{"id":2252,"date":"2014-08-23T19:18:22","date_gmt":"2014-08-23T17:18:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=2252"},"modified":"2026-04-11T19:41:13","modified_gmt":"2026-04-11T17:41:13","slug":"kurzes-59-besser-spat-als-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=2252","title":{"rendered":"Kurzes #59 \u00b7 Besser sp\u00e4t als nie"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20140331_181_800.jpg\" alt=\"\" title=\"20140811_199_500\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2253\" \/><\/p>\n<p>Ged\u00e4mpft drang ausgelassenes Stimmengemurmel von den Nachbarbalkonen, begleitetet vom Vogelgezwitscher, durch das auf Kippstellung stehende Fenster ins Schlafzimmer. Der Fr\u00fchherbst erinnerte noch sehr an Sommer, obwohl die Tage bereits sp\u00fcrbar k\u00fcrzer und die Abende k\u00fchler wurden.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie lag in wohliger Tr\u00e4gheit auf der Seite, den Blick zum Fenster gerichtet, und beobachtete, wie der von drau\u00dfen hereinkommende warme Luftzug, unter den sich ein schwaches Aroma nach Gegrilltem mischte, mit der Gardine spielte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihre Handgelenke waren von den rauhen Seilen ger\u00f6tet, die Brustwarzen als Folge der Klammern noch immer \u00fcberempfindlich, doch das war nichts gegen das Brennen auf ihrem Hintern, der dabei war von einem intensiven Rot zu einem Schillern in allen Farben des Regenbogens zu wechseln. Sitzen war ihr zur Zeit nur auf einem weichen Kissen m\u00f6glich. Doch machte ihr das nichts aus, denn es war ein wunderbares Brennen, das sie ausgiebig geno\u00df.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wie sehr hatte sie sich fr\u00fcher nicht nur nach diesem Brennen gesehnt. Wie sch\u00f6n war es, jeden seiner Schl\u00e4ge zu sp\u00fcren, das laute Klatschen beim Auftreffen zu h\u00f6ren, um kurz darauf das einsetzende und schnell ansteigende Brennen zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wie meist war sie dabei nackt gewesen, ein rauhes Hanfseil in mehreren Windungen um die Handgelenke geschlungen, die Arme \u00fcber den Kopf, in eine von der Zimmerdecke an einem stabilen Haken befestigten Kette, eingehangen. Dieser Haken trug leicht das dreifache ihres Gewichts, so da\u00df sie sich bedenkenlos in ihre Fesselung fallen lassen konnte, was sie sp\u00e4testens nach dem dritten Schlag auch tat.<!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">Anfangs war sie bem\u00fcht gewesen, den Blick nicht zum Spiegelschrank zu richten, hatte mit halbgeschlossenen Augen auf den Boden gesehen. Sie wollte ihren nackten K\u00f6rper nicht sehen, an dem drei Kinder ihre Spuren hinterlassen hatten; ihre schweren, leicht h\u00e4ngenden und doch auf ihre eigene Weise sch\u00f6nen Br\u00fcste. Sie war zwar weit entfernt von einer zarten Elfe, trotzdem nicht wirklich \u00fcbergewichtig; breit in den H\u00fcften und bis auf diese l\u00e4stige Falte, die sich nach dem dritten Kind nicht mehr zur\u00fcckgebildet hatte, war ihr Bauch nur leicht gew\u00f6lbt. Von einem mehr als f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen K\u00f6rper konnte halt nicht mehr viel erwartet werden. Obwohl sie durchaus eine attraktive Frau war. Zwar war die Zellulitis an ihren kr\u00e4ftigen Schenkeln un\u00fcbersehbar, aber von der Form konnten ihre Beine und ihre F\u00fc\u00dfe ohne weiteres als sch\u00f6n bezeichnet werden. Ihr dichtes langes braunes Haar war bislang nur von wenigen grauen Str\u00e4hnen durchzogen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Lange hatte sie ihren K\u00f6rper unter weiten Kleidern und langen R\u00f6cken und Hosen \u203aversteckt\u2039, hatte zu beinahe blickdichten Strumpfhosen gegriffen, dabei h\u00e4tte sie viel lieber enge knielange R\u00f6cke und zarte Str\u00fcmpfe getragen, weil sie das als weiblicher empfand, aber sie hatte sich nicht getraut. Zugleich hatte sie ihren K\u00f6rper ausgiebig gepflegt, da sie \u00fcberzeugt war, da\u00df jeder \u203aMakel\u2039, der sich vermeiden lie\u00df, auch vermieden werden <i>mu\u00dfte<\/i>.