{"id":3400,"date":"2016-12-28T00:01:53","date_gmt":"2016-12-27T23:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3400"},"modified":"2026-04-11T20:31:16","modified_gmt":"2026-04-11T18:31:16","slug":"kurzes-77-nachklang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3400","title":{"rendered":"Kurzes #77 \u00b7 Nachklang"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20151212_031_800_2.jpg\"\/><\/p>\n<p><em>Fortsetzung von<\/em> <a href=\"?p=3388\">\u00bbDas geheimnisvolle Rendezvous\u00ab<\/a>, <a href=\"?p=3384\">\u00bbMarlies\u00ab<\/a> <em>und<\/em> <a href=\"?p=3382\">\u00bbZw\u00f6lf erotische Aquarelle\u00ab<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Hause zur\u00fcck setzte er sich im Arbeitszimmer in den bequemen alten Sessel und betrachtete die Aquarelle, die von den zusehends schw\u00e4cher werdenden Strahlen der Abendsonne beschienen wurden. Es war ungew\u00f6hnlich ruhig im Haus, das abendliche Konzert der V\u00f6gel war das einzige vernehmliche Ger\u00e4usch, das von drau\u00dfen hereindrang.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Mit zunehmender D\u00e4mmerung schienen die Szenen auf den Aquarellen lebendig zu werden. Er glaubte zu sehen, wie sich die sch\u00f6ne Unbekannte auf dem ersten Aquarell abtrocknete, wie sich das flauschige Badetuch bewegte, wie sie auf dem zweiten ein paar Tropfen Lotion aus dem Flakon in ihre Handfl\u00e4che laufen lie\u00df und mit z\u00e4rtlicher Selbstverliebtheit auf der Innenseite ihres Schenkels verteilte. Er meinte, ihre Laute der Lust zu vernehmen, glaubte sogar, in dem angedeuteten Mann sich selbst zu erkennen. Und auf einmal befand er sich wirklich in dem lichtdurchfluteten Bad, sah, wie sie aus der Wanne stieg, ihn um ein Handtuch bat, das er ihr nur zu gerne reichte. Sie trocknete sich ausgiebig ab. Als sie sich eincremte, folgten seine Blicke ihrer Hand, mit der sie die Lotion in ihre sch\u00f6ne weiche und zugleich feste Haut massierte. Dann befanden sie sich im Schlafzimmer. Sie trug nun das Kleid aus dem leichten durchsichtigen Stoff. Er hielt sie in den Armen. Sie k\u00fc\u00dften sich leidenschaftlich genie\u00dfend. Er sp\u00fcrte ihre warme, wohlriechende weiche Haut durch den d\u00fcnnen Stoff auf seiner. Jetzt erst wurde ihm bewu\u00dft, da\u00df er nackt war und eine heftige Erektion hatte. Sie lagen auf dem Bett und liebkosten sich mit den H\u00e4nden mit der gleichen Leidenschaft wie sie sich k\u00fc\u00dften.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Pl\u00f6tzlich klingelte das Telephon und er erwachte aus seinem Tagtraum, die ihm jedoch wie eine Vision erschienen war, so intensiv war es gewesen.<!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">Das Zimmer war in Halbdunkel getaucht. Er konnte nur noch schemenhaft etwas erkennen. Er mu\u00dfte, kaum da\u00df er sich in den Sessel gesetzt und den Blick auf die Aquarelle fixiert hatte, eingeschlafen sein.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Leicht benommen erhob er sich, schaltete die Schreibtischlampe ein, und nahm das Handger\u00e4t aus der Halterung.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbHabe ich dich geweckt? Du klingst verschlafen\u00ab, h\u00f6rte er Marlies vom anderen Ende der Leitung.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch bin ein wenig eingenickt\u00ab, entschuldigte er sich \u00fcberfl\u00fcssigerweise.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbHat sich zwischenzeitlich deine unbekannte Sch\u00f6ne bei dir gemeldet\u00ab, platzte sie sogleich heraus.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch habe sie heute getroffen\u00ab, sagte er und unterdr\u00fcckte ein leichtes G\u00e4hnen, wobei ihm auffiel, da\u00df seine Erektion nicht nur Teil seines Traumes gewesen war, wenn sie allerdings auch langsam im Abklingen war, obschon er bei seiner Heimkehr der \u00dcberzeugung gewesen war, da\u00df es eine Zeitlang dauern w\u00fcrde, bis er wieder eine haben k\u00f6nnte. W\u00e4re SIE bei jetzt ihm gewesen, er h\u00e4tte nichts lieber getan, als erneut mit ihr zu v\u00f6geln. Was ihm zuletzt in den eineinhalb Wochen mit Marlies widerfahren war, woran er in diesem Moment aber nicht dachte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbErz\u00e4hle\u00ab, legte sie ihrer Neugier nicht die geringste Hemmung auf.