{"id":4770,"date":"2017-04-08T23:50:19","date_gmt":"2017-04-08T21:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=4770"},"modified":"2026-04-12T13:00:27","modified_gmt":"2026-04-12T11:00:27","slug":"kurzes-97-der-schoene-juengling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=4770","title":{"rendered":"Kurzes #97 \u00b7 Der sch\u00f6ne J\u00fcngling"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20160706_087_800_2.jpg\"\/><\/p>\n<p><small>Das Titelfoto zeigt ein Detail der im K\u00f6lner Rheinpark pr\u00e4sentierten Skulptur \u203aSchreitender\u2039 (1952) von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_Scheibe\" target=\"_blank\">Richard Scheibe (1879&ndash;1964)<\/a><\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die Fortsetzung von:<\/em> <a href=\"?p=4758\">Der Einzug<\/a> <em>und<\/em> <a href=\"?p=4767\">Die \u203aSch\u00f6ne K\u00fcnstlerin\u2039<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er hatte sich gerade an den Schreibtisch gesetzt. Es war fr\u00fcher Nachmittag. Der zweite Abschnitt seiner Erz\u00e4hlung stand. Hinterhergelaufen war er seiner Nachbarin nicht mehr. Ihm hatten die Beinmuskeln an jenem Abend verflucht geschmerzt. Au\u00dferdem war ihm in seinem Entschlu\u00df das Wetter der folgenden beiden Tage entgegengekommen, denn es waren zwei \u00e4u\u00dferst regnerische gewesen. Doch sie hatte sich dadurch nicht von ihrem Lauf abhalten lassen. Sie hatte zum Regenschutz lediglich eine M\u00fctze \u00fcbergezogen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Das Quietschen des Gartentores seiner Nachbarin weckte seine Aufmerksamkeit. Er sah aus dem Fenster. Ein gro\u00dfer, sportlicher junger Mann von Anfang zwanzig ging, ein Fahrrad \u00fcber den Kiesweg schiebend, auf das Haus zu. Er lehnte das Rad gegen die Hauswand. Seit sie zur\u00fcck war, schien es das erste Mal zu sein, da\u00df sie Besuch bekam.<\/p>\n<p class=\"einzug\"><!--more-->Nachdem der junge Mann die T\u00fcrklingel bet\u00e4tigt hatte, deren glockiger Klang leise bis zu seinem Arbeitszimmer hinauf zu h\u00f6ren war, wurde ihm ge\u00f6ffnet. Er mu\u00dfte Schmunzeln, als er sie in einem Ganzanzug aus Latex in Azurblaumetallic sah. Den sch\u00f6nen J\u00fcngling schien das nicht zu \u00fcberraschen. Sie begr\u00fc\u00dften sich mit einem kurzen Wangenku\u00df.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ganz gleich, ob der Adonis \u2013 er sah wirklich gut aus in seiner engen Jeans, dem \u00e4rmellosen Shirt, den im Nacken zusammengebundenen, dichten langen Haaren \u2013, ein Freund, ein Bekannter oder gar ihr Liebhaber war, gaben beide auf jeden Fall ein sch\u00f6nes Bild ab.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Aus der kurzen Unterhaltung, die sie vor dem Eingang f\u00fchrten, lie\u00dfen sich kaum R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen. Zwar drangen ihre Stimmen zu ihm hin\u00fcber, aber trotz der sie umgebenden Ruhe konnte er nicht einmal Wortfetzen verstehen, da sie ruhig und relativ leise sprachen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Nach dieser kurzen Begr\u00fc\u00dfung gingen sie ins Haus. Wenig sp\u00e4ter sah er sie im Atelier wieder. Erst jetzt fiel ihm auf, da\u00df das Bild nicht mehr auf der Staffelei stand, daf\u00fcr ein gro\u00dfer Zeichenblock. Sie erkl\u00e4rte dem jungen Mann etwas, zeichnete mit den H\u00e4nden imagin\u00e4re Linien aufs Papier. Er h\u00f6rte ihr aufmerksam zu. Sie f\u00fchrte