{"id":1792,"date":"2010-04-26T19:39:32","date_gmt":"2010-04-26T17:39:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1792"},"modified":"2026-04-11T19:07:14","modified_gmt":"2026-04-11T17:07:14","slug":"kurzes-49-der-fluchtversuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1792","title":{"rendered":"Kurzes #49 \u00b7 Der Fluchtversuch"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20130510_081_800_2.jpg\" \/><\/p>\n<p><i>Der folgende Text ist die Fortsetzung von:<\/i> <b><a class=\"links\" href=\"?p=1789\">Fluchtgedanken<\/a><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am achten August 1987 war sein Entschlu\u00df endg\u00fcltig, die Flucht zu wagen. Es war ein warmer, wolkenloser Sp\u00e4tsommerabend und nahezu windstill. Er hoffte, da\u00df die Hunde ihn deshalb nicht so schnell w\u00fcrden wittern k\u00f6nnen. Schon einige Wochen zuvor hatte er einen robusten Seitenschneider aus dem Kombinat mitgehen lassen, was keinem je aufgefallen war. Er bem\u00fchte sich den ganzen Tag \u00fcber in niemandem auch nur den geringsten Verdacht \u00fcber sein Vorhaben aufkommen zu lassen. Bereits in der vorigen Nacht hatte er ein B\u00fcndel geschn\u00fcrt, das neben dem Wichtigsten, dem Seitenschneider, einige W\u00e4schest\u00fccke zum Wechseln und die wichtigsten Papiere enthielt, damit man ihn \u203aDr\u00fcben\u2039 auch als einen Fl\u00fcchtling anerkannte.<!--more--><br \/>\nWenn er sich recht erinnerte, dann nannten die das \u203aDr\u00fcben\u2039 nicht Fl\u00fcchtling, wenn einer aus dem Osten geflohen war, sondern \u203a\u00dcbersiedler\u2039, als h\u00e4tte man nach dort ganz selbstverst\u00e4ndlich ausreisen d\u00fcrfen, h\u00e4tten SIE einen einfach in das Land seiner Wahl ziehen lassen. W\u00e4re alles wirklich nur so einfach gewesen, wie dieser Begriff einem unbedarften Menschen suggerierte dann \u2026 Er dachte den Gedanken nicht weiter. Eine solche Vorstellung war einfach zu abwegig. Ebensogut konnte man sich vorstellen, die Volkskammer beschlo\u00df freie Wahlen, lie\u00df die Grenze abbauen und wom\u00f6glich l\u00f6ste sich auch noch der <i>Warschauer Pakt<\/i> aus eigenem Antrieb auf. Es h\u00e4tte so viele weitere Dinge nach sich gezogen, da\u00df sich die Tragweite gar nicht mehr \u00fcberschauen lie\u00df.<br \/>\nOffiziell taten beide Seiten so, als g\u00e4be es viele der gegenw\u00e4rtigen Probleme gar nicht, als w\u00e4re alles immer noch ein Staat, der, lediglich vor\u00fcbergehend, zwei verschiedene Verwaltungen besa\u00df. Sie besch\u00f6nigten alles mit Worten. Die \u00dcbereinkunft, da\u00df die aus dem Westen, die nach West-Berlin wollten, sei es mit dem Zug oder dem Auto, es konnten, ohne ein Durchreisevisum beantragen zu m\u00fcssen, nannten sie \u203aTransitabkommen\u2039. Unter einem solchen h\u00e4tte er verstanden, da\u00df jeder einen Weg seiner Wahl nehmen konnte und es ihm, im Gegensatz zu einem Einreisevisum, lediglich erlaubt w\u00e4re, einen oder maximal zwei Tage im Land zu verweilen. Jedoch nicht, da\u00df nur ein Grenz\u00fcbergang, der von Helmstedt, benutzen werden darf und jeder auf der ganzen Strecke be\u00e4ugt wird, wie ein ganz besonders gef\u00e4hrliches Subjekt. Und dann hatten die West-Deutschen auch keine Botschaft in Ost-Berlin, sondern nur eine \u203ast\u00e4ndige Vertretung\u2039, obwohl die meisten Staaten die DDR als eigenst\u00e4ndig anerkannt hatten, man hatte sogar einen eigenen Sitz in der UNO wie die West-Deutschen. Und dann reagierten die \u203aDr\u00fcben\u2039 auch immer so verstimmt, gebrauchte jemand statt Bundesrepublik Deutschland die Abk\u00fcrzung BRD. Im Fernsehen, in der \u00d6ffentlichkeit, \u00fcberhaupt wo es ging, sprachen die hiesigen Offiziellen fast schon genu\u00dfvoll herablassend von der \u00bbB\u00e4h-Err-D\u00e4h\u00ab.