Kurzes #87 – Der entscheidende Schritt

von
Armin A. Alexander

Fortsetzung von »Die letzte Session mit Daphne?«, »Der erste gemeinsame Abend«, »Gespräch im Café«, »Gero und Daphne«, »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

»Ich habe mich entschlossen für heute abend einen Kuchen zu backen. Was ich schon längst hätte tun sollen. Gebäck ist zwar gut und schön, aber auf Dauer ein wenig eintönig. Zudem backe ich gerne, vor allem, weil ich es bedeutend besser als Kochen kann«, bemerkte Simone im heiteren Plauderton am nächsten Vormittag.

Gero befand sich auf dem Weg in die Redaktion, um einen fertigen Artikel abzugeben und zu versuchen, zwei Essays zur zeitgenössischen Literatur unterzubringen, an denen er zur Zeit arbeitete. Innerhalb des zurückliegenden Jahres hatte er mehrere Essays zur zeitgenössischen wie zur ›alten‹ Literatur verfaßt und bei verschiedenen Zeitungen, darunter zwei Literaturmagazine, unterbringen können, was seine Einkommenssituation nicht nur merklich verbessert hatte, sondern ihm bisher auch zwei Aufträge für Nachworte, unter anderem für eins zur Neuausgabe einer Anthologie mit Erzählungen von Guy de Maupassant, seinem anderen Lieblingsautor neben Heinrich Mann, eingebracht hatte. Die Arbeiten an seinen eigenen Texten stagnierte dagegen seit mehr als einem Jahr, was ihn aber nicht sonderlich störte, da ihm im Augenblick das Schreiben der Essays und der Nachworte Freude bereitete. Vielleicht lagen seine Fähigkeiten ja tatsächlich mehr auf diesem Gebiet.

»Ja, gerne. Das klingt vielversprechend«, erwiderte er aufgeräumt.

Er konnte sich auch täuschen, aber er meinte ein Leuchten in ihren Augen zu entdecken, und der Anflug eines glücklichen Lächelns umspielte ihre Mundwinkel.

Die Haut an seinen Handgelenken schimmerte im herrlichsten Rot. Daphne hatte ihm eine gute Salbe für solche Zwecke mitgegeben. In einigen Tagen würde nichts mehr davon zu sehen sein. Er hatte am Abend die Handgelenke eingerieben und es als lindernd empfunden. Am Morgen hatte er die Prozedur wiederholt und ein Hemd mit besonders langen Ärmeln angezogen, es konnten aus seiner Sicht daraus allzu leicht die falschen – also tatsächlich die richtigen – Schlüsse gezogen werden. Er fühlte sich noch immer ein wenig unwohl, sah man ihn als SMer an, nicht weil er sich dadurch in eine zweifelhafte Ecke gedrängt sah, das Gegenteil war der Fall, sondern weil er sich selbst nicht als ›echten‹ SMer – was immer das auch bedeutete – sehen konnte und ihm somit eine ›Ehre‹ zuteilwerden würde, die er als ›Gelegenheits-SMer‹ nicht ›verdiente‹.

Den ganzen Tag über wurde er den Gedanken nicht los, wie plötzlich Simones Bild vor seinem geistigen Auge erschienen war, während die verführerische Daphne, nackt an den Baum in der Rheinaue gelehnt, vor ihm onaniert hatte. Zumindest begann er zu akzeptieren, daß er Lust auf Simone hatte. Beinahe hätte er sie doch beim Verlassen des Hauses sogar umarmt und ihr einen Kuß gegeben. Nur seine natürliche Scheu und die – sehr wahrscheinlich unbegründete – Angst zurückgewiesen zu werden, hatte ihn davon abgehalten.

Er kehrte frühzeitig zurück, schließlich wäre es unhöflich, sie warten zu lassen. In Wahrheit konnte er es kaum erwarten, wieder in ihrer Gesellschaft zu sein. Daß seine beiden Essays angenommen worden waren und das für ein gutes Honorar, was heutzutage ja längst nicht mehr selbstverständlich ist, hatte seine gute Stimmung zusätzlich gehoben.

Er duschte nur kurz. Er verschwendete keine besonderen Gedanken mehr an seine geschundenen Handgelenke, obwohl die Seilspuren weiterhin unübersehbar waren. Die Salbe hatte so gut gewirkt, daß er kaum noch etwas spürte, dennoch hatte er sich die Handgelenke nach dem Duschen erneut eingerieben, jedoch nicht mehr daran gedacht, ein Hemd anzuziehen, dessen Ärmel die Handgelenke bedeckte. Er dachte nicht mehr daran, was die immer noch sichtbaren Striemen bei einem unbedarften – und erst recht bei einem bedarften – Beobachter auslösen könnten, während er heiter nach unten ging.

