{"id":4867,"date":"2017-06-01T14:52:10","date_gmt":"2017-06-01T12:52:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=4867"},"modified":"2026-04-03T02:03:08","modified_gmt":"2026-04-03T00:03:08","slug":"kurzes-111-der-stuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=4867","title":{"rendered":"Kurzes #111 \u00b7 Der Stuhl"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/titel\/20130505_030_800_2.jpg\" \/><\/p>\n<p><em>Fortsetzung von:<\/em> <a href=\"?p=4852\">Nachhife tut Not<\/a>, <a href=\"?p=4857\">Der wilhelminische Erziehungsratgeber<\/a> <em>und<\/em> <a href=\"?p=4862\">Unkonventionelle Ma\u00dfnahmen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbWas macht dein Nachhilfesch\u00fcler?\u00ab fragte Rolf mehr mit beil\u00e4ufigem Interesse, w\u00e4hrend er angestrengt im K\u00fcchenschrank kramte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er war ein ebenso passionierter Kaffeetrinker wie R\u00fcdiger ein Teetrinker, weshalb er sich aus alter Freundschaft und als guter Gastgeber gen\u00f6tigt sah, Tee aufzugie\u00dfen. Irgendwo mu\u00dfte er noch welchen haben. Er hatte doch immer Tee im Haus. Man wu\u00dfte ja nie, wer zu Besuch kam. Es w\u00e4re mehr als peinlich am Morgen danach auf die Frage: \u00bbHast du auch Tee?\u00ab antworten zu m\u00fcssen: \u00bbWie? Tee? Du trinkst Tee?\u00ab Wie viele hoffnungsvolle Beziehungen hatten auf diese Weise schon ein j\u00e4hes Ende genommen, bevor sie sich richtig entfalten konnten? Andererseits konnte Rolf sich nicht erinnern, wann das letzte Mal eine Teetrinkerin sein schmales Nachtlager mit ihm geteilt hatte. Dennoch w\u00e4re es interessant herauszufinden, ob Teetrinkerinnen andere sexuelle Pr\u00e4ferenzen besitzen als Kaffeetrinkerinnen. Wozu studierte er eigentlich Soziologie? Und das w\u00e4re einmal ein wirklich interessantes Forschungsthema. Nat\u00fcrlich durfte man sich nicht auf Fragebogenaktionen allein verlassen. Um ausgiebige Feldforschungen w\u00fcrde er nicht herumkommen. F\u00fcr die Wissenschaft mu\u00df man schon mal das eine oder andere Opfer bringen, wof\u00fcr er sich nicht zu schade war. Bei diesem Gedanken bekam Rolfs Blick etwas Entr\u00fccktes. Beinahe h\u00e4tte er R\u00fcdiger vergessen und den Tee sowieso.<!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger stand im T\u00fcrrahmen und sah dem Freund bei dessen Suche zu. Es war ihm unbegreiflich, wie jemand es schaffte, in einem so kleinen Raum \u2013 mit mehr als drei Personen war die K\u00fcche hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt \u2013 ein derart gro\u00dfes Chaos anzurichten.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbSie macht sich blendend.\u00ab R\u00fcdiger strahlte \u00fcber das ganze Gesicht und holte damit den Freund aus dessen \u00dcberlegungen \u00fcber gro\u00dfangelegte Feldforschungsprojekte und heroische Selbstversuche in die Wirklichkeit zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbTats\u00e4chlich? Anfang der Woche sagtest du noch etwas anderes.\u00ab Rolf hielt erstaunt mit seiner Suche inne. Auch die Selbstversuche schienen vergessen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWir haben gestern etwas Neues probiert, was ganz gut zu klappen scheint.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbMu\u00dft du mir bei Gelegenheit einmal erkl\u00e4ren, deine Methode, vielleicht bringt sie mich ja auch einmal weiter.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIst leider sehr auf den jeweiligen Z\u00f6gling zugeschnitten und nur sehr schwer \u00fcbertragbar\u00ab, erwiderte R\u00fcdiger geheimnisvoll.