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Doch innerhalb kurzer Zeit hatte sie die Einstellung zu ihrem K\u00f6rper grundlegend ge\u00e4ndert. Obwohl alle die scheinbar kleinen und gro\u00dfen \u203aProblemzonen\u2039 noch immer vorhanden waren, st\u00f6rte sie sich kaum noch an ihnen und hob ihre Vorz\u00fcge hervor; knielange enge R\u00f6cke, zarte Str\u00fcmpfe und hochhackige Schuhe, um die Sch\u00f6nheit ihrer Beine zu betonen. Schicke BHs, um den Reiz eines \u00fcppigen Dekollet\u00e9s in Szene zu setzen, ihre Br\u00fcste waren zwar alles andere als jugendlich fest, doch wundervoll \u00fcppig. Sie hatte es stets genossen, widmete ein Mann sich ihnen ausgiebig.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie hatte wieder gelernt, welches Vergn\u00fcgen ihr dieser K\u00f6rper verschaffen konnte, was es bedeutete, ihn auf vielf\u00e4ltigste Weise zu sp\u00fcren. Welche Wunder ein schickes Korsett bewirken konnte; keine Bauchfalte mehr und beinahe jugendlich feste und sichtbar \u00fcppigere Br\u00fcste. Ganz abgesehen von dem angenehmen Gef\u00fchl des gleichm\u00e4\u00dfigen Drucks auf ihren K\u00f6rper. In einem Korsett, einem engen knielangen Rock, bevorzugt aus schwarzem oder rotem Leder, zarten Str\u00fcmpfen und hochhackigen Schuhe f\u00fchlte sie sich derma\u00dfen sexy und begehrenswert, da\u00df es ihr fast die R\u00f6te in die Wangen trieb. Da war an ihr nichts mehr von einer Mutter von Anfang F\u00fcnfzig mit drei erwachsenen Kindern, sondern einzig eine verf\u00fchrerische Frau mit einer starken, fast k\u00f6rperlich sp\u00fcrbaren erotischen Ausstrahlung. Und diese Einsch\u00e4tzung wurde best\u00e4tigt, sah sie die Blicke, die ihr junge wie \u00e4ltere M\u00e4nner gleicherma\u00dfen mal verstohlen, mal offen zuwarfen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Mit geradezu narzi\u00dftischem Vergn\u00fcgen betrachtete sie sich im Spiegel, w\u00e4hrend sie mit gefesselten Armen in der Kette hing, w\u00e4hrend ihr Gebieter sie mit Gerte oder Riemenpeitsche und seit kurzen sogar mit dem Rohrstock schlug, f\u00fcr den sie eine Vorliebe zu entwickeln begann. Das schneidende, bei\u00dfende Gef\u00fchl des Rohrstocks bereitete ihr ein besonderes Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">ER machte stets l\u00e4ngere Pausen zwischen den Schl\u00e4gen, lie\u00df sie die wohligen Schmerzen in Ruhe genie\u00dfen, gab ihr die M\u00f6glichkeit, sich in sie hineinfallen zu lassen. Manchmal fand sie die Pausen als qu\u00e4lend lang, besonders wenn sie dem n\u00e4chsten Schlag sehnsuchtsvoll entgegenfieberte. Sie verga\u00df dabei alles um sich herum. H\u00f6rte und sp\u00fcrte nur die Schl\u00e4ge. Die Frau, die ihr beim Blick in den Spiegel entgegensah, besa\u00df nur zuf\u00e4llig \u00c4hnlichkeit mit ihr. Aber sie geno\u00df die Schl\u00e4ge ebenso wie sie, sie waren Komplizinnen, die sich an der Lust der anderen erg\u00f6tzten. Das war deutlich an ihrer Mimik, ihrem lustvollen Aufst\u00f6hnen bei jedem Schlag, den ger\u00f6teten Wangen zu sehen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Der Schmerz verwandelte sich sehr schnell zur Lust, er versetzte sie fast immer in einen leichten Rauschzustand voller Gl\u00fccksgef\u00fchle. Es