{"id":1682,"date":"2010-04-05T19:26:57","date_gmt":"2010-04-05T17:26:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1682"},"modified":"2026-04-11T18:57:36","modified_gmt":"2026-04-11T16:57:36","slug":"kurzes-45-schonheit-ist-subjektiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1682","title":{"rendered":"Kurzes #45 \u00b7 Sch\u00f6nheit ist subjektiv"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20150408_046_800_2.jpg\" \/><\/p>\n<p>\u00bbSag mal, warum hast du immer eine so gl\u00fcckliche Hand bei der Auswahl deiner Frauen\u00ab, fragte Daniel seinen besten und \u00e4ltesten Freund Florian mit einem langgezogenen Seufzer.<br \/>\n\u00bbAch? Ja? Habe ich das?\u00ab erwiderte Florian und mu\u00dfte sich ein leicht ironisches Grinsen verkneifen. \u00bbWas bringt dich auf den Gedanken?\u00ab<br \/>\nFlorian kannte seinen Freund lange genug, um an seiner Frage zu erkennen, da\u00df bei ihm in Liebesdingen wieder einmal geh\u00f6rig etwas anders verlaufen sein mu\u00dfte, als er es sich vorgestellt hatte.<br \/>\n\u00bbJa, das hast du\u00ab, antwortete Daniel im Brustton der \u00dcberzeugung und von einem nicht zu \u00fcberh\u00f6renden Vorwurf begleitet, der weniger Florians vermeintlichen Erfolgen als der \u203aWeigerung\u2039 galt, seinen besten Freund in sein \u203aErfolgsgeheimnis\u2039 einzuweihen.<br \/>\nFlorian ahnte bereits den Grund, weshalb der Freund sich in dieser Stimmung befand.<br \/>\n\u00bbIst etwas mit dieser Solveig? Du warst doch so begeistert von ihr?\u00ab<!--more--><br \/>\n\u00bbJa, schon, es war ja auch faszinierend sich mit ihr zu unterhalten, und nicht nur im Rahmen der Tagungsvorbereitungen. Soviel Warmherzigkeit, Fr\u00f6hlichkeit, Weltoffenheit und Ungek\u00fcnsteltes findet man viel zu selten bei einer Frau, vor allem in unserem Kulturkreis. Aber\u2026 \u00ab<br \/>\nFlorian erinnerte sich nur zu gut, wie Daniel ihm Solveig \u00fcberschwenglich und in den lebhaftesten Farben geschildert hatte, obwohl er sie lediglich durch gemeinsamen e-mail- und Telephonverkehr kannte. Mehr als einmal war Florian versucht gewesen, Daniels Euphorie zu d\u00e4mpfen, ihm zu sagen, da\u00df er erst ihre erste pers\u00f6nliche Begegnung abwarten solle, bevor er sich weiter hineinsteigerte. Aber er wu\u00dfte, da\u00df Daniel ihm lediglich mit fast g\u00f6nnerhafter Nachsicht vorgeworfen h\u00e4tte, die Dinge immer zu sehr aus einem rationalen Standpunkt aus zu sehen und da\u00df es ihm mitunter ganz sch\u00f6n an Begeisterungsf\u00e4higkeit fehle.<br \/>\nDaniel geh\u00f6rte zu den Menschen, die nicht nur jede berechtigte Warnung in den Wind schlagen, sondern dann erst recht das tun, wovon ihnen abgeraten wird, um schlie\u00dflich die bisweilen ganz sch\u00f6n schmerzliche Erfahrung zu machen, da\u00df sie sich von ihrer eigenen Euphorie haben blenden lassen.<br \/>\n\u00bbAber\u2026 ?\u00ab fragte Florian und musterte den Freund, der ein wenig nerv\u00f6s die Tasse auf der Untertasse hin und her drehte.<br \/>\nBevor Daniel antwortete und dabei konzentriert in seinen halb erkalteten Milchkaffee blickte, seufzte er schwerm\u00fctig.<br \/>\n\u00bbNa ja, im Grunde war vom Zauber auch noch auf der Tagung genug da. Wir mu\u00dften uns aus organisatorischen Gr\u00fcnden lange vor Beginn treffen. Ich holte sie am fr\u00fchen Morgen im Hotel ab. Wir hatten beschlossen, das Fr\u00fchst\u00fcck gemeinsam einzunehmen und dabei bereits das wichtigste besprechen.\u00ab<br \/>\nHier unterbrach sich Daniel. Die widerspr\u00fcchlichen Empfindungen von jenem Morgen waren wieder lebendig geworden.