ihn zum Zeichentisch und zeigte ihm einige Skizzen. Sie hielt sie jedoch so, da\u00df er trotz des guten Fernglases wieder nichts erkennen konnte. Doch im Augenblick interessierte ihn mehr, herauszufinden, in welcher Beziehung sie zueinander standen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie schob einen kleinen Rollcontainer, auf dem verschiedene Zeichenkohlen, Farbtuben, eine Palette voll mit dicken Farbschichten lagen und zwei alte Konservendosen mit darin dichtgedr\u00e4ngten Pinsel standen, zur Staffelei.<\/p>\n<p class=\"einzug\">W\u00e4hrenddessen zog der junge Mann sich aus. Viel trug er nicht. Er l\u00f6ste das blonde Haar, das ihm locker \u00fcber die breiten Schultern fiel, die wenig Kantiges besa\u00dfen. Er war nicht auff\u00e4llig muskul\u00f6s. Nackt wirkte er kr\u00e4ftiger als angezogen. Er machte einige Lockerungs\u00fcbungen, was ihm Gelegenheit gab, ihn von allen Seiten zu betrachten. Die H\u00fcften waren auffallend schmal, die Beine gerade und so gut wie haarlos, ebenso besa\u00df er keine Brustbehaarung, was seine Jugend noch mehr betonte. Der Bauch war flach \u2013 unwillk\u00fcrlich zog er seinen kaum vorhandenen Bauch ein. Auch was weiter unten zu entdecken war, hatte mit dem, was an dieser Stelle bei antiken Statuen zu sehen ist, nur wenig gemein. Was dort mehr angedeutet ist, konnte hier in beinahe \u00fcppiger Sch\u00f6nheit bewundert werden, ohne da\u00df sein Geschlecht jetzt \u00fcbertrieben gro\u00df gewesen w\u00e4re, jedenfalls nicht so gro\u00df wie seines, aber er z\u00e4hlte auch zu den zwei Prozent mit sehr reichhaltiger Ausstattung, ohne dabei eine wirklich praktikable Grenze zu \u00fcberschreiten. Es war der K\u00f6rper eines Mannes und zugleich noch der eines Jungen. Alles in allem h\u00e4tte er auf diesen sch\u00f6nen J\u00fcngling neidisch werden k\u00f6nnen, wenn er selbst von Mutter Natur benachteiligt worden w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie sah seinen Lockerungs\u00fcbungen aufmerksam zu, was er verstehen konnte. Im Gegensatz zu den meisten seiner Geschlechtsgenossen wu\u00dfte er auch die Sch\u00f6nheit eines Mannes zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Nachdem er seine Lockerungs\u00fcbungen beendet hatte, ging sie auf ihn zu und sagte etwas zu ihm. Darauf nahm er eine Pose ein. Diese schien noch nicht ihren Vorstellungen zu entsprechen, denn sie brachte ihn eigenh\u00e4ndig in die von ihr gew\u00fcnschte. Er konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, da\u00df sie ihn dazu mehr ber\u00fchrte, als es notwendig gewesen w\u00e4re, was dem J\u00fcngling nat\u00fcrlich alles andere als unangenehm zu sein schien, obwohl sie fast doppelt so alt war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er stand nun im Halbprofil zu ihr, in einer Pose, die seinen K\u00f6rper vorteilhaft zur Geltung brachte, ihm aber zugleich etwas Weiches, ja fast schon Verletzliches gab.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Es war das erste Mal, da\u00df er Gelegenheit hatte, einem K\u00fcnstler und seinem Modell bei der Arbeit zuzusehen, ohne da\u00df sie es wu\u00dften, daher nutzte er es beinahe schamlos aus. Zumal der Umstand, da\u00df es sich dabei um eine K\u00fcnstlerin und ein m\u00e4nnliches Modell handelte, den Reiz zus\u00e4tzlich erh\u00f6hte. Schon einmal hatte er einer K\u00fcnstlerin bei der Arbeit zugesehen, seiner Freundin Maria, nur wu\u00dften da alle Beteiligten, da\u00df sie einen Zuschauer hatten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Zum ersten Mal hatte er Gelegenheit ihren, in einen hautengen Ganzanzug aus Latex gekleideten K\u00f6rper zu betrachten, bisher hatte sie stets eines ihrer Kittelkleider dar\u00fcber getragen, haupts\u00e4chlich wohl, damit keine Farbe oder dergleichen auf das Latex kam.