waren nicht nur die Schl\u00e4ge an sich, die sie zwischen den Schenkeln na\u00df werden lie\u00dfen, weil es eine normale physiologische Reaktion war; ein nicht unwesentlicher Teil der N\u00e4sse war Folge der Lust, die es ihr bereitete, geschlagen zu werden. Sie h\u00e4tte sich fr\u00fcher nie vorstellen k\u00f6nnen, da\u00df sie derma\u00dfen na\u00df werden k\u00f6nnte und da\u00df es sie freute, derma\u00dfen na\u00df werden zu k\u00f6nnen und nicht nur, weil ER es geno\u00df, da\u00df sie bei ihren Session so na\u00df wurde. Nur wenn sie von IHM gefistet wurde, lief sie noch st\u00e4rker aus, was den Gebrauch von Gleitcreme unn\u00f6tig werden lie\u00df.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Als ER sie das erste Mal fisten wollte, dachte sie, da\u00df es IHM nach drei Kindern leicht fallen m\u00fc\u00dfte, mit der ganzen Hand in sie einzudringen. Doch sie hatte vergessen, da\u00df zwanzig Jahre seit der letzten Geburt vergangen waren und sich gewundert, wie eng sie wieder geworden war. Aber nach einigen wenigen Malen war es gegangen. Es war nicht nur sehr lustvoll, seine Hand in sich zu sp\u00fcren, sondern sie empfand eine besondere Intimit\u00e4t, die sie nicht einmal w\u00e4hrend der mehr als f\u00fcnfundzwanzig Jahren, die sie mit Wolfgang verheiratet gewesen war, empfunden hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wenn ER sie nach den Schl\u00e4gen von der Kette l\u00f6ste und liebevoll in die Arme nahm, durchstr\u00f6mte sie eine Zufriedenheit und Geborgenheit, wie sie sie bis dahin noch nie in den Armen eines Mannes empfunden hatte. Nicht einmal zu Anfang ihrer Beziehung hatte Wolfgang sie auf vergleichbare Weise in die Arme genommen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">ER gab ihr dennoch wenig Zeit, sich von den Schl\u00e4gen in seinen Armen zu erholen, was ihr im Prinzip recht war, und dr\u00fcckte ihr bald den Kopf mit sanfter Gewalt in seinen Scho\u00df. Sie war jedesmal aufs Neue angenehm \u00fcberrascht, wie sehr das Schlagen auch ihn erregt hatte. Nur zu gerne nahm sie seinen Schwanz in den Mund und brachte ihn zum Orgasmus, wissend, da\u00df er sie sp\u00e4ter mit wundervollen Orgasmen belohnen w\u00fcrde, sobald er in ihren Mund gekommen war und sie alles bereitwillig geschluckt hatte. ER brauchte zu diesem Zeitpunkt einen Orgasmus, um sich weiterhin auf sie konzentrieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Fr\u00fcher h\u00e4tte sie sich nur schwer vorstellen k\u00f6nnen, da\u00df sie es kaum erwarten k\u00f6nnte, bis ein Mann in ihrem Mund kam. Oraler Sex war f\u00fcr sie zwar nie ohne Reiz, aber allenfalls ein Teil des Vorspiels gewesen, doch nur solange, bis Sex insgesamt eine eheliche Pflicht\u00fcbung f\u00fcr sie geworden war. Zeitweise hatte sie gehofft, da\u00df Wolfgang Gleiches mit Gleichem vergelten w\u00fcrde, liebkoste sie seinen Schwanz nur lange genug mit dem Mund. Aber Wolfgang hatte sie, wenn \u00fcberhaupt, nur halbherzig geleckt. Relativ bald war darum oraler Sex aus ihrem Sexualleben verschwunden.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wolfgang war insgesamt zwar ein f\u00fcrsorglicher Ehemann und Familienvater gewesen, aber alles andere als ein einf\u00fchlsamer Liebhaber. Nach dem ersten Kind war ihr ohnehin nicht sehr leidenschaftliches Sexualleben zum ersten Mal f\u00fcr einige Zeit eingeschlafen, und nicht nur wegen des Kindes, das vor allem sie auf Trab gehalten hatte. Hin und wieder h\u00e4tte sie sich gerne Sex gew\u00fcnscht, nur zur Entspannung, nur um abschalten zu k\u00f6nnen. Doch Wolfgang verhielt sich distanziert. Nach dem zweiten Kind war ihr Sexualleben noch ein wenig