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er sah keinen Grund, ihrem Wunsch nicht zu entsprechen, schlie\u00dflich hatte er sich ihr anvertraut, daher besa\u00df durchaus ein Anspruch darauf, und erstattete Bericht. Sie h\u00f6rte aufmerksam zu und unterbrach ihn nicht einmal, was er von ihr nicht gewohnt war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDu \u00fcbertreibst auch nicht\u00ab, schien sie ihre Zweifel zu haben.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbNein, es hat sich genauso abgespielt.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas mu\u00df ja eine ganz au\u00dfergew\u00f6hnliche Frau sein\u00ab, war Marlies sichtlich beeindruckt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch bin ganz sch\u00f6n schlapp.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSoviel ich wei\u00df, geh\u00f6rst du zu den wirklich ausdauernden M\u00e4nnern. Meiner Erfahrung nach sind es bei jemanden wie dir in der Regel die Frauen, die zuerst Anzeichen von Ersch\u00f6pfung zeigen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er glaubte ihr Grinsen durch das Telefon hindurch zu sehen. Derart oft hatte sie ihre eineinhalb Wochen seit langem nicht mehr so direkt erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er f\u00fchlte sich leicht err\u00f6ten, als h\u00e4tte sie ihn an etwas Unangenehmes erinnert, dabei \u00fcbertrieb sie nur geringf\u00fcgig, tats\u00e4chlich hatte er seinerzeit nicht genug von ihr bekommen k\u00f6nnen und sich bisweilen gefragt, ob ihm sein K\u00f6rper nicht einen Streich der besonderen Art gespielt hatte. Er hatte schlie\u00dflich von der Problematik einer Dauererektion geh\u00f6rt. Vergleichbares war ihm seitdem nicht mehr widerfahren, bis zu diesem Nachmittag mit der unbekannten Sch\u00f6nen. Er war erneut erstaunt, welches &ndash; physische &ndash; Verlangen die \u203arichtige\u2039 Frau bei ihm erwecken konnte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Andererseits hatte Marlies damals in keiner Weise den Eindruck erweckt, da\u00df ihr seine Ausdauer auf irgendeine Weise unangenehm gewesen w\u00e4re, sie schien im Gegenteil selbst von nahezu uners\u00e4ttlichem Verlangen gewesen zu sein. Vermutlich w\u00e4re alles weitaus weniger leidenschaftlich verlaufen, w\u00e4re ihre Triebfeder eine andere gewesen &ndash; zumindest versuchte er sich das einzureden, aber er wu\u00dfte auch, da\u00df der Gegenbeweis nie w\u00fcrde durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWann seht ihr euch wieder?\u00ab fuhr sie fort, die diesbez\u00fcglich keine Antwort von ihm erwartet hatte. Sie wu\u00dfte, da\u00df er diesem Thema gerne auswich.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWei\u00df ich nicht.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWie? Das wei\u00dft du nicht? Was soll das hei\u00dfen? Dr\u00fcck\u2019 dich klarer aus!\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDa\u00df ich nicht wei\u00df, wann und ob wir uns jemals wiedersehen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Als er das sagte, versetzte es ihm innerlich einen heftigen Stich. SIE nicht mehr wiederzusehen, w\u00e4re ann\u00e4hernd das Schlimmste, was ihm im Augenblick widerfahren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAlso, wei\u00dft du, langsam beginne ich an deinem Verstand zu zweifeln. Du verbringst einen der tollsten Nachmittage die man sich vorstellen kann mit einer unglaublich faszinierenden Frau mit hemmungslosem Sex, und dann wei\u00dft du nicht, ob es ein zweites Mal geben wird.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er besa\u00df den Eindruck, da\u00df Marlies ihn nicht richtig verstanden hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWir haben nicht ein Wort miteinander gesprochen\u00ab, erkl\u00e4rte er darum. \u00bbEs ist genauso vorgefallen, wie ich dir erz\u00e4hlt habe.