{"id":1422,"date":"2010-01-15T23:41:08","date_gmt":"2010-01-15T21:41:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1422"},"modified":"2026-04-11T17:30:02","modified_gmt":"2026-04-11T15:30:02","slug":"kurzes-26-hausarbeitsubung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1422","title":{"rendered":"Kurzes #26 \u00b7 Hausarbeits\u00fcbung"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20140812_0617_800_2.jpg\" \/><\/p>\n<p><i>Nicht nur eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus, sondern auch die zweite mit den Freundinnen Isabelle und Ellen aus der Kurzgeschichte <\/i><a style=\"color:rgb(255,0,0);\" href=\"?p=1394\">\u00bbHundstage\u00ab.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ellen sa\u00df auf dem alten Korbstuhl in ihrem Schlafzimmer, der links neben dem Fenster stand. Sie betrachtete das ausgestreckte rechte Bein aufmerksam, um auch nicht die kleinste Falte an den neuen hautfarbenen Nylons zu \u00fcbersehen. Selbstverliebt strich sie mit den Fingern \u00fcber den zarten Stoff, der leise unter ihren Ber\u00fchrungen knisterte. Ein wohliges Gef\u00fchl durchstr\u00f6mte sie. Ja, es war schon ein besonderes Gef\u00fchl echte Nylons zu tragen. Und nicht nur, weil sie teuer und auf Grund ihrer Seltenheit etwas Besonderes an sich waren. Eine Frau, die Str\u00fcmpfe tr\u00e4gt, wirkt zwangsl\u00e4ufig damenhaft und elegant, aber zugleich auch ein wenig kokett.<!--more--><br \/>\nEllen befestigte auch den zweiten Klipp ihres ebenfalls neuen \u00dcberbrustkorsetts aus dunkelblau chargierendem Korsettstoff am Strumpfsaum. Dann stand sie auf und trat vor den gro\u00dfen Spiegel.<br \/>\nIhr gefiel, was ihr der Spiegel zeigte und seufzte zugleich kurz. Das Korsett war zwar nur wenig teurer ausgefallen als sie geplant hatte, aber da\u00df sie auch gleich drei Paar Nylons mit Naht dazu gekauft hatte, hatte ihren Finanzplan f\u00fcr diesen Monat geh\u00f6rig durcheinander gebracht. Doch sie hatte einfach nicht widerstehen k\u00f6nnen. Gerade neu eingetroffen waren auch Farben darunter gewesen, die in der Regel nur schwer zu bekommen waren. Schwarze Nylons besa\u00df sie genug. Die waren schlie\u00dflich immer vorr\u00e4tig. Anscheinend schienen die meisten Frauen, die Nylons sch\u00e4tzten, eine Vorliebe f\u00fcr Schwarz zu haben. Neben den hautfarbenen, die sie trug, hatte sie noch ein Paar in Grau und eines in Kaffee, das von der Farbe an Milchkaffee denken lie\u00df, erstanden.<br \/>\nDoch die Reue w\u00e4hrte nur kurz und schon betrachtete sie selbstverliebt ihr Spiegelbild von allen Seiten.<br \/>\nDie N\u00e4hte der Str\u00fcmpfe sa\u00dfen wie mit dem Lineal gezogen. Mit den Jahren hatte sie so viel \u00dcbung bekommen, da\u00df es ihr bereits beim Anziehen gelang. Nur selten mu\u00dfte sie korrigieren. Das Korsett hob ihre von Natur aus schon nicht sehr zierlichen Br\u00fcste an und lie\u00df sie noch \u00fcppiger erscheinen. Ellen stellte sich gerade hin und blickte an sich hinunter. Nein, es war doch noch nicht so schlimm, zumindest konnte sie ihre Zehenspitzen noch sehen. Andererseits h\u00e4tte es auch etwas, einen <i>m\u00fctterlich wogenden Busen, der es einem unm\u00f6glich macht, die Fu\u00dfspitzen zu sehen<\/i>, zu haben, wie sie sich hin und wieder gerne vorstellte. Sie mu\u00dfte sogleich an Sarah, eine ehemalige Kommilitonin denken. Sarah war bildh\u00fcbsch, hatte etwas Sanftes an sich, obwohl sie sich durchzusetzen wu\u00dfte, kam es darauf