Simone erwartete ihn bereits. Er betrachtete sie angenehm berührt. Zu einem knielangen schwarzen Lederrock mit einem seitlich bis zur halben Hüfte reichenden Schlitz, der sich derart über ihr üppiges Gesäß spannte, daß er sich unwillkürlich fragte, wie sie ihr gelungen war, ihn am Bund zu schließen – auf den Gedanken, daß er auf Maß und für ›besondere‹ Anlässe gefertigt sein könnte, verfiel er nicht einen Augenblick – trug sie eine helle Bluse aus einem satinähnlichen leichten Stoff, deren beide oberen Knöpfe sie offengelassen hatte, hautfarbene Nylons und damenhaft wirkende Stiefel mit hohen schlanken Absätzen aus schwarzem Veloursleder, was ein besonders freudiges Lächeln auf sein Gesicht zauberte. Hochhackige Stiefel bei einer Frau brachten in ihm stets eine besondere Saite zum Klingen

Obgleich sie sich bei jedem ihrer gemeinsamen Abende stets ein wenig verführerischer präsentiert hatte als an dem zuvor, glaubte er dennoch eine deutliche Steigerung gegenüber dem letzten Mal zu erkennen, was aber weniger an ihr, sondern am Gespräch mit Daphne gelegen hatte, das ihm die ›Augen geöffnet‹ hat, wie er sich offen eingestand. Daphne hatte also recht gehabt. Aber wann hatte sie sich, was das betraf, jemals geirrt? Trotz dieser Erkenntnis, die für ihn nicht neu war, hatte er ihre Einschätzungen jedesmal angezweifelt und die Fehler gemacht, vor denen sie ihn eigentlich hatte bewahren wollen. Der Prophet gilt halt nichts im eigenen Land.

Derart körperlich intensiv hatte er Simones erotische Ausstrahlung bisher noch nie gespürt oder spüren wollen, was letztlich aufs Gleiche hinauslief. Ohne es kontrollieren zu können, wurde sein Unterleib spürbar stärker durchblutet. Sie roch zudem wundervoll, ihr schwarzes Haar wurde vom hereindringenden Abendlicht mit einem warmen Schimmer überzogen. Ihre in einem leuchtenden Rot stark geschminkten Lippen überzog durch den Gebrauch von Lipgloss ein verführerischer feuchter Schimmer. Kajalstift betonte ihre dunklen Augen. Für ihn besaß sie nun nichts mehr von der ein wenig verschüchterten Frau, als die er sie seit ihrer ersten Begegnung gesehen hatte.

Er machte ihr sogleich ein Kompliment, das dem, das sie ihm durch ihre Aufmachung gemacht hatte, allenfalls annähernd ebenbürtig war, aber für seine Verhältnisse bereits ganz beachtlich. Ihm war sehr wohl bewußt, daß sie sich einzig für ihn so hergerichtet hatte.

Seine Blicke und seine Haltung, vor allem, die von ihm noch nicht bewußt wahrgenommene Ausbeulung in seiner Hose, erfüllten sie mit innerer Zufriedenheit. Dieser Abend würde sich mit Sicherheit nicht in Gesprächen über Literatur und ähnlichem erschöpfen.

Er verfiel in einen regen Redefluß, wie es Menschen gemeinhin tun, wenn sie damit ihre Unsicherheit übertünchen wollen, ohne zu bemerken, daß sie diese damit erst recht für andere spürbar werden lassen.

Während sie zwischen Wohnzimmer und Küche hin und her ging, um den Tee, das Teegeschirr, den frisch gebackenen Kuchen, dessen Aroma nach Äpfeln und Zimt schnell den Raum erfüllte, und einer Schale mit frisch geschlagener Sahne, von der ein leichter Duft von Vanille ausging, wiegte sie ihre breiten Hüften ebenso lüstern wie selbstverliebt, wußte sie schließlich, daß der Mann, für den sie sich in den letzten Wochen und insbesondere den heutigen Abend soviel Mühe gegeben hatte, ein Verehrer schöner üppiger Frauen war. Es erfreute sie zu sehen, wie sehr seine Augen leuchteten und er bemüht war, ein möglichst unverfängliches Thema anzuschneiden, während er sie mit den Augen förmlich verschlang und wahrscheinlich nur daran dachte, ihr den Schwanz ›reinzustecken‹ – hier setzte sie bei ihm dieselben Gedanken wie bei sich voraus.

Während sie ihre Aufmachung und ihrem Make-up im großen Spiegel in ihrem Schlafzimmer einer letzten Überprüfung unterzogen hatte, wurde sie auf einmal derart feucht, daß ihr der Lustnektar an den Innenseiten der Schenkel hinunterlief, was bis jetzt anhielt. Es war lange her, daß ihr Körper auf diese Weise nur auf die Erwartung hin auf Sex mit einem Mann reagiert hatte. Sie war zuerst versucht, es mit einem Papiertuch abzuwischen, doch dann unterließ sie es, er sollte nachher sehen können, wie sehr sie die Vorfreude auf Sex mit ihm erregte.

