{"id":3490,"date":"2017-01-24T14:51:26","date_gmt":"2017-01-24T13:51:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3490"},"modified":"2026-04-11T20:50:54","modified_gmt":"2026-04-11T18:50:54","slug":"kurzes-86-der-erste-gemeinsame-abend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3490","title":{"rendered":"Kurzes #85 \u00b7 Der erste gemeinsame Abend"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20160224_0587_800_2.jpg\"\/><\/p>\n<p><em>Fortsetzung von<\/em> \u00bb<a href=\"?p=3483\">Gespr\u00e4ch im Caf\u00e9<\/a>\u00ab, \u00bb<a href=\"?p=3481\">Gero und Daphne<\/a>\u00ab, \u00bb<a href=\"?p=3475\">Daphne<\/a>\u00ab <em>und<\/em> \u00bb<a href=\"?p=3466\">Die neue Zimmerwirtin<\/a>\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Abend vor seiner Abreise mit Daphne nach Venedig nahm er zum ersten Mal die Einladung seiner Wirtin zum Tee an, schon allein um sich w\u00e4hrend der Tage in Venedig Daphnes Kommentare diesbez\u00fcglich zu ersparen. Seine Wirtin hatte sich M\u00fche gegeben, eine so anheimelnde Atmosph\u00e4re wie m\u00f6glich zu schaffen, hatte sich in schlichte Eleganz gekleidet, ein dezentes Make-up gew\u00e4hlt, wohl wissend, da\u00df ein allzu sexy wirkendes \u00c4u\u00dferes, selbst wenn ihr danach gewesen w\u00e4re, ihn wie viele M\u00e4nner nur verschreckt h\u00e4tte, lediglich bei der Wahl der Absatzh\u00f6he ihrer Schuhe war sie forsch vorgegangen. Das Teegeschirr und das liebevoll arrangierte, eindeutig selbstgemachte Geb\u00e4ck verrieten Geschmack. Trotzdem schien das Gespr\u00e4ch nicht so recht in Gang kommen zu wollen. Gero bereitete es M\u00fche, es nicht als Verpflichtung aus purer H\u00f6flichkeit gegen\u00fcber seiner Vermieterin zu sehen, obwohl er sich ja durchaus erotisch von ihr angezogen f\u00fchlte, und mehr als einmal fand, da\u00df ihre vollen weichen, vielleicht ein wenig zu \u00fcppigen, in einem dezenten warmen Erdton geschminkten Lippen zum K\u00fcssen einluden, er oft den Blick bem\u00fcht unauff\u00e4llig auf ihren sch\u00f6nen Beinen ruhen lie\u00df, wie auch auf ihren m\u00fctterlich \u00fcppigen Busen, den sie wie \u00fcblich durch ein engangliegendes, hochgeschlossenes Oberteil betonte. Hatte er das Gef\u00fchl, allzu offensichtlich auf ihre Beine oder ihr Dekollet\u00e9 zu \u203astarren\u2039, verfing sich sein Blick wie von selbst auf ihre sch\u00f6nen schlanken gepflegten H\u00e4nde mit den mehr als halblangen, wie meist in einem warmen Erdton lackierten N\u00e4geln. Ihre warme Altstimme erschien ihm als Labsal f\u00fcr die Ohren.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie sp\u00fcrte seinen inneren Zwiespalt und mu\u00dfte ein leichtes Schuldgef\u00fchl diesbez\u00fcglich unterdr\u00fccken, dennoch lie\u00df sie sich nicht entmutigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">Vielleicht lag es am ausgezeichneten Tee, der Atmosph\u00e4re oder dem schmackhaften Geb\u00e4ck, da\u00df er dann doch zusehends entspannter wurde, und das Gespr\u00e4ch langsam in Schwung kam. Als er f\u00fcr sich feststellte, da\u00df er mit sichtlichem Behagen den Blick auf ihren sch\u00f6nen Beinen ruhen lie\u00df und ein m\u00fctterlich \u00fcppiger Busen unter einem derart engen Oberteil aus weichem hochwertigen Stoff ein wundervoller Anblick ist, und sie sich unter seinen bewundernden Blick wohlf\u00fchlte, erschien es ihm bereits nicht mehr so sehr als Verpflichtung. Wie schlie\u00dflich das Gespr\u00e4ch auf Heinrich Mann &ndash; den sie beide gleicherma\u00dfen sch\u00e4tzten &ndash; und speziell auf den <i>Professor Unrat<\/i> kam, war die anf\u00e4ngliche Gezwungenheit bereits weitgehend verschwunden.