{"id":1638,"date":"2010-03-29T17:22:32","date_gmt":"2010-03-29T15:22:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1638"},"modified":"2026-04-11T18:53:05","modified_gmt":"2026-04-11T16:53:05","slug":"kurzes-43-eine-geschichte-aus-den-mooren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1638","title":{"rendered":"Kurzes #43 \u00b7 Eine Geschichte aus den Mooren"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20160831_160_800_2.jpg\" \/><\/p>\n<p>Es k\u00fcndigte sich an, ein regnerischer Tag zu werden, und kaum da\u00df sie die behagliche Geborgenheit des Hauses verlassen hatten, fielen die ersten Tropfen. Gernot beeilte sich, in den Gel\u00e4ndewagen einzusteigen, Bernice legte keine Eile an den Tag, die wenigen, eher sp\u00e4rlich fallenden Tropfen schienen ihr nicht die leiseste Aufmerksamkeit wert zu sein.<br \/>\nIm Wagen sitzend, w\u00e4hrend Bernice gem\u00e4chlich das Heck umrundete, um zur Fahrerseite zu gelangen, kam Gernot seine Flucht vor den Tropfen selbst ein wenig \u00fcbertrieben vor. Sie waren zwar ungew\u00f6hnlich dick, wirkten als seien sie aus d\u00fcnnfl\u00fcssigem \u00d6l, aber man mu\u00dfte sich schon ein wenig anstrengen, wollte man wirklich von ihnen getroffen werden.<br \/>\nGernot warf einen Blick auf die niedrige, aus lose und ohne M\u00f6rtel aufeinandergelegten Feldbruchsteinen bestehende Mauer, die den eher k\u00e4rglichen Vorgarten umfriedete und aus deren Ritzen Moos und Gr\u00e4ser wuchsen. Zwischen dieser Mauer und der schmalen Stra\u00dfe, deren Asphalt an einigen Stellen br\u00fcchig war &ndash; nicht vom Verkehr, au\u00dfer einem Heu einfahrenden Traktor verirrten sich nur wenige Fahrzeuge hierhin, sondern von der Witterung &ndash;, lag nur ein etwa einen Meter breiter Streifen fetten, saftiggr\u00fcnen Grases, eigentlich mehr eine Art flacher Graben, der aber nie Wasser f\u00fchrte; zu gierig sog der Boden dieser Landschaft jeden fallenden Tropfen auf.<!--more--><br \/>\nGernots kondensierender Atmen beschlug schnell die Seitenscheibe. Obwohl bereits Mitte Mai war die Luft noch recht frisch. Er zog den Rei\u00dfverschlu\u00df seiner Jacke noch ein wenig h\u00f6her.<br \/>\nBernice stieg wortlos ein und startete den Motor. Als ihr gem\u00fctliches, weit au\u00dferhalb des kleinen Dorfes liegendes altes Haus ihren Blicken entschwunden war, fielen die Tropfen dichter und sie mu\u00dfte die Scheibenwischer einschalten. Der Regen trommelte auf das Blech, vermischte sich mit dem gleichm\u00e4\u00dfigen Singen des Motors und lie\u00df in Gernot ein Gef\u00fchl der Behaglichkeit und Geborgenheit aufkommen. In der Ferne fuhr ein Traktor \u00fcber eine der Wiesen.<br \/>\nDie Schauer ebbte schnell ab. Die Vormittagssonne bahnte sich m\u00fchsam einen Weg durch die Wolken, brach sich in den noch vereinzelt fallenden Regentropfen und tauchte f\u00fcr kurz die weite Moorlandschaft in ein bizarres grelles und w\u00e4\u00dfriges Licht, lie\u00df lange Schatten entstehen, bis sich die n\u00e4chste Wolke vor sie schob und die Landschaft wieder in das vorherige matte Licht zur\u00fcckfiel. Der Wind, der in schwachen B\u00f6en \u00fcber das Land strich, schob die Wolken vor sich her, als treibe er eine Herde grauer Schafe \u00fcber eine endlose blaue Weide. Gro\u00dfe, graue Felsen ragten aus dem dichten, in allen nur