{"id":193,"date":"2007-05-18T00:15:52","date_gmt":"2007-05-17T23:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=193"},"modified":"2026-04-01T18:13:41","modified_gmt":"2026-04-01T16:13:41","slug":"genaue-belichtungsmessung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=193","title":{"rendered":"Genaue Belichtungsmessung"},"content":{"rendered":"<p>\u00fc?hrung Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts stetig verfeinert wurde \u2013 vom integralmessenden Fotowiderstand\/Fotodiode bis hin zur ausgekl\u00fcgelten Mehrfeld- und 3D-Matrixmessung \u2013, lassen sich mit ihnen <strong>keine<\/strong> wirklich exakten Belichtungsmessungen durchf\u00fchren. Denn sie messen nicht das tats\u00e4chlich vorhandene Licht sondern das vom Objekt reflektierte. Die sogenannte <strong>Objektmessung<\/strong>. Und jeder wei\u00df, wie wenig dunkle Fl\u00e4chen, wieviel helle und da\u00df Glas- und Metallfl\u00e4chen scheinbar mehr reflektieren als auf sie einf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n<!--more-->\n\n\n<p>Dabei wird vorausgesetzt, da\u00df alle Objekte, die sich im Aufnahmefeld befinden, in der Summe ein mittleres Grau ergeben. Den Rest an Ungenauigkeit auszub\u00fcgeln, \u00fcberl\u00e4\u00dft man dem Belichtungsspielraum bei Film und Chip, der aber h\u00f6chst unterschiedlich ausf\u00e4llt. Z. B. besitzt Diafilm gar keinen, auch der Chip ist in diesem Punkt nicht viel besser. Zwar hat Farbnegativfilm einen relativ gro\u00dfen, doch bedeutet das nur, das innerhalb dieser Grenzen ein einigerma\u00dfen brauchbares Bild ohne ausgefressene Lichter und mit noch Zeichnung in den dunklen Bereichen entsteht. Aber eben keines, das fasziniert.<br \/>Der Belichtungsspielraum darf nicht mit dem Kontrastumfang verwechselt werden, das ist etwas v\u00f6llig anderes!<br \/>Die Mehrfeldmessung teilt das Bildfeld in mehrere Bereiche ein, von denen die oberen eine andere Gewichtung haben als die unteren, wegen des Himmels. Bessere Kameras erkennen sogar, wann eine Aufnahme im Hochformat gemacht wird. Aus den Einzelwerten wird ein Mittelwert gebildet. Auch hier ist das mittlere Grau von 18% Reflextionsgrad Standard. Dieses spezielle Grau ist \u00fcbrigens genormt! Alle Belichtungsmesser sind darauf geeicht.<br \/>Leider gibt es genug Objekte und Situationen, die davon abweichen: Gegenlicht, hell gekleidete Personen vor hellem Hintergrund, dunkelgekleidete Personen vor dunklem Hintergrund, Metalle und metallische Fl\u00e4chen, Licht das sich darin und auf Glas reflektiert, Schneelandschaft usw.<br \/>Dieses Problem umgeht die <strong>Lichtmessung<\/strong>. Bei ihr wird die tats\u00e4chlich vorhandene Beleuchtungsst\u00e4rke gemessen. Dazu ist ein externer Belichtungsmesser unumg\u00e4nglich. Es mag zwar f\u00fcr komfortverw\u00f6hnte Zeitgenossen ein Anachronismus sein, wenn jemand mit einer sogenannten High-Tech-Kamera, egal ob mit Chip oder Film, umhergeht und die Belichtung nach alter V\u00e4ter Sitte wie vor einem dreiviertel Jahrhundert mi\u00dft. Moderne Belichtungsmesser sind jedoch richtige Lichtme\u00dfcomputer. Und je nach Preis- und Ausstattungsklasse bieten sie die vielf\u00e4ltigsten M\u00f6glichkeiten \u2013 Blitzmessung, Kontrastmessung, Mittelwertbildung, Verl\u00e4ngerungsfaktorenermittlung etc. Die Preisspanne reicht von rund 100 \u20ac f\u00fcr die einfachsten, die so klein sind, da\u00df sie bequem in der Hosentasche Platz finden bis hin zum mehrere hundert Euro teuren Universalme\u00dfger\u00e4t. Wie immer ist der Gebrauchtger\u00e4temarkt zu empfehlen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/gimp\/vf.