<br \/>\nJe l\u00e4nger er dar\u00fcber nachdachte, desto mehr Ungereimtheiten fielen ihm auf. Er mochte nicht wissen, wie viele es gab, von denen er nicht einmal etwas ahnte und die vermutlich nicht weniger haarstr\u00e4ubend waren.<br \/>\nDie Mehrzahl der Waldeneckner empfing schon seit langem West-Fernsehen, wodurch sich nicht nur ihm viele Widerspr\u00fcche erst so richtig offenbart hatten. Doch konnte er sich des Eindrucks nicht erwehren, da\u00df die \u203aDr\u00fcben\u2039 auch nicht so frei von Propaganda waren, wie sie sich gerne pr\u00e4sentierten. Ihr Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung &ndash; zumindest r\u00fcckten sie es bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund &ndash;, zwang sie aber, subtiler vorzugehen.<br \/>\nBeim gemeinsamen Abendessen bem\u00fchte er sich, so nat\u00fcrlich wie immer zu erscheinen. Er war sich sicher, da\u00df niemand aus der Familie ahnte, was er auszuf\u00fchren gedachte. Wie jeden Tag begab er sich anschlie\u00dfend auf sein Zimmer.<br \/>\nDort holte er mit zittrigen Fingern sein B\u00fcndel hervor, das er weit hinten unter seinem Bett versteckt hatte. Er wog es eine Zeitlang z\u00f6gerlich in der Hand, war mehr als einmal versucht, es wieder unter dem Bett verschwinden zu lassen, seinen Fluchtversuch auf morgen, auf einen anderen, vermeintlich besser geeigneten Tag zu verschieben. Er mu\u00dfte sich setzen, seine Knie zitterten. Das B\u00fcndel lag auf seinem Scho\u00df. Er starrte es an, als k\u00f6nne es ihm zu einer Entscheidung raten. Er dachte an seine Familie, seine Eltern, seine Gro\u00dfmutter, eine Kriegerwitwe, die gemeinsam mit ihnen im Haus lebte und an der er sehr hing. Sie machte ihm die Entscheidung wirklich schwer. Ging er jetzt, w\u00fcrde er sie vielleicht nie wiedersehen. Vor zwei Monaten hatte sie ihren achtzigsten Geburtstag gefeiert, war durchaus eine r\u00fcstige Person, aber die immer schlechter werdende Versorgung mit Heizmaterial w\u00e4hrend der Wintermonate ging auch an ihrer Gesundheit nicht spurlos vor\u00fcber. Und dann waren da noch seine Tante Grete und ihr Mann Karl. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die sich, wie wohl die Mehrheit, innerlich murrend damit abgefunden hatten, in einem Staat leben zu m\u00fcssen, wo beinahe alles auf die eine oder andere Weise streng reglementiert war, die ihr Mi\u00dffallen nicht nach au\u00dfen dringen lie\u00dfen, ja es sogar nur h\u00f6chst selten vor ihren eigenen Kindern zeigten, waren sie froh, in einem Staat zu leben, wo \u00bb<i>der Werkt\u00e4tige nicht von ausschlie\u00dflich auf ihren pers\u00f6nlichen Profit fixierten Kapitalisten ausgebeutet wurde<\/i>\u00ab. An jedem ersten Mai hingen sie stolz die Fahne der DDR aus ihrem Fenster und der Jahrestag der Gr\u00fcndung der DDR war ihnen mehr wert als Weihnachten, das in ihren Augen ohnehin ein Relikt bourgeoisen Denkens war. Ihr Leben hatten sie ganz der Partei gewidmet und sein Onkel rechnete sich gute Chancen aus, in B\u00e4lde einen Sitz im <i>Rat der Gemeinde<\/i> zu bekommen. Ulrichs Mutter hatte nie verstanden, warum ihre Schwester einen so \u00fcberzeugten \u203aKommunisten\u2039 geheiratet hatte. Das Ansehen, das er damals schon geno\u00df, weil er so linientreu war, mu\u00dfte es ihr wohl angetan haben. Sie besa\u00dfen auch mehr als die meisten; er hatte seinen Wartburg nach deutlicher k\u00fcrzerer Wartezeit erhalten als andere. Ein Trabi war ihm zu gew\u00f6hnlich gewesen! Ulrichs Vater hatte nie daran gedacht, sich einen zuzulegen. \u00bbWer wei\u00df ob ich \u00fcberhaupt noch lebe, wenn ich ihn bekomme\u00ab, hatte er immer scherzhaft im Hinblick auf die langen Lieferzeiten gesagt. Selbstverst\u00e4ndlich schauten Onkel und Tante niemals West-Fernsehen, diese \u00bb<i>imperialistische Propaganda, diese stetige dekadente Amoralit\u00e4t, die in den dortigen Filmen offen zur Schau gestellt wird, die Verf\u00fchrung der Massen zum hemmungslosen Konsum und dergleichen<\/i>\u00ab lehnten sie aufs entschiedenste ab. Sie lobten die \u203aehrliche\u2039 Berichterstattung in ihrem DDR-Fernsehen. Seit ihnen Ulrichs \u203aFehlgriff\u2039 in der Schule bekannt geworden war, begegneten sie ihm nur noch mit Distanz. Bei jedem ihrer Besuch bedauerten sie seine Eltern, da\u00df ihr Sohn so offenkundig vom rechten Weg abgewichen sei.