sporadischer geworden und im Nachhinein fragte sie sich, wie es dabei \u00fcberhaupt noch zu einem dritten Kind kommen konnte, so wenig wie Wolfgang und sie miteinander gev\u00f6gelt hatten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sicherlich, drei Kinder, jeweils nur zwei Jahre auseinander, lie\u00dfen nicht mehr viel Zeit f\u00fcr andere Dinge. Doch gerade, wenn es stressig wurde, h\u00e4tte sie sich Sex zur Entspannung gew\u00fcnscht. Das h\u00e4tte ihr die M\u00f6glichkeit gegeben, sich als Frau und nicht nur als Mutter und Ehefrau zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Nach dem zweiten Kind hatte sich Wolfgang sehr auf seine berufliche Karriere konzentriert, die seine ganze Zeit in Anspruch genommen hatte. Es hatte ihnen erm\u00f6glicht, einen relativ hohen Lebensstandard trotz nur eines Einkommens zu halten, wodurch er abends meist zu ersch\u00f6pft schien. Aber auch im Urlaub war es kaum anders gewesen. Sie hatte sich damit getr\u00f6stet, da\u00df es nach so vielen Ehejahren und drei Kindern normal war, wenn die Partner das sexuelle Verlangen nacheinander verloren.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Irgendwann hatte dann dieses unterschwellig g\u00e4rende Gef\u00fchl eingesetzt, da\u00df etwas Wesentliches in ihrem Leben fehlte. Lange hatte sie es als gew\u00f6hnliche allgemeine Unzufriedenheit abgetan, die sich meist einstellt, sobald das eigene Leben in Routine erstarrt und viele Dinge nicht mehr so sind, wie sie eigentlich sein sollten oder wie man glaubte, da\u00df sie sein sollten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wann ihre Ehe mit Wolfgang, die sie beide im Grunde viel zu fr\u00fch eingegangen waren, sie war Anfang Zwanzig, er nur wenig \u00e4lter gewesen, nur noch ein Nebeneinanderherleben geworden war, konnte sie nicht pr\u00e4zisieren. Es war einfach geschehen, langsam, schleichend, so wie ein Flu\u00df sich langsam aber gerade darum unerbittlicher immer tiefer in die Schlucht gr\u00e4bt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Im Grunde waren sie nur wegen der Kinder zusammengeblieben. Sie hatten sich kaum gestritten und angefeindet. Sie hatten sich nur nichts mehr zu sagen gehabt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Dann waren die eindeutigen Phantasien auf das Gef\u00fchl von Unzufriedenheit gefolgt. Eine Weile war sie bem\u00fcht gewesen, diese Bilder zu ignorieren, die von hingebungsvoller Unterwerfung handelten. Sie war darin eine Frau, deren sexuelles Verlangen unstillbar zu sein schien. Sexuelles Lustobjekt f\u00fcr potente dominante M\u00e4nner, die sich ihrer bedienten, mit ihr machten, was ihnen gerade einfiel. Denn ganz gleich, was sie mit ihr machten, sie empfand bei ALLEM ungeb\u00e4ndigte Lust.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Immer farbenfroher wurden ihre Phantasien, besonders ab der Zeit, als alle ihre Kinder aufs Gymnasium gingen, so da\u00df sie zum ersten Mal seit Jahren bis zum fr\u00fchen Nachmittag ausreichend Zeit f\u00fcr sich fand.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Kaum war Wolfgang auf Arbeit und die Kinder in der Schule, legte sie sich wieder ins Bett, lie\u00df ihren Phantasien freien Lauf und onanierte ausgiebig dabei.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Vielleicht bemerkte Wolfgang irgend etwas, vielleicht hatten diese Phantasien, das regelm\u00e4\u00dfige Onanieren eine Ver\u00e4nderung in ihrem Verhalten, ihren Gesten herbeigef\u00fchrt. Jedenfalls schien Wolfgang das Bed\u00fcrfnis zu haben, wieder regelm\u00e4\u00dfiger mit ihr zu v\u00f6geln. Vielleicht lag es aber auch nur daran, da\u00df seine berufliche Karriere an einem Punkt angelangt war, an dem er nicht weiter aufsteigen konnte und somit der Stre\u00df etwas nachgelassen hatte, er war immerhin Anfang Vierzig.