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Das enge Latex lie\u00df ihren K\u00f6rper perfekt erscheinen. Der Ganzanzug war un\u00fcbersehbar ma\u00dfgeschneidert. Er lie\u00df bei jeder Bewegung das Spiel ihrer Muskeln sehen. Der vorne durch den Schritt verlaufende Rei\u00dfverschlu\u00df war kaum zu bemerken, so gut war er eingearbeitet. Die Riemchensandaletten aus schwarzem Lack bildeten einen gelungenen Abschlu\u00df. Das Haar hatte sie wie \u00fcblich zu einem Zopf geflochten. Sie war angezogen und zugleich nackter als w\u00e4re sie es tats\u00e4chlich. Er kannte das Ph\u00e4nomen von Birgit, die ungeachtet ihrer ansehnlichen Auswahl an Kleidern und R\u00f6cken aus Latex, am liebsten hautenge ma\u00dfgefertigte Ganzanz\u00fcge trug, da sie bequem und praktisch waren, vor allem beim Sex und Sex, ohne dabei Latex zu tragen, war f\u00fcr sie undenkbar.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Da die \u203aSch\u00f6ne K\u00fcnstlerin\u2039 beim Arbeiten an der Staffelei \u00fcberwiegend mit dem R\u00fccken zu ihm stand, konnte er lediglich ihre relativ breiten Schultern, das Spiel ihrer R\u00fcckenmuskeln, ihre Taille und ihren Po, der dem des Adonis in seiner Sch\u00f6nheit in nichts nachstand, betrachten. Ihm war bereits aufgefallen, da\u00df sie ihre Latexbekleidung, zumindest im Haus, nicht mit Silikon\u00f6l auf Hochglanz brachte. Dennoch reflektierte sich das Licht auf eine bet\u00f6rende Weise darin.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Dem jungen Mann schien es vertraut zu sein, sie beim Arbeiten in einem Ganzanzug aus Latex zu sehen, was nicht bedeutete, da\u00df er ihren Anblick nicht geno\u00df, seine leichte Erektion war beredt genug.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie nahm ein St\u00fcck Zeichenkohle und warf ein paar schnelle, sichere Striche aufs Papier, mit denen sie das Wesentliche erfa\u00dfte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ab und zu wechselten sie einige Worte miteinander. Er ver\u00e4nderte seine Posen, begann sie ein neues Blatt. Gelegentlich ging sie zu ihm, korrigierte seine Haltung. Ob bewu\u00dft oder unbewu\u00dft, ob durch ihre Gegenwart, ihre Pers\u00f6nlichkeit vielleicht mehr als alles andere, jedenfalls hatte sein Penis w\u00e4hrend dieser Sitzung seine Gr\u00f6\u00dfe vorteilhaft ver\u00e4ndert, was sie auch sogleich und mit sichtlicher Anteilnahme auf ihren Skizzen erfa\u00dfte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Innerhalb einer Stunde hatte sie rund ein Dutzend Skizzen fertiggestellt. Es waren fast ausnahmslos klassische Aktstudien, fast schien es ihm, als seien sie zum \u203aAufw\u00e4rmen\u2039 gedacht. Dann machten sie eine kurze Pause. Sie tauschte den Block gegen ein Brett aus und klemmte ein gro\u00dfes Blatt schweren Papiers darauf.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er lehnte sich in seinem Arbeitszimmer mit dem Hintern an den Schreibtisch, denn ihm wurden die Beine schwer.