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbUnd ich dachte, du h\u00e4ttest es ein wenig romantisch ausgeschm\u00fcckt.\u00ab Sie schien erst jetzt zu verstehen, was er gesagt hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAch Marlies\u00ab, meinte er nur kopfsch\u00fcttelnd.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas klingt wirklich nach einer sehr eigenartigen Frau.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie wirkte sehr nachdenklich, als sie das Gespr\u00e4ch beendeten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Am n\u00e4chsten Morgen erschien ihm der zur\u00fcckliegende Tag tats\u00e4chlich wie ein Traum. Es war keine wie immer geartete Nachricht im Briefkasten, was ihn auf eine eigenartige Art und Weise entt\u00e4uschte, obwohl er mit keiner gerechnet hatte. Den Tag verbrachte er in einer sonderbaren Stimmung. Es war keine simple Verliebtheit, vielmehr ein eigenartiges Begehren in das sich die Angst mischte, seine sch\u00f6ne Verf\u00fchrerin niemals wiederzusehen, er niemals erfahren w\u00fcrde, wer sie war. Wiedersehen wollte er sie auf jeden Fall. Er <i>mu\u00dfte<\/i> sie einfach wiedersehen! Aber er wu\u00dfte nicht, wie er es beginnen sollte. Er wu\u00dfte so gut wie nichts von ihr! Er kannte lediglich diese Wohnung ohne Namensschild an der T\u00fcr, die nicht so aussah, als sei sie st\u00e4ndig bewohnt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">In der folgenden Nacht schlief er unruhig. Er tr\u00e4umte ausschlie\u00dflich von ihr, von der Wohnung. Er erblickte sie auf der Stra\u00dfe. Er wollte ihr hinterherrufen. Aber ihm versagte die Stimme. So sehr er seine Lungen auch f\u00fcllte, seiner Kehle entwich kein Ton. Er wu\u00dfte ja nicht, was er rufen sollte, er kannte ja ihren Namen nicht! Dann wollte er hinter ihr herlaufen, aber je schneller er lief, desto schneller entfernte sie sich. Er verlor sie in der Menge. Er fragte alle Leute, die ihm begegneten, wo er sie finden k\u00f6nnte, aber keiner konnte ihm Auskunft geben. Sie schienen nicht einmal zu verstehen, was er von ihnen wollte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">In den fr\u00fchen Morgenstunden erwachte er schwei\u00dfgebadet. Drau\u00dfen d\u00e4mmerte es bereits. Die V\u00f6gel hatten mit ihrem Morgenkonzert begonnen. Eine Autot\u00fcr wurde zugeschlagen und kurz darauf heulte ein Motor auf.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Da er zwischen den klammen Laken nicht gleich wieder einschlafen konnte und so gut wie hellwach war, stand er auf. Er schlug die Bettdecke zur\u00fcck, damit sie ausl\u00fcften konnte. Leicht zitternd ging er ins Bad und wusch sich mit kaltem Wasser durchs Gesicht. In ihm hatte sich ein Gef\u00fchl von Verlustangst breit gemacht, das in dieser Intensit\u00e4t eine v\u00f6llig neue Erfahrung f\u00fcr ihn war. Er \u00e4rgerte sich, da\u00df er nichts gesagt, sie nicht angesprochen hatte. Seine Angst, sie nicht wiederzusehen, nahm beinahe manische Z\u00fcge an. Dabei mu\u00dfte ihm doch einleuchten sein, da\u00df eine Frau wie sie f\u00fcr nur einen einzigen Nachmittag nicht diesen Aufwand trieb. Aber es gibt Situationen, da ist man f\u00fcr n\u00fcchterne \u00dcberlegungen nicht zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Die folgenden Tage und N\u00e4chte verbrachte er in etwas ruhigerer Stimmung. Unter all der Unsicherheit \u00fcber ein m\u00f6gliches Wiedersehen befand sich eine undefinierbare Zuversicht, da\u00df es auf irgendeine Weise weitergehen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortsetzung von \u00bbDas geheimnisvolle Rendezvous\u00ab, \u00bbMarlies\u00ab und \u00bbZw\u00f6lf erotische Aquarelle\u00ab. &nbsp; Zu Hause zur\u00fcck setzte er sich im Arbeitszimmer in den bequemen alten Sessel und betrachtete die Aquarelle, die von den zusehends schw\u00e4cher werdenden Strahlen der Abendsonne beschienen wurden. 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