{"id":1905,"date":"2010-10-17T16:34:28","date_gmt":"2010-10-17T14:34:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1905"},"modified":"2026-04-13T16:50:28","modified_gmt":"2026-04-13T14:50:28","slug":"zitat-des-tages-74","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=1905","title":{"rendered":"Zitat des Tages #74"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/logos\/zitat.png\" \/><\/p>\n<p><em>Der folgende Text von Johann Peter Hebel, bekannt geworden vor allem durch seine Kalendergeschichten f\u00fcr die Zeitschrift \u00bbDer rheinische Hausfreund\u00ab, erz\u00e4hlt auf am\u00fcsante Weise, da\u00df es unm\u00f6glich ist, es jedem recht zu machen. Und nachwievor aktuell ist.<\/em><\/p>\n<div id=\"zitat\">\n<p class=\"zitattitel\">Man kann es nicht allen Leuten recht machen<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein Vater sprach zu seinem Sohne: \u00bbKomm, lieber Sohn, ich will dir die Torheit der Welt zeigen.\u00ab Damit zog er seinen Esel aus dem Stall und sie gingen miteinander \u00fcbers Feld, f\u00fchrten den Esel an der Hand und kamen in ein Dorf. Da liefen die Bauern zusammen und riefen: \u00bbSeht doch, welche Narren das sind! F\u00fchren den Esel an der Hand und keiner sitzt drauf.\u00ab<br \/>\nAls sie nun das Dorf hinter sich hatten, setzte sich der Vater auf den Esel und der Sohn f\u00fchrte das Tier an der Hand. Nach einer Weile kamen sie in ein anderes Dorf. Da sprachen die Bauern: \u00bbSeht nur, der Alte reitet und der arme Junge mu\u00df zu Fu\u00dfe nebenher laufen.\u00ab<br \/>\nSie zogen weiter und als sie vor das dritte Dorf kamen, stieg der Vater ab, hie\u00df den Sohn aufsitzen und f\u00fchrte den Esel. Kaum waren sie etliche Schritte ins Dorf gekommen, da kamen die Bauern herzu und riefen: \u00bbEi, der kr\u00e4ftige Junge reitet und l\u00e4\u00dft den armen alten Vater zu Fu\u00df gehen!\u00ab<br \/>\nWie sie nun weiterritten und an das vierte Dorf kamen, befahl der Vater seinem Sohne, da\u00df er sich hinten auf den Esel setze und er nahm vor ihm Platz. So ritten sie beide ins Dorf. Da kamen aber die Bauern zusammengelaufen, schimpften und schrien: \u00bbPfui \u00fcber die Tierqu\u00e4ler! Sie sitzen alle beide auf dem Esel und wollen das arme Tier zu Tode reiten. Sollte man nicht einen Stock nehmen und beide herunterschlagen?\u00ab<br \/>\nAls sie nun zum f\u00fcnften Dorf kamen, sprach der Vater: \u00bbLieber Sohn, es bleibt uns nur noch eins \u00fcbrig, n\u00e4mlich da\u00df wir dem Esel die Beine zusammenbinden, ihn \u00fcber eine Stange h\u00e4ngen und ihn so tragen.\u00ab Und so taten sie. Aber wie sie nun zum f\u00fcnften Dorf kamen, da verh\u00f6hnten die Leute sie, schalten sie unsinnige Narren und jagten sie mit Steinw\u00fcrfen zum Dorfe hinaus.<br \/>\nDa sprach der Vater zu dem Sohne: \u00bbSiehst du nun, lieber Sohn, die Torheit der Welt? Wie wir es auch gemacht haben, so ist es niemand recht. Es ist eben unm\u00f6glich, es jedem recht zu machen. Darum tu du immer nur das, was du f\u00fcr recht h\u00e4ltst &#8211; und la\u00df die Leute reden.\u00ab<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"autor\">Johann Peter Hebel (1760&ndash;1826)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Text von Johann Peter Hebel, bekannt geworden vor allem durch seine Kalendergeschichten f\u00fcr die Zeitschrift \u00bbDer rheinische Hausfreund\u00ab, erz\u00e4hlt auf am\u00fcsante Weise, da\u00df es unm\u00f6glich ist, es jedem recht zu machen. Und nachwievor aktuell ist. Man kann es nicht allen Leuten recht machen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[32,48],"tags":[41,49],"class_list":["post-1905","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literarisches","category-zitat-des-tages","tag-literatur","tag-zitate"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1905"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8720,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1905\/revisions\/8720"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}