Schlagwort-Archiv »Fetisch«

Gummifetischismus – Eine (Liebes-)Erklärung

Einleitung

 

Sexueller Fetischismus, der wohl die harmloseste und unschuldigste sexuelle Vorliebe überhaupt sein dürfte und der seinen Grund vermutlich in der stark optischen und haptischen orientierten Wahrnehmung des Menschen hat, ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Die auf Gummi bezogene Variante ist notwendigerweise an die Erfindung des Materials gebunden und zählt daher zu den noch relativ jungen Material-Fetischen. Jünger ist die Variante für PVC und vergleichbare Kunststoffe, die in ihrer Form Überschneidungen zum Gummifetischismus aufweist und so mancher Gummifetischist, mich eingeschlossen, kann auch dem PVC beziehungsweise mit PVC beschichteten Geweben, hauptsächlich in Form von Regenbekleidung, einen erotischen Reiz abgewinnen. PVC erscheint vielen als allerdings auch als weniger edel, was nicht zwingend sein muß. Hier jedoch ist in erster Linie der Fetischismus für Gummi das Thema.

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Link-Tip – Acquo-Boots

Die aus Schweden stammenden und in den 1970er Jahren hergestellten Acquo-Boots, hochwertige hochschaftige modische Gummistiefel mit Block-Absatz, im England auch als Wellies, die Abkürzung von Wellingstons, dem ersten Herrsteller vom Gummistiefeln in England nach dem Vorbild der hessischen Militärstiefel – im Deutschen prosaisch als Watstiefel bezeichnet – erfreuen sich unter Gummifetischisten nach wie vor besonderer Beliebtheit. Lange Zeit waren sie nur gebraucht zu bekommen. Seit kurzem werden sie wieder neu aufgelegt.

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Kurzes #91 – Eine Hochzeitsnacht

Eine gummifetischistische Geschichte

Karen, laut Selbstbeschreibung eine ›ganz gewöhnliche Gummifetischistin‹, womit sie hervorzuheben pflegt, daß sie darüber hinaus eine lupenreine Vanilla sei – was auch alter Freundschaft unkommentiert bleiben sollte – sammelt ›historische‹ – also längst nicht mehr hergestellte – Gummimäntel, bevorzugt von Klepper. Ihren ersten Kleppermantel hatte sie vor vielen Jahren erstanden, schließlich üben diese auf viele Gummifetischisten eine besondere Faszination aus, bei manchen bezieht sich ihr Fetischismus besonders auf diese. Ihren ersten in natura hatte sie während des Besuchs ihrer zweiten oder dritten Fetischparty bei einer Frau in mittleren Jahren gesehen und war vom ersten Moment an von der Leichtigkeit des Materials und der seidigen Oberfläche optisch wie haptisch begeistert. Sie mußte unbedingt auch einen in ihrem Besitz haben. Es blieb nicht bei diesem einen, sondern es wurde recht schnell eine Sammelleidenschaft daraus, die sich bald auf alle Arten von Gummimäntel und Regenbekleidung aus Gummi überhaupt ausgedehnt hat. Wie jeder Sammler kann sie lange und mit Verve von ihrer Leidenschaft berichten. (mehr …)

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Kurzes #90 – Daphne hatte Recht – wieder einmal

Fortsetzung von »Regenspaziergang – Fortsetzung«, »Regenspaziergang«, »Der entscheidende Schritt«, »Die letzte Session mit Daphne?«, »Der erste gemeinsame Abend«, »Gespräch im Café«, »Gero und Daphne«, »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

»So, nun erzähle mir, wie es zwischen Simone und dir steht. Du hast am Telephon reichlich aufgekratzt geklungen, so daß ich annehmen kann, es hat sich zum Positiven entwickelt.«

Es war kaum eine Woche später. Da Gero seit ihrem Spaziergang in der Rheinaue nichts mehr von sich hören ließ, hatte sie die Initiative ergriffen, ihn angerufen und für den nächsten Tag zum Essen eingeladen, was Gero nur zu gerne angenommen hatte. Er war derart voll von Überschwang, daß er sich unbedingt jemanden anvertrauen mußte und niemand war in seinen Augen dazu geeigneter als Daphne.

Sie saßen beim Essen, mit dem sie sich Mühe gegeben hatte, und hatten bisher lediglich über Belanglosigkeiten geplaudert. Wenigstens hatte er ihr ein Kompliment über ihren engen neuen schwarzen Lederrock, der weißen Bluse, dem Taillenkorsett aus schwarzem Leder, den schwarzen Nahtstrümpfe und den schwarzen hochhackigen Lackschuhen gemacht, was an sich schon auffallend genug war.

»Was soll ich sagen. Du hast so ziemlich in allem, was deine Einschätzung Simones betrifft, richtig gelegen.«

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Kurzes #89 – Regenspaziergang – Fortsetzung

Fortsetzung von »Regenspaziergang«, »Der entscheidende Schritt«, »Die letzte Session mit Daphne?«, »Der erste gemeinsame Abend«, »Gespräch im Café«, »Gero und Daphne«, »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

Der Regen hatte aufgehört, der Himmel aber blieb eine einzige schmutzig graue Fläche. Das Laub der mächtigen Kastanien zu beiden Seiten des breiten Weges hing schwer von der Nässe herab. In regelmäßigen Abständen waren Bänke am Wegrand aufgestellt. Auf der einen Seite schloß sich eine große Rasenfläche an, auf der anderen Seite verlief ein Kanal, der die beiden Weiher, einen kleinen und einen großen, auf einer Länge von einigen hundert Meter miteinander verband. Der größere der beiden Weiher befand sich bereits in Sichtweite. Simone hatte die Kapuze zurückgeschlagen und sich bei ihm untergehakt, nachdem er den Schirm geschlossen hatte. Es waren nur wenige Leute unterwegs, die fast alle ihren Hund spazieren führten.