denkbaren Gr\u00fcnt\u00f6nen schillernden Teppich aus Moosen, Gr\u00e4sern und Heidekr\u00e4utern empor. Dieses Schauspiel wirkte auf einen Fremden faszinierend und unwirklich zugleich. Immer wieder dr\u00fcckte der Wind einzelne Regentropfen an die Scheiben. Bernice hatte die Scheibenwischer abgestellt. Gelegentlich tauchte in der Ferne ein kleiner Hain mit knorrigen B\u00e4umen und B\u00fcschen hinter einem der gr\u00f6\u00dferen Felsen auf, um nach einer Weile hinter dem n\u00e4chsten zu verschwinden, wenn die Stra\u00dfe einer Biegung folgte oder durch eine Bodensenke f\u00fchrte.<br \/>\nErneut brach die Sonne kurz durch die Wolken, um sogleich wieder dahinter, diesmal f\u00fcr l\u00e4nger, zu verschwinden, um abermals einsetzendem Regen das Feld zu \u00fcberlassen. Der Asphalt gl\u00e4nzte vor N\u00e4sse. Die Wolken schienen nach allen Seiten undurchdringlich und Gernot glaubte schon, da\u00df er sich das kurze Durchbrechen der Sonne nur eingebildet hatte. Die Landschaft wurde mit l\u00e4nger werdender Fahrt zwar h\u00fcgeliger, ver\u00e4nderte aber sonst kaum ihr Aussehen.<br \/>\nEs war eine eigenwillige Landschaft. Obwohl Gernot schon zwei Wochen hier weilte, erschien sie ihm so geheimnisvoll und unwirklich wie bei seiner Ankunft.<br \/>\nNach Einbruch der Dunkelheit, die hier ihrem Namen alle Ehre machte, nur rund um den Anger des kleinen Dorfes, der einzigen menschlichen Siedlung in dieser fast endlos erscheinenden Weite, gab es einige Stra\u00dfenlaternen, herrschte hier absolute Stille, die nur durch den Schrei einer Eule, der hier, wie die meisten Ger\u00e4usche kilometerweit zu h\u00f6ren war, oder eines anderen nachtaktiven Tieres f\u00fcr einen Augenblick durchbrochen wurde. Einige dieser Laute, deren Quelle augenscheinlich im Vorgarten vermutet werden konnte, so deutlich drangen sie an das Ohr, hatten in Wirklichkeit weit hinten in der Heide ihren Ursprung. In Gernots erster Nacht schien der Mond nicht und nachdem er das Licht gel\u00f6scht hatte, glaubte er in der endlosen Weite der Dunkelheit gefangen zu sein.<br \/>\nWie zu Hause, schlief er auch hier bei offenem Fenster und lernte so schnell das dicke schwere Bettzeug sch\u00e4tzen, das hier gang und g\u00e4be war, denn trotz der Jahreszeit wurde es des Nachts empfindlich k\u00fchl.<br \/>\nGernot sah den Wolken nach, die der Wind vor sich her trieb. Ab und an zog ein Vogel \u00fcber der Heide hinweg. Um sie herum war nur Heide und die Stra\u00dfe schien der einzige Beleg f\u00fcr die Existenz einer menschlichen Siedlung zu sein. Das Gras auf den meisten Wiesen war kurz, viele schienen erst vor kurzem abgem\u00e4ht worden zu sein, und von einem derart tiefen Gr\u00fcn, das man wohl nur in einer derart niederschlagsreichen Gegend zu sehen bekommt.<br \/>\nFast alle Wiesen waren vor der Winderosion durch niedrige W\u00e4lle aus lose aufeinandergeschichteten unbehauenen Stein gesch\u00fctzt, die stellenweise selbst von Gras und Moosen fast vollst\u00e4ndig \u00fcberwuchert waren. Feldwege durchbrachen gelegentlich diese niedrigen W\u00e4lle.