme auf ihrem Geschlecht zu verreiben, vielleicht war es wirklich für längere Zeit das letzte Mal, daß sie in diesen Genuß kam. Sie wischte sich die Hand am Oberschenkel ab und löste ihm die Fesseln.

Als sie seine geschundenen Handgelenke sah, fuhr ihr ein leichter Schreck durch die Glieder. Sie hatte nicht damit gerechnet, daß er derart kräftig an seinen Fesseln zerren könnte. Auch eine Domse mit ihrer Erfahrung war nicht vor Irrtümern gefeit. Nun, nach einigen Tagen würde nichts mehr davon zu sehen sein. Da hatte sie bei ihren anderen Subs schon ganz andere Spuren hinterlassen. Außerdem war sie sowieso über die Jahre viel zu zaghaft mit ihm umgesprungen. Im Vergleich zu anderen hatte sie ihn buchstäblich in Watte gepackt.

Während er sich die geschundenen Handgelenke rieb und gar nicht daran dachte, ihr deshalb irgendeinen Vorwurf zu machen, zog sie das Kleid wieder über. Anschließend legte sie die Seile zurück in den Beutel.

Sie wartete, bis er seine Kleider wieder gerichtet hatte, bevor sie aufbrach.

Kaum standen sie wieder auf dem asphaltierten Weg, legte er spontan den Arm um ihre Taille. Sie sah ihn überrascht an, doch dann schmiegte sie sich mit einem breiten Lächeln an ihn. Heute war irgendwie ein besonderer Tag für sie beide, wiewohl eine eindeutige Abschiedsstimmung über allem lag.

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