Erst als sie sich wie gewöhnlich einander gegenüber saßen und er die volle Teetasse entgegen nahm, die sie ihm reichte, fiel ihr Blick auf seine Handgelenke. Weil er bemüht war, die volle, dampfende Teetasse entgegenzunehmen, ohne etwas zu verschütten, entging ihm ihr zuerst erstaunter Blick, der jedoch sogleich in ein verstehendes Strahlen überging. Das hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht gedacht, obwohl einiges an seinem Verhalten eine solche Vermutung durchaus nahelegte.

Nur wußte sie noch nicht, wie sie ihn darauf ansprechen sollte. Sie erkannte, daß er sich gar nicht bewußt war, daß die Striemen zu sehen waren.

Als er wieder aufsah, lag auf ihrem Gesicht nur noch ein liebevolles Lächeln.

Sie plauderten unbefangen, während sie den Kuchen aßen, der ausgezeichnet schmeckte. Sie hatte einen ordentlichen Klecks Sahne auf den ihren gehäuft, was ihm zum einen zeigte, daß ihre wundervoll proportionierten Rundungen nicht von ungefähr kamen, und zum anderem an der Art wie sie ihren Kuchen aß, sie eine Genießerin war.

Irgendwann fiel ihm auf, wie sie immer häufiger auf seine Handgelenke sah, wodurch ihm schließlich bewußt wurde, daß er nicht mehr das Hemd mit den langen Ärmeln von heute vormittag trug. Statt sich zu verhalten, als sei nichts Besonderes, bemühte er sich schuldbewußt, die Handgelenke unauffällig ihren Blicken zu entziehen, was ihre Aufmerksamkeit erst recht darauf zog.

Sie beobachtete seine vergeblichen Bemühungen kurze Zeit amüsiert, schließlich fühlte sie sich, bevor es in echter Peinlichkeit ausartete, genötigt zu sagen: »Ach, laß’ man gut sein. Ich bin doch auch nicht anders, was das betrifft, vielleicht sogar noch schlimmer.«

Als Erwiderung blickte er sie nicht gerade intelligent an. Es dauerte einen Moment, bis er den Sinn ihrer Aussage verstand, so sehr war er bemüht, die Rötungen zu verstecken. Endlich hörte er mit seinen fruchtlosen Bemühungen auf und schenkte ihr ein sichtlich verlegenes Lächeln.