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch finde, in welchen Wahn sich Unrat hineinsteigert, l\u00e4\u00dft sich gut daran erkennen, da\u00df er ausgerechnet Lohmann, denjenigen seiner Sch\u00fcler, der am wenigsten gegen ihn hat, als seinen gr\u00f6\u00dften Gegner ansieht\u00ab, bemerkte Gero, erfreut nach langer Zeit jemandem begegnet zu sein, mit dem er \u00fcber eines seiner Lieblingswerke reden konnte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWahn finde ich ein wenig \u00fcbertrieben, vielmehr scheint es, da\u00df Unrat Lohmann f\u00fcrchtet, weil dieser ihn durchschaut, und der einzige unter seinen Sch\u00fclern ist, der ihm ebenb\u00fcrtig ist und tats\u00e4chlich gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte\u00ab, entgegnete sie.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbLetztlich ist auch Lohmanns Weltl\u00e4ufigkeit nur Fassade, denn am Schlu\u00df, als Unrat ihm im Affekt die gef\u00fcllte Brieftasche wegnimmt, holt Lohmann sie sich nicht einfach wieder &ndash; wie es naheliegend w\u00e4re &ndash;, sondern ruft kleinb\u00fcrgerlich nach der Polizei.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbEs ist aber nur konsequent. Eine tolerante und aufgeschlossene Figur w\u00fcrde nicht in das Handlungsschema passen, zumal das kleinst\u00e4dtische Milieu, das Heinrich Mann beschreibt, kaum eine solche Person w\u00fcrde hervorbringen k\u00f6nnen. Aber auch Lohmann bringt die Aktion, die ihn letztlich intellektuell \u00fcberfordert &ndash; wie Heinrich Mann ja auch betont &ndash;, kein Gl\u00fcck, denn nicht nur Unrat wird verhaftet, sondern auch Rosa Fr\u00f6hlich, an der Lohmann ja offen interessiert zu sein scheint, andernfalls w\u00e4re er kaum auf den Gedanken gekommen, ihre Schulden zu \u00fcbernehmen. Lohmann bekommt zwar sein Geld zur\u00fcck, doch ist gerade darum wohl erst der wirklich Gesch\u00e4digte.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDa mu\u00df Ihnen zustimmen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbLetztlich bekomme alle ihr Fett weg. Die Damen der sogenannten \u203aGuten Gesellschaft\u2039 unterscheiden sich in nichts von denen der Halbwelt &ndash; nebenbei bemerkt gibt es ohnehin keinen wirklichen Unterschied zwischen anst\u00e4ndigen Frauen und den \u203aanderen\u2039. Ich bin mir sicher, da\u00df nicht wenige sogenannte \u203aanst\u00e4ndige\u2039 Frauen im Grunde ihres Herzens \u203aHalbweltdamen\u2039 sind, die sich nur nicht trauen, diese Seite herauszulassen. Gerade zu jener Zeit achteten Frauen doch sehr auf die Solvenz ihrer zuk\u00fcnftigen Ehem\u00e4nner, besser gesagt, blieb ihnen oft auch gar nichts anderes \u00fcbrig, wenn sie im weitesten Sinn zum B\u00fcrgertum geh\u00f6rten, als sich an den Meistbietenden zu verschachern, denn die M\u00f6glichkeiten, sich den Lebensunterhalt selbst zu verdienen, waren gering bis gar nicht vorhanden, wollte sich eine Frau die