{"id":2542,"date":"2016-10-14T04:38:17","date_gmt":"2016-10-14T02:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=2542"},"modified":"2026-04-11T20:05:47","modified_gmt":"2026-04-11T18:05:47","slug":"kurzes-65-nachgang-und-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=2542","title":{"rendered":"Kurzes #65 \u00b7 Nachgang und Ausblick"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20160625_766_800_2.jpg\" \/><\/p>\n<p><em>Die Fortsetzung von \u00bb<a href=\"?p=2521\">Die Belohnungt<\/a>\u00ab, \u00bb<a href=\"?p=2511\">blo\u00df gestellt<\/a>\u00ab, \u00bb<a href=\"?p=2487\">Ein \u00bbblinde date\u00ab im Wortsinn<\/a>\u00ab und \u00bb<a href=\"?p=2420\">Der unbekannte n\u00e4chtliche Anrufer<\/a>\u00ab<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdenklich ging er nach Hause. Er hatte diesen Nachmittag au\u00dferordentlich genossen, dennoch konnte er sich im Nachhinein nicht wirklich daran erfreuen. Ihr schnelles Zur\u00fcckziehen, nachdem sie ihn zum Orgasmus gebracht hatte, lie\u00df ihn nicht los. Dabei war es nicht auff\u00e4llig schnell abgelaufen, nicht im Sinne von hastig oder gar fluchtartig. Er war sich sicher, da\u00df sie den Blick noch eine Weile auf ihn hat ruhen lassen, bevor sie ihn verlassen hatte. Vielleicht hatte sie ihn sogar mit einem liebevollen L\u00e4cheln betrachtet.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Als er seine Wohnungst\u00fcr aufschlo\u00df, wu\u00dfte er, was ihn bedr\u00fcckte; sie hatte in jedem Augenblick bestimmt, was abzulaufen hatte, und &ndash; was f\u00fcr ihn ebenso schwerwiegend war &ndash; er hatte sie anschlie\u00dfend nicht in die Arme nehmen k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">Er zog die Schuhe aus und lie\u00df sich, die Beine weit von sich gestreckt, aufs Sofa fallen. Nein, heute w\u00fcrde er nicht vor dem Schlafengehen duschen. Er wollte IHREN Geruch solange als m\u00f6glich am K\u00f6rper behalten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er konnte nicht sagen, wie lange er einfach nur dagesessen und versucht hatte, seine Gedanken, seine Eindr\u00fccke zu ordnen, als das Telefon l\u00e4utete. Es war gerade einmal fr\u00fcher Abend. Die D\u00e4mmerung setzte erst ein und doch wu\u00dfte er, da\u00df sie es war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWie hat dir deine Belohnung gefallen?\u00ab fragte sie sofort, nachdem er sich mit etwas rauher Stimme gemeldet hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa, doch, gut\u00ab, erwiderte er mit leicht kratzender Stimme<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas klingt eher nach dem Gegenteil\u00ab, fragte sie unwillk\u00fcrlich teilnahmsvoll und ihre Stimme zitterte zum ersten Mal leicht. Doch ihm entging das, er war zu sehr mit seinen eigenen Gef\u00fchlen besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbEs war schon sch\u00f6n, dich zu sp\u00fcren. Aber du bist nicht zum Zuge gekommen\u00ab, erwiderte er, zu sagen, da\u00df er sie gerne noch in die Arme geschlossen h\u00e4tte, traute er sich nicht.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbNein, das wollte ich ja auch nicht\u00ab, lachte sie fr\u00f6hlich und wieder selbstsicher auf. \u00bbDie Belohnung war auch f\u00fcr dich allein gedacht. W\u00e4re ich auch gekommen, h\u00e4tte ich in erster Linie mich \u203abelohnt\u2039.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbMacht dir denn Sex an sich keinen Spa\u00df?\u00ab Schon wieder so eine bl\u00f6de Frage! War er am Ende seit seiner Pubert\u00e4t nicht weitergekommen? Er h\u00e4tte sich selbst in den Hintern treten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbEs gibt kaum etwas, was ich so gerne habe wie Sex. Und wenn die Menschen ehrlich gegen sich selbst w\u00e4ren, dann w\u00fcrden sie vorbehaltlos zugeben, da\u00df sie nichts lieber als Sex haben und am besten sooft und fantasievoll wie m\u00f6glich. Da\u00df Sex eines der wenigen Dinge ist, die ihren Sinn in sich selbst tragen und f\u00fcr die es sich allein zu leben lohnt. Aber du scheinst da doch eher eine reichlich \u00fcberkommene Vorstellung zu haben\u00ab, sie klang einerseits nachsichtig andererseits sp\u00fcrte er, da\u00df sie am liebsten sagen w\u00fcrde, da\u00df er f\u00fcr einen Mann seines Alters reichlich naive Vorstellungen besa\u00df. \u00bbBeruhigt es dich, wenn ich dir versichere, da\u00df du noch genug Gelegenheit bekommen wirst, zu erleben, wie ich <i>komme<\/i>? Wie ich <i>meine<\/i> Lust, <i>meine<\/i> Geilheit genie\u00dfe? Allerdings wirst du unter Umst\u00e4nden dabei leer ausgehen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa\u00ab, beeilte er sich zu sagen und nicht nur, weil sie recht hatte und ihm die Frage im Nachhinein \u00fcber alle Ma\u00dfen peinlich war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSiehst du, du mu\u00dft mir nur weiterhin vertrauen. Du wirst es nicht bereuen. &ndash; Gibt es sonst noch etwas, was dich besch\u00e4ftigt\u00ab, f\u00fcgte sie g\u00f6nnerhaft hinzu.