»Manchmal bleibt etwas zurück.«

»Ich weiß, aber gerade dann war es wirklich gut, und man ist sogar stolz auf die hinterlassenen Spuren. Wenigstens ergeht mir das immer so. Jetzt kann ich es dir ja offen gestehen; ein wesentlicher Grund warum ich damals einen um rund zwanzig Jahre älteren Mann heiratete, ist mein Sadomasochismus, der vielleicht nur von meinem ausgeprägten Gummifetischismus leicht übertroffen wird. Ich hatte beides mit noch nicht einmal achtzehn Jahren bereits vollständig akzeptiert und erkannt, daß es mein Leben bereichert. Ich wußte seinerzeit bereits, daß ich nur bei einem älteren Mann glücklich werden könnte. Nur ein deutlich älterer Mann würde mir bezüglich meiner sadomasochistischen Phantasien und Wünsche geben können, was ich erwartete. Gleichaltrige Männer konnte ich sowieso nicht wirklich ernst nehmen, das waren meist doch nur kleine Jungen, die zu schnell gewachsen waren. Selbst Männer von Ende zwanzig erschienen mir noch wie grüne Jungs. Meinen ersten ›richtigen‹ Dom hatte ich mit siebzehn. Er war Mitte dreißig – du weißt, wie alt einem Menschen von Mitte dreißig in dem Alter erscheinen. Er war wirklich erfahren und hat mir Dinge gezeigt, die sogar über meine doch schon recht kühnen Phantasien hinausgingen. Mit zwanzig, bevor ich meinen Mann kennenlernte, hatte ich einen Dom, der mich nicht nur zu einer erfahrenen Sub ›erzogen‹ hat, sondern selbst bereits Ende fünfzig war. Er verfügte über eine derart starke Libido, die selbst wesentlich jüngere Männer nicht so ohne weiteres aufweisen können. Für mich war das schon immer bei einem Mann sehr wichtig, da ich gerne und sooft als möglich Sex hatte und bis heute habe. Ist man jung, glaubt man gar nicht, wie sexuell aktiv Männer jenseits der Fünfzig sein können. Ich konnte nie etwas damit anfangen, daß zwischen Dom und Sub kein Sex sein sollte, wie es ja mancher, gerade ›älterer‹ Dom zu sehen scheint. Meinen ersten Sex hatte ich bereits mit dreizehn gehabt, auch dieser Junge war einige Jahre älter gewesen. Mein Mann war ein wunderbarer Dom. Vor den Augen der anderen führten wir eine beinahe altmodisch wirkende Ehe, weil ich so sehr dem Klischee des braven Frauchens entsprach, allein daß ich um etliche Jahre jünger war, schien das in vielen geweckt zu haben. – Doch das ist Vergangenheit.« Ein leichter Anflug von Wehmut hielt sie innehalten, der schnell verschwand. Sie fuhr mit noch leicht nachdenklichem Unterton fort: »Seit dem Tod meines Mannes und der ersten Trauerzeit mußte ich eine schleichende Veränderung in meinen Präferenzen feststellen. Mein Gummifetischismus und mein Sadomasochismus sind unverändert wichtig in meinem Leben geblieben, wobei ersterer aufgrund meines Singledaseins eine vorherrschende Position eingenommen hat, schließlich kann ein Fetischist auch mit sich allein Spaß haben, ein SMer braucht in der Regel einen Partner, um seine Neigung ausleben zu können. Nie habe ich die Richtigkeit und Tragweite dieser Aussage erleben können wie durch meine Witwenschaft. Noch nach mehr als einem Jahr nach dem Tod meines Mannes fehlte mir jedes Bedürfnis nach einem anderen, obschon meine starke Libido sich nach nur wenigen Monaten wieder zurückgemeldet hatte. Sexuelle Befriedigung war für mich bis vor noch gar nicht so langer Zeit einzig durch Onanieren denkbar, was ich auch häufig gemacht habe, soviel, wie vermutlich in meinem ganzen Leben zuvor nicht, und mich ganz auf meinen Gummifetischismus konzentriert habe. Es gab Momente, da war ich tatsächlich davon überzeugt, daß mir mein Fetischismus an sich genügte. Irgendwann jedoch wurde der Wunsch nach einem Mann wieder stärker. Ich verspürte dabei zugleich etwas, das mich anfänglich überraschte; ich fühlte mich nun zu gleichaltrigen oder sogar jüngeren Männern hingezogen. Es war, als ob ich durch den Tod meines Mannes schlagartig jedes Interesse an älteren Männern verloren hätte, fast schon als wäre es nie vorhanden gewesen. Eine Zeitlang habe ich gedacht, daß das ab vierzig – ich werde im Herbst schließlich schon dreiundvierzig – eine normale Entwicklung darstellt. Jedoch bin ich mittlerweile zu der Erkenntnis gelangt, daß das nicht wirklich ausschlaggebend ist. Vielmehr ist es so, daß jeder Mann, der um mindestens zehn bis fünfzehn Jahre älter ist, mich an die sechzehn Jahre meiner sehr glücklichen Ehe erinnern würde und den Vergleich zu meinem Mann, den ich unbewußt immer ziehen, nicht bestehen würde. Vermutlich ist es für eine Frau in meinem Alter auch gar nicht so falsch ist, sich jüngeren Männern zuzuwenden«, sie bedachte ihn dabei mit einem Blick und einen Augenaufschlag, der ihn beinahe hätte erröten lassen und nicht so recht zu einer, nach eigenen Angaben devoten Frau passen wollte, abgesehen davon, daß er kaum sechs Jahre jünger als sie war. »Zumal es nicht wenige junge Männer gibt, sie sich von Frauen jenseits der Vierzig besonders angezogen fühlen, auch wenn diese auch oft nicht dominant sind. Sich als ›reife‹ Frau von einem jüngeren Mann dominieren zu lassen, besitzt seinen Reiz und gerade in der Phantasie einen besonderen, wenn er so jung ist, der eigene Sohn sein zu können. In der Umsetzung macht es einem das natürlich leichter, hat man keine Kinder.«

Sie machte eine Pause, nahm einen Schluck von ihrem halb erkalteten Tee und lächelte ihn ein wenig unsicher an. Sie hatte ihm mehr aus ihrem Leben erzählt als bisher. Leicht fahrig stellte sie die Tasse auf die Untertasse zurück, so daß es vernehmlich klirrte. Er sah ihr an, daß sie unsicher war, ob sie ihn etwas fragen sollte, eine Entgegnung von ihm schien sie nicht zu erwarten. Sie atmete tief durch und sah ihn fast ein wenig bittend an, damit er ihr die Antwort gab, die sie hören wollte.

»Nun sage mir, bist du eher devot oder dominant oder gar beides?«

Die Spuren an seinen Handgelenken verunsicherten sie, obschon sie lange genug offen mit ihrer Neigung lebte, um zu wissen, daß sehr viele SMer beide Neigungen in sich trugen. Ein durch und durch devoter Mann wäre das letzte, das sie wünschen würde, da sie keinerlei dominante Neigungen in sich verspürte. Als Alternative zu einem dominanten Mann hätte sie sich nur einen Gummifetischisten vorstellen können, für den sein Fetischismus eminent wichtig war – ein bereits früh entstandener Wunsch, der bisher unerfüllt geblieben war – was sie bei ihm nicht vermutete, und selbst dann würde ihr die Erfüllung ihrer devoten Neigungen wichtig bleiben.