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>Mein eigener, ein \u00bbVariosix F\u00ab von <a href=\"http:\/\/www.gossen-photo.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gossen<\/a>, mit Schwenkkopf, Blitz-, Kontrastmessung, etc. Der aktuelle Nachfolger ist der weitgehend baugleiche \u00bbVariosix F2\u00ab Kosten: ca. 475,\u2013 Euro.<\/p>\n<p>Die Lichtmessung erfolgt mit einer der Me\u00dfzelle vorgesteckten Kalotte, die alles einfallende Licht im Winkel von 180\u00b0 erfa\u00dft. Diese Me\u00dfzelle wird immer vom Motiv in Richtung Kamera gehalten! Im Prinzip mu\u00df man also zum Motiv gehen. Geht das mal nicht, weil bspw ein Flu\u00df oder eine stark befahrene Stra\u00dfe dazwischen liegt, oder es einfach zu weit weg ist, um mal schnell r\u00fcber zu gehen, so schaut man, ob in der N\u00e4he eine vergleichbare Beleuchtungssituation vorhanden ist. Liegt das Motiv im Schatten, sucht man sich einen Schattenbereich in der N\u00e4he. Der Schatten kann auch mit dem eigenen K\u00f6rper erzeugt werden.<br \/>Den so ermittelten Wert stellt man nun an der Kamera ein, fertig \u2013 fast alle modernen Belichtungsmesser besitzen eine Digitalanzeige, die auf Knopfdruck passende Zeit\/Blendenkombinationen anzeigt, man mu\u00df also nicht mehr wie fr\u00fcher von einer Scheibe die passenden m\u00fchsam ablesen.<br \/>Das Ah-ha-Erlebnis stellt sich vor allem bei kritischen Motiven ein, sobald der fertige Abzug aus dem Labor kommt oder man die Aufnahmen das erste Mal auf dem gro\u00dfen Monitor zu Hause sieht.<br \/>Eine Anmerkung zu den Kameradisplays, die ja jede manuelle \u00c4nderung der Zeit\/Blendenkombination scheinbar genau anzeigen. Leider handelt es sich dabei nur um N\u00e4herungen, sie sind einfach zu klein und zu kontrastarm, damit wirklich etwas darauf beurteilt werden kann. Auf dem kontrastreichen 19&#8243; TFT daheim sieht dann alles anders aus.<\/p>\n<p>Eine preisg\u00fcnstige Alternative, allerdings nicht so komfortabel wie ein Belichtungsmesser, ist eine Graukarte. Gibt es f\u00fcr knapp \u00fcber zehn Euro im Fotofachhandel.<br \/>Die Graukarte vor das Motiv gehalten, mit der Kamera formatf\u00fcllend angemessen und die gemessenen Werte gespeichert. Spotmessung hat den Vorteil, da\u00df nicht so nah an die Graukarte herangegangen werden mu\u00df.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/gimp\/graukarte.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>Hier die Graukarte von Kodak<\/p>\n<p><strong>Ein Tip zur Graukarte:<\/strong> Wird sie am Rand des Motivs mit einbelichtet, eignet sie sich wunderbar zur Farbkorrektur, egal ob am Rechner oder im Labor. Das ist die weitere Verwendung der Graukarte.<\/p>\n<p><!--adsense--><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00fc?hrung Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts stetig verfeinert wurde \u2013 vom integralmessenden Fotowiderstand\/Fotodiode bis hin zur ausgekl\u00fcgelten Mehrfeld- und 3D-Matrixmessung \u2013, lassen sich mit ihnen keine wirklich exakten Belichtungsmessungen durchf\u00fchren. Denn sie messen nicht das tats\u00e4chlich vorhandene Licht sondern das vom Objekt reflektierte. Die sogenannte Objektmessung. 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