{"id":2278,"date":"2015-07-26T20:09:44","date_gmt":"2015-07-26T18:09:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=2278"},"modified":"2026-04-04T17:06:56","modified_gmt":"2026-04-04T15:06:56","slug":"regenbekleidung-aus-gummi-als-fetisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=2278","title":{"rendered":"Regenbekleidung aus Gummi als Fetisch"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/logos\/sex.jpg\" \/><\/p>\n<p>In den 1950er und 1960er Jahren war Regenbekleidung in der Regel noch mit richtigem Gummi beschichtet. (Davor zwar auch schon, aber erst ab dieser Zeit wurde das Medianeinkommen so hoch, da\u00df sich auch breitere Bev\u00f6lkerungsschichten diese Sachen leisten konnten. Doch davon mehr weiter unten). Stichwort Klepper, einem leichten Baumwollstoff, der mit grauem Gummi beschichtet ist (Entwickelt 1920). Klepper ist auch heute noch in Fetischkreisen ein Inbegriff f\u00fcr Gummiregenbekleidung. Klepperm\u00e4ntel erzielen bis heute auf online-Auktionen recht hohe Preise.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"illustration-rechts center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/bizarre-02.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>Aus <em>Bizarre<\/em> Nr. 12, 1953, (Taschen-Reprint 1995)<\/div>\n<p class=\"einzug\">In einem der ersten Fetischmagazine \u00bbBizarre\u00ab, herausgegeben von John Willie, \u2013 von 1946 bis 1958 in 26 Ausgaben in den USA erschienen und gegen Ende der 1990er Jahre vom Taschenverlag in K\u00f6ln als Reprint herausgegeben \u2013 finden sich unter anderem nicht wenige Photos von Gummiregenbekleidungsliebhaber. Gummifetischismus war seinerzeit im Gro\u00dfen und Ganzen nur \u00fcber Gummiregenbekleidung und Dingen, die im Alltag aus Gummi waren, wie Handschuhe, mit Gummi beschichtete Laken f\u00fcrs Bett \u2013 gibt\u2019s heute auch noch unter dem Begriff Bettstoff \u2013 Bettstoff besteht aus beidseitig gummiertem Gewebe, gibt es auch heute noch im Medizinbedarf zu kaufen, meist als Meterware zu 90 cm Breite \u2013 oder Sch\u00fcrzen aus Gummi bzw. gummiertem Stoff, Stiefel, etc. auslebbar. Auch im einen anderen, ab 1951 in den USA erschienen Fetisch- und SM-erotischen Magazin \u00bbExotique\u00ab sind verschiedentlich Fotos von Gummiliebhabern in Gummiregenbekleidung und \u00e4hnliches zu sehen. Zeitgleich mit dem Reprint von \u00bbBizarre\u00ab erschien auch einer der Ausgaben des \u00bbExotique\u00ab-Magazin der Jahre 1951\u20131959, die Bl\u00fctezeit des Magazins, die in seiner Offenheit in Folge einer neuen Pr\u00fcderie gegen Ende der 1950er Jahre gezwungenerma\u00dfen endete. Die Ausgaben beider Magazine sind heute noch lesenswert, vor allem die abdruckten Kurzgeschichten zeigen, da\u00df die Verfasser schreiben konnten und es sich wahrscheinlich nur in wenigen F\u00e4llen um echte Leserbeitr\u00e4ge handelten. Das Layout besticht bei \u00bbExotique\u00ab mit seinem eigenen Charme \u2013 mit Schreibmaschine geschriebene Texte. \u00bbBizarre\u00ab dagegen ist professionell layoutet.<\/p>\n<div class=\"illustration center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/reingummiwaesche.jpg\" alt=\"\"\/><br \/>Reingummiw?sche 1950er<\/div>\n<p class=\"einzug\">In den 1950er Jahre gab es bereits die erste Gummibekleidung, die f\u00fcr Fetischisten hergestellt wurde, aber nat\u00fcrlich noch so beworben werden durfte. In den USA in den 1950er Jahre als sogenannte \u00bbSaunaw\u00e4sche\u00ab, auch nach Deutschland eingef\u00fchrt und im Wirtschaftswunderland Deutschland als \u00bbReingummiw\u00e4sche\u00ab und \u00bbReingummikorsett\u00ab, die Figur der Frauen besonders in Form bringen sollte. Damals bediente man sich und mu\u00dfte man sich solcher Kunstgriffe bedienen. Doch das ist wieder ein anderes Thema, hier geht es erster Linie um Regenbekleidung aus Gummi.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wer wei\u00df, wie viele Regenm\u00e4ntel und Jacken aus mit gummibeschichtetem Gewebe in den 1950er und 1960er rein aus erotisch\/sexuellen Gr\u00fcnden gekauft worden sind und wie viele (Ehe-)Paare diese h\u00e4ufiger beim Sex, denn als Regenschutz getragen haben, schlie\u00dflich hat es immer Menschen mit BDSM- und Fetischneigung gegeben, die ihre Neigung trotz aller moralischen Restriktion gelebt haben. Restriktion l\u00e4\u00dft den Wunsch nach Freiheit im Privaten oft nur gr\u00f6\u00dfer werden \u2013 aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls kurbelt die Vorstellung, seinen Gummifetischismus nur mit praktischer Gummibekleidung im Schutz des Privaten ausleben zu k\u00f6nnen, gleich die Phantasie an.