an. Ihr K\u00f6rper an sich war gut proportioniert, zudem hatte sie sch\u00f6ne lange Beine, was sie auch wu\u00dfte und am liebsten kurze R\u00f6cke trug, aber nicht ihre sch\u00f6nen langen Beine, ihr lockiges dunkelblondes Haar fielen ins Auge, sondern ihre ungew\u00f6hnlich \u00fcppige Oberweite, die es mit sich brachte, da\u00df sie zwei deutlich von einander abweichende Konfektionsgr\u00f6\u00dfen besa\u00df. Sarah war beim besten Willen nicht mehr in der Lage ihre Fu\u00dfspitzen zu sehen. Sie bevorzugte enge Pullover und tiefe Dekollet\u00e9s. Geno\u00df die Blicke, die man(n) ihrer entgegenbrachte. Und am\u00fcsierte sich \u00fcber die M\u00e4nner, die zwar davon tr\u00e4umen eine Frau mit gro\u00dfer Oberweite zu haben, aber sich nur ungern mit ihr zeigen, als w\u00fcrde sie ihren Ruf ankratzen. Doch die waren nicht sehr zahlreich und Ellen konnte sich nicht erinnern, da\u00df Sarah ein tristes Singledasein gefristet h\u00e4tte. \u00bbIst man so ausgestattet wie ich, dann pflegt man besser eine exhibitionistische Ader. Es erleichtert vieles\u00ab, war ihr Credo geworden und sie hatte sich sichtlich wohl dabei gef\u00fchlt.<br \/>\nEllen dachte nicht weiter an Sarah, von der sie seit Jahren nichts mehr geh\u00f6rt hatte, und widmete sich wieder ihm Spiegelbild.<br \/>\nIhre H\u00fcften k\u00f6nnten wirklich ein wenig schmaler sein. Es mochte zwar etwas f\u00fcr sich haben, ein \u00bbgeb\u00e4rfreudiges Becken\u00ab zu haben, aber bei Korsetts, obwohl Ellen ihre Taille damit nur wenig reduzierte, bekam sie sofort eine \u00bbSanduhrfigur\u00ab, die nicht wirklich ihr Ding war. Aber auch ohne Korsett sah sie in Hosen von hinten wie ein Brauereipferd aus, weshalb sie nur selten welche trug. Lediglich in engen Lederhosen gefiel sie sich. Darin fand sie ihren Hintern sogar richtig sexy.<br \/>\nAuch wenn es den Eindruck machte, da\u00df sie sich zum Ausgehen chic machte, so hatte sie nicht vor das Haus zu verlassen. Sie hatte das Korsett und die Nylons &ndash; ihre \u00bbWohlf\u00fchlsachen\u00ab &ndash; nur f\u00fcr sich selbst angezogen. Sie hatte es kaum erwarten k\u00f6nnen, das neue Korsett und die neuen Nylons anzuprobieren.<br \/>\nEllen blickte ihr Spiegelbild direkt an. Warum wirkten ihre Haare eigentlich immer, als sei ihr der Gebrauch von Kamm und B\u00fcrste unbekannt? \u00bbDu siehst irgendwie immer aus wie ein ungemachtes Bett\u00ab, pflegte ihre Freundin Isabelle zu sagen. W\u00e4re diese Aussage von jemand anderen gekommen, Ellen h\u00e4tte ihm die Meinung gesagt, aber bei Isabelle machte es ihr nichts aus. Nein, sie konnte machen, was sie wollte, sie w\u00fcrde h\u00f6chstens im Ansatz etwas von der Damenhaftigkeit erreichen, die Isabelles zweite Natur war.<br \/>\nEllen zuckte mit den Achseln. Es gibt einfach Frauen, die k\u00f6nnen machen was sie wollen, sie wirken stets wie frisch aus dem Ei gepellt. Und dann gibt es Frauen wie mich, die k\u00f6nnen machen, was sie wollen und wirken immer ein wenig wie Schlampen, dachte Ellen am\u00fcsiert. Dabei fiel ihr Blick auf ihren Scho\u00df, wo sich ein gut sichtbarer dunkler Schatten abzeichnete. Apropos Schlampen, ich k\u00f6nnte mich mal wieder rasieren. Was mu\u00df ich auch fast schwarzes Schamhaar haben, dachte sie mit leichtem Bedauern. Abgesehen davon brauchte sie sich nicht nur vor Isabelle nicht zu verstecken.<br \/>\nSie ri\u00df sich von ihrem Spiegelbild los, griff nach einem knielangen nicht sehr engen etwas \u00e4lteren dunklen Rock und zog eine helle Bluse \u00fcber.