{"id":3560,"date":"2017-02-14T12:34:54","date_gmt":"2017-02-14T11:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3560"},"modified":"2026-04-11T21:08:07","modified_gmt":"2026-04-11T19:08:07","slug":"kurzes-91-eine-hochzeitsnacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3560","title":{"rendered":"Kurzes #91 \u00b7 Eine Hochzeitsnacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/klepper-01.jpg\"\/><\/p>\n<p class=\"zitattitel\">Eine gummifetischistische Geschichte<\/p>\n<p>Karen, laut Selbstbeschreibung eine \u203agew\u00f6hnliche Gummifetischistin\u2039, womit sie hervorzuheben pflegt, da\u00df sie dar\u00fcber hinaus eine lupenreine Vanilla sei \u2013 was bei alter Freundschaft unkommentiert bleiben sollte \u2013 sammelt \u203ahistorische\u2039 \u2013 also nicht mehr hergestellte \u2013 Gummim\u00e4ntel, bevorzugt von Klepper. Ihren ersten Kleppermantel hatte sie vor vielen Jahren erstanden, schlie\u00dflich \u00fcben diese auf viele Gummifetischisten eine besondere Faszination aus, bei manchen bezieht sich ihr Fetischismus besonders auf diese. Ihren ersten in natura hatte sie w\u00e4hrend des Besuchs ihrer zweiten oder dritten Fetischparty bei einer Frau in mittleren Jahren gesehen und war vom ersten Moment an von der Leichtigkeit des Materials und der seidigen Oberfl\u00e4che optisch wie haptisch begeistert. Sie mu\u00dfte unbedingt einen in ihrem Besitz haben. Es blieb nicht bei diesem einen, sondern es wurde recht schnell eine Sammelleidenschaft daraus, die sich bald auf alle Arten von Gummim\u00e4nteln und Regenbekleidung aus Gummi \u00fcberhaupt ausgedehnt hat. Wie jeder Sammler kann sie lange und mit Verve von ihrer Leidenschaft berichten.<!--more--> Mit dem intuitiven Gesp\u00fcr des passionierten Sammlers entdeckt sie ihre Objekte an Orten und unter Umst\u00e4nden, auf die der Au\u00dfenstehende nie gekommen w\u00fcrde und wor\u00fcber dieser nur staunend kann. Irgendwann keimte in ihr die Frage auf, welche Geschichten die M\u00e4ntel wohl \u00fcber ihre vorherigen Besitzer erz\u00e4hlen w\u00fcrden, w\u00e4ren sie in der Lage dazu. Allzu k\u00fchn war es nicht anzunehmen, da\u00df so mancher nur vordergr\u00fcndig als Schutz vor nasser Witterung angeschafft worden war, und weitaus h\u00e4ufiger unverzichtbarer Teil sexueller Aktivit\u00e4ten verschiedener Art gewesen waren. Fetischismus ist letztendlich keine Erfindung der Neuzeit, neu ist allenfalls, da\u00df Fetischisten offensiv mit ihrer an sich vollkommen harmlosen Neigung umgehen. Der Gummifetischismus ist zwar noch eine relativ junge Variante, da sie von die Erfindung des Materials abh\u00e4ngig ist, doch speziell f\u00fcr Gummifetischisten gefertigte Kleidung kam erst zu einer Zeit auf, als Gummi, besonders als Regenbekleidung, l\u00e4ngst seinen Weg in den Alltag gefunden hatte. Meist bleibt es bei den Spekulationen, ob die Gummim\u00e4ntel f\u00fcr fetischistische Zwecke angeschafft worden waren, aber mitunter gelingt es Karen doch, das Geheimnis der Vergangenheit eines erlangten St\u00fcckes ein wenig zu l\u00fcften. Dann erz\u00e4hlt sie gerne dar\u00fcber, ganz gleich, ob es sich um etwas Banales oder ob tats\u00e4chlich eine reizende Anekdote dahinter steht und schm\u00fcckt diese weidlich aus. Ebenso wie es J\u00e4ger- und Anglerlatein gibt, gibt es auch Sammlerlatein, schlie\u00dflich ist ein Sammler auch nichts anders als ein J\u00e4ger \u2013 er geht auf die Pirsch, wartet den g\u00fcnstigen Zeitpunkt und streift oft tagelang, wenn nicht wochen- und monatelang mit einer f\u00fcr den Au\u00dfenstehenden kaum nachvollziehbaren Ausdauer hinter kaum wahrnehmbaren Spuren her, die