<br \/>\nMit dem tiefen Seufzer der Gewi\u00dfheit der Unumkehrbarkeit seiner Entscheidung, stand er auf. Aus der Schreibtischschublade holte er eine lange Schnur, befestigte das B\u00fcndel gut an dem einen Ende und lie\u00df es behutsam in den Garten hinunter. Geschickt plazierte er es zwischen den Str\u00e4uchern unter seinem Fenster. Dann setzte er sich ans Fenster und wartete auf die einsetzende D\u00e4mmerung. Er bem\u00fchte sich, ruhig zu bleiben, was ihm aber nur unvollst\u00e4ndig gl\u00fcckte. Die Zeit flo\u00df unertr\u00e4glich lang hin, jede Minute drohte zur Ewigkeit zu mutieren.<br \/>\nAls die Sonne nur noch ein gro\u00dfer feuerroter Ball am Firmament war, ging er nach unten und erkl\u00e4rte seiner Familie, er wolle noch einen kleinen Abendspaziergang machen. Er war erleichtert, weil seine Stimme dabei wie immer klang. In den Augen seiner Familie besa\u00dfen diese Spazierg\u00e4nge am Abend nichts Ungew\u00f6hnliches. Er unternahm sie schon seit langem gerne an warmen Sommerabenden. Er verabschiedete sich wie gew\u00f6hnlich von ihnen, wohl wissend, da\u00df es diesmal ein Abschied f\u00fcr sehr lange, wenn nicht gar f\u00fcr immer werden w\u00fcrde.<br \/>\nOb seine Gro\u00dfmutter an diesem Abend etwas von seinem Vorhaben geahnt hatte? Sie hatte in einem so merkw\u00fcrdigen Ton gesprochen, als sie sagte: \u00bbPa\u00df gut auf dich auf, mein Junge.\u00ab Oder hatten ihm seine angespannten Nerven nur etwas vorgegaukelt?<br \/>\nSeine innere Anspannung hatte Spuren an ihm hinterlassen. Er bem\u00fchte sich wie noch nie zuvor in seinem Leben um Beherrschung. Trotzdem hatte er nicht verhindern k\u00f6nnen, da\u00df seine Handfl\u00e4chen schon den ganzen Abend \u00fcber feucht gewesen waren. Vielleicht hatte <i>das<\/i> seine Gro\u00dfmutter stutzig werden lassen, als er ihr wie stets die Hand zum Abschied gedr\u00fcckt hatte?<br \/>\nSeine Knie zitterten, sein Herz raste, als er die Haust\u00fcr hinter sich geschlossen hatte. Er mu\u00dfte sich an die Wand neben der T\u00fcr lehnen und ein paarmal tief durchatmen, ehe er seine Schritte zum Strauch, unter dem sein B\u00fcndel lag, lenken konnte.<br \/>\nEr l\u00f6ste mit zittrigen Fingern die Schnur ab, wickelte sie sorgf\u00e4ltig auf und schob sie dann in seine Tasche. Es geschah rein mechanisch. Die Schnur einfach unter dem Strauch liegen zu lassen, w\u00e4re ihm nie in den Sinn gekommen. Von klein auf hatte er erfahren m\u00fcssen, da\u00df in diesem Land wirklich nichts im \u00dcberma\u00df vorhanden war, eigentlich an allem Mangel herrschte, der sich in der letzten Zeit sogar noch stetig verschlimmerte. Alles was irgendwie brauchbar war, wurde deshalb aufbewahrt, da niemand sagen konnte, wann wieder etwas zu bekommen war.<br \/>\nUlrich hoffte, da\u00df niemand Verdacht sch\u00f6pfte, wenn er das kleine B\u00fcndel unter seinem Arm erblickte. Doch seine Furcht war unbegr\u00fcndet, da er unterwegs nur wenigen begegnete. Wenn er sich nicht t\u00e4uschte, dann lief an diesem Samstag eine allseits beliebte Sendung im West-Fernsehen.<br \/>\nEr ging mit ruhigen Schritten aus dem Ort hinaus. Es war schon beinahe dunkel, als er den schmalen Feldweg betrat, der ihn nahe an jene Stelle brachte. Lediglich der Mond erhellte alles ausreichend genug.<br \/>\nVerdammt, durchfuhr es ihn in diesem Moment, vielleicht h\u00e4tte er doch besser auf eine mondlose Nacht warten sollen. Ihm fiel ein, da\u00df man ihn dadurch auf dem freien Platz zwischen dem W\u00e4ldchen und dem Zaun relativ gut w\u00fcrde erkennen k\u00f6nnen. Doch die Erkenntnis kam f\u00fcr ihn zu sp\u00e4t. Er machte sein Vorhaben nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig. Er wu\u00dfte nicht, ob er sp\u00e4ter noch einmal den Mut aufbringen w\u00fcrde, es zu versuchen. Er f\u00fchlte, wie ihn dieser schon zu verlassen begann, ehe er \u00fcberhaupt in die N\u00e4he der Grenzbefestigung gekommen war.<br \/>\nEr w\u00fcrde noch eine halbe Stunde gehen m\u00fcssen. Seine Knie wurden immer weicher und er mu\u00dfte sich von nun an jeden Schritt erk\u00e4mpfen. Er versuchte nicht an das Kommende zu denken, nur wie wichtig es war, einen Fu\u00df vor den anderen zu setzen und das B\u00fcndel nicht fallen zu lassen. Einzig das beherrschte seine Gedanken, etwas anderes fand in ihnen keinen Raum mehr. Nur noch wenige Schritte, dann w\u00fcrde er das Dickicht erreicht haben.<br \/>\nF\u00fcr einen Moment glaubte er, das Dickicht w\u00e4re urpl\u00f6tzlich aus dem Nichts vor ihm aufgetaucht, fast w\u00e4re er \u00fcber das Unterholz gestolpert. Er blieb stehen. Vor ihm t\u00fcrmte sich eine dunkle gr\u00fcne hohe Masse auf, die jetzt im silbrigen Licht des Mondes undurchdringlich wirkte. F\u00fcr einen Moment stockte ihm der Atem und er glaubte, sein Herzschlag w\u00fcrde weithin schallend zu h\u00f6ren sein. Das Blut pochte ihm in den Schl\u00e4fen und f\u00fcr kurz flimmerten Blitze vor seinen Augen auf.<br \/>\nEr atmete tief durch und machte sich auf die Suche nach dem kleinen Trampelpfad, der einen relativ m\u00fchelosen Weg durch das Dickicht erlaubte. Unbefugtes Gel\u00e4nde hatte er l\u00e4ngst betreten. Mehr als einen Kilometer durfte sich ja keiner der Grenze n\u00e4hern. Er fand den Pfad schnell, hatte ihn schon sooft gesucht, da\u00df er ihn selbst mit geschlossenen Augen nicht verfehlt haben w\u00fcrde.<br \/>\nVorsichtig setzte er einen Schritt vor den anderen, bef\u00fchlte erst mit dem Fu\u00df den Untergrund, ehe er ihn aufsetzte. Diesmal geschah es jedoch nicht aus Schw\u00e4che, sondern um nicht Gefahr zu laufen, zu st\u00fcrzen und sich zu verletzen. Es herrschte im Schutz der B\u00e4ume und Str\u00e4ucher fast absolute Dunkelheit, nur schemenhaft erkannte er etwas, was ihm aber gen\u00fcgte. Zwar ben\u00f6tigte er f\u00fcr die letzten f\u00fcnfhundert Meter, die er sich durch das Dickicht qu\u00e4len mu\u00dfte, einige Zeit, aber daf\u00fcr f\u00fchlte er sich dort sicherer und das wirkte sich positiv auf sein Allgemeinbefinden aus. Jetzt h\u00e4tte ihn nur noch ein durch eine Unachtsamkeit aufgeschrecktes Tier verraten k\u00f6nnen.<br \/>\nUnd auf einmal war das Dickicht zu Ende. Er sah die Grenze so dicht vor sich, wie noch nie. F\u00fcr seine Augen, die sich an die Dunkelheit im Dickicht gew\u00f6hnt hatten, pr\u00e4sentierte sich die monddurchflutete Schneise in fast glei\u00dfender Helligkeit. Der Zaun wirkte wie auf Hochglanz poliertes Silber. Vielleicht noch einhundert Meter trennten ihn davon, sch\u00e4tzte er.<br \/>\nEr hielt erneut den Atem an. So weit hatte er sich noch nie vorgewagt. Selbst bei seinen Erkundigungen war er nie bis zum Ende des Dickichts gegangen, sondern gerade so weit, da\u00df sich halbwegs etwas zwischen den Str\u00e4uchern hindurch erkennen lie\u00df.<br \/>\nF\u00fcr einige Zeit hatte er sogar die Hoffnung gehegt, man h\u00e4tte ihn seinen NVA-Dienst an der Grenze ableisten lassen. Dann h\u00e4tte er in Ruhe und aus n\u00e4chster N\u00e4he und in allen Details etwas \u00fcber diesen \u203aAntiimperialistischen Schutzwall\u2039 erkunden k\u00f6nnen. Aber das war nicht geschehen. Man hatte ihn vorsorglich weit von dieser Grenze entfernt stationiert. Das hatte er sicherlich Sukows \u203aEmpfehlung\u2039 zu verdanken, entsprach es doch ihrer Logik, es keinem zu erleichtern, der schon einmal durch systemkritische \u00c4u\u00dferungen aufgefallen war und labile Geister gar nicht erst auf den Gedanken zu bringen.<br \/>\nAuf seine Weise war der Zaun imposant, und hoch, fand er. Und der Stacheldraht oben kam ihm un\u00fcberwindlich vor. Wenn, dann konnte man sich nur unten durchgraben, oder ihn eben auf Bodenh\u00f6he zerschneiden und sich durchzw\u00e4ngen, was ja sein sein Vorhaben war. Er fragte sich, wieso dieser mehrere hundert Kilometer lange Befestigungswall aus so hochwertigen Materialien gefertigt war und alles was den Menschen hier im Alltag zur Verf\u00fcgung stand, nur aus so billigem sein mu\u00dfte. Ging tats\u00e4chlich alles f\u00fcr diesen Zaun drauf? War so ein Zaun wichtiger als alles andere?<br \/>\nEr trat aus dem Schutz des Dickichts heraus und legte sich sofort b\u00e4uchlings auf den Boden. Das B\u00fcndel vor sich herschiebend, robbte er auf den Zaun zu. In der Ferne h\u00f6rte er einen der Wachhunde bellen.<br \/>\nEine Viertelstunde lediglich, eine Viertelstunde unbehelligt bleiben und ich bin gerettet, dachte er fortw\u00e4hrend, w\u00e4hrend er, flach auf dem Boden liegend, seinen K\u00f6rper Zentimeter um Zentimeter vorw\u00e4rts schob.<br \/>\nDer frische w\u00fcrzige Geruch der Gr\u00e4serpollen zog ihm in die Nase. Er war froh, nicht unter Heuschnupfen zu leiden, denn ein einziger lauter Nieser h\u00e4tte seine Flucht vereiteln k\u00f6nnen.<br \/>\nNur noch wenige Meter.<br \/>\nDer Zaun schien ihm aus seiner gegenw\u00e4rtigen Position bis ganz in den n\u00e4chtlichen Himmel hinaufzureichen, ihn erdr\u00fccken zu wollen, ihm seine Un\u00fcberwindlichkeit zu demonstrieren. F\u00fcr einen Lidschlag lang war es ihm, als lebte der Zaun. Schnell sch\u00fcttelte er diesen absurden Gedanken ab. Sein Herz raste, seine Handfl\u00e4chen waren na\u00df, die H\u00e4nde zitterten, er hatte sein Hemd durchgeschwitzt, obwohl es eine milde, ja fast schon frische Nacht war. Sein Mund war trocken, seine Zunge klebte am Gaumen, sein Magen schmerzte.<br \/>\nEr hatte den Zaun beinahe erreicht. Nur noch ein halber l\u00e4cherlicher Meter und einige wenige Schnitte trennten ihn von der Freiheit.<br \/>\nZitternd fingerte er den Seitenschneider aus dem B\u00fcndel, wartete noch einen Moment, den Seitenschneider fest umklammert in der rechten Hand haltend, versuchte seine Kr\u00e4fte zu sammeln, ruhiger zu werden, damit ihm der Seitenschneider nicht im entscheidenden Moment aus den Fingern glitt, die Kraft fehlte, die stabilen Maschen mit einem Schnitt zu durchtrennen. Gleich w\u00fcrde er sich ein wenig aufrichten m\u00fcssen, die letzten Zentimeter zum Zaun kriechen und ein kleines Loch hineinschneiden, gerade gro\u00df genug um ihn durchzulassen.<br \/>\nEr hatte diesen Gedanken kaum zu Ende gebracht, sich entschlossen, ihn in die Tat umsetzen, da krachte ein ohrenbet\u00e4ubender Schu\u00df hinter ihm.<br \/>\nEs war ihm, als w\u00e4re er unmittelbar neben seinem Ohr ausgel\u00f6st worden, so laut war er gewesen. Ihm wurde zuerst gar nicht bewu\u00dft, da\u00df <i>ihm<\/i> der Schu\u00df gegolten hatte, da\u00df sich in seiner rechten Wade ein brennender Schmerz ausbreitete. Doch dann nahm dieser Schmerz, von der Wade her kommend, seinen ganzen K\u00f6rper in Besitz, schlug \u00fcber seinem Bewu\u00dftsein wie eine riesige Welle zusammen. Ihm traten Tr\u00e4nen in die Augen. Und der Gedanke, da\u00df seine Flucht ein Ende gefunden, ehe sie \u00fcberhaupt begonnen hatte, wurde zur Gewi\u00dfheit. Welcher Schmerz der gr\u00f6\u00dfere war, lie\u00df sich in diesem Augenblick kaum ermessen.<br \/>\n\u00bbDa haben wir doch tats\u00e4chlich so einen Parasiten erwischt\u00ab, ert\u00f6nte eine junge Stimme hinter ihm.<br \/>\nDie Worte, so voller Ha\u00df und zugleich auch voller Triumph \u00fcber den errungenen Jagderfolg, lie\u00dfen Ulrich erschaudern. Er hatte noch nie einen Menschen so reden geh\u00f6rt, selbst in Sukows damaliger Tirade hatte bei weitem nicht ein solcher Abscheu ihm gegen\u00fcber mitgeschwungen. Ulrich f\u00fchlte sich in diesem Moment wie ein gef\u00e4hrliches Tier, dem zum Schutz aller besser der Garaus gemacht w\u00fcrde.<br \/>\nEr hatte den Grenzposten weder kommen geh\u00f6rt noch gesehen. Ulrich glaubte, da\u00df sein Herz stehen blieb, als ihm aufging, wie der andere vermutlich schon die ganze Zeit \u00fcber irgendwo hinter einem der Str\u00e4ucher des Dickicht gelauert und ihn aufmerksam beobachtet hatte, wie er langsam \u00fcber den freien Platz auf dem Bauch liegend auf den Zaun zu gekrochen war. Er hatte mit ihm gespielt wie auf einer Jagd.<br \/>\nUlrich drehte sich um, versuchte seine brennende Wade zu ignorieren und schaute unmittelbar in den Lauf eines Gewehres, nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Aus dem Lauf str\u00f6mte noch der bei\u00dfende Pulverdampf des Schusses, der ihn verletzt hatte, ihm mitten ins Gesicht. Hilflos lag er auf den R\u00fccken. Sein Blick wanderte an dem Lauf entlang zum Sch\u00fctzen.<br \/>\nUlrich war \u00fcberrascht und entsetzt zugleich, als er in das Gesicht eines Jungen sah, dem seine Uniform viel zu gro\u00df war. Er konnte kaum \u00e4lter als neunzehn sein, besa\u00df nicht einmal einen richtigen Bartwuchs. Ein wahres Milchgesicht, dachte Ulrich, und doch scheint er keine Skrupel zu besitzen, mich einfach zu ermorden.<br \/>\nDie ganze Situation war zu tiefst grotesk, sagte ihm sein Verstand, wenn sie nicht g\u00e4nzlich absurd war. Ulrich hatte sich immer dar\u00fcber am\u00fcsiert, wenn er in irgendeiner Geschichte gelesen hatte, wie jemand einen mit \u00bb<i>Augen ansah, aus den der Ha\u00df spr\u00fchte<\/i>\u00ab. Doch der Blick des Junge entsprach \u00fcberdeutlich dieser Metapher. Eigentlich h\u00e4tte er Angst haben m\u00fcssen, doch angesichts der Irrationalit\u00e4t in der er sich befand, empfand er weder Angst noch Furcht oder irgendein verwandtes Gef\u00fchl. F\u00fcr ihn existierte in diesem Moment weder eine Vergangenheit, noch eine Zukunft und auch keine \u00fcbrige Welt mehr, sondern nur der unmittelbare Augenblick und er und dieser Jungen. Selbst die n\u00e4chste Sekunde erschien nie jemals existent werden zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Junge hielt das Gewehr, das viel zu schwer f\u00fcr ihn sein mu\u00dfte, ruhig und sicher, als w\u00e4re es ein Teil seines K\u00f6rpers. Er zitterte nicht, war offenbar zu keiner anderen Regung f\u00e4hig als die des Hasses auf ihn, Ulrich. Vor diesem Hintergrund verschwand sogar der brennende Schmerz in seiner Wade.<br \/>\nUlrich lag ung\u00fcnstig, mit dem Stei\u00dfbein auf einem spitzen Stein, der leicht aus dem Gras herausragte und der ihm, je l\u00e4nger er in seiner jetzigen Position verharrte, fast mehr Schmerzen verursachte als die Schu\u00dfwunde an seiner Wade. Aber er wagte nicht sich zu r\u00fchren. Er sp\u00fcrte, wie der Junge nur auf eine Bewegung von ihm hoffte, um dann hinterher behaupten zu k\u00f6nnen, wenn Ulrichs toter, noch warmer K\u00f6rper in seinem eigenen Blut lag, das Gras tiefrot f\u00e4rbte und langsam im Boden versickerte, wenn alles nach s\u00fc\u00dflichem, warmen klebrigem Blut roch, da\u00df er gezwungen gewesen sei, diesen Fl\u00fcchtigen zu erschie\u00dfen, denn er hatte ihn trotz wiederholter Warnungen angreifen wollen, mit der Absicht ihn zu t\u00f6ten.<br \/>\nIn der Ferne vernahm Ulrich das sich n\u00e4hernde Gebell der Hunde.<br \/>\nEr fragte sich, warum der Junge ihn nicht gleich erschossen hatte. Oder wollte er nur mit ihm spielen, wie eine Katze, jagt sie eine Maus, diese f\u00e4ngt, wieder laufen l\u00e4\u00dft, erneut f\u00e4ngt und so weiter, bis sie ihr einfach und mit innerem Genu\u00df die Kehle durchbei\u00dft? Aber nein, bei einer Katze war das eine nat\u00fcrliche Handlung, von ihrem Instinkt vorgeschrieben, sie konnte beim T\u00f6ten niemals Genu\u00df empfinden! Das konnte nur ein Mensch! Wollte der Junge, da\u00df er sah, wer ihn da umbrachte? Oder hatte Ulrich nur Gl\u00fcck gehabt, da\u00df blo\u00df seine rechte Wade getroffen worden war, weil der Junge nicht so gut zielen konnte, wie er glaubte?<br \/>\n\u00bbKlassenfeinde wie dich, sollte man einfach niederknallen\u00ab, pre\u00dfte der Junge von innerem Ekel gesch\u00fcttelt hervor.<br \/>\nUlrich sah, wie seine Finger sich um den Abzug herum verkrampften.<br \/>\nW\u00fcrde er in diesem Moment seine Drohung wahr machen, dann war <i>alles<\/i> vorbei. Dann gab es ihn, Ulrich Bernow, nicht mehr. Dann versank er im <i>Nichts<\/i>. Dann w\u00fcrde er nicht mehr sein, als die ausgenommenen Schweine- und Rinderh\u00e4lften, die er beim Metzger im Dorf gesehen hatte, leblose Fleischst\u00fccke, bei deren Anblick es ihm immer schwergefallen war, sich zu vergegenw\u00e4rtigen, wie diese vor wenigen Tagen noch lebendig in irgendeinem Stall herumgestanden, ihr Futter gefressen und gelebt haben.<br \/>\nDas Gebell der Hunde kam rasch n\u00e4her.<br \/>\nUlrich hielt noch immer den Seitenschneider umklammert.<br \/>\nVielleicht w\u00fcrde der Junge jetzt gleich abdr\u00fccken, ihn erschie\u00dfen, oder w\u00e4re ermorden nicht der richtigere Ausdruck? Nein, f\u00fcr seine Vorgesetzten h\u00e4tte er einen Republikfl\u00fcchtling gestellt und diesen in heldenhafter Notwehr bedauerlicherweise erschie\u00dfen m\u00fcssen. Es gab ja diesen Schie\u00dfbefehl, der jeden, der der Grenze n\u00e4her kam als gestattet, zum Vogelfreien erkl\u00e4rte. Er h\u00e4tte es also mit gutem Gewissen tun k\u00f6nnen, er w\u00e4re sicherlich bef\u00f6rdert worden. Eine Belobigung war ihm auf jeden Fall sicher, und ihm, Ulrich, ein lausiges Begr\u00e4bnis, wie es sich f\u00fcr einen Volksfeind geh\u00f6rte. Was w\u00fcrde nun mit seiner Familie geschehen?<br \/>\nDas Gebell der Hunde war jetzt dicht bei ihnen. Ulrich glaubte deren fauligen, auf blutiges Fleisch gierenden Atem riechen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n\u00bbWas ist hier los\u00ab, erscholl eine andere, reifere Stimme, voll absoluter Autorit\u00e4t.<br \/>\nUlrich wagte nicht, den Blick von dem Jungen abzuwenden. Er sah darin die einzige M\u00f6glichkeit, sein Leben zu erhalten. Trotz allem hoffte er, da\u00df der Junge noch nicht derart abgestumpft war, einen wehrlos vor ihm liegenden Menschen, der ihn direkt ansah, zu ermorden. Das konnte er sicherlich nicht &ndash; noch nicht!<br \/>\n\u00bbIch habe einen von diesen Parasiten erwischt\u00ab, sagte der Junge mit vom Rausch des Triumphes zittriger Stimme.<br \/>\nUlrich f\u00fchlte, wie die Hunde um ihn herumschn\u00fcffelten, bereit, auf den kleinsten Wink ihres F\u00fchrers \u00fcber ihn herzufallen und ihn mit Genu\u00df zu zerrei\u00dfen.<br \/>\n\u00bbDas ist der erste, der es bei uns versucht hat, seit diese Grenze besteht\u00ab, meinte der andere n\u00fcchtern, doch nicht ohne eine gewisse Bewunderung. \u00bbEr wollte sich wohl durch den Zaun schneiden.\u00ab<br \/>\nEr wies mit der Stiefelspitze auf den Seitenschneider in Ulrich Hand. F\u00fcr den Moment f\u00fcrchtete Ulrich, er k\u00f6nnte ihm mit dem Absatz das Handgelenk zertr\u00fcmmern. Aber er ber\u00fchrte ihn nicht einmal. F\u00fcr ihn war er weniger als ein Nichts.<br \/>\n\u00bbAber letztlich kriegen wir die meisten doch\u00ab, fuhr der Mann mit der Sicherheit eines Menschen fort, der von der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit seines Handelns und Denkens absolut \u00fcberzeugt ist. \u00bbDie sind alle zu naiv, sie glauben, sie k\u00f6nnten <i>uns<\/i> entwischen. W\u00e4ren alle Grenzposten so wachsam wie du, es w\u00fcrde uns keiner entweichen k\u00f6nnen.\u00ab<br \/>\n\u00bbAm besten sollte ich ihn f\u00fcr alle Zeit unsch\u00e4dlich machen\u00ab, meinte der Junge und sah zu seinem Vorgesetzten hin, ohne den Lauf von Ulrichs Gesicht zu entfernen.<br \/>\n\u00bbDas h\u00e4ttest du schon beim ersten Mal machen sollen\u00ab, erkl\u00e4rte der andere n\u00fcchtern, begleitet von einem leichten Bedauern. \u00bbJetzt ist es zu sp\u00e4t daf\u00fcr. Zwischen beiden Sch\u00fcssen w\u00e4re eine zu lange Zeit verstrichen. Fast zehn Minuten.\u00ab Er mu\u00dfte auf seine Uhr gesehen haben. \u00bbWir sind hier zu nah am Ort. Man kann die Sch\u00fcsse dort gut h\u00f6ren. Und es gibt immer jemanden, der unangenehme Fragen stellt. Es gibt immer irgendwo einen ehrgeizigen Empork\u00f6mmling. Wir sind hier am Arsch der Welt, glaube mir das. Was meinst du, warum bisher noch keiner versucht hat hier \u00fcber die Grenze zu gehen? Und nach Berlin wollen viele dieser Provinzbeamten, da lassen die auch schon einmal einen ehrlichen Grenzer \u00fcber die Klinge springen, wenn es ihnen in den Kram pa\u00dft. In den letzten zwanzig Jahren habe ich schon an vielen Abschnitten dieser Grenze Dienst getan, ich wei\u00df, wovon ich rede. Nun werden sich die anderen um ihn k\u00fcmmern m\u00fcssen.\u00ab<br \/>\n\u00bbLos, auf, du Schmarotzer\u00ab, br\u00fcllte dieser Ulrich jetzt an und trat ihm in die Seite.<br \/>\nUlrich kr\u00fcmmte sich vor Schmerzen. Dann wurde er hochgerissen.<br \/>\n\u00bbDu nimmst sein B\u00fcndel und den Seitenschneider\u00ab, wies er den j\u00fcngeren an.<br \/>\n\u00bbUnd wenn er fliehen will?\u00ab<br \/>\n\u00bbDann haben die Hunde ihr Vergn\u00fcgen\u00ab, meinte sein Vorgesetzter lakonisch.<br \/>\nUlrich humpelte unter Schmerzen. Ihm kam es l\u00e4cherlich vor, da\u00df die anderen dachten, er k\u00f6nnte mit seinem Bein fliehen, ihnen entwischen. So schnell w\u00e4ren sie bei ihm gewesen, so gerne h\u00e4tte ihn der Junge niedergeschossen, h\u00e4tte der andere die Hunde auf ihn gehetzt. <i>Den<\/i> Gefallen wollte er ihnen nicht auch noch tun. Der Weg bis zum Wachturm kam ihm endlos vor. Seine beiden Bewacher sprachen kein Wort miteinander. Die Hunde trotteten laut hechelnd neben ihnen her.<\/p>\n<p><i>Welche Folgen Ulrichs gescheiterter Fluchtversuch nach sich zieht kann unter<\/i> <b><a class=\"links\" href=\"?p=1796\">Die Folgen<\/a><\/b> <i>nachgelesen werden.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Text ist die Fortsetzung von: Fluchtgedanken &nbsp; Am achten August 1987 war sein Entschlu\u00df endg\u00fcltig, die Flucht zu wagen. Es war ein warmer, wolkenloser Sp\u00e4tsommerabend und nahezu windstill. Er hoffte, da\u00df die Hunde ihn deshalb nicht so schnell w\u00fcrden wittern k\u00f6nnen. Schon einige Wochen zuvor hatte er einen robusten Seitenschneider aus dem Kombinat [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[37,32,36],"tags":[38,41,57],"class_list":["post-1792","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kurze-geschichten","category-literarisches","category-werkstatt","tag-kurzgeschichten","tag-literatur","tag-werkstatt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1792"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1792\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8416,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1792\/revisions\/8416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}