<br \/>\nDie Umwelt hier war noch weitgehend intakt, das ganze Gebiet stand schon seit langem unter Naturschutz. Das Moor hatte sich trotz jahrhundertelanger Bem\u00fchungen nie trocken legen lassen, soviel auch abflo\u00df, soviel flo\u00df auch zu. Der Untergrund, \u00fcberwiegend aus dichtem Granit, lie\u00df kein nat\u00fcrliches Versickern zu. Eiszeitgletscher hatten durch ihr gigantisches Gewicht eine viele Quadratkilometer messende Mulde hineingedr\u00fcckt und den Untergrund dabei zus\u00e4tzlich nachhaltig verdichtet.<br \/>\n\u00bbEs gibt hier einige klare Seen\u00ab, hatte Bernice Gernot schon am ersten Tag erz\u00e4hlt, \u00bbdie einen problemlosen Blick auf den felsigen Untergrund zulassen.\u00ab<br \/>\nSie hatte versprochen, sie ihm alle zu zeigen, auch das eigentliche Moor, das inmitten dieser endlosen Heidelandschaft eingebettet lag, vorausgesetzt, da\u00df das Wetter mitspielte, was es seit zwei Wochen nicht getan hatte.<br \/>\n\u00bbBei dieser feuchten und k\u00fchlen Witterung liegt fast immer dichter Nebel dar\u00fcber, lediglich um die Mittagszeit verfl\u00fcchtigt er sich f\u00fcr einige Stunden\u00ab, hatte sie erkl\u00e4rt.<br \/>\nSie hatte ihm bereits am ersten Tag viel \u00fcber dieses Land erz\u00e4hlt, auch Verhaltensregeln f\u00fcr einsame Wanderer.<br \/>\n\u00bbAu\u00dferdem sollte man immer einen Kompa\u00df bei sich f\u00fchren. Ich habe immer einen in meiner Jackentasche, wenn ich hinausfahre. Auch auf den Feldwegen kann man sich leicht verirren, denn hier sieht wirklich bald jeder Fleck wie der andere aus. Wirklich markante Gel\u00e4ndepunkte gibt es hier nicht, auch die kleinen Haine und die gro\u00dfen Felsen, die aus dem Heideboden herausragen, gleichen sich oft wie ein Ei dem anderen.\u00ab<br \/>\nNachdem sie ihm das erste Mal die Umgebung gezeigt hatte, mu\u00dfte Gernot ihr recht geben.<br \/>\nAuch \u00fcber die Siedlungsgeschichte berichtete sie ihm manches.<br \/>\n\u00bbGer\u00fcchten zufolge sollen hier die ersten Siedlungen schon w\u00e4hrend der Eisenzeit entstanden sein, doch richtig bewiesen worden ist es bis heute nicht. Es wurden keinerlei Andeutung einer alten Siedlung gefunden. Verbrieft ist aber, da\u00df die ersten zur Zeit Karls des Gro\u00dfen hier siedelten, etwas abseits vom jetzigen Dorf. Viele zog es nicht hierher, das Land lie\u00df sich nicht in Ackerland umwandeln, es ist einfach zu feucht und der Boden zu fest. Doch brachte Viehzucht und Torfstechen ein karges aber ausreichendes Brot. Die zweite, richtige Besiedlungswelle brachte die Reformation. Verfolgte Reformierte fl\u00fcchteten hierher. \u00dcber die Jahrhunderte war dieser Landstrich im Bewu\u00dftsein des herrschenden Adels und Klerus in eine Art wohltuende Vergessenheit geraten.\u00ab<br \/>\nPl\u00f6tzlich verlangsamte Bernice das Tempo und bog in einen Feldweg ein, den sie ein gutes St\u00fcck entlang fuhr, ehe sie anhielt, anhalten mu\u00dfte, denn der Weg war weiter nicht befahrbar. Vor ihnen lag ein gro\u00dfer See, dessen Oberfl\u00e4che der Wind nur leicht kr\u00e4uselte. An zwei Seiten wurde er von hohen Felsen begrenzt, die mehr als zwanzig Meter steil empor ragten und einen ausreichenden Windschutz boten. Das \u00fcbrige Ufer war steinig, niedrige Heidestr\u00e4ucher wuchsen zwischen bemoosten Steinen der verschiedensten Gr\u00f6\u00dfen.<br \/>\nBernice stellte den Motor ab. Stille umfing schlagartig Bernice und Gernot. Vereinzelte Regentropfen schlugen an die Windschutzscheibe.