ihm besonders verhei\u00dfungsvoll erscheinen. Karen versteht es, ihre Zuh\u00f6rer zu fesseln. Sie erz\u00e4hlt auf eine Weise, da\u00df der Zuh\u00f6rer \u00fcberzeugt ist, es k\u00f6nne nur so gewesen sein. Erst sp\u00e4ter kommt einem der eine oder andere Zweifel an der Authentizit\u00e4t des Berichteten, doch nimmt man es der Erz\u00e4hlerin nicht \u00fcbel, wer sagt eigentlich, da\u00df es sich nicht doch so abgespielt haben k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich lehrt die Erfahrung, da\u00df das Leben voller, auf den ersten Blick unwahrscheinlicher Ereignisse ist. Solange diese nicht gegen die Naturgesetze versto\u00dfen, k\u00f6nnen die eigenen Zweifel ihre Ursache auch in der Beschr\u00e4nktheit der pers\u00f6nlichen Erfahrung im Umgang mit Mitmenschen liegen. Ob das f\u00fcr jene Geschichte zutrifft, die Karen vor kurzem erz\u00e4hlte, ist schwer zu sagen. Sie geh\u00f6rt zu einem Kontingent aus einem Herren- und drei Damen-Klepperm\u00e4ntel, alle gut erhalten aus den 1950er Jahren, die sie von einer entfernten alten Tante erworben hat. Karen ist ihrer Tante fast ausschlie\u00dflich auf diversen Feierlichkeiten, zu denen auch weitl\u00e4ufige Familienmitglieder eingeladen wurden, begegnet. Wie sie herausgefunden hat, da\u00df die alte Dame die M\u00e4ntel zu ver\u00e4u\u00dfern w\u00fcnschte, schweigt sie beharrlich. Passionierte J\u00e4ger und Sammler reden zwar viel, aber nur \u00e4u\u00dferst selten \u00fcber ihre besonderen Tricks bei der F\u00e4hrtensuche, die Konkurrenz mu\u00df ja nicht unfreiwillig gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Karens Tante heiratete im zarten Alter von neunzehn, was f\u00fcr die damalige Zeit nicht wirklich ungew\u00f6hnlich war. Ihr Mann war fast zwanzig Jahre \u00e4lter. Diese Verbindung war von ihren Eltern forciert worden. Ihr Vater versprach sich dadurch gesch\u00e4ftliche Vorteile. Er sah in dem Schwiegersohn einen w\u00fcnschenswerten Kompagnon und Nachfolger, da die Tochter das einzige Kind war und es damals noch nicht \u00fcblich war, da\u00df die T\u00f6chter die Nachfolge antraten. Es handelte sich um eine kleine aber seinerzeit gut gehende Firma, die zwei Familien und einer Handvoll Angestellter ein gutes Auskommen erm\u00f6glichte, die aber l\u00e4ngst nicht mehr existiert. Karens Tante sah keinen Anla\u00df, nicht in die Ehe einzuwilligen, zumal ihr Zuk\u00fcnftiger sich mit Charme und Esprit um sie bewarb, zudem entkam sie so der Langeweile und der Aufsicht des Elternhauses. F\u00fcr einen Mann war er nicht unattraktiv, er wirkte j\u00fcnger, als er war. Die Hochzeit fand im \u00fcblichen Rahmen statt. Ihr Mann hatte sich bereits einige Jahre zuvor ein Haus eingerichtet, in das sie nun mit ihren wenigen Habseligkeiten, wurde einmal von der damals noch \u00fcblichen Aussteuer abgesehen, \u00fcbersiedelte. Wie viele junge Frauen ihrer Generation und der b\u00fcrgerlichen Mittelschicht beinhalteten ihre Kenntnisse bez\u00fcglich allem Geschlechtlichen lediglich das Notwendigste. Allerdings hatte sie, wie sie Karen mit einem versch\u00e4mten Jungm\u00e4dchenl\u00e4cheln, das bei alten Damen immer etwas R\u00fchrendes besitzt, gestanden hat, schon fr\u00fch begonnen zu onanieren und das gerne hin und wieder gepflegt, weil es so sch\u00f6ne Gef\u00fchle hervorrief. Zwar schwebten zu jener Zeit noch die d\u00fcsteren Schatten des \u203aUngesunden\u2039 dar\u00fcber, weshalb sie alles daran setzte, damit niemand es mitbekam, doch hatte sie sich die Einstellung ihres Vaters zum Alkohol zu eigen gemacht, f\u00fcr den ein Gl\u00e4schen hin und wieder schlie\u00dflich auch nicht