{"id":3830,"date":"2017-03-12T23:23:23","date_gmt":"2017-03-12T22:23:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3830"},"modified":"2017-03-12T23:25:07","modified_gmt":"2017-03-12T22:25:07","slug":"erich-muehsam-die-psychologie-der-erbtante","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=3830","title":{"rendered":"Erich M?hsam ?Die Psychologie der Erbtante?"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/gallery\/logos\/inter.jpg\" alt=\"Interpretationen\" \/><\/p>\n<p>Wer w?nscht sich nicht gerne eine Erbtante, die nach ihrem baldigen Ableben ihren Nichten und Neffen, wenn schon kein Leben frei vom Zwang des Broterwerbs durch Arbeit, so doch manch finanzielle Erleichterung bietet?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erich_M?hsam\" target=\"_blank\">Erich M?hsams (16.4.1878?10.7.1934)<\/a> Erfahrungen mit Erbtanten hat bei ihm jedoch jede Illusion diesbez?glich zunichte gemacht. Wie es auch gedreht und gewendet wird, am Ende haben die hoffnungsvollen Erben das Nachsehen, und sie k?nnen von Gl?ck sagen, wenn das erwartete Erbe sich als Chim?re erweist und sie sich nicht in Erwartung desselbigen in Schulden gest?rzt haben, wie bei ?<i>Tante Julchen<\/i>?, die durch dieses Verhalten ?<i>[?] zu meinem Mi?trauen gegen die Erbtanten viel beigetragen [hat] [?]<\/i>?, wie der Autor eingesteht. Oder der kr?nkliche Neffe verstirbt vor der Erbtante, die ihrem Lieblingsneffen aus Gram wenig sp?ter ins Grab folgt, wie bei ?<i>Tante Christine<\/i>?. Oder wie aus dem Erbe pl?tzlich ein Berg von Schulden wird, weil die Erbtante vers?umt hat, ?ber Jahre die f?lligen Steuern zu zahlen, so da? der Neffe als einzigen Ausweg sieht, seiner Tante ins Grab zu folgen, wie bei ?<i>Tante Dorothea<\/i>?. Wenn die vermeintlich im Sterben liegende Tante durch eine nachhaltige Genesung nicht nur die Hoffnung auf baldiges Erbe zerst?rt, sondern die Heuchelei des Neffen entdeckt und diesen enterbt, wie bei der walk?renhaften ?<i>Tante Elfriede<\/i>?. Auch von Nachtteil kann es sein, einer dichtenden Tante allzu sehr zu lobhudeln, denn das kann dazu f?hren, da? diese in ihrem Testament verf?gt, da? ihr Erbe eine Gesamtausgabe ihrer Gedichte herausbringen mu?, daf?r darf er dann das ?brigbleibende Geld behalten. Leider verschlingt das Projekt nicht nur das ganze Erbe, sondern der Neffe mu? auch noch ?<i>[?]123 Mark 75 Pf. zulegen. [?]<\/i>?, wie bei ?<i>Tante Friederike<\/i>?. Manche Tante scheint dem eigenen Geschlecht derart zugetan zu sein, da? die beste Freundin als Erbin eingesetzt wird und der Neffe enterbt, wenngleich die Vorliebe f?r erotische Darstellung des Weiblichen in der Kunst eigentlich Vorwarnung genug h?tte sein m?ssen, wie bei ?<i>Tante Gerta<\/i>?. Mitunter schlagen sich die Erben selbst ein Schnippchen, wie es Emil bei ?<i>Tante Berthchen<\/i>?, dem sein heimt?ckischer Plan, Tantchens Ableben zu beschleunigen, zwar gelingt, aber durch die Fehlinterpretation ihrer letzten Worte auf dem Sterbebett, seines Erbes verlustig wird. ?<i>Tante Ludovika<\/i>? stellt ein sch?nes Beispiel dar, wie eine ?berdurchschnittliche Beschr?nktheit in den Dingen des Lebens des Neffen zum Tod der Tante, durch dessen Hand f?hrt und somit zum Verlust des Erbes, wenngleich er die Tante nur vor einem vermeintlich gewaltt?tigen Verehrer hatte sch?tzen wollen. Oder ein anderer Erbe taucht pl?tzlich in Form eines unbekannten Ehemannes auf, wie bei ?<i>Tante Nanny<\/i>?. ?<i>Tante Rosa<\/i>? wird als Beispiel f?r die Langlebigkeit mancher Erbtante angef?hrt, die selbst ihre j?ngeren Nichten und Neffen ?berlebt. Oder die Tante, die gar keine leibliche war, was die Erben erst nach ihrem Tod erfahren, wie in ?<i>Tante Vera<\/i>?. Da erscheint die recht junge verwitwete ?<i>Tante Werra<\/i>? fast als ?heitere? Ausnahme, die sich wiederverheiratet und entgegen der ersten Ehe nun doch mit Nachwuchs, einem M?dchen, gesegnet ist, was dem Neffen zwar die Aussicht auf das Erbe nimmt, aber nicht die, in einigen Jahren als Schwiegersohn wom?glich ?ber einen Umweg doch noch zum Erben zu werden. Bei ?<i>Tante Zerlinde<\/i>?, dem letzten der Fallbeispiele der unterschiedlichen Erbtanten, hat der Erbe das Pech, da? das Testament infolge eines Unfalls derma?en entstellt wird, da? die Kirche als Erbe erscheint und der Neffe als enterbt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">?<\/p>\n<p>Die in alphabetisch aufgef?hrten Bespiele f?r die vermeintliche ?Heimt?cke? der Erbtanten, ist weniger eine Psychologie der Erbtante an sich, sondern eine Darstellung, wie die verschiedenen Erbtanten ihren Erbschleichern ein Schnippchen schlagen, wenn diese es denn nicht selbst in ihrer Gier tun. Das Mitleid mit den geprellten Erben h?lt sich meist beim Leser in Grenzen, indessen bereitet es Vergn?gen, die Kniffe zu sehen, mit denen die Tanten sich wehren. Bei der doch noch recht jungen, angeheirateten ?Tante Werra? stellt sich dem Leser durchaus die Frage, warum hat der Neffe nicht um deren Hand angehalten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Erich M?hsams am?santer Text erinnert an die zu seinen Lebzeiten beliebten popul?rwissenschaftlichen psychologischen Werke, die durch chronologische Auflistung von Fallbeispielen eine eingangs aufgestellte These scheinbar best?tigt, selbst wenn die Beispiele auch eine ganz andere Interpretation zulassen und bei kritischer Betrachtung die aufgestellte These sogar widerlegen k?nnen. Da diese Werke die Vorurteile des Autors sowie des Lesers bedienen, bleibt die kritische Auseinandersetzung mit der eingangs aufgestellten Behauptung aus.<\/p>\n<p class=\"einzug\">?<\/p>\n<p><em>Erich M?hsam ?Die Psychologie der Erbtante?<\/em> online bei <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/die-psychologie-der-erbtante-4650\/1\" target=\"_blank\">Projekt Gutenberg-DE<\/a>.<\/p>\n<p class=\"einzug\">?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer w?nscht sich nicht gerne eine Erbtante, die nach ihrem baldigen Ableben ihren Nichten und Neffen, wenn schon kein Leben frei vom Zwang des Broterwerbs durch Arbeit, so doch manch finanzielle Erleichterung bietet?<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[34,32],"tags":[42,41],"class_list":["post-3830","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-der-besondere-buch-tip","category-literarisches","tag-bucher","tag-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3830"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3830\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}