<br \/>\nFlorian wu\u00dfte, da\u00df Ern\u00fcchterung auf Euphorie erfolgt war, was ihn zum ersten Mal wirklich neugierig auf diese Solveig machte.<br \/>\n\u00bbMan sagt ja immer, da\u00df man diffuse Erwartungen hat, bevor man einem Menschen begegnet, den man eben nur vom Telephon oder von e-mails her kennt. Nur, wenn man diesem Menschen dann tats\u00e4chlich gegen\u00fcbersteht, mu\u00df man &ndash; leider &ndash; oft genug feststellen, da\u00df man eben doch konkrete Vorstellungen gehabt hat. Was ich sagen will, da\u00df man bei einer Frau, die eine wahnsinnig erotische Stimme besitzt, eben auch entsprechende Erwartungen besitzt.\u00ab<br \/>\nDaniel blickte Florian direkt an. Es war un\u00fcbersehbar, da\u00df er um Best\u00e4tigung heischte. Florian nickte als Antwort nur schwach.<br \/>\nFlorian wu\u00dfte nur zu gut, wie eine Stimme den Gesamteindruck radikal ver\u00e4ndern kann. Eine d\u00fcnne und vielleicht auch noch n\u00e4selnde Stimme konnte aus einem H\u00fcnen einen Zwerg werden lassen, \u00fcber den man sich eher am\u00fcsiert. Eine topgestylte Frau wurde durch eine Piepsstimme wom\u00f6glich noch in Verbindung mit vulg\u00e4rer Aussprache zu jemandem, der jeden Reiz verlieren konnte. W\u00e4hrend die vermeintlich graue Maus durchaus zur faszinierenden Sch\u00f6nheit werden konnte, besa\u00df ihre Stimme ein warmes dunkles Timbre und war ihre Aussprache gew\u00e4hlt. Selbstverst\u00e4ndlich sind das Extrembeispiele, aber sie verdeutlichen.<br \/>\nFlorian kannte Daniels Vorstellungen bez\u00fcglich Frauen gut; gro\u00dfe, asketisch-schlanke Blondinen, in schlichter Eleganz gekleidet mit bevorzugt dezentem Make-up, gebildet, lebensbejahend und warmherzig &ndash; in dieser Reihenfolge lagen die Priorit\u00e4ten. Und diese Solveig schien das \u203aPech\u2039 zu haben, da\u00df nur die drei letzten Eigenschaften auf sie zutrafen und wie es schien, auch noch in umgekehrter Reihenfolge.<br \/>\n\u00bbDu wei\u00dft ja, da\u00df ich mit \u00fcppigen Frau \u00fcberhaupt nichts anfangen\u00ab, ri\u00df Daniel Florian unvermittelt aus seinen Gedanken, als er unvermittelt seinen Bericht nach einer l\u00e4ngeren Pause wiederaufnahm<br \/>\nFlorian unterdr\u00fcckte den dritten oder vielleicht schon vierten Seufzer, seit sie auf der Terrasse des gem\u00fctlichen Caf\u00e9s am Stadtpark sa\u00dfen, wo sie sich verabredet hatten.<br \/>\nSo lieb Florian Daniels Gesellschaft war, so sehr nervte es ihn, da\u00df Daniel anscheinend nichts Besseres einfiel, als sich selbst um angenehme Erfahrungen zu bringen, nur weil er seine Fixierung auf einen bestimmten Frauentyp nicht aufgeben konnte. Er hatte sich in den zur\u00fcckliegenden Jahren entschieden zu viele von diesen \u203aEntt\u00e4uschungen\u2039 anh\u00f6ren und die frustrierende Erfahrung machen m\u00fcssen, da\u00df Daniel gegen jede Form von Ratschl\u00e4gen resistent war. Dennoch tat er sich das weiterhin an, denn zu seinem Verst\u00e4ndnis von Freundschaft geh\u00f6rte nun einmal auch, einem Freund in dessen Kummer beizustehen und sei es nur, da\u00df er ihm zuh\u00f6rte, wenn dieser ihm sein Leid klagte.<br \/>\nTrotzdem h\u00e4tte Florian an einem derart strahlenden Fr\u00fchsommertag lieber mit dem Freund bei einem Kaffee oder Tee gesessen, geplaudert und die Seele baumeln gelassen, so wie sie es bereits unz\u00e4hlige Male gemacht hatten.<br \/>\n\u00bbWas hei\u00dft schon \u00fcppig\u00ab, entfuhr es Florian dennoch ein wenig gereizt, was Daniel aber nicht wahrnahm. \u00bbEin reichlich dehnbarer Begriff.