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa, ich w\u00fc\u00dfte gerne, wie du aussiehst.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDu hast doch schon soviel von mir \u203agesehen\u2039.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWie denn? Du hast mir doch entweder verboten dich anzusehen, oder mir die Augen verbunden.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSehen ist mehr als nur ein Abbild auf der Netzhaut. Das wird gerne in einer visuell orientierten Welt vergessen. Du kannst davon ausgehen, da\u00df du auf diese Weise ein differenziertes Bild von mir bekommen hast.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa, wahrscheinlich hast du recht\u00ab, er dachte an ihren Genitalgeschmack, ihren Geruch, er hatte ihr Gewicht gesp\u00fcrte, ihre Lippen, ihre Zunge, ihre Z\u00e4hne, ihr Haar im Gesicht. Ja, doch, er hatte sie ausf\u00fchrlich \u203agesehen\u2039. Er wu\u00dfte, da\u00df sie gro\u00df und sportlich schlank war, vielleicht mit einer Tendenz zum Molligen, mittelgro\u00dfe Br\u00fcste, lange Haare, volle weiche Lippen und, mittellange N\u00e4gel hatte. Wahrscheinlich h\u00e4tte er sie auch sofort wiedererkannt, wenn er ihr zuf\u00e4llig irgendwo begegnet w\u00e4re. Aber dennoch h\u00e4tte er gerne ihr \u203aAbbild auf der Netzhaut gehabt. \u00bbAber ich kenne weder deine Haar- noch deine Augenfarbe\u00ab, war das einzige Gegenargument, das ihm noch einfiel.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIst das denn so wichtig\u00ab, lachte sie erneut nachsichtig auf. \u00bbIst es wirklich so entscheidend, ob ich blond oder br\u00fcnett oder rothaarig bin oder rabenschwarzes Haar besitze, dunkle oder graue oder blaue Augen?\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Nein das war es nicht und ihm ging auf, wie einf\u00e4ltig und oberfl\u00e4chlich es doch war, Wert auf reine \u00c4u\u00dferlichkeiten zu legen. Auch, wenn er sich ihr Haar gerne dunkel und ihre Augen von einem tiefen Braun dachte. Es schien ihm einfach besser mit ihrer Stimme zu harmonieren.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie betrachtete sein Schweigen als Zustimmung.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSiehst du, wenn man erst einmal \u00fcber scheinbare Selbstverst\u00e4ndlichkeiten nachdenkt, wird einem bewu\u00dft, da\u00df sie oft gar nicht die Bedeutung haben, die ihnen gerne zugeschrieben werden. &ndash; Nun aber genug mit deinen Zweifeln. Die lasse ich nicht mehr zu. Du vertraust dich mir einfach an, Punktum. Und ich wei\u00df, da\u00df du ohnehin nichts anderes willst.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Damit hatte sie recht. Das wurde ihm durch ihre Worte bewu\u00dft.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa\u00ab, sagte er nur, aber voller \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDu wirst also alles tun, was ich in Zukunft von dir verlange?\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa, aber habe ich das nicht schon?\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas waren Pr\u00fcfungen, sozusagen Aufnahmepr\u00fcfungen. Die du durchaus mit Bravour bestanden hast, darum auch die Belohnung am heutigen Nachmittag. &ndash; Dein Schade soll es nicht sein, auch wenn du, wie schon gesagt, nicht immer der eigentliche Nutznie\u00dfer sein wirst. Doch genug! Du findest dich \u00fcbermorgen zur bekannten Stunde am bekannten Ort ein. Und diesmal bringe mehr als genug Zeit mit. So schnell wirst du von mir nicht entlassen werden, denn nun beginnt deine \u203aAusbildung\u2039.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er atmete tief durch. Er wu\u00dfte nicht, was er lieber t\u00e4te, als in ihre \u203aSchule\u2039 zu gehen, obwohl er nicht einmal eine vage Vorstellung besa\u00df, wie diese ablaufen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Bevor sie abh\u00e4ngte, sagte sie:<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbUm etwas zu haben, auf das du dich freuen kannst; in absehbarer Zeit wirst du auch mein Abbild auf deiner Netzhaut haben, ich kann dir nur nicht versprechen, ob das in einer Woche oder einem Monat oder einem halben Jahr sein wird.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sein Herz h\u00fcpfte vor Freude, aber ein kleiner Wermutstropfen mischte sich darunter, w\u00fcrde es das Bild, das er bereits von ihr hatte abrunden? Oder w\u00fcrde es ihn dann bereits als nebens\u00e4chlich erscheinen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fortsetzung von \u00bbDie Belohnungt\u00ab, \u00bbblo\u00df gestellt\u00ab, \u00bbEin \u00bbblinde date\u00ab im Wortsinn\u00ab und \u00bbDer unbekannte n\u00e4chtliche Anrufer\u00ab &nbsp; Nachdenklich ging er nach Hause. Er hatte diesen Nachmittag au\u00dferordentlich genossen, dennoch konnte er sich im Nachhinein nicht wirklich daran erfreuen. Ihr schnelles Zur\u00fcckziehen, nachdem sie ihn zum Orgasmus gebracht hatte, lie\u00df ihn nicht los. 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