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie hatte nichts dagegen gehabt, aber Wolfgangs F\u00e4higkeiten als Liebhaber waren nicht wirklich besser geworden, doch halfen ihr die Phantasien, den Sex mit ihm zu genie\u00dfen. Sie hatte Wolfgang nie etwas von ihren Phantasien erz\u00e4hlt. Sie kannte ihn zu gut, f\u00fcr ihn w\u00e4re dadurch eine Welt zusammengebrochen. Sie tr\u00f6stete sich damit, da\u00df ihre Phantasien bei einer Umsetzung sicherlich nicht mehr ann\u00e4hernd so lustvoll gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihre \u00e4lteste Tochter verlie\u00df als erste das Elternhaus, kurz darauf ihr \u00c4ltester, nur die J\u00fcngste blieb noch. Ruhe kehrte ein auch in ihrem Sexualleben mit Wolfgang. Sie v\u00f6gelten faktisch nicht mehr miteinander, was sie in keiner Weise bedauerte. Die Generation ihrer Eltern hatte wahrscheinlich recht mit ihrer Behauptung, da\u00df ab Vierzig das sexuelle Verlangen deutlich nachl\u00e4\u00dft und mit F\u00fcnfzig an Bedeutung verliert. Doch warum blieben ihre Phantasien auch mit Ende Vierzig so lebendig wie nie zu vor? Warum onanierte sie noch immer regelm\u00e4\u00dfig und gerne? Warum sehnte sie sich mehr als fr\u00fcher nach erf\u00fcllter Sexualit\u00e4t?<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wolfgang er\u00f6ffnete ihr ein halbes Jahr nach ihrem f\u00fcnfzigsten Geburtstag und drei Monate nachdem ihre J\u00fcngste ebenfalls das Nest verlassen hatte, da\u00df er sich von ihr trennen w\u00fcrde. Zum einen, weil sie sich einfach auseinandergelebt hatten und zum anderen, weil er seit fast zwei Jahren eine Beziehung zu einer anderen Frau besa\u00df, die zwar auch in ihrem Alter, aber kinderlos war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Zu ihrer eigenen \u00dcberraschung hatte sie Wolfgangs Er\u00f6ffnung mit Gleichg\u00fcltigkeit entgegengenommen. Es war gar nicht so \u00fcberraschend f\u00fcr sie gekommen, wie sie zuerst gemeint hatte. Im Gegenteil begann sie sogar so etwas wie Erleichterung zu versp\u00fcren, da\u00df es endlich ein Ende genommen hatte, da\u00df sie Wolfgang nicht mehr jeden Tag sehen mu\u00dfte, da\u00df sie nicht mehr neben ihm schlafen mu\u00dfte. So wie Wolfgang sich nicht mehr f\u00fcr sie als Frau interessierte, so interessierte er sie als Mann ebensowenig.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Bemerkenswert gelassen handhabten sie ihre Trennung. Am Tag, als ihre Scheidung ausgesprochen wurde, f\u00fchlte sie sich richtiggehend befreit. Aber sie machte sich auch keine Illusionen \u00fcber ihre Zukunft. Eine neue Beziehung schien f\u00fcr sie in weiter Ferne zu liegen. Sie war Anfang F\u00fcnfzig und glaubte sich nicht mehr begehrenswert genug. Sie war dabei, sich damit abzufinden, da\u00df der Lauf der Dinge nun einmal so war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Und dann lernte sie IHN kennen, ihren Gebieter, ein wenig j\u00fcnger als sie, selbstbewu\u00dft, charmant, geistreich, gebildet, gutaussehend, kein Vergleich zu Wolfgang, der wie viele seines Altes sp\u00fcrbar in die Breite gegangen war. Er sah sie nicht als Mutter dreier erwachsener Kinder, als geschiedene Ehefrau. ER erkannte sofort in ihr die Frau, der es nach sexueller Hingabe gel\u00fcstete, die ausgehungert schien, die nach neuen, tiefgehenden Erfahrungen f\u00f6rmlich gierte. Nur kurz fragte sie sich, warum ein Mann wie er, sich gerade f\u00fcr <i>sie<\/i> interessierte. Doch er vertrieb schnell alle ihre Zweifel. Er nahm sie ernst, fl\u00f6\u00dfte ihr Vertrauen ein.