<br \/>\n\u00bbDas ist einer meiner Lieblingspl\u00e4tze\u00ab, sagte Bernice zum ersten Mal wieder etwas, seit sie abgefahren waren. \u00bbEs ist der gr\u00f6\u00dfte See in dieser Gegend, er liegt auch am gesch\u00fctztesten. Er ist tiefer als es den Anschein hat. Ich wollte dir diesen Platz gerne zeigen.\u00ab<br \/>\nBernice stieg aus, Gernot folgte ihrem Beispiel.<br \/>\n\u00bbGehen wir ein St\u00fcck\u00ab, entschied sie und ging um den Wagen herum zu Gernot. \u00bbDas ist einer dieser kristallklaren Seen, von denen ich dir erz\u00e4hlt habe\u00ab, fuhr sie fort und ging vorsichtig einen Fu\u00df vor den anderen setzend zum Ufer. \u00bbSei vorsichtig, man kann hier leicht ausgleiten. So fest wie die Felsen hier zu liegen scheinen sind sie nicht. Der Untergrund ist sehr br\u00fcchig.\u00ab<br \/>\nEs dauerte etwas bis sie das Ufer erreicht hatten. Bernice blieb auf einer kleinen, kiesigen, festen Fl\u00e4che stehen, die H\u00e4nde in die Taschen ihrer Jacke geschoben und schaute \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che. Der Wind spielte mit ihren Haaren.<br \/>\n\u00bbDieser See besitzt einen beachtlichen Fischreichtum\u00ab, erkl\u00e4rte sie. \u00bbGespeist wird er vom reichlichen Regen und einer Quelle, die zwischen den hohen Felsen dort entspringt und die selbst mit einem Boot nur schwer zu erreichen ist. Die Felsen sind an der Stelle besonders scharfkantig, auch wenn es von hier aus anders aussieht. Das Wasser ist eisig, selbst im Sommer. Die Sonne scheint nie lange genug darauf, um es auch in der Tiefe zu erw\u00e4rmen. Man darf sich nicht davon t\u00e4uschen lassen, wenn das Wasser hier am Ufer einmal warm sein sollte. Wenige Meter weiter bekommt man einen K\u00e4lteschock. Bei den Felsen ist es sehr tief. Ich war erst einmal nahe der Quelle, vor \u00fcber zehn Jahren, mit einem Schlauchboot, allein. Die Landschaft hier ist sch\u00f6n, aber auch sehr gef\u00e4hrlich und ich h\u00e4tte meine Entdeckungsfreude beinahe mit dem Leben bezahlt. Mein Schlauchboot wurde von einem dieser scharfkantigen Felsen unter der Wasserlinie aufgerissen. Zuerst bemerkte ich nichts davon, aber dann drang fast schlagartig Wasser ein. Ich paddelte schneller, fast schon panikartig. Unklugerweise war ich nicht nur mit einem Boot unterwegs, das keine feste Au\u00dfenhaut besa\u00df, sondern hatte auch keine Schwimmweste mitgenommen. Es war ein wirklich sch\u00f6ner Sommertag, strahlend blauer Himmel. Mit sechsundzwanzig Grad sogar recht hei\u00df f\u00fcr unsere Gegend und das hatte mich unvorsichtig gemacht. Ich war noch rund zweihundert Meter vom Ufer entfernt, da sank das Schlauchboot wie ein Stein und mich umfing das eisige Wasser. Es war ein Schock, ich konnte mich im ersten Moment nicht bewegen, glaubte, da\u00df mein Herz stehen bleiben w\u00fcrde. Zweihundert Meter sind zum Schwimmen nicht viel, und ich war schon immer eine gute Schwimmerin gewesen, aber im eisigen tiefen Wasser kann das eine nahezu un\u00fcberwindliche Strecke sein. F\u00fcr den Moment war ich sogar versucht mich einfach auf den Grund sinken zu lassen, so tr\u00e4ge und gleichg\u00fcltig f\u00fchlte ich mich. Aber ich versuchte es trotzdem und hielt durch. Unterk\u00fchlt und ersch\u00f6pft erreichte ich das Ufer. Dort hinten, wo es das erste Mal so flach wird, da\u00df man bis ganz ans Wasser treten kann. Ich war blaugefroren. Ich zog mich als erstes ganz aus, damit