»Ich habe bisher nicht allzu viel Erfahrung in diesem Bereich, weiß aber, daß es von der Frau abhängig ist, in welche Richtung es bei mir ausschlägt. Bei einer Frau, die ausschließlich devot ist, würde mir die aktive Rolle sicherlich leicht fallen«, erwiderte er ehrlich und beeilte sich hinzuzufügen: »Allerdings habe ich kaum praktische Erfahrung mit der aktiven Rolle.«

Sie unterdrückte einen erleichterten Seufzer.

»Einer erfahren Sub macht es durchaus Freude, aus einem bisher wenig erfahrenen Dom einen erfahrenen zu machen.«

Sie schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. Trotz oder vielleicht gerade auf Grund seiner meist zurückhaltenden Art war sie überzeugt, daß sie in ihm keinen ›Wunscherfüller‹ haben würde. Sie traute ihm zu, daß er, sobald er als Dom einigermaßen sicher war, reichlich Eigeninitiative entwickeln würde.

Dennoch beschleunigte sich ihr Herzschlag, wurden ihre Handflächen feucht und fühlte sich ihr Mund ein wenig trocken an, als sie das offen aussprechen wollte, was ihrer Beziehung zueinander eine eindeutige Basis geben sollte. Sie benötigte Klarheit.

»Gero«, begann sie, unterbrach sich sogleich wieder. Sie spürte ein Kratzen im Hals. Sie befürchtete, daß ihre Frage von einem leichten Krätzchen begleitet sein könnte. Nach einer kurzen Pause wagte sie einen neuen Anlauf, während ihr das Herz fast bis zum Hals schlug. Ein wenig nervös knetete sie die Hände.

Er wartete geduldig, so richtig konnte er sich nicht vorstellen, was sie ihm sagen wollte.

»Möchtest du … willst du … würde es dir gefallen … mein … Dom zu sein. Ich hätte dich nämlich sehr gerne aus solchen.«

Und vor allem brauche ich unbedingt wieder einen, fügte sie in Gedanken hinzu, was sie beinahe laut geäußert hätte, doch wäre ihr dann doch zu aufdringlich, hätte zu sehr nach der Verzweiflung einer vereinsamten, sexuell unbefriedigten ›älteren‹ Frau geklungen.

Als es gesagt war, glaubte sie eine zentnerschwere Last von sich genommen.

Er hatte zwar noch nichts gesagt, aber sie spürte, daß das Schwerste bereits hinter ihr lag. Daß er verneinen könnte, zog sie gar nicht erst in Erwägung, wäre nach der Art und Weise wie er sie mittlerweile mit den Blicken verschlang, wenig wahrscheinlich gewesen.

Für ihn kam ihre Frage gar nicht so überraschend, wie er zuerst glaubte, was sicherlich auch an Daphnes erfolgreicher ›Erziehung‹ lag.

Sie hatte ihren Satz noch nicht beendet, da war ihm bereits klar, daß ihm nichts lieber wäre. Wäre es nicht etwas übertrieben, würde er sogar sagen, daß sie die Sub sei, die er sich schon immer gewünscht hatte. Dennoch antwortete er nicht sogleich. Er unterzog sie einer neuerlichen Betrachtung, wenngleich er bereits den ganzen Abend nichts anderes gemacht hatte. Nicht um seinen Entschluß einer letzten Prüfung zu unterziehen – daran dachte er nicht einen Augenblick –, sondern bereits im Besitzerstolz.

»Ja, ich hätte dich gerne als meine Sub«, erwiderte er und fühlte, wie nun sein Herz schneller schlug, seine Handflächen feucht wurden.

Sie unterdrückte erneut einen Seufzer der Erleichterung und strich sich mit einer leicht fahrigen Bewegung eine Haarsträhne aus der Stirn. Dann stand sie auf und kniete sich vor ihn, die Hände auf den Schenkeln liegend, den Hintern auf den Fersen ruhend. Unterwürfig blickte sie ihn an.

»Ich werde mich bemühen, dir stets eine ergebene Sklavin zu sein, und mich deinen Wünschen und Anweisungen bedingungslos zu fügen«, erklärte sie mit einer Feierlichkeit, die in keiner Weise aufgesetzt wirkte.

Ihre Ernsthaftigkeit durchströmte ihn warm. Er wußte, daß ihm eine Ehre zuteil wurde, der er sich noch würdig erweisen mußte und sie sich jederzeit anders entscheiden konnte, wenn er ihr nicht mehr zusagte. Ihm wurde ebenso bewußt, daß zwischen ihnen keine Spielbeziehung sein würde und auch könnte. Diese Erkenntnis sorgte für ein eigenartiges Gefühl in ihm und es war absolut kein unangenehmes.

Zärtlich betrachtete er die üppige Schöne zu seinen Füßen.