sch\u00e4dlich, sondern eher Medizin sei, da erst die Dosis das Gift ausmachen w\u00fcrde. Wobei sein Hin und Wieder einem recht regelm\u00e4\u00dfigen Konsum gleichzusetzen war \u2013 auch das hatte seine Tochter f\u00fcr die Frequenz ihrer Selbstbefriedigung \u00fcbernommen. Insofern war ihre Einstellung bez\u00fcglich der Hochzeitsnacht durchaus von der Erwartung begleitet, ob sich diese sch\u00f6nen Gef\u00fchle auch mit einem Mann einstellen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Allein im Haus mit seiner frisch angetrauten jungen Frau lie\u00df er ihr Zeit, sich an die neue \u00a0Umgebung zu gew\u00f6hnen. Man hatte dem jungen Brautpaar erm\u00f6glicht, sich recht fr\u00fch von den Feierlichkeiten zur\u00fcckzuziehen, und da es ein Fr\u00fchsommertag wie aus dem Bilderbuch war, wenngleich die Vorboten f\u00fcr Regenwetter bereits un\u00fcbersehbar waren, schlug er vor, diesen bei einem Kaffee auf der kleinen Terrasse des Hauses ausklingen zu lassen, wodurch er die romantische Seite in ihr zum Klingen brachte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Kaum waren die Schatten ebenso lang wie die Sonnenstrahlen schwach geworden, begab er sich mit einer leichten Feierlichkeit mit seiner jungen Frau nach oben ins Schlafzimmer, das modern und hell eingerichtet war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihr Blick fiel sofort auf das breite Bett und das gro\u00dfe wei\u00dfe dar\u00fcber gebreitete Laken aus Bettstoff. Die Bettdecke war \u00fcber einen Korbsessel gelegt. Diese Laken aus gummiertem Stoff waren ihr nicht unbekannt. Sie war damit \u00fcber ihre pflegebed\u00fcrftige Gro\u00dfmutter vor einigen Jahren das erste Mal in Kontakt gekommen, besa\u00df aber keine Vorstellung, warum ihr Mann ein solches, zumal ungew\u00f6hnlich gro\u00dfes, \u00fcber das Bett gebreitet hatte. Sie war aber \u00fcberzeugt, da\u00df er seine Gr\u00fcnde daf\u00fcr hatte. Am Kleiderschrank hingen auf B\u00fcgeln zwei Klepperm\u00e4ntel, einer war ihrer, den sie trug, sobald auch nur von Ferne Regen zu erwarten war und dessen seidige Oberfl\u00e4che ihr auf eine besondere Weise gefiel. Auf der Frisierkommode lagen zwei Paar gew\u00f6hnliche Gummihandschuhe in unterschiedlichen Gr\u00f6\u00dfen, wie sie sie von der Hausarbeit kannte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihr Mann begann charmant davon zu sprechen, da\u00df er wisse, wie gerne sie ihren Kleppermantel trage und lie\u00df keinerlei Zweifel daran, da\u00df es ihm zusagte. So ermunternd schilderte sie ihm mit einer gewissen weiblichen Eitelkeit, was ihr an ihrem Kleppermantel besonders gefiele, zugleich froh dar\u00fcber, es endlich einmal jemandem mitteilen zu k\u00f6nnen, der das mit Verst\u00e4ndnis aufnahm. Er pflichtete ihr bei, das seien im gro\u00dfen und ganzen die gleichen Eigenschaften, die auch ihm zusagten. Schlie\u00dflich bat er sie in einem fast beil\u00e4ufigen Tonfall, wobei es weniger eine Bitte als eine liebevoll nachdr\u00fcckliche Aufforderung war, ihren Kleppermantel anzuziehen, sobald sie sich entkleidet hatte. Ohne einen Augenblick zu z\u00f6gern, kam sie dem nach und stand in ihrem \u00fcppigen jugendlichen K\u00f6rper, f\u00fcr den er erst einen Blick hatte, als sie nur mit dem Kleppermantel bekleidet, vor ihm stand. Nun sparte er nicht mit Komplimenten und ehe sie sich versah, trug sie nicht nur Gummistiefel und Gummihandschuhe, sondern er hatte sich gleichfalls ausgezogen und den anderen Kleppermantel, sowie Gummistiefel und Gummihandschuhe angezogen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">In der Atmosph\u00e4re, die er verstanden hatte zu