mein K\u00f6rper g\u00e4nzlich den Sonnenstrahlen ausgesetzt war. Aber so hei\u00df es auch in der prallen Sonne war, so sehr fror ich, als w\u00e4re es ein eisiger Januartag. Ich raffte meine nassen Sachen zusammen, ich wollte nicht, da\u00df sie am Ende jemand fand und dadurch von meiner Dummheit erfuhr. Ich schleppte mich zitternd und bebend zu meinem Wagen, ri\u00df mir F\u00fc\u00dfe und Waden an den dornigen kleinen B\u00fcschen und den spitzen Kieseln blutig. Doch ich f\u00fchlte keinerlei Schmerz. Mein Kreislauf schien aus dem Gleis geraten zu sein, mir war flau und ich glaubte, jeden Moment zusammenbrechen zu m\u00fcssen. Mein Wagen hatte weit \u00fcber eine Stunde mitten in der sengenden Sonne gestanden und im Inneren herrschten Backofentemperaturen. Wahrscheinlich rettete mir dies auch das Leben. Ich lie\u00df die Fenster geschlossen, zog meine, auf dem R\u00fccksitz liegende Jacke \u00fcber und startete den Motor, stellte die Heizung auf voll und fuhr langsam nach Hause, wo ich ein ausgiebiges hei\u00dfes Bad nahm. &ndash; Ich habe bisher niemanden etwas davon erz\u00e4hlt, schon gar nicht jemanden, der hier lebt und die Gefahren kennt, wie ich sie eigentlich auch h\u00e4tte kennen sollen.\u00ab<br \/>\nBernice schwieg. Sie hatte dieses Erlebnis fast ohne Emotionen vortragen, sie hatte Gernot nicht einmal dabei angesehen, ganz so als spr\u00e4che sie mit sich selbst.<br \/>\nDann sah sie Gernot an, schaute ihm fest in die Augen. Er hatte f\u00fcr einen Augenblick das Bed\u00fcrfnis, diesem Blick auszuweichen. Ihre Pers\u00f6nlichkeit war ihm noch nie so stark erschienen. Es war das erste Mal, da\u00df er sich ihr unterlegen f\u00fchlte. Sie hatte eine extreme Erfahrung gemacht, der er nichts Gleichwertiges entgegensetzen konnte.<br \/>\n\u00bbDu bist der erste Mensch, dem ich das erz\u00e4hle. Auf meiner R\u00fcckfahrt hat mich niemand gesehen, da ich \u00fcberwiegend Feldwege benutzte und es vermied durchs Dorf zu fahren. Mein Boot liegt noch immer auf dem Grund des Sees. Trotz allem komme ich seit diesem Ereignis noch lieber als davor hierher. Ich habe die Genugtuung, da\u00df ich der Natur hier etwas abgerungen habe: mein Leben, auch wenn das pathetisch klingen sollte. Ich lebe seitdem bewu\u00dfter. Ich finde, da\u00df du das wissen solltest. &ndash; So, und jetzt fahren wir weiter.\u00ab<br \/>\nSie ging zum Wagen zur\u00fcck. Gernot folgte ihr wortlos. Flink wie eine Gemse bewegte sie sich \u00fcber die Felsen.<br \/>\nGernot vermochte nicht zu sagen, warum sie ihm etwas erz\u00e4hlte, was sie bisher noch keinem erz\u00e4hlt hatte, und warum erst jetzt, nach all den Jahren die sie sich schon kannten, gut kannten. Nachdenklich stieg er ein und setzte sich neben sie.<br \/>\nBernice startete wortlos den Motor. Langsam fuhr sie den Feldweg r\u00fcckw\u00e4rts bis zur Stra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es k\u00fcndigte sich an, ein regnerischer Tag zu werden, und kaum da\u00df sie die behagliche Geborgenheit des Hauses verlassen hatten, fielen die ersten Tropfen. Gernot beeilte sich, in den Gel\u00e4ndewagen einzusteigen, Bernice legte keine Eile an den Tag, die wenigen, eher sp\u00e4rlich fallenden Tropfen schienen ihr nicht die leiseste Aufmerksamkeit wert zu sein. 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