»Ich finde es schön, daß du deine üppigen Formen mit körperbetonter Kleidung hervorhebst.«

»Ich mag meine Rundungen sehr, insbesondere meine großen schweren Brüste. Ich weiß ja, wie sehr sie dir gefallen, schließlich betrachtest du sie immer mit leuchtenden Augen, wie du überhaupt offenkundig ein Faible für üppige Frauen besitzt.«

»Das ist dir aufgefallen?« fragte er erstaunt. Ebenso wie er stets der Meinung war, daß er darin unaufdringlich war, überraschte es ihn jedesmal, wenn ihm das Gegenteil auf den Kopf zugesagt wurde.

»Es ist nicht zu übersehen, auch wenn du bemüht bist, es nicht allzu offen zu zeigen. Aber du weißt ja, gerade wenn man versucht, etwas möglichst unauffällig zu tun, fällt es erst recht auf. Aber das ist unwichtig, schließlich mag ich es, wenn du es tust. Männer mit einer Vorliebe für stattliche Frauen scheinen ohnehin einen ganz eigenen Blick zu haben, wenn sie eine solche ansehen.«

Er unterdrückte einen Seufzer der Kapitulation und beschloß von nun ungeniert auf ihre üppigen Brüste zu schauen. Wenn er es recht bedachte, schien Maupassant offenbar auch eine besondere Vorliebe für wohl gerundete Frauen gehabt zu haben, schließlich schienen nicht wenige seiner männlichen Protagonisten dicke Frauen eindeutig als Geliebte vorzuziehen, beziehungsweise traten solche Frau oft als handelnde Personen auf. Ob er vielleicht auch aus diesem Grund eine besondere Vorliebe für Maupassant besaß? Das wäre doch einmal ein Thema für einen Essay, dicke Frauen und deren besonderer erotischer Reiz in dessen Werk. Doch was schweiften seine Gedanken zu einem seiner Lieblingsautoren ab, wenn eine ausnehmend reizvolle wohl gerundete Frau zu seinen Füßen kniete!

»Du trägt schöne schicke Stiefel. Sie gefallen mir. Ich finde, Stiefel wie diese geben einer Frau etwas Damenhaftes.«

»Findest du?«

»Ja, ich erinnere mich an eine Lehrerin, die auch oft Stiefel getragen hat und das nicht nur zur kalten Jahreszeit, jedoch zu fast wadenlangen weiten Röcken. Ich fand das immer irgendwie faszinierend.«

»Ich trage unglaublich gerne Stiefel. Ich habe auch weitaus mehr Stiefel als Schuhe, von mit eher praktischen Absätzen, über schicke mit hohen Absätzen, Overknees mit unterschiedlichen Absatzhöhen, darunter einige maßgefertigte, deren Schäfte so hoch sind, wie es anatomisch möglich ist, bis hin zu sogenannten Nuttenstiefel aus rotem und schwarzem Lack, sowie hochwertige, modische und robuste Gummistiefel – ich bin ja schließlich Gummifetischistin und Gummifetischisten mögen in der Regel alles, was aus Latex und Gummi ist, nicht nur modische Latexbekleidung.«

Er dachte daran, wie Daphne hin und wieder bei Sessions hohe schwarze Lackstiefel getragen hat. Es hatte ihm immer wieder Freude bereitet, ihr diese zu lecken. Bei Simone verspürte er zwar nicht die Lust, ihr die Stiefel zu lecken, aber dafür nicht weniger, sie darin zu sehen.

»Weißt du, ich trage beim ›Spielen‹ und beim Sex gerne Stiefel, wie ich überhaupt gerne bei beidem chic angezogen bin und nicht nur in Latex und Gummi, außer mein Dom möchte meinen üppigen Körper nackt sehen«, fuhr sie in seine Gedanken hinein fort.

Er lächelte vor sich ihn. Es ließ in ihm ein Bild lebendig werden, das er schon lange mit sich herumtrug. Das Bild einer sehr selbstbewußten Frau, die ohne Vorbehalte zu ihrer starken Libido stand, die sich jederzeit holte, was sie begehrte und sich nicht dafür auszog, sondern nur den Rock hochschob – sie trug natürlich nie Unterwäsche – und sich dann von einem Mann mit dem Mund verwöhnen ließ, oder ihn ritt, oder ihm mit gespreizten Beinen auffordernd ihr feuchtes Geschlecht zeigte. Es war das Bild einer jede Situation beherrschenden Frau, aber nicht im Sinne einer Domse. Er konnte sich nicht erinnern, woher er dieses Bild hatte, es mußte sich bereits früh in ihm verfestigt haben. Die Frau in diesem Bild entsprach weitgehend Simone, obschon sie nur wenig Dominantes im Sinne dieses Bildes an sich hatte. Dennoch war ihm bewußt, daß sie es verstand, sich zu holen, was sie haben wollte. Die Vorstellung, wie sie mit hochgeschobenem Rock und einladend gespreizten Beinen darauf wartete, daß er in sie eindrang, ihre schönen eleganten schwarzen Velourslederstiefel dabei tragend …

Warum stellte er sich das eigentlich nur vor? Es stand im Grunde bereits fest, daß es noch an diesem Abend so ablaufen würde.