schaffen, erschien ihr alles nat\u00fcrlich und selbstverst\u00e4ndlich, auch seine Erektion, die er durch ihren Anblick im Kleppermantel und das Tragen des seinen bekommen hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie war sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewu\u00dft, da\u00df die Affinit\u00e4t zu ihrem Kleppermantel eine durchaus erotische war, und seine Bitte f\u00fcr sie letztlich eine willkommene Gelegenheit war, ihn anzuziehen, einfach, weil sie ihn gerne trug. Nackt darunter zu sein unterstrich f\u00fcr sie nur den Selbstzweck. Auch Gummihandschuhe waren f\u00fcr sie nichts Besonderes. Sie war gewohnt, sie zu tragen, half sie der Mutter bei der Hausarbeit. Die Mutter hatte sie sogar ermuntert, sie zu tragen, um ihre zarten H\u00e4nde beim Putzen und \u00e4hnlichen Verrichtungen zu schonen. Mitunter war es ihr schwergefallen, diese nach der Arbeit auszuziehen. Aber sie w\u00e4re wie bei ihrem Kleppermantel nie auf den Gedanken verfallen, sie nur um des Tragegef\u00fchls willen anzuziehen. Weil ihr Mann ihr das an ihrem Hochzeitstag erm\u00f6glichte, war sie ihm dankbar.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ein \u00e4lterer Mann als Gatte besa\u00df den Vorteil der Erfahrenheit, was jedoch nicht immer gegeben war, aber bei ihrem erfreulicherweise zutraf. Er entlockte ihr das Gest\u00e4ndnis ihrer mit Freude betriebenen \u203agelegentlichen\u2039, recht regelm\u00e4\u00dfigen Selbstbefriedigung, was er mit sp\u00fcrbarer Zufriedenheit zur Kenntnis nahm. Sie wu\u00dfte demnach, was Orgasmen sind.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Es wurde eine lange und lustvolle Hochzeitsnacht. Mangels Vergleichsm\u00f6glichkeit erschien es ihr als Selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df ein Mann mehrmals in einer Nacht zum Orgasmus kommen konnte: Er war f\u00fcr sie mehr als reizvoll, ihm diese auch mit ihrer Hand zu verschaffen und zu sehen, wie er sich unter ihrer Massage heftig und weit ergo\u00df. Nun wu\u00dfte sie auch, worin der Vorteil eines Lakens aus Bettstoff unter anderem lag. Sie war zudem angenehm \u00fcberrascht, wie anders sich ein Orgasmus anf\u00fchlte, lag er seine Quelle nicht in den eigenen Fingern, und wie anders und angenehm die Ber\u00fchrung ihres Geschlechts sich mit Gummihandschuhen anf\u00fchlte. Am liebsten wollte sie dort nur noch mit diesen ber\u00fchrt werden. Das leichte Stechen bei ihrer Entjungferung, sie hatte sich beim Onanieren nie getraut, auch einen Finger in sich zu stecken, nahm sie kaum wahr. Er war entschlossen und doch sanft in sie eingedrungen. \u00dcberhaupt hatte sich der Kleppermantel sch\u00f6n auf der Haut dabei angef\u00fchlt. Auch ihr Mann gefiel ihr in seinem Kleppermantel. Sie war eine Gummifetischistin ohne sich dessen bewu\u00dft zu sein. Das trat erst sp\u00e4ter ein.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihren ehelichen Pflichten nachzukommen war ihr ein Vergn\u00fcgen. Es war ihr in ihrer damaligen Unschuld im besten Sinne unverst\u00e4ndlich, wieso \u00fcberhaupt in diesem Zusammenhang von Pflichten gesprochen wurde. Sie hatte das Gef\u00fchl, wie in einem Rausch zu sein, sie konnte kaum genug bekommen und wurde ungewollt reichlich fordernd gegen\u00fcber ihrem Mann, den das auf angenehme Weise \u00fcberraschte, wenngleich er so seine Vermutungen \u00fcber sie gehabt hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihre zweiw\u00f6chige Hochzeitsreise f\u00fchrte sie in den Schwarzwald. W\u00e4hrend dieser Zeit regnete es \u00fcberwiegend. So konnten sie ihre Klepperm\u00e4ntel auch au\u00dferhalb ihres Zimmers tragen und niemand dachte sich etwas dabei, sie st\u00e4ndig darin gekleidet zu sehen. Sie bekamen allenfalls Komplimente f\u00fcr ihre Umsicht, die richtige Kleidung f\u00fcr ein solches Wetter zu besitzen. W\u00e4hrend ihrer vielen Spazierg\u00e4ngen gaben sie sich abseits der Wege an verschwiegenen Pl\u00e4tzen gelegentlich ihrer Lust hin, weshalb sie stets leichte Kleider ohne Unterhose trug.