<\/p>\n<div class=\"illustration-rechts center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/kleppermantel-002.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>Kleppermantel 1950er Jahre<\/div>\n<p class=\"einzug\">Erst in den 1970er Jahren wurde Gummi durch PVC als Beschichtung abgel\u00f6st, wobei auch die urspr\u00fcnglichen Friesennerze mit Gummi beschichtet waren. PVC hat zwar auch seinen Reiz, ist aber meines Erachtens weniger \u00bbedel\u00ab als Gummi.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Man mag es bedauern, da\u00df es keine Regenbekleidung aus gummibeschichtetem Gewebe au\u00dferhalb des Fetischbereichs hierzulande mehr gibt. In England gibt es immer noch die dort typische Variante des Mackintoshs zu kaufen, der anders als ein Kleppermantel aus einem schwereren Tr\u00e4gerstoff besteht und als SBR (shiny black rubber) bezeichnet wird. Mackintoshs gibt es seit 1823, Anfangs bestanden aus Gewebe, das mit in Textilfarbe gel\u00f6stem Gummi beschichtet war, mit den Nachteil der Steifheit und Br\u00fcchigkeit, 1843 wurde die Beschichtung dann mit vulkanisiertem Gummi vorgenommen, was die Probleme mit der Steife und der Br\u00fcchigkeit l\u00f6ste.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Es besitzt seinen eigenen Reiz, Bekleidung aus einem Material, das als Fetisch verbreitet ist, aber in dieser Art Kleidung nicht aus erotisch\/sexuellen Gr\u00fcnden, sondern aus praktischen Erw\u00e4gungen Anwendung findet, im rein erotisch\/sexuellen Kontext zu tragen und einzusetzen. Sprich, v\u00f6geln in einem Gummiregenmantel, mit Gummistiefeln oder Gummiwatstiefeln und Gummihaushaltshandschuhen ist irgendwie doch ein wenig geiler als in Gummisachen, die prim\u00e4r zum V\u00f6geln gedacht sind. #zwinker<\/p>\n<p class=\"einzug\">Werden die restriktiven sexuellen Moralvorstellungen \u2013 und wie mit allen, die dem von seinerzeit willk\u00fcrlich festgelegten Begriff des Normalen abgewichen sind, umgegangen worden ist \u2013 beiseite gelassen, hat die Vorstellung durchaus etwas, seinen Gummifetischismus nur in Regenbekleidung aus Gummi, Bettstoff, Gummihaushaltshandschuhen und Gummistiefel ausleben zu k\u00f6nnen, eventuell unter Hinzuziehung von \u00bbSchlankheitsw\u00e4sche\u00ab aus Reingummi.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Realistisch betrachtet, h\u00e4tte es ohne diese restriktive Sexualmoral bereits kurz nachdem auf Grund von Charles Goodyears Erfindung der Vulkanisierung von Kautschuk und der M\u00f6glichkeit Dinge aus Gummi herzustellen, eine florierende Gummi-Fetischszene gleich der heutigen gegeben mit entsprechender Auswahl an erotischer Gummibekleidung. Charles Goodyear soll bei dem, was mit Gummi m\u00f6glich ist, auch Kleidung daraus im Blickfeld gehabt haben, da diese am Abend gewaschen, am Morgen bereits trocken sei und wieder getragen werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Da seit Mitte des 19 Jhd. die Vulkanisierung von Kautschuk m\u00f6glich ist und bei der Herstellung von Regenbekleidung eingesetzt wurde \u2013 siehe Mackintosh und Co. \u2013, Gummistiefel gibt es auch bereits seit Mitte des 19. Jdh. wie auch andere Produkte \u2013, stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, ab wann sich Gummifetischismus \u00fcberhaupt entwickelt hat, ganz sicher jedoch im fr\u00fchen 20. Jhd.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Da\u00df Regenbekleidung aus Gummi heute ohne Bedeutung ist, liegt vor allem an Alternativmaterialien, die auf der einen Seite billiger sind, auf der anderen Seite praktische Vorteile haben, Stichwort Mikrofasern, die anders als Gummi, wasserdampfdurchl\u00e4ssig sind, sprich, der Schwei\u00df kann verdunsten und sehr leicht sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den 1950er und 1960er Jahren war Regenbekleidung in der Regel noch mit richtigem Gummi beschichtet. (Davor zwar auch schon, aber erst ab dieser Zeit wurde das Medianeinkommen so hoch, da\u00df sich auch breitere Bev\u00f6lkerungsschichten diese Sachen leisten konnten. Doch davon mehr weiter unten). 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