<br \/>\nNun nahm sie den n\u00e4chsten Punkt auf ihrem Tagesplan in Angriff: das Gehen auf hohen Abs\u00e4tzen zu \u00fcben. Isabelle hatte es endlich erreicht, da\u00df Ellen dieses immer wieder nur halbherzige unternommene Vorhaben, konsequent anging. Bei Ellens ausgepr\u00e4gter Vorliebe f\u00fcr Nylons und Korsetts geh\u00f6rten sie einfach dazu. Es sei etwas halbherzig, sie lediglich beim V\u00f6geln zu tragen, wie Isabelle Ellen immer wieder eingesch\u00e4rft hatte, denn das war der einzige Anla\u00df, bei dem Ellen so gut wie immer Schuhe mit beinahe turmhohen Abs\u00e4tzen trug.<br \/>\nEllen schl\u00fcpfte in ein Paar zehenfreier Schuhe aus weichem schwarzen Leder. Sie f\u00fchlte sich sogleich betr\u00e4chtlich gr\u00f6\u00dfer und &ndash; besser.<br \/>\nAnfangs war es ihr nicht leicht gefallen eine geraume Weile darauf zu gehen. Doch als sie ihre innere Faulheit \u00fcberwunden hatte und konsequent dabei blieb, Isabelles Hinweise befolgte, wie sie zu gehen habe, ging es immer leichter. Sie hatte Isabelles anderen Rat beherzigt und dabei ihre Hausarbeit gemacht. Da\u00df sie somit m\u00fchelos auch dort Staubputzen konnte, wo sie sich sonst strecken mu\u00dfte, war nur eine der angenehmen Begleiterscheinungen, au\u00dferdem machte ihr die Hausarbeit so insgesamt mehr Spa\u00df. Es war ein ganz anderes Gehen, ein sinnlicheres, selbstbewu\u00dfteres.<br \/>\nEllen warf noch einmal von allen Seiten einen Blick in den Spiegel. Ihre Beine wirkten wirklich l\u00e4nger und ihr Hintern erschien ihr auch nicht mehr so plump.<br \/>\nSie verlie\u00df das Schlafzimmer und holte den Staubsauger aus der Abstellecke in der Diele.<br \/>\nW\u00e4hrend sie die Wohnung saugte, summte sie fr\u00f6hlich vor sich. Es strengte sie kaum noch an, sich auf ihren hohen Abs\u00e4tzen zu bewegen. Eigentlich sprach nichts dagegen, da\u00df sie sie auch drau\u00dfen trug.<br \/>\nDie Nachmittagssonne schien ins Wohnzimmer. Das Summen des Staubsaugers \u00fcberdeckte die Ger\u00e4usche, die von drau\u00dfen durch die ge\u00f6ffnete Balkont\u00fcr hereindrangen. Die Tage wurden bereits sp\u00fcrbar k\u00fcrzer und die Abende k\u00fchler. Da\u00df es vor gerade einmal zwei Wochen noch so warm gewesen war, da\u00df man sich kaum hatte r\u00fchren k\u00f6nnen, erschien Ellen als schwer vorstellbar. Sie \u00fcberlegte, ob sie nicht einen kleinen Spaziergang machen sollte, wenn sie mit dem Staubsaugen fertig war. Im Grunde konnte sie so bleiben wie sie war, obwohl sie den Rock nur noch selten au\u00dfer Haus trug. Die Bluse wollte sie aber auf jeden Fall wechseln. Die geh\u00f6rte eigentlich l\u00e4ngst in die W\u00e4sche.<br \/>\nAls die T\u00fcrklingel erscholl, schrak Ellen zusammen. Sie stellte den Staubsauger ab.<br \/>\n\u00bbIch wollte dich fragen, ob du Lust zu einem Spaziergang hast\u00ab, sagte Isabelle anstelle einer Begr\u00fc\u00dfung.<br \/>\nSelbst in ihrem braunen Lederrock und dem schlichten grauen Pullover wirkt sie chic, dachte Ellen.<br \/>\n\u00bbUnd wie ich sehe, beherzigst du meine Ratschl\u00e4ge\u00ab, meinte sie mit einem zufriedenen L\u00e4cheln als sie gewahr wurde, da\u00df Ellen ein Paar der Schuhe mit den h\u00f6chsten Abs\u00e4tzen trug, die sie besa\u00df.<br \/>\n\u00bbEinen Rat von guten Freunden soll man nicht in den Wind schlagen\u00ab, entgegnete Ellen nonchalant.<br \/>\n\u00bbUnd wie l\u00e4uft es sich darauf?\u00ab fragte Isabelle erwartungsvoll.