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Der J\u00fcngling setzte sich unterdessen auf einen Stuhl und machte ein paar Lockerungs\u00fcbungen. Modellstehen ist schlie\u00dflich Arbeit. Nun brachte sie ihn erneut in Pose. Diesmal lie\u00df sie sich mehr Zeit, ging sorgf\u00e4ltiger vor. Sie drehte und beugte seine Arme und Beine so, wie es ihr passend erschien. Diesmal schwoll auch sein Penis, den sie zwei oder dreimal wie zuf\u00e4llig ber\u00fchrte, zur vollen Gr\u00f6\u00dfe an. Er hatte den Eindruck, da\u00df sie ihm sogar ein Kompliment in dieser Richtung machte, denn er l\u00e4chelte auf eine ganz eigene, fast schon ein wenig verlegene Weise.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Als er eine Stellung innehatte, die ihre vollste Zufriedenheit fand, ging sie zur Staffelei zur\u00fcck. Diese Pose erschien ihm noch mehr vertr\u00e4umt, fast schon verletzlich, aber zugleich auch kraftvoll sinnlich und unterstrich zudem seine Jugend. Sie wollte offenkundig die weibliche Seite in ihm betonen, die in jedem Mann vorhanden ist und nicht nur hinsichtlich des X-Chromosoms.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie nahm ein neues St\u00fcck Zeichenkohle und begann mit ruhigeren \u00fcberlegteren Strichen den J\u00fcngling zu zeichnen. Jede Linie, jeden Muskel brachte sie mit pr\u00e4zisen Strichen zu Papier. Auch sein Penis wurde detailliert erfa\u00dft. Da selbst ein Mann seines Alters eine Erektion nicht pausenlos aufrechterhalten kann, vor allem nicht, wenn er dabei eine bestimmte Pose einhalten mu\u00df und sich nicht bewegen darf, selbst dann nicht, wenn er dabei von einer verf\u00fchrerischen Frau in einem Ganzanzug aus hautengem Latex gezeichnet wird, mu\u00dfte gelegentlich nachgeholfen werden. Immer wenn sie sah, da\u00df seine \u203aStandfestigkeit\u2039 nachlie\u00df, legte sie die Zeichenkohle beiseite, ging zu ihm und brachte ihn mit sanften z\u00e4rtlichen Ber\u00fchrungen wieder in den gew\u00fcnschten Zustand, was ihr alles andere als l\u00e4stig zu sein schien.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Nach gut zwei Stunden \u2013 die Zeichnung war im wesentlichen fertig \u2013, hatte sie ein Einsehen mit ihm, legte die Zeichenkohle auf den Tisch und beendete damit diese Sitzung. Er entspannte sich sichtlich erleichtert. Sie ging zu ihm, sagte etwas. Zu seiner \u00dcberraschung \u2013 nicht zu der des J\u00fcnglings! \u2013 legte sie ihm die H\u00e4nde auf die Schultern und schob ihm die Zunge voller Z\u00e4rtlichkeit in den Mund. Nach einem ausgiebigen Zungenspiel schob sie ihn zum Stuhl. Mit leichtem Druck auf seine Schultern hie\u00df sie ihn, sich zu setzen. Er tat es bereitwillig, sah sie von unten her an. Sie sagte etwas zu ihm. Er l\u00e4chelte fast selig. Sie zog die oberste Schublade des Rollcontainers auf und holte eine angebrochene Schachtel mit Kondomen heraus, aus der sie eines entnahm, das sie ihm mit dem Mund \u00fcberstreifte. Dann \u00f6ffnete sie den Schrittrei\u00dfverschlu\u00df ihres Ganzanzuges, so weit es notwendig war.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie fuhr ihm mit den Fingern z\u00e4rtlich durch das lange Haar und lie\u00df sich rittlings, mit dem Gesicht zu ihm, auf ihn nieder, w\u00e4hrend sie seinen Schwanz mit der Rechten in sich einf\u00fchrte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie ritt ihn langsam und gen\u00fc\u00dflich. Er hatte ihr die H\u00e4nde auf die H\u00fcften gelegt. Gelegentlich k\u00fc\u00dfte sie ihn, leckte ihm bisweilen durchs Gesicht, umspielten sich ihre Zungen sichtbar. Jetzt beim Sex mit dem sch\u00f6nen J\u00fcngling erschien sie ihm noch reizvoller. Als sie kam, umarmte sie ihn und dr\u00fcckte ihm das Gesicht zwischen die Br\u00fcste. Der Genu\u00df, den sie zu empfinden schien, durchstr\u00f6mte ihren ganzen K\u00f6rper. Er schien kurz nach ihr zu kommen. Ihm anschlie\u00dfend z\u00e4rtlich durchs Haar streichend, blieben sie eine Zeitlang in dieser Haltung sitzen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihm einen letzten z\u00e4rtlichen Ku\u00df zuerst auf die Stirn und dann auf die Lippen dr\u00fcckend, ihre Zungen ber\u00fchrten sich nur fl\u00fcchtig, stieg sie von ihm und schlo\u00df den Rei\u00dfverschlu\u00df in ihrem Schritt wieder. Er stand auf und ging ins Bad.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie stellte sich vor das Bild und f\u00fcgte noch einige Striche hinzu, bis es ihre volle Zufriedenheit fand. Mit einem letzten pr\u00fcfenden Blick darauf verlie\u00df auch sie das Atelier.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er legte das Fernglas in die oberste Schublade seines Schreibtisches. Das alles war nat\u00fcrlich nicht ohne Wirkung auf ihn geblieben. Die Szene im Atelier hatte ihn nicht direkt sexuell erregt, dennoch sinnlich angesprochen. Es hatte ihn in seiner \u00dcberzeugung best\u00e4tigt, da\u00df es weitaus \u00e4sthetischer ist, wenn die Frau oben ist. Ihre weichen gerundeten Formen wirken selbst bei einem ausgesprochenen Muskelspiel weniger eckig, flie\u00dfender. Gleich wie dar\u00fcber gedacht wurde, da\u00df die Natur prim\u00e4r weiblich ausgelegt ist, ist un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Verst\u00e4ndlicherweise gelang es ihm zun\u00e4chst nicht, seine Arbeit an der Geschichte wiederaufzunehmen. Zu nachhaltig hatten sich ihm die Bilder eingepr\u00e4gt. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zur\u00fcck und lie\u00df die Gedanken schweifen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wenig sp\u00e4ter h\u00f6rte er die knirschenden Schritte des jungen Mannes auf dem Kies und das quietschende Gartentor. Fast mechanisch warf er einen Blick zu ihr hin\u00fcber. Sie war nicht mehr ins Atelier zur\u00fcckgekehrt, die Zeichnung war noch auf der Staffelei. Sie hatte sich r\u00fccklings aufs Bett gelegt, die Riemchensandaletten ausgezogen, trug aber noch ihren Ganzanzug, die Arme im Nacken verschr\u00e4nkt und den Blick an die Decke gerichtet. Ihre Brust hob und senkte sich leicht unter ihren regelm\u00e4\u00dfigen Atemz\u00fcgen. Er h\u00e4tte gern gewu\u00dft, an was sie jetzt dachte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er legte das Fernglas nun endg\u00fcltig f\u00fcr diesen Tag in die Schublade zur\u00fcck und stand auf. So recht f\u00fchlte er sich nicht in der Lage, weiter an seiner Erz\u00e4hlung zu arbeiten, und tat es der \u203aSch\u00f6nen K\u00fcnstlerin\u2039 in gewisser Weise nach; er legte sich auf das bequeme Sofa in seinem Arbeitszimmer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Titelfoto zeigt ein Detail der im K\u00f6lner Rheinpark pr\u00e4sentierten Skulptur \u203aSchreitender\u2039 (1952) von Richard Scheibe (1879&ndash;1964) &nbsp; Die Fortsetzung von: Der Einzug und Die \u203aSch\u00f6ne K\u00fcnstlerin\u2039 &nbsp; Er hatte sich gerade an den Schreibtisch gesetzt. Es war fr\u00fcher Nachmittag. Der zweite Abschnitt seiner Erz\u00e4hlung stand. Hinterhergelaufen war er seiner Nachbarin nicht mehr. 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