Achtung der Gesellschaft erhalten. Sich einen Lebenspartner nach der H\u00f6he seines materiellen Besitztums auszuw\u00e4hlen, ist schlie\u00dflich nichts anderes als Prostitution. Ich habe grunds\u00e4tzlich nichts gegen Prostitution und w\u00fcrde nie mit der moralischen Keule argumentieren, solange es eine freie Entscheidung ist. Ich bin mir sicher, da\u00df es nicht wenige Frauen gibt, denen die Vorstellung Sex gegen Entgelt und da\u00df sie f\u00fcr Geld f\u00fcr jeden zu haben sind, gef\u00e4llt.\u00ab Ihr besonderes L\u00e4cheln verriet ihm recht freiz\u00fcgig, da\u00df sie sich das f\u00fcr sich selbst auch vorstellen k\u00f6nnte. Er erwiderte nichts darauf, da ihm dieses Thema schon immer zwiesp\u00e4ltige Gef\u00fchle verursacht hatte. Abgesehen davon sp\u00fcrte er auch, da\u00df er bei einer Diskussion mit ihr bei diesem Thema sicherlich den k\u00fcrzeren ziehen w\u00fcrde. Sie rechnete auch mit keinem Einwurf seinerseits, sondern kam auf das eigentliche Thema zur\u00fcck: \u00bbBei Dora Breetpoot ist es ein offenes Geheimnis, da\u00df keiner so recht wei\u00df, wer die V\u00e4ter ihrer Kinder sind. Bei einem Kind, das sie aktuell erwartet, wird gemunkelt, da\u00df vom Assessor Knust oder vom Offizier von Gierschke, aber auch von ihrem Mann sein k\u00f6nnte, letzteres wird aber nicht als sehr wahrscheinlich angenommen. Es scheint nicht sonderlich zu interessieren, mit wem sie herumv\u00f6gelt, auch wenn es, bei ihrer aktuellen Schwangerschaft mehrere M\u00e4nner infrage kommen, einschlie\u00dflich ihres Mannes. Diesem scheint es gleichg\u00fcltig zu sein, da\u00df seine Frau relativ offen in der Gegend herumv\u00f6gelt. Aber auch ihre beiden allseits bekannten Liebhabern scheint das wenig zu interessieren. Da Heinrich Mann keine gesellschaftlichen Konsequenzen f\u00fcr Dora schildert, kann davon ausgegangen werden, da\u00df es in anderen guten Familien der guten b\u00fcrgerlichen Gesellschaft ebenso ist. Bei Fontanes <i>Effi Briest<\/i> sieht das noch anders aus, da wird Effi ihr Verh\u00e4ltnis zum Verh\u00e4ngnis.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbNicht eigentlich das Verh\u00e4ltnis, sondern da\u00df es durch einen ungl\u00fccklichen Zufall herausgekommen ist. Wobei Fontane die Entwicklung ein wenig \u00fcberzeichnet, denn dem realen Vorbild seiner Effi ist zumindest ein fr\u00fches Dahinscheiden erspart geblieben.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas schon, aber ich finde, ein weniger dramatisches Ende h\u00e4tte die gesellschaftliche Situation, in der so etwas \u00fcberhaupt geschehen kann, verharmlost. Man h\u00e4tte dann mit beruhigtem Gewissen sagen k\u00f6nnen, traurig, aber es gibt schlimmeres.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas ja. Andererseits bedeutete gesellschaftliche \u00c4chtung und Entzug des Sorgerechtes f\u00fcr eine Frau des B\u00fcrgertums den gesellschaftlichen Tod und mit dem leiblichen Tod der Protagonistin wird das verdeutlich.