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wieviel Vertrauen er ihr einfl\u00f6\u00dfte, erkannte sie erst, als sie ihm ganz selbstverst\u00e4ndlich ihre bis dahin im Verborgenen gehegten Phantasien erz\u00e4hlte, die f\u00fcr ihn nicht nur selbstverst\u00e4ndlich zu sein schienen, sondern er ermunterte sie, ihnen die Z\u00fcgel schie\u00dfen zu lassen, sie vorbehaltlos zu akzeptieren und zu genie\u00dfen, sie, soweit sie sich real umsetzen lie\u00dfen, sie auszuleben.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Durch IHN f\u00fchlte sie sich um Jahre verj\u00fcngt, als die Frau, als die Wolfgang sie nie gesehen hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Noch nie hatte sie sich derma\u00dfen als Frau, als sch\u00f6n und begehrenswert gef\u00fchlt wie bei IHM. IHM gefiel ihr K\u00f6rper wie er war, er war z\u00e4rtlich und grausam zugleich, seine Schl\u00e4ge, seine Befehle unerbittlich und bereiteten ihr eine nie gekannte Lust. Mitunter glaubte sie, wirklich uners\u00e4ttlich zu sein. Aber hatte sie nicht, scheinbar verlorene Jahre, nachzuholen? Sie \u203averga\u00df\u2039 ihr Alter. Es machte ihr Spa\u00df, sich etwas Besonderes f\u00fcr ihn anzuziehen, weil sie sich selbst darin gefiel.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihre Kinder bewunderten ihre lebensfrohe Mutter. Nur Wolfgang schien zu zweifeln, ob es richtig gewesen war, sich von ihr scheiden zu lassen. Aber h\u00e4tte er verstanden, da\u00df gerade ihre Scheidung der Grund f\u00fcr ihr Aufbl\u00fchen war? Nein, ganz bestimmt nicht, darum tat sie so, als bemerkte sie seine ver\u00e4nderte Haltung ihr gegen\u00fcber nicht. Wolfgang war Vergangenheit, ER war lustvolle Gegenwart.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie durfte jetzt nur noch Frau sein, konnte ihr Frausein unbeschwert genie\u00dfen. Vielleicht besser als sie es vor den Kindern, vor der Ehe mit Wolfgang gekonnt h\u00e4tte. Damals war sie einfach zu jung gewesen, um das w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen. Und sie mu\u00dfte sich keine Gedanken mehr dar\u00fcber machen, da\u00df sie auch trotz Verh\u00fctung schwanger werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Es war kein zweiter Fr\u00fchling, in dem sie sich befand, kein Wiederaufleben scheinbar vergessener Bed\u00fcrfnisse, sondern ein Neuanfang, ein Lebensabschnitt, den sie solange und so intensiv als m\u00f6glich genie\u00dfen w\u00fcrde. Ob nur mit IHM oder anderen interessanten M\u00e4nnern, die dieselben Phantasien und dieselben Bed\u00fcrfnisse hatten wie sie, war dabei v\u00f6llig unwichtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ged\u00e4mpft drang ausgelassenes Stimmengemurmel von den Nachbarbalkonen, begleitetet vom Vogelgezwitscher, durch das auf Kippstellung stehende Fenster ins Schlafzimmer. Der Fr\u00fchherbst erinnerte noch sehr an Sommer, obwohl die Tage bereits sp\u00fcrbar k\u00fcrzer und die Abende k\u00fchler wurden. Sie lag in wohliger Tr\u00e4gheit auf der Seite, den Blick zum Fenster gerichtet, und beobachtete, wie der von drau\u00dfen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[52,37],"tags":[61,38,41],"class_list":["post-2252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erotisches","category-kurze-geschichten","tag-erotisches","tag-kurzgeschichten","tag-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2252"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2252\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8439,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2252\/revisions\/8439"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}