\u00ab<br \/>\n\u00bbNa ja, etwa so wie Katharina\u00ab, verstand Daniel das als Frage.<br \/>\nFlorian mu\u00dfte nun doch wider seiner inneren Stimmung l\u00e4cheln. Keine Frage, wurde das allgemein geltende Sch\u00f6nheitsideal der Medien, das relativ deckungsgleich mit dem pers\u00f6nlichen Daniels war, zu Grunde gelegt, dann war Katharina \u00fcppig oder mollig, was Florian als Attribut lieber war, da es etwas Liebevolles beinhaltete.<br \/>\nAber was bedeutete \u203a\u00dcppig\u2039 f\u00fcr sich oder warum war es gar als Nachteil zu betrachten? Sicher, Florian h\u00e4tte als letzter abgestritten, da\u00df es genug Menschen gibt, deren Beleibtheit das Ergebnis von Ma\u00dflosigkeit im Essen, eine Vernachl\u00e4ssigung ihres K\u00f6rpers ist, die sind eine Sache f\u00fcr sich. Aber daneben gibt es auch Menschen, die f\u00fcr ihre K\u00f6rperf\u00fclle nichts k\u00f6nnen, weil ihr Stoffwechsel nicht so funktioniert wie er sollte und die versuchen auf die eine oder andere Weise das beste daraus zu machen und die gelernt haben, ihre Vorz\u00fcge herauszustellen und dadurch oft eine besondere Faszination ausstrahlen, eben weil sie sich akzeptieren wie sie sind.<br \/>\nVon wirklicher Leibesf\u00fclle, wie sie den vorgenannten Personengruppen eigen ist, konnte bei Katharina kaum gesprochen werden, daf\u00fcr war ihre Bauchw\u00f6lbung, die zweifellos vorhanden war, nicht ausgepr\u00e4gt genug. Im Gegenteil, sie besa\u00df, nicht nur in Florians Augen, einen liebenswerten Reiz. St\u00e4mmig w\u00e4re ein Attribut, das auf ihre Erscheinung durchaus pa\u00dfte. Nicht nur f\u00fcr Florian war bei Katharina ohnehin jede Rundung an der richtigen Stelle und kein Kilo zuviel. Katharinas H\u00fcften waren breit, keine Frage, weshalb sie auch nur ungern Hosen trug, obwohl Florian sie in einer engen Lederhose besonders sexy fand, aber sie lie\u00dfen ihre Taille schmaler erscheinen. Ihre Schenkel waren muskul\u00f6s aber die Fesseln im Gegenzug auffallend schmal. Katharina wu\u00dfte um die Sch\u00f6nheit ihrer langen Beine und betonte sie zu gerne mit knielangen schicken R\u00f6cken, zarten Nahtnylons und hochhackigen Schuhen, wodurch sie noch gr\u00f6\u00dfer wirkte als sie war und eigentlich immer Florian \u00fcberragte, der ebenfalls nicht gerade kleinw\u00fcchsig zu nennen war. Zu ihren auch objektiv \u00fcppigen Br\u00fcsten besa\u00df sie ein narzi\u00dftisches Verh\u00e4ltnis, was sich nicht zuletzt auch in tiefen Dekollet\u00e9s \u00e4u\u00dferte.<br \/>\nKatharina verk\u00f6rperte den Typus der kultivierten Genie\u00dferin geradezu auf ideale Weise. Ob es sich um kulinarische, geistige oder erotische Gen\u00fcsse handelte, sie konnte hemmungslos in ihnen schwelgen, doch \u00fcberschritt sie nie den Grat zur gedankenlosen V\u00f6llerei. Genu\u00df war f\u00fcr sie immer Zweck niemals Mittel oder gar Ersatz f\u00fcr irgend etwas.<br \/>\nW\u00fcrde Florian gefragt, was Katharina von seinem Frauenideal bes\u00e4\u00dfe, dann w\u00fcrde er f\u00fcr den Frager, der Katharina kannte und wu\u00dfte, wie leidenschaftlich Florian ihr zugetan war, \u00fcberraschend antworten; eigentlich nur das lange schwere dunkelbraune Haar, die tiefbraunen, meist fr\u00f6hlich blickenden Augen und die vollen weichen Lippen. Selbst Katharinas sch\u00f6ne lange Beine waren ihm im Grunde zu kr\u00e4ftig.<br \/>\nAber ein Ideal ist ein eben nur ein Ideal, ein Muster, eine Idee von etwas, damit man \u00fcberhaupt eine Vorstellung von dem hat, was man sucht, <i>bevor<\/i> man es gefunden hat. Letztlich geht es ja gar nicht so sehr ums Suchen als ums Finden.