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDas sehe ich auch so, aber wir schweifen ab. &ndash; Andererseits macht mir der Umstand, da\u00df Dora Breetpoot wechselnde Liebhaber hat, sie mir wiederum sympathisch. In Unrats Villa gehen ja nicht nur Lebedamen ein und aus, sondern ebenso die Frauen und T\u00f6chter der ersten B\u00fcrger des Ortes, von denen sich w\u00e4hrend Maskenfesten und anderen Gelegenheiten einige schw\u00e4ngern lassen &ndash; man stellt sich dabei gerne plastisch vor, wie in dunklen Ecken oder verschwiegenen Zimmer, die nach au\u00dfen hin beherrschten Damen und T\u00f6chter es voll von hei\u00dfem Begehren gar nicht erwarten k\u00f6nnen, vom erstbesten Mann gev\u00f6gelt zu werden, vielleicht lassen sich einige sogar von verschiedenen M\u00e4nnern mehr oder weniger gleichzeitig v\u00f6geln, so da\u00df auch bei ihnen niemand sagen kann, wer der tats\u00e4chliche Erzeuger ihres Nachwuchses ist\u00ab, ein sardonisch l\u00fcsternes L\u00e4cheln umspielte ihren Mund, was in ihm \u00e4hnliche Bilder wachrief und ihm ein vergleichbares L\u00e4cheln auf die Lippen zauberte. Er wunderte sich dabei zugleich, da\u00df ihm beim Lesen des <i>Unrat <\/i>bisher nie vergleichbare Gedanken kommen waren, dabei hatte er ihn bisher mindestens f\u00fcnfmal gelesen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJedenfalls wird das mit der lapidaren Feststellung kommentiert, da\u00df sie bereits vor der Sommersaison aufs Land gefahren sind. Womit sich erneut zeigt, da\u00df zwischen Lebedamen und den \u203aanst\u00e4ndigen\u2039 Frauen der Gesellschaft kein Unterschied besteht. Wobei ich mir vorstellen kann, da\u00df das Gebaren mancher Dame der guten Gesellschaft, selbst abgebr\u00fchten Lebedamen noch die Schamr\u00f6te ins Gesicht treiben konnte. Wie es hei\u00dft so sch\u00f6n? Gelegenheit macht Liebe. Dabei ist es eigentlich vollkommen unerheblich, was auf diesen Festen oder anderswo getrieben wurde und wird, solange sich alles im Rahmen des sozial vertr\u00e4glichen abspielt. Unertr\u00e4glich ist immer nur die Scheinheiligkeit, auf der die Anst\u00e4ndigkeit aufgebaut wird.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDa kann ich nur beipflichten. Zudem gelingt es Unrat einige zu Fall zu bringen, darunter seinen heuchlerischen Kollegen, der seinerzeit daf\u00fcr gesorgt hat, da\u00df sein Sohn wegen seiner unschicklichen Liebschaft aus der Stadt \u203avertrieben\u2039 wurde. Irgendwie scheinen alle T\u00e4ter und Opfer zugleich zu sein. Eben die tiefere Erkenntnis, da\u00df die Menschen sind, was ihre Umgebung aus ihnen macht. Und wehe demjenigen, der es wagt, aus dieser Welt auszubrechen und ihr gar noch den Spiegel vorzuhalten.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAlles in allem eine wunderbare Satire auf die Bigotterie der damaligen Zeit, die anst\u00e4ndigen B\u00fcrger, die nur darum anst\u00e4ndig sind, weil ihnen die Gelegenheit zum Laster fehlt. Sobald diese aber gegeben ist, wird sie sofort ergriffen, und die Schuld nicht bei sich selbst, sondern bei demjenigen gesucht, der ihnen diese M\u00f6glichkeit bietet. Sie sind zu feige, zu ihren vermeintlichen &ndash; sexuellen &ndash; und anderen Lastern zu stehen\u00ab, schlo\u00df Geros Wirtin. \u00bbDarf ich Ihnen noch einen Tee anbieten?\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbJa, gerne\u00ab, erwiderte er aufger\u00e4umt, und wunderte sich nicht im geringsten, da\u00df er sich in der Gegenwart dieser ausnehmend h\u00fcbschen und belesenen \u00fcppigen Frau wohl f\u00fchlte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Es war fast zwei Uhr in der Nacht, als sie sich trennten. Er versprach, sobald er von seiner Reise zur\u00fcck sei &ndash; er hatte ihr lediglich gesagt, da\u00df er f\u00fcr einige Tage in Venedig sei, aber nicht in wessen Begleitung &ndash; erneut mit ihr Tee zu trinken, und f\u00fchlte sich in keiner Weise verpflichtet dazu, sondern freute sich auf eine eigene Weise bereits darauf. Ihr H\u00e4ndedruck dauerte weitaus l\u00e4nger, als zu einem herzlichen Abschied notwendig gewesen w\u00e4re, und seine auf sie bezogenen Gedanken waren zum ersten Mal offen erotischer Natur, wenn er auch &ndash; noch &ndash; die M\u00f6glichkeit ausschlo\u00df, da\u00df irgend etwas davon einen realen Bezug haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie ging im Bewu\u00dftsein zu Bett, da\u00df das Eis zwischen ihnen offenkundig gebrochen war. Noch mehr jedoch lie\u00df ihr Herz die Beobachtung h\u00f6her schlagen, da\u00df er sich an ihrem m\u00fctterlich \u00fcppigen Busen &ndash; schlie\u00dflich war sie sehr in ihn verliebt und stolz auf ihn &ndash; er sich an ihrer wohl geformten \u00dcppigkeit \u00fcberhaupt nicht hatte satt sehen k\u00f6nnen. Er geh\u00f6rte offenkundig zu den M\u00e4nnern, einschlie\u00dflich ihres verstorbenen Mannes, auf die eine \u00fcppige Frau im allgemeinen und gro\u00dfe Br\u00fcste im besonderen sexuell stark erregend wirken. Nachdem wie er sie den ganzen Abend \u00fcber angesehen hatte, waren ihre letzten Zweifel zerstreut, da\u00df er sexuell \u00fcppige Frauen bevorzugte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Vor dem Einschlafen stellte sie wiederholt fest, da\u00df die Gedanken an ihren verstorbenen Mann bereits seit l\u00e4ngerem nicht mehr von Trauer begleitet waren, sondern sie in ihnen immer mehr angenehme Erinnerungen an eine sch\u00f6ne, die vielleicht sch\u00f6nste Zeit ihres Lebens sah. Manchmal erf\u00fcllte sie diese Erkenntnis f\u00fcr einen Augenblick ein wenig mit Traurigkeit, bis sie erkannte, da\u00df das ein durchaus normaler Vorgang war und ihr verdeutlichte, da\u00df sie nicht Gefahr lief, sich in der Vergangenheit zu verlieren.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er verbrachte mit Daphne einige sch\u00f6ne Tage in Venedig, w\u00e4hrend der er so gut wie nicht an seine Wirtin dachte. Zum Gl\u00fcck f\u00fcr sie beide regnete es die meiste Zeit. Wie angek\u00fcndigt, gab es keinen SM, daf\u00fcr ein wenig Fetisch, wobei bei einer Frau wie Daphne fetischistische Elemente immer vorhanden waren, und viel lustvollen Sex, der auch dem unbedarftesten Beobachter aufgezeigt h\u00e4tte, wie sehr er den Sex mit einer sch\u00f6nen \u00fcppigen Frau geno\u00df. Mehr schemenhaft dr\u00e4ngte sich ihm ins Bewu\u00dftsein, da\u00df er Daphne mitunter stellvertretend f\u00fcr seine Zimmerwirtin v\u00f6gelte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortsetzung von \u00bbGespr\u00e4ch im Caf\u00e9\u00ab, \u00bbGero und Daphne\u00ab, \u00bbDaphne\u00ab und \u00bbDie neue Zimmerwirtin\u00ab. &nbsp; Am Abend vor seiner Abreise mit Daphne nach Venedig nahm er zum ersten Mal die Einladung seiner Wirtin zum Tee an, schon allein um sich w\u00e4hrend der Tage in Venedig Daphnes Kommentare diesbez\u00fcglich zu ersparen. 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