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Karens Tante verschwendete viele Jahre keinen Gedanken daran, da\u00df sie eine starke Libido besa\u00df, ihr Mann bediente diese nur zu gerne, schlie\u00dflich kam sie seiner eigenen entgegen. Ebensowenig verschwendete sie einen Gedanken daran, da\u00df ihr Mann nie anders als im Kleppermantel und Gummihandschuhen auf einem Laken aus Bettstoff mit ihr verkehren wollte, daf\u00fcr entsprach es zu sehr ihren eigenen erotischen Bed\u00fcrfnissen. Irgendwann brachte er Gasmasken ins Spiel und auch diesen gewann sie einen erotischen Reiz ab.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie war fast drei\u00dfig und zehn Jahre verheiratet, als sie zum ersten Mal bewu\u00dft mit dem Begriff Gummifetischismus und dessen Bedeutung konfrontiert worden war, mittlerweile gab es auch Bekleidung aus Gummi f\u00fcr fetischistische Zwecke, die auch in ihren Besitz waren. Sie nahm es mit einem L\u00e4cheln und der Bemerkung hin, so bezeichnete man also das harmlose Vergn\u00fcgen, das ihr und ihr Mann soviel Freude bereitete.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Karens Schilderung endet in der Regel an diesem Punkt. Sie wird nicht m\u00fcde zu betonen, wie selbstverst\u00e4ndlich doch etwas erscheint, was man selbst als selbstverst\u00e4ndlich betrachtet. Wer wei\u00df, wie die Tante es aufgenommen h\u00e4tte, h\u00e4tte er Schuldgef\u00fchle bez\u00fcglich seines Gummifetischismus empfunden. Darauf mu\u00df sie sich den Einwand gefallen lassen, da\u00df ihre Tante, laut ihrer eigenen Aussage, ja bereits vor ihrer Ehe so etwas wie fetischistische Neigungen bez\u00fcglich Gummi besessen hatte und er dies erkannt haben mu\u00dfte, was es ihm erleichtert haben d\u00fcrfte und f\u00fcr sie nur eine willkommene Gelegenheit war, Kleppermantel und Gummihandschuhe zum reinen Vergn\u00fcgen anzuziehen, was ihr bis dahin offenkundig nicht in den Sinn gekommen war oder sie sich zu sehr davor gescheut hatte. Vielleicht habe das sogar zu seinem Entschlu\u00df beigetragen, sie zu heiraten. Das k\u00f6nne durchaus nicht von der Hand gewiesen werden, pflegt Karen darauf mit einem wissenden L\u00e4cheln zu erwidern, was in einem die Vermutung n\u00e4hrt, da\u00df sie doch ein wenig mehr wei\u00df, als sie zuzugeben bereit ist.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wie dem auch sei, es ist eine sch\u00f6ne Geschichte mir einer besonderen Romantik. Inwiefern Karen sie ausgeschm\u00fcckt hat, erscheint letztlich nebens\u00e4chlich. Auffallend ist lediglich, da\u00df jede Vorgeschichte eines Gummimantels, die sie herausfindet, einen \u00e4hnlichen Tenor besitzt. Allerdings kann es auch sein, da\u00df nur diese \u00fcberhaupt in Erfahrung zu bringen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gummifetischistische Geschichte Karen, laut Selbstbeschreibung eine \u203agew\u00f6hnliche Gummifetischistin\u2039, womit sie hervorzuheben pflegt, da\u00df sie dar\u00fcber hinaus eine lupenreine Vanilla sei \u2013 was bei alter Freundschaft unkommentiert bleiben sollte \u2013 sammelt \u203ahistorische\u2039 \u2013 also nicht mehr hergestellte \u2013 Gummim\u00e4ntel, bevorzugt von Klepper. 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