<br \/>\nEr hatte Katharina nicht gesucht, sondern gefunden. Es war der Fund, der ihn faszinierte. Was Daniel an Solveig von Anfang an begeistert hatte, war auch das, was Florian an Katharina begeisterte. Die vielleicht am\u00fcsante Parallele zwischen den Freunden war, da\u00df Florian und Katharina sich auf vergleichbare Weise begegnet waren, wenn es sich auch um keine Vorbereitung f\u00fcr eine Tagung gehandelt hatte und sie beide in derselben Stadt lebten. Doch im Gegensatz zu Daniel hatte das erste Treffen Florians Begeisterung f\u00fcr Katharina alles andere als abgek\u00fchlt, denn ihre Pers\u00f6nlichkeit war ihm in der unmittelbaren Gegenwart noch faszinierender erschienen. Daran h\u00e4tte sich f\u00fcr Florian auch nichts ge\u00e4ndert, w\u00e4re Katharina klein und zart oder auch gro\u00df und schmal gewesen, wie es Daniels Ideal entsprach. Obwohl \u2026 hier setzte Florian ein Fragezeichen hinter seine Gedanken. Eine kleine zarte Katharina w\u00e4re eine andere Katharina als eine gro\u00dfe schmale. Nicht allein wegen der Erscheinung, sondern wegen ihrer Pers\u00f6nlichkeit. Die Katharina, die Florian so sehr mochte, konnte es nur als die gro\u00dfe \u00fcppige Dunkelhaarige geben, die sie war. Ihre Pers\u00f6nlichkeit war das Ergebnis ihrer \u00dcppigkeit und ihre \u00dcppigkeit war das Ergebnis ihrer Pers\u00f6nlichkeit. Wie es auch die Solveig, von der sich Daniel so angezogen gef\u00fchlt hatte, nur als \u00fcppige Solveig geben konnte.<br \/>\nWobei Florian fand, da\u00df Katharina ohnehin die erotischste Stimme besa\u00df, die er je bei einer Frau erlebt hatte. Weshalb er sich zum ersten Mal wirklich f\u00fcr Telephonsex begeistern konnte, denn Katharina verstand es, nicht nur ihre Stimme zu gebrauchen, sondern auch die Worte entsprechend zu w\u00e4hlen und berauschte sich dabei nicht selten an ihren eigenen lebhaften Schilderungen.<br \/>\nWieso sagte Florian Daniel nicht, da\u00df die Solveig, die ihn derart begeistert hatte, nur mit diesem K\u00f6rper gab?<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df, die Geschm\u00e4cker sind verschieden\u00ab, ri\u00df Daniel den Freund fast entschuldigend aus seinen Gedanken, denn er hatte das Schweigen des Freundes falsch gedeutet, weil er wu\u00dfte, wieviel Katharina Florian bedeutete. \u00bbUnd ich wollte auch nichts gegen Katharina sagen. Sie ist eine der interessantesten und attraktivsten Frauen, die ich kenne\u00ab, beeilte er sich zu versichern.<br \/>\nFlorian schmunzelte gegen seinen Willen \u00fcber Daniels voreilige Entschuldigung und den Widerspruch in seinen Worten. Einerseits lehnte er \u203a\u00fcppige\u2039 Frauen f\u00fcr sich ab, andererseits schien gerade eine solche Frau, die \u203ainteressanteste und attraktivste\u2039 f\u00fcr ihn zu sein.<br \/>\nFlorian nahm einen langen Schluck von seinem bereits erkaltetem Tee.<br \/>\n\u00bbUnd sonst\u00ab, fragte Florian.<br \/>\n\u00bbWie meinst du das\u00ab, erwiderte Daniel, der anscheinend mit den Gedanken abgeschweift war.<br \/>\n\u00bbIch meine, wie ist diese Solveig insgesamt?\u00ab<br \/>\n\u00bbWie soll ich sagen? Im Grunde eine h\u00fcbsche Frau, die es ganz gut versteht, ihre K\u00f6rperf\u00fclle mit geschmackvoller Kleidung zu \u2026 nun, zu kaschieren\u00ab, es war nicht zu \u00fcbersehen, da\u00df Daniel nach einem passenden Wort suchte und ihm kein besseres einfiel. \u00bbWenn auch nicht so elegant, wie Katharina.\u00ab<br \/>\n\u00bbDunkel oder Blond?