»Stehe auf und schiebe den Rock hoch.« Seine Stimme zitterte leicht, das Bild hatte ihn sichtlich erregt. Er wollte ihr zeigen, daß sie ab jetzt sein ›Objekt‹ war.

»Möchte mein Gebieter meine Fotze sehen?« Ihr Tonfall war demütig und zugleich gab sie ihm zu verstehen, welches Wort sie für ihr Geschlecht bevorzugte.

»Ja, ich will deine Fotze sehen.«

Sie nickte, stellte sich leicht breitbeinig dicht vor ihn, und schob den engen Rock langsam hoch. Er hielt erwartungsvoll den Atem an. Wenngleich sie den Blick so unterwürfig wie möglich gesenkt hielt, so zog sie den Rock so verführerisch wie möglich hoch, um ihm ihr Geschlecht so aufreizend wie möglich zu präsentieren. Er sah ihre von ihrem Lustnektar feuchten Innenseiten der Schenkel, es war schließlich die ganze Zeit mehr oder weniger intensiv aus ihr herausgelaufen, die Säume ihrer Nylons glänzten sogar naß. Es wurde der Saum eines schwarzen breiten, vermeintlich altmodischen Strumpfgürtels sichtbar. Ein wenig über ihrem Schoß, begann sich bereits ihr Bauch leicht zu wölben.

»Du hast eine sehr schöne Fotze«, sagte er, als sich diese offen seinen Blicken präsentierte.

Sie hatte sich zweifelsfrei frisch rasiert, so glatt war die Haut – erst später erfuhr er, daß sie sich Daphne gleich die gesamte Körperbehaarung bereits mit Mitte zwanzig dauerhaft hat epilieren lassen, nicht zuletzt auf Grund ihres Gummifetischismus’, da haarlose Haut nun einmal sensibler und intensiver auf Berührungen reagiert. Die inneren Schamlippen schauten kaum wahrnehmbar hervor. Er gab dem spontanen Bedürfnis nach, sie zu schmecken. Bereits bei der ersten Berührung seiner Lippen und seiner Zunge, erkannte sie, daß ein Mann bei ihr zugange war, der wußte, wie man(n) eine Frau mit dem Mund verwöhnte. Fast selbstversunken leckte und saugte er an ihr und schluckte nur zu bereitwillig ihre fließende Nässe. Sie hielt die Augen geschlossen, stöhnte leise und lustvoll. Es fiel ihr schwer, sich auf den Beinen zu halten, die gewohnte Sicherheit auf hohen Absätzen zu gehen und zu stehen, kam ihr abhanden. Zum Glück legte er die Arme um ihre Hüften, als sie ernstlich Gefahr lief, sich nicht mehr aufrecht auf den Beinen halten zu können, weil er sie dichter an sich haben wollte. Sie legte ihm die Hände auf die Schultern und stützte sich damit ein wenig ab.

Ob es an seinen linguistischen Fähigkeiten, die Erwartungshaltung der letzten Zeit, oder weil er seit mehr als zwei Jahren der erste Mann war, der sie mit dem Mund befriedigte – ihr Mann hatte das gleichfalls sehr gerne und sehr gut gemacht, so daß sie diesbezüglich verwöhnt war – jedenfalls kam sie relativ schnell, intensiv und ejakulierte dabei sogar etwas, normalerweise brauchte sie für letzteres durchaus etwas mehr als nur eine intensivere Stimulation mit dem Mund. Da er seinen geöffneten Mund in diesem Augenblick auf ihr hatte, lief es ihm in den Mund. Reflexartig schluckte er es. Ihm war klar, daß sie nicht urinierte, was er ein wenig bedauerte. Noch während sie kam, sich mit den Armen auf seinen Schultern abstützte, fragte er sich, ob es eigentlich statthaft war, sich als Dom von seiner Sub in den Mund urinieren zu lassen. Andererseits, wenn der Dom ›bestimmte‹, dann war es letztlich gleich, was er von seiner Sub verlangte. Er verspürte wirklich große Lust, Simones Urin zu trinken, nicht etwa, weil Urolagnie zu seinen liebsten Neigungen gehörte, sondern weil dieser von ihr kam, weil er somit einen Teil von ihr damit aufnehmen und sich ihr somit sehr nahe fühlen würde. Bisher hatte er vergleichbares nur bei Daphne empfunden. Rückblickend wäre es ihm von seinen übrigen, nicht sehr zahlreichen Ex-Beziehungen unmöglich gewesen, deren Urin in den Mund zu nehmen, geschweige denn zu trinken.