»Wir sollten dir auch eine Regenjacke besorgen. Es gibt schöne hochwertige aus PVC-beschichtetem Gewebe in dezentem Dunkelblau oder gar Schwarz, was dir lieber ist und ebenso Gummistiefel, am besten wie ich sie gerade trage. Ich würde gerne mit dir gemeinsam Regenspaziergänge machen. Schließlich magst du ja lange Spaziergänge. Außerdem würde ich dich gerne in einer solchen Regenjacke und Gummistiefeln sehen.«

Im Regen ging er zwar nicht so gerne spazieren, aber das sagte er ihr nicht, andererseits empfand er die Aussicht, diese mit ihr zu machen, als gar nicht so unangenehm. Ihr angeregtes Gespräch hatte ihn ohnehin den Regen vergessen lassen.

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Kurzes #88 – Regenspaziergang

Fortsetzung von »Der entscheidende Schritt«, »Die letzte Session mit Daphne?«, »Der erste gemeinsame Abend«, »Gespräch im Café«, »Gero und Daphne«, »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

Gero fühlte ein leicht schmerzhaftes Ziehen in den Hoden. Er lag auf der Seite. Simone hatte sich mit dem Rücken an ihn geschmiegt. Er spürte ihren festen Po an seinem Schoß. Er hatte den linken Arm unterhalb ihrer schweren Brüste liegen. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig, kaum wahrnehmbar. Sie lagen in seinem Bett. Sie wollte unbedingt in seinem Bett schlafen. Dort fühlte sie sich ihm näher. Wiewohl er ganz schön müde war, konnte er nicht einschlafen. Zuviel hatte sich an diesem Abend für ihn ereignet, wenn auch alles andere als aus heiterem Himmel. Er konnte nicht einmal sagen, wie oft sie miteinander gevögelt hatten – Simone benutzte lieber das in ihren Augen weitaus lautmalerische ›Ficken‹, wie sie ihm in einer Pause zwischen zwei ›Ficks‹ ausführlich dargelegt hatte, wie sie ihm überhaupt einen ausführlichen Vortrag über lautmalerische Worte in bezug auf alles Sexuelle gehalten hatte. Sie hatte offensichtlich nicht genug bekommen können. Ihm war es aber auch nicht anders ergangen. Es war einfach unglaublich schön mit ihr und hatte sich während der vergangenen Wochen nicht genug bei ihnen aufgestaut? (mehr …)

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Kurzes #83 – Gero und Daphne

Fortsetzung von »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

»Wie ich von Wolf hörte, hast du endlich ein neues Zimmer gefunden«, begrüßte Daphne Gero mit einer herzlichen Umarmung, die er nur zu gerne erwiderte. »Ich habe vorhin mit ihm hinsichtlich seiner Vernissage Ende kommender Woche telephoniert.«

Sie waren in ihrer stets ein wenig unordentlichen, dennoch sauberen kleinen Küche. Er nahm sich aus der Blechdose, die auf einem kleinen unter dem Fenster stehenden Tisch stand, einen Keks.

»Es wurde langsam Zeit. Wolf ist zwar ein guter Kumpel, aber man kann einfach nicht sehr lange mit ihm zusammenleben«, sagte er von einem leichten Seufzer des Bedauerns begleitet.

Beim Anblick ihrer schön geschwungenen Waden wurde in ihm wieder das Bild lebendig, wie seine neue Zimmerwirtin die Beine übereinandergeschlagen hatte, während sie ihm die Quittung ausstellte. Unwillkürlich umspielte ein verklärtes Lächeln seine Lippen.

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Kurzes #73 – Ein Bewunderer

Die Beine der Frauen sind wie Zirkel, welche den Erdball in allen Himmelsrichtungen ausmessen
und ihm sein Gleichgewicht und seine Harmonie geben

aus « L’homme qui aimait les femmes »
von François Truffaut

 

Würde er gefragt, wie er sich sehe, so würde er ohne sonderlich nachzudenken und mit einem gewissen Stolz, vorausgesetzt, der Betreffende habe sein Vertrauen erweckt, antworten: als ein Verehrer schöner Beine, begleitet von einem Lächeln, das den dezenten Genießer verrät.

Je nach Naturell würde die Reaktion darauf von verständnislosem Kopfschütteln über eine derart wunderliche Eigenart bis hin zur Freude, einen Gleichgesinnten im Geiste getroffen zu haben, reichen. Wir gehen einmal davon aus, daß unser Frager sich vom Wesen her in der Mitte bewegt. Höflich würde er erwidern, doch mit unüberhörbarem Unterton, der keinen Zweifel daran ließ, daß er es nicht ganz nachvollziehen könne, weshalb er darin für sich etwas Besonderes sehen würde, schließlich erfreuen sich doch die meisten Männer an schönen Frauenbeinen, wenn sie auch selten zu sehen seien, und nicht nur, weil viele Frauen, vor allem die es sich ›leisten‹ könnten, lieber Hosen als Röcke tragen. (mehr …)

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