{"id":321,"date":"2009-01-03T17:53:15","date_gmt":"2009-01-03T16:53:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=321"},"modified":"2026-04-03T12:16:15","modified_gmt":"2026-04-03T10:16:15","slug":"kurzes-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=321","title":{"rendered":"Kurzes #3 \u00b7 Der Schneesturm"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/logos\/inter.jpg\" \/><\/p>\n<p>Seit dem Morgen war der Himmel mit vom Schnee \u00fcberquellenden Wolken bedeckt. Seit fast einer Woche hatte das Thermometer selbst tags\u00fcber nur mit M\u00fche die Minuszweigradmarke erreicht. Nachts sank es nicht selten bis unter die Minuszehngradmarke. Mit dem Einsetzen der D\u00e4mmerung fielen die ersten noch vereinzelten Flocken.<br \/>\n\u00bbIch bringe dich besser schon jetzt zum Bahnhof\u00ab, sagte Marlies zu ihm.<!--more--><br \/>\nEr nickte. Eigentlich hatte er vorgehabt erst am sp\u00e4ten Abend zur\u00fcckzufahren. Aber der Wetterbericht hatte Schneetreiben angek\u00fcndigt. Und wer wei\u00df, ob sie dann noch ins Tal fahren konnten.<br \/>\nW\u00e4hrend der Fahrt in den Ort hinunter wurde der Schneefall st\u00e4rker. Schnell legte sich eine d\u00fcnne langsam aber stetig wachsende wei\u00dfe Schicht \u00fcber das Land.<br \/>\nMarlies, die ihren Gel\u00e4ndewagen sonst eher forsch die in leichten Serpentinen verlaufende breite Stra\u00dfe hinunterlenkte, fuhr jetzt umsichtiger.<br \/>\nAls sie den Ort erreichten, hatte sich der Schneefall fast schon zu einem kleinen Schneetreiben ausgewachsen.<br \/>\nMarlies parkte auf dem Bahnhofsvorplatz.<br \/>\nIm Bahnhof erfuhren sie, da\u00df einige Kilometer oberhalb des Ortes, wo das Schneetreiben bereits am fr\u00fchen Nachmittag eingesetzt hatte, ein alter Baum durch die Last des gefallenen Schnees auf das Gleis gest\u00fcrzt war und die Oberleitung besch\u00e4digt hatte. Weshalb der achtzehn Uhr Zug aus der Kreisstadt ausfiel. Eine M\u00f6glichkeit bestand, da\u00df der Zug aus der Gegenrichtung von hier aus gleich wieder zur\u00fcck fuhr. Allerdings wurde dieser erst in etwa eineinhalb Stunden erwartet.<br \/>\nMit einem Achselzucken gingen Marlies und er in das kleine Bahnhofscaf\u00e9 und w\u00e4hlten einen Tisch am Fenster, das auf den Bahnhofsvorplatz hinaussah. Seine Abreise schien sich doch noch zum sp\u00e4ten Abend hin zu verschieben, was ihm gar nicht ungelegen kam.<br \/>\nDer Schneefall wurde immer heftiger und durch das Fenster konnten sie sehen, wie der Bahnhofsvorplatz und der Ort bereits unter einer wei\u00dfen dichten Decke zu verschwinden begann.<br \/>\nAls sie sich einen weiteren Kaffee bestellten erfuhren sie, da\u00df auch aus der anderen Richtung vorerst kein Zug den Ort erreichen w\u00fcrde, die Oberleitung war abschnittsweise derart vereist, da\u00df ein Weiterfahren vorerst nicht m\u00f6glich war, zudem bef\u00fcrchtete man Schneeverwehungen.<br \/>\n\u00bbDann verl\u00e4ngert sich dein Aufenthalt offenbar noch etwas\u00ab, meinte Marlies, was ihr alles andere als unangenehm zu sein schien.<br \/>\nSie tranken ihren Kaffee aus und bezahlten.<br \/>\nDrau\u00dfen lag bereits alles unter einer dichten Schneedecke. Alle Ger\u00e4usche waren ged\u00e4mpft. Der Schnee fiel dicht.<br \/>\n\u00bbWir nehmen uns am besten im Ort ein Zimmer f\u00fcr die Nacht\u00ab, sagte Marlies. \u00bbIch habe zwar Schneeketten im Wagen. Aber solange es derart heftig schneit, ist es zu gef\u00e4hrlich. Man kann leicht von der Stra\u00dfe abkommen.\u00ab<br \/>\nEr nickte, schlie\u00dflich kannte sie sich hier bestens aus. Er nahm seine Reisetasche und sie stapften durch den Schnee zu einem kleinen Hotel unweit des Bahnhofs.<br \/>\nDer Ausfall der Z\u00fcge zwang nicht nur ihn im Ort zu bleiben. Aber sie hatten Gl\u00fcck. Ein Zimmer war noch frei.<br \/>\nW\u00e4hrend der Nacht fiel der Schnee mit weiterhin unverminderter Heftigkeit und begann erst zum Morgen hin langsam nachzulassen. Als die Sonne im Osten aufging, fielen nur noch vereinzelte Flocken, es zeigten sich bereits einzelne bla\u00dfblaue Flecken zwischen den Wolken, bald brach die Sonne durch und beleuchtete eine idyllische Winterlandschaft.<br \/>\nErst im Laufe des Nachmittags w\u00fcrde die Bahnstrecke wieder einigerma\u00dfen befahrbar sein. Da er ohnehin keine wichtigen Termine bis zum Ende der Woche hatte, beschlo\u00df er nicht zuletzt auf Grund der zur\u00fcckliegenden Nacht noch ein paar Tage zu bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Morgen war der Himmel mit vom Schnee \u00fcberquellenden Wolken bedeckt. Seit fast einer Woche hatte das Thermometer selbst tags\u00fcber nur mit M\u00fche die Minuszweigradmarke erreicht. Nachts sank es nicht selten bis unter die Minuszehngradmarke. 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