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAch, komm, gib\u2019s zu. Du hast gar keine spezielle Methode. Sie hat lediglich die Anfangsschwierigkeiten \u00fcberwunden. Das ist alles. Andernfalls w\u00fcrdest du auch nicht so geschraubt daherreden. Wie sich das anh\u00f6rt; <i>Z\u00f6gling.<\/i> Klingt, als h\u00e4ttest du\u2019s aus einem wilhelminischen Erziehungsratgeber. Falls es damals so etwas \u00fcberhaupt schon gegeben hat.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger mu\u00dfte sich ein Grinsen verkneifen. Wenn Rolf w\u00fc\u00dfte, wie richtig er mit seiner Vermutung lag.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWirklich speziell ist sie nicht, eher ziemlich alt. Wenn ich sie auch etwas an meine Situation angepa\u00dft habe\u00ab, fuhr er mit einem schelmischen Grinsen um die Mundwinkel fort, was Rolf jedoch anders interpretierte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAch, la\u00df mich doch dumm sterben\u00ab, meinte er resigniert mit einer wegwerfenden Geste und widmete sich demonstrativ wieder der Teebeutelsuche.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er kannte den Freund lange genug um zu wissen, da\u00df der ziemlich eigensinnig sein konnte, wenn es ihm in den Kram pa\u00dfte. Je mehr man versuchte, ihm die W\u00fcrmer aus der Nase zu ziehen, desto mehr verschlo\u00df er sich. Aber wenn er schon eine so ausnehmend h\u00fcbsche Elevin hatte \u2013 jetzt dachte <i>er<\/i> auch schon so geschraubt! \u2013, konnte er wenigstens etwas mehr \u00fcber sie erz\u00e4hlen. Wozu waren sie bereits seit der Grundschule miteinander befreundet? \u00dcberhaupt gelang es R\u00fcdiger anscheinend stets, die h\u00fcbschesten Frauen an Land zu ziehen. Das war schon w\u00e4hrend der gemeinsamen Schultage so gewesen. Bis heute war Rolf nicht hinter die \u201aMasche\u2018 seines Freundes gekommen, was ihn wurmte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDachte ich mir\u2019s doch\u00ab, holte Rolf triumphierend eine etwas zerknitterte Schachtel mit Teebeuteln hervor. Da\u00df es Tee auch anders als im Beutel geben k\u00f6nnte, w\u00e4re ihm nie in den Sinn gekommen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger unterdr\u00fcckte einen Seufzer. Aber das war immer noch besser als Rolfs Kaffee. Egal welche Sorte er verwendete, er schaffte es, da\u00df alle gleich schmeckten \u2013 gleich schlecht. Aus seinem Gebr\u00e4u lie\u00df sich auch mit viel Milch und Zucker kaum etwas Genie\u00dfbares machen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbK\u00f6nnte ich mir auch gut vorstellen, einen so tollen Schu\u00df wie deine Ulla als Nachhilfesch\u00fclerin\u00ab, meinte Rolf mit deutlich anz\u00fcglichem Unterton mehr zu sich selbst.<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger enthielt sich eines Kommentares. So sehr er die Gesellschaft des Freundes auch sch\u00e4tzte, was Frauen betraf, geb\u00e4rdete dieser sich leider penetrant als Macho. Dabei gaben bei ihm fast immer die Frauen den Ton an.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Rolf trug die dampfende Teekanne in das Zimmer, das ihm als Wohn-, Schlaf- und Arbeitsraum diente; auch hier war das Chaos nicht geringer.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbHalt, nicht darauf setzen!\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger fuhr zusammen und drehte sich schuldbewu\u00dft um. War er Gefahr gelaufen, sich auf etwas Zerbrechliches zu setzen? Aber auf dem schmalen Stuhl lag nichts au\u00dfer einem zugebenerma\u00dