{"id":3407,"date":"2016-12-30T19:23:51","date_gmt":"2016-12-30T18:23:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3407"},"modified":"2026-04-11T20:34:16","modified_gmt":"2026-04-11T18:34:16","slug":"kurzes-79-marlies-redet-ihm-ins-gewissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3407","title":{"rendered":"Kurzes #79 \u00b7 Marlies redet ihm ins Gewissen"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20150408_166_800_2.jpg\"\/><\/p>\n<p><em>Fortsetzung von<\/em> <a href=\"?p=3402\">\u00bbErneutes Rendezvous mit der sch\u00f6nen Unbekannten\u00ab<\/a>, <a href=\"?p=3400\">\u00bbNachklang\u00ab<\/a>, <a href=\"?p=3388\">\u00bbDas geheimnisvolle Rendezvous\u00ab<\/a>, <a href=\"?p=3384\">\u00bbMarlies\u00ab<\/a> <em>und<\/em> <a href=\"?p=3382\">\u00bbZw\u00f6lf erotische Aquarelle\u00ab<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbSie bestellt dich also jede Woche in diese Wohnung. Ihr sprecht kein Wort miteinander, v\u00f6gelt aber hemmungslos miteinander. Du darfst sie nicht ausziehen und ihr nicht die Maske abnehmen, ansonsten hast du sozusagen weitgehend freie Hand bei ihr, oder was man so nennt. Sie tr\u00e4gt stets Kleider unterschiedlichen Zuschnitts aus weichem Leder, die alle ihren K\u00f6rper wie eine zweite Haut umschlie\u00dfen, dazu entweder High-Heels oder Stiefel je nach Witterung, wobei letzteres meines Erachtens weniger von der Witterung als von ihrer Stimmung abh\u00e4ngig zu sein scheint. Wenn ich dich richtig verstanden habe, hat sie bis auf zwei Male ausschlie\u00dflich Stiefel getragen. Was mir nebenbei sehr gut gef\u00e4llt und nicht nur, weil sexy Kleidung beim Sex auch meines ist, besonders Leder, und ich, wie du wei\u00dft, auch gerne und oft Stiefel trage. Leder hat so etwas Animalisches und Selbstbewu\u00dftes zugleich. Deine sch\u00f6ne Unbekannte und ich scheinen ohnehin das eine und andere gemeinsam zu haben, doch das nur nebenbei. Sie geht als erste, womit sie stets auch das Ende eures geheimnisvollen Rendezvous\u2019 bestimmt, und nimmt immer den Schl\u00fcssel mit, den sie dir zuvor in einem Brief schickt und den sie dich bittet, in der Jackentasche aufzubewahren. Dieses Szenario spielt sich nun w\u00f6chentlich seit rund eineinhalb Monaten zwischen euch ab. Korrigiere mich, wenn ich in der Aufz\u00e4hlung etwas vergessen haben sollte\u00ab, rekapitulierte Marlies.<!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie sa\u00dfen an einem sonnigen Donnerstagnachmittag Mitte Juli in ihrem bevorzugten Caf\u00e9 bei Kaffee und Kuchen. W\u00e4hrend Marlies ihrem Kirschsahnekuchen wie \u00fcblich eifrig zusprach, stocherte er eher lustlos in seinem Apfelkuchen herum. Kuchen geh\u00f6rte zu den Dingen, von denen sie einfach nicht ablassen konnte, was zugleich auch ein wenig f\u00fcr ihren wohl gerundeten K\u00f6rper mitverantwortlich war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWenn du deinen Apfelkuchen nicht mehr m\u00f6chtest, kannst du ihn ruhig mir geben, bevor nur noch ein Haufen unansehnlicher Kr\u00fcmel davon \u00fcbrig ist.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSo ungef\u00e4hr spielt es sich jedes Mal ab\u00ab, meinte er ein wenig abwesend.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSo richtig scheinst du mir gar nicht zuzuh\u00f6ren. Na ja, wenigstens der Anblick meines ansehnlichen Dekollet\u00e9s hat seinen Reiz f\u00fcr dich noch nicht verloren.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbBitte?\u00ab Er schreckte leicht zusammen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbOffenbar siehst du zwar dorthin, aber siehst es doch nicht\u00ab, seufzte sie leise und schob ein weiteres St\u00fcck von ihrem Kuchen zwischen ihre vollen, leuchtendrot geschminkten Lippen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ein wenig schuldbewu\u00dft, obgleich es gar nicht seine Art war, zumal er ja wu\u00dfte, wie sehr es ihr gefiel, lie\u00df er seine Blicke dort ruhen, sah er auf ihre schlanken gepflegten H\u00e4nde mit den halblangen hellrot lackierten N\u00e4geln. Sogleich wurde in ihm die Erinnerung wieder lebendig, wie sch\u00f6n es seinerzeit gewesen war ihre H\u00e4nde an seinem Schwanz zu sp\u00fcren und wie geschickt und phantasievoll sie ihn massiert hatte. Es war ihm schwer gefallen zu glauben, da\u00df sie nur sehr wenig Erfahrung mit M\u00e4nnern hatte. Ihm war ihre Begr\u00fcndung, da\u00df sie auf diese Weise spielerisch die Umschnalldildos ihrer Partnerinnen massiert hatte, als ein wenig hergeholt erschienen. Zwischen einem solchen und dem lebenden Gegenst\u00fcck bestand seines Erachtens ein betr\u00e4chtlicher Unterschied. Es hatte immer wieder Phasen gegeben, in denen er bedauerte hatte, da\u00df sie letztlich nur mit einer Frau gl\u00fccklich werden und eine dauerhaft erf\u00fcllte Sexualit\u00e4t w\u00fcrde haben k\u00f6nnen. Doch an diese Dinge dachte er in diesem Moment weniger. In seiner Vorstellung waren aus Marlies\u2019 H\u00e4nden l\u00e4ngst die H\u00e4nde seiner sch\u00f6nen Unbekannten geworden. Deren H\u00e4nde waren nicht minder sch\u00f6n und gepflegt, vielleicht eine Spur schlanker und die N\u00e4gel etwas l\u00e4nger und in einem derart dunklen Rot lackiert, da\u00df sie zumindest im D\u00e4mmerlicht fast schwarz erschienen. Diese verstand es, ihn auf eine Weise zu massieren, da\u00df er unter ihren H\u00e4nden so heftig und weit wie nur selten ejakulierte. Zudem war sie darum bem\u00fcht, da\u00df alles auf ihrem Kleid landete. Nach ihrer Art der Massage k\u00f6nnte er \u203as\u00fcchtig\u2039 werden.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er verwarf den Gedanken sogleich, der ihn bereits einige Male wie aus heiterem Himmel durchfahren war, da\u00df Marlies und die sch\u00f6ne Unbekannte ein und dieselbe Person sein k\u00f6nnten. Trotz verschiedener und vermeintlicher Gemeinsamkeiten waren gerade die physischen Unterschiede zu eindeutig. Marlies war mindestens einen halben Kopf kleiner und besa\u00df wenigstens eine Konfektionsgr\u00f6\u00dfe mehr, obschon sie insgesamt alles andere als klein war, dennoch erreichte sie auch auf hohen Abs\u00e4tzen, so wie die der wei\u00dfen Riemchensandeletten, die sie an diesem Tag trug, nicht seine Gr\u00f6\u00dfe, w\u00e4hrend die sch\u00f6ne Unbekannte ihn darauf leicht \u00fcberragte. Daf\u00fcr wies das Dekollet\u00e9 beider Frauen einen vergleichbaren Umfang auf. Marlies war insgesamt gerundeter, aber auf eine sehr hinrei\u00dfende Weise.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbHallo, ich rede mit dir.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Marlies trat ihm leicht mit dem rechten Fu\u00df gegen das linke Schienbein. Seit einigen Minuten schwieg er und sah geistesabwesend abwechselnd auf ihre Br\u00fcste und ihre H\u00e4nde. Er zuckte leicht zusammen. Sein Blick fiel auf ihre sch\u00f6nen F\u00fc\u00dfe mit den gleichfalls hellrot lackierten N\u00e4geln.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa, nat\u00fcrlich.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Aus welchem Grund verglich er eigentlich permanent Marlies mit der sch\u00f6nen Unbekannten? Da\u00df Marlies seinem Ideal einer Frau sehr nahekam, war f\u00fcr ihn nichts Neues, selbst sie wu\u00dfte es und rechnete es sich als besonderes Kompliment von seiner Seite an. Es gab Momente, da bedauerte sie selbst, da\u00df sie auf Grund ihrer Homosexualit\u00e4t nie w\u00fcrde mit einem Mann gl\u00fccklich werden k\u00f6nnen, wobei er der einzige Mann war, bei dem sie das ehrlich bedauerte. Andererseits beruhigte sie sich damit, da\u00df eine Freundschaft in der Regel weitaus dauerhafter angelegt war als eine Beziehung. H\u00e4tten sie eine Beziehung, wer konnte schon sagen, ob sie sich nicht schon l\u00e4ngst voneinander getrennt h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWann fa\u00dft du dir endlich ein Herz und redest mit deiner sch\u00f6nen Unbekanntes Tacheles? Ich kann mir nicht vorstellen, da\u00df es in ihrer Absicht liegt, dieses Spielchen endlos weiterzuf\u00fchren. Das f\u00fchrt \u00fcber kurz oder lang in eine unerfreuliche Sackgasse, glaube es mir, mein Lieber.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch wei\u00df\u00ab, er seufzte fast schon ein wenig \u00fcbertrieben und sah sie ein wenig traurig an, wie ihr schien. \u00bbIch nehme es mir immer vor, aber sobald sie mir in der Wohnung gegen\u00fcbersteht, ist alles ganz anders. Auch wenn sie mich anschlie\u00dfend verl\u00e4\u00dft, fehlt mir die Energie dazu. Wobei, gestern kam es derart \u00fcber mich, da\u00df ich sie mir, als sie gehen wollte, noch einmal gepackt und sie quasi aufs Bett geworfen habe.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbUnd sie anschlie\u00dfend noch einmal so richtig sch\u00f6n durchgev\u00f6gelt hast\u00ab, erg\u00e4nzte Marlies mit einem breiten Grinsen, schob ihren leeren Teller beiseite und nahm, ohne ihn erneut zu fragen, seinen Teller mit dem bereits arg zerkr\u00fcmelten Apfelkuchen, was er geschehen lie\u00df. \u00bbFast schon ein wenig \u203avergewaltigt\u2039\u00ab, f\u00fcgte sie mit einem Augenzwinkern hinzu.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSie hat sich nicht einen Moment gewehrt, im Gegenteil. Es war nicht zu \u00fcbersehen, da\u00df es ihr gefiel, sich ein wenig derb von mir behandeln und sich ein wenig r\u00fccksichtslos v\u00f6geln zu lassen. Abgesehen davon kann man eine Frau ihrer Gr\u00f6\u00dfe und Statur nicht gegen ihren Willen nehmen. Ich h\u00e4tte da ebensowenig eine Chance wie bei dir.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas war auch scherzhaft gemeint.\u00ab Marlies unterdr\u00fcckte einen Seufzer.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihr bester Freund war wirklich ganz sch\u00f6n verliebt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSie hat es jedenfalls genossen, vielleicht sogar mehr als das, was wir zuvor miteinander gemacht haben. Aber ich wei\u00df nicht, ob es so eine gute Idee gewesen ist. Ich bin zwar letztlich dabei gekommen, aber mir schmerzten danach nicht nur die Hoden, auch die Eichel f\u00fchlte sich so eigenartig an, au\u00dferdem hatte der Orgasmus schon etwas Erzwungenes. Sie kam kurz vor mir und mu\u00df dabei bereits wund gewesen sein. Sp\u00e4ter unter der Dusche habe ich einen Schleier von Blut auf dem Schwanz entdeckt.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbV\u00f6geln bis man wund wird, das hat etwas, glaube mir. Obschon es ein sehr unangenehmes Gef\u00fchl f\u00fcr eine Frau ist, wund zu sein, besitzt es doch seinen besonderen Reiz. Allerdings ist es bedeutend sinnvoller, mit reichlich Gleitgel dem vorzubeugen\u00ab, f\u00fcgte sie ein wenig schulmeisterlich hinzu.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er achtete nicht auf ihre Worten, sondern war mit den Gedanken schon wieder abwesend, diesmal bei dem Brief, den er am Morgen von ihr erhalten und mindestens ein Dutzend Mal gelesen hatte.<\/p>\n<div class=\"zitate\">\n<p><em>Ich kann nicht anders. Ich mu\u00df Dir schon jetzt schreiben, bevor ich Dir wieder die Schl\u00fcssel zu unserem Liebesnest sende. Ich mu\u00df Dir sagen, wie sehr mich unser gestriger Nachmittag beeindruckt hat. Noch nie habe ich mit einem Mann wirklich bis zur Ersch\u00f6pfung gev\u00f6gelt, auch wenn ich es mitunter geglaubt habe und man denkt, ab einem bestimmten Alter habe man bereits weitgehende Erfahrungen diesbez\u00fcglich gemacht. Es hat mir gefallen, wie du mich gepackt hast, als ich gehen wollte, mich aufs Bett geworfen und r\u00fccksichtslos in mich eingedrungen bist. Du hast mir dabei sogar ein wenig weh getan. Ich mag vielleicht anders auf Dich wirken, aber von einem Mann, dem ich mich nahe f\u00fchle und dem ich weitgehend vertraue, w\u00fcnsche ich mir zu gegebener Zeit, da\u00df er sich ohne R\u00fccksicht von mir nimmt, was er braucht. Das tut mir unglaublich gut, dann trage ich anschlie\u00dfend blaue Flecke und wunde Stellen wie Troph\u00e4en. Meine M\u00f6se war nach Deiner \u203aBehandlung\u2039 richtig wund, nicht nur einfach trocken, wie fr\u00fcher schon einige Male nach ausgiebigem Sex. Ich hatte tats\u00e4chlich ein wenig Blut an den Fingern als ich, kurz nachdem wir uns getrennt haben, die wunde Stelle abgetastet habe. Du wirst mein Erschrecken vielleicht nachvollziehen k\u00f6nnen. Ich h\u00e4tte nie gedacht, da\u00df man es tats\u00e4chlich soweit treiben kann. Doch schnell ist dem Erschrecken ein Gef\u00fchl tiefer innerer Zufriedenheit gewichen, schlie\u00dflich habe ich es sehr genossen, vielleicht mehr als den Sex zuvor. Ich w\u00fcrde es immer wieder tun. Immer wieder diese Ersch\u00f6pfung in Kauf nehmen, die Leben bedeutet. Jetzt, wo ich dies schreibe, und ich mich reichlich an den wunden Stellen eingecremt habe, f\u00fchle ich noch immer die Spannung, f\u00fchle ich, da\u00df ich heute nicht k\u00f6nnte, selbst wenn ich es wollte, und es noch einige Tage dauert, bis ich wieder kann, obschon ich wei\u00df, da\u00df die Lust sich schon wieder beginnt in mir breit zu machen. Jede Ber\u00fchrung schmerzt mich, aber es steht, zum Gl\u00fcck kein Treffen an &ndash; wirklich zum Gl\u00fcck? Ich wei\u00df es nicht, ich will es nicht auf den Versuch ankommen lassen, andererseits w\u00fcrde ja noch meine hintere K\u00f6rper\u00f6ffnung zur Verf\u00fcgung stehen, die &ndash; noch &ndash; nicht wund ist und deren Benutzung ich auch gerne habe. Betrachte das als Kompliment und ich hoffe, da\u00df es in dieser Intensit\u00e4t auch f\u00fcr Dich das erste Mal war, da\u00df ich die erste Frau in Deinem Leben bin, die dieses heftige Begehren in dir geweckt hat, das Begehren, sie wund zu v\u00f6geln. Es w\u00e4re mir ein gro\u00dfes Kompliment. Zu gegebener Zeit h\u00f6rst Du wieder von mir.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>Er \u00fcberlegte seit dem Erhalt des Briefes, ob er ihn Marlies zeigen sollte. Eine, in seinen Augen derart sch\u00f6ne schriftliche Liebeserkl\u00e4rung hatte er bisher noch von keiner Frau erhalten. Aber er verwarf den Gedanken stets, der Inhalt war ihm doch zu intim, um ihn selbst Marlies mitteilen zu k\u00f6nnen. Abgesehen davon war ausgerechnet Marlies die bisher einzige Frau, neben seiner sch\u00f6nen Unbekannten, die ein derart starkes Begehren in ihm geweckt hatte, da\u00df er sie bis zur Ersch\u00f6pfung hatte v\u00f6geln wollen. Da\u00df Marlies dabei nicht wund geworden war, war lediglich ihrer Umsicht zu verdanken, rechtzeitig ausreichend Gleitgel zur Anwendung gebracht zu haben und sie ohne einen ungew\u00f6hnlich starken Sekretflu\u00df bei sexueller Erregung besa\u00df.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch habe schon recht fr\u00fch \u00fcberlegt, ob ich ihr nicht heimlich einen Brief zustecken kann, den sie erst zu Hause entdeckt. Aber da sie nie eine Tasche, oder Jacke dabei hat und an ihren engen Lederkleidern auch keine sind, wobei sie ein Zustecken ja bemerken w\u00fcrde\u00ab, redete er mehr zu sich selbst.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbEs gibt so Momente, da erscheint mir der Grat zwischen Genie und Wahnsinn \u00e4u\u00dferst schmal. Bei dir beginne ich mich gerade zu fragen, ob du den nicht schon nach der falschen Seite hin \u00fcberschritten haben k\u00f6nntest, ohne da\u00df es selbst mir wirklich aufgefallen ist.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie hatte eine derart sorgenvolle Miene dabei aufgesetzt, da\u00df es ihn sichtlich irritierte. Er schwieg, weil er nicht wu\u00dfte, was er darauf erwidern sollte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWarum redest du nicht mit ihr?\u00ab Marlies betonte jede Silbe, w\u00e4hrend sie auch seinen, nun leeren Teller zu dem ihren stellte. \u00bbIch bin mir sicher, sie erwartet das. Willst du sie wirklich dauerhaft haben, nutze die n\u00e4chste Gelegenheit, bevor sie mit dir die Geduld verliert. Ich w\u00e4re an ihrer Stelle bereits mit meiner Geduld zu Ende, daran w\u00fcrde auch nichts \u00e4ndern, da\u00df du endlich mal entschlossen die Initiative ergriffen hast, obzwar sie sich bereits anders entschlossen hatte. Wenn das Alter, wie bei uns, auch bei ihr mit einer vier vorne beginnt, wie ich vermute, sinkt die Toleranzschwelle sp\u00fcrbar und man ist nicht mehr bereit, manches hinzunehmen, sondern zieht deutlich fr\u00fcher die Konsequenzen. Allerdings werden in unserem Alter auch die Schrullen ausgepr\u00e4gter.\u00ab Marlies bedachte ihn mit einem beinahe vernichtenden Blick.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbVermutlich hast du recht\u00ab, meinte er schlie\u00dflich gedehnt, von einem tiefen Seufzer begleitet, und sah an ihr vorbei.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er vermied es, ihr gegen\u00fcber zuzugeben, da\u00df er mit seinem derzeitigen Junggesellenleben auf eine eigent\u00fcmliche Weise zufrieden war, da sie dies nur als Best\u00e4tigung einer der von ihrer Seite unterstellten \u203aSchrullen\u2039 gesehen h\u00e4tte. Dabei war er prinzipiell einer Beziehung gegen\u00fcber alles andere als abgeneigt. Doch nicht mit Elena und nicht mit Marietta, leider &ndash; oder doch zum Gl\u00fcck, da war er sich seit \u00fcber zwanzig Jahren nicht sicher &ndash; nicht mit Marlies. Daf\u00fcr war jetzt eine Frau in sein Leben getreten, von der er sich noch mehr als von Marlies auf vielf\u00e4ltige Weise angezogen f\u00fchlte, weil sie auf besondere Weise gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit ihr besa\u00df, obschon er von der sch\u00f6nen Unbekannten an sich nur wenig wu\u00dfte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Marlies verabschiedete sich mit leichter Sorge von ihm. So hatte sie ihn, seit sie sich kannten, noch nie erlebt und er hatte schon so manchen Liebeskummer bei ihr abgeladen, so wie sie auch den ihren beim ihm, wenn es bei ihr auf Grund ihres unterschiedlichen Naturells diesbez\u00fcglich h\u00e4ufiger vorgekommen war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortsetzung von \u00bbErneutes Rendezvous mit der sch\u00f6nen Unbekannten\u00ab, \u00bbNachklang\u00ab, \u00bbDas geheimnisvolle Rendezvous\u00ab, \u00bbMarlies\u00ab und \u00bbZw\u00f6lf erotische Aquarelle\u00ab. &nbsp; \u00bbSie bestellt dich also jede Woche in diese Wohnung. Ihr sprecht kein Wort miteinander, v\u00f6gelt aber hemmungslos miteinander. 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