<br \/>\n\u00bbEinfach toll. Ich frage mich, warum ich solange gebraucht habe, bis ich es ernsthaft versucht habe.\u00ab<br \/>\n\u00bbBesser sp\u00e4t als nie\u00ab, meinte Isabelle lapidar, von einem leichten Achselzucken begleitet. \u00bbWie ist das mit dem Spaziergang? Ich lade dich auch auf einen Kaffee anschlie\u00dfend ein.\u00ab<br \/>\n\u00bbDa sage ich nicht nein\u00ab, erwiderte Ellen. \u00bbZumal ich bereits \u00fcberlegt habe, ob ich nicht noch einen Gang um den Block machen soll, wenn ich mit dem Staubsaugen fertig bin.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd? Bist du mit dem Staubsaugen fertig?\u00ab<br \/>\n\u00bbGerade geworden\u00ab, meinte Ellen mit einem breiten Grinsen und im Bewu\u00dftsein, da\u00df man stets dann fertig ist, wenn man \u00fcberzeugt ist, da\u00df man fertig ist. \u00bbIch ziehe mir nur schnell etwas anderes an. Da\u00df ich immer einen leicht schlampigen Eindruck erwecke, mu\u00df ja nicht zwangsl\u00e4ufig dazu f\u00fchren, da\u00df ich mich auch schlampig kleide.\u00ab<br \/>\n\u00bbDu wei\u00dft ja, da\u00df kleine Schlampen bei vielen M\u00e4nnern gefragt sind\u00ab, meinte Isabelle mit un\u00fcbersehbarer Zweideutigkeit und folgte Ellen ins Schlafzimmer.<br \/>\n\u00bbGro\u00dfe Damen auch\u00ab, konterte Ellen fr\u00f6hlich, w\u00e4hrend sie die Bluse aufkn\u00f6pfte.<br \/>\n\u00bbChic, das Korsett\u00ab, pfiff Isabelle leicht durch die Z\u00e4hne.<br \/>\n\u00bbJa, und neu und eigentlich viel zu teuer f\u00fcr mich und die Nylons sind auch neu\u00ab, seufzte Ellen leicht, w\u00e4hrend sie auch aus dem Rock schl\u00fcpfte.<br \/>\nIsabelles Grinsen und das lautlose \u00bbkleine Schlampe\u00ab, das ihre Lippen formten, sagte Ellen, da\u00df die Freundin auf ihren nackten Scho\u00df geblickt hatte. Ja, eine perfekte Dame wie Isabelle rasierte sich mindestens jeden zweiten Tag. Allerdings war nicht nur ihr Haupthaar blond und dabei sp\u00fcrt man die Stoppeln bevor man sie sieht. Da aber keine Zeit war, das jetzt zu \u00e4ndern, verschwendete Ellen keine weiteren Gedanken daran. Das konnte sie heute abend beim Baden in Angriff nehmen.<br \/>\nSie zog einen knielangen fast neuen schwarzen Lederrock an und entschied sich, statt einer Bluse eine leichte beige Strickjacke \u00fcberzuziehen. Sie fand es unsinnig, das sch\u00f6ne neue Korsett den Blicke zu entziehen. Bei Bedarf konnte sie die Strickjacke ja schlie\u00dfen. Sie l\u00f6ste das Band, mit dem sie das Haar im Nacken zusammengebunden hatte und sch\u00fcttelte es. Sie machte sich erst gar nicht die M\u00fche, es wenigstens kurz zu k\u00e4mmen. Es w\u00fcrde ohnehin nichts bringen.<br \/>\nIsabelle betrachtete ihre Freundin mit einem zufriedenen L\u00e4cheln. So gefiel sie ihr viel besser als auf ihren \u00fcblichen flachen Sohlen.<br \/>\n\u00bbIch bin soweit. Wir k\u00f6nnen gehen\u00ab, verk\u00fcndete Ellen.<br \/>\n\u00bbUnd ich freue mich schon darauf, mich mit dir zu zeigen. Du wirst mir auf jeden Fall die Schau stehen\u00ab, f\u00fcgte Isabelle schmunzelnd hinzu, doch war es nur halb so scherzhaft gemeint, wie es klingen sollte, was Ellen mit Stolz erf\u00fcllte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus, sondern auch die zweite mit den Freundinnen Isabelle und Ellen aus der Kurzgeschichte \u00bbHundstage\u00ab. &nbsp; Ellen sa\u00df auf dem alten Korbstuhl in ihrem Schlafzimmer, der links neben dem Fenster stand. 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