Er hielt sie auch nach ihrem Orgasmus umarmt und sah sie von unten her verliebt an. Sie sah zu ihm hinunter, zufrieden lächelnd, die Wangen leicht gerötet, einige feine Schweißperlen auf der Stirn.

»Du verstehst es, eine Frau mit dem Mund zu befriedigen.«

»Ich mußte einfach. Deine Fotze hat mich so einladend angesehen. Du hast eine sehr schöne.«

»Danke, aber gibt es überhaupt ›häßliche‹ Fotzen? Ist nicht die jeder Frau auf ihre Weise einzigartig?«

Er wollte zu einer Antwort ansetzen, erkannte aber noch rechtzeitig, daß es rhetorische Fragen waren.

»Mir gefällt dein Strumpfhalter.«

»Ich mag diese breiten im 1950er Jahre Stil besonders gerne. Sie sitzen fest, machen einen festen Bauch und sind gerade bei Frauen mit Rundungen wahnsinnig sexy. Überhaupt mag ich Dessous im 1950er Jahre Stil, damals waren die Dessous noch eindeutig an kräftig gebauten Frauen orientiert. Außerdem tragen sich diese BHs bei Frauen mit so großen und schweren Brüsten wie meine bequemer.«

»Tatsächlich?«

»Du hast mich noch nie ohne BH gesehen. Die Schwerkraft fordert schon ihren Tribut.«

»Sehr?«

»Es hält sich in Grenzen.«

»Bei großen Brüsten finde ich das durchaus sexy.«

»Das glaube ich dir. Mir gefällt es ja auch selbst. – Soll ich meinem neuen Gebieter einen blasen? Ich bin mit dem Mund nämlich sehr gut. Ich bin überzeugt, daß ein Dom eine gute Schwanzbläserin als Sub zu schätzen weiß. Zudem ist es schön für mich, wenn mir mein Dom sein Sperma zum Schlucken gibt. Ebenso verstehe ich es auch gut mit der Hand meinem Dom Lust zu bereiten und mag es, ihn über diese kommen zu lassen. Desweiteren verstehe ich mich auf Prostatamassage.«

»Du scheinst ja eine Alleskönnerin zu sein. Dann gebe mir einmal eine Kostprobe von deinen Blaskünsten«, meinte er mit einem breiten Grinsen und entließ sie aus seiner Umarmung.

Noch mehr als die Tatsache, daß er gleich ihren Mund an seinem Schwanz spüren würde, bescherte ihm der Umstand, daß sie sich auf Prostatamassage verstand, ein wohliges Kribbeln, da er diesen Genuß durch Daphne hatte schätzen gelernt. Sich auf diese Weise von einer Sub verwöhnen zu lassen, besaß für ihn einen besonderen Reiz.

Mehr mechanisch zog sie den Rock wieder hinunter und setzte sich vor ihn auf den Boden. Er hatte unwillkürlich die Beine gespreizt. Sie lächelte zufrieden, als sie seine Beule sah, die einiges hoffen ließ. Dennoch war sie, als sie ihm die Hose geöffnet und seinen Schwanz aus seiner Unterhose ›befreit‹ hatte, mehr als angenehm überrascht, wie groß und vor allem dick ER war, wie auch seine Hoden prall. Aus seiner Eichel quollen große ölige Tropfen. Ob sie es schaffte, ihn ohne Probleme ganz tief in den Mund zu nehmen? Sie war zwar geübt, doch noch nicht bei einer solchen Größe, obzwar ihre bisherigen Männer einen guten Durchschnitt gehabt und wirklich kleine sie nie kennengelernt hatte.

»Daß deiner so schön groß und dick ist, hätte ich nicht gedacht«, bemerkte sie, küßte ihn auf die Eichel und sah ihn mit leuchtenden Augen an.

Er lächelte verlegen. Komplimente über seine Genitalien waren ihm noch immer unangenehm. Er sah kein besonderes Verdienst in etwas, das ihm der Zufall ›geschenkt‹ hatte. Zärtlich und auf eine geschickte und einfühlsame Weise massierte sie ihn, dann umfing sie ihn mit den Lippen und führte ihn langsam in den Mund ein. Es gelang ihr tatsächlich ohne den geringsten Würgereiz. Sie hatte ihm nicht zuviel versprochen. Allerdings kam er schneller, als er gedacht hatte. Sie war froh, daß er alles in ihren Mund ergoß. Sie schluckte es genüßlich hinunter, bevor sie ihn aus ihren Mund entließ. Sie leckte sich genießerisch die Lippen. Da sie einen sehr gut haftenden Lippenstift gewählt hatte, leuchteten ihre Lippen noch immer in einem intensiven Rot, wobei der feuchte Glanz nun nicht mehr vom Lipgloss stammte, sondern von ihrem Speichel.

»Du hast nicht übertrieben«, meinte er zufrieden.

»Ich bin zu bescheiden und zu gut erzogen, um zu übertreiben.«

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