\u00ab<br \/>\n\u00bbFast schwarzes mittellanges Haar. Ich w\u00fcrde sagen, ein ausgepr\u00e4gt s\u00fcdl\u00e4ndischer Typ. Was einen anfangs etwas irritiert, denn bei ihrem nordischen Namen denkt man eigentlich an eine Blondine\u00ab, entschuldigte sich Daniel fast.<br \/>\n\u00bbIm Grunde beneide ich dich\u00ab, fuhr Daniel nach einer kurzen Pause fort. \u00bbDu scheinst keinen Typ zu haben, den du bevorzugst.\u00ab<br \/>\n\u00bbWie kommst du darauf, da\u00df ich keinen bestimmten Typ bevorzuge?\u00ab fragte Florian herausfordernd, denn in seinen Ohren klang das ein wenig zu sehr nach Beliebigkeit.<br \/>\n\u00bbWir kennen uns seit der Schulzeit und zumindest \u00e4u\u00dferlich besteht nur wenig Gemeinsamkeit zwischen den Frauen mit denen du \u00fcber die Jahren eine Beziehung hattest.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd nur weil sich, was das \u00c4u\u00dfere betrifft, scheinbar kein gemeinsamer Nenner finden l\u00e4\u00dft, hei\u00dft das noch lange nicht, da\u00df ich nicht trotzdem einen bestimmten Typ als Ideal habe.\u00ab<br \/>\n\u00bbEntschuldige\u00ab, entgegnete Daniel ein wenig kleinlaut, denn Florian hatte sch\u00e4rfer geantwortet als er erwartet hatte.<br \/>\n\u00bbWenn du es wissen willst; ich bevorzuge Frauen, die warmherzig, humorvoll, gebildet, lebensfroh sind, sich selbst und ihren K\u00f6rper m\u00f6gen, ihn vorbehaltlos akzeptieren und zu genie\u00dfen wissen\u00ab, erkl\u00e4rte Florian sp\u00fcrbar ver\u00e4rgert<br \/>\nDaniel blickte den Freund ein wenig irritiert an. Es war lange her, da\u00df er w\u00e4hrend einer Unterhaltung mit ihm derart heftig reagiert hatte. Es schien sich ein regelrechter Streit anzubahnen. Da\u00df es nicht dazu kam, war Katharina zu verdanken, die an ihren Tisch trat.<br \/>\n\u00bbIch hoffe, ich st\u00f6re euch nicht\u00ab, sagte sie mit einem freundlichen L\u00e4cheln und strich sie eine Str\u00e4hne aus der Stirn, die der leichte Wind dorthin gewehte hatte. \u00bbIch habe einen Spaziergang durch den Park gemacht und habe euch hier sitzen sehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbDu st\u00f6rst nie\u00ab, erwiderte Florian mit einem Strahlen und einer Zuvorkommenheit, die Katharina auflachen lie\u00df.<br \/>\n\u00bbAlter Schleimer\u00ab, erwiderte sie liebevoll.<br \/>\nSie verstand es wirklich, sich zu kleiden. Selbst bei vielen schmaleren Frauen h\u00e4tte ein derart k\u00f6rperbetontes mit gro\u00dfen bunten Blumen bedrucktes leichtes Kleid wie die Wust in der Pelle gewirkt, doch ihr stand es bestens.<br \/>\n\u00bbIch will euch nicht weiter st\u00f6ren\u00ab, sagte sie, bevor die beiden Freunde sie zum Bleiben \u00fcberreden konnten. \u00bbIch habe noch einen Termin. Wir sehen uns ja sp\u00e4ter. Bis die Tage, Daniel.\u00ab<br \/>\nSie k\u00fc\u00dfte Florian fast schwesterlich auf die Wange und lie\u00df die beiden Freunde wieder allein. Florian sah ihr mit einer gewissen Wehmut nach obwohl er sie in kaum zwei Stunden wiedersehen w\u00fcrde.<br \/>\n\u00bbHabe ich schon gesagt, da\u00df Solveig auch derart hohe Abs\u00e4tze getragen hat\u00ab, sagte Daniel gedankenverloren.<br \/>\n\u00bbNein\u00ab, erwiderte Florian und \u00fcberlegte, aus welchem Grund er sich beinahe mit Daniel gestritten h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbSag mal, warum hast du immer eine so gl\u00fcckliche Hand bei der Auswahl deiner Frauen\u00ab, fragte Daniel seinen besten und \u00e4ltesten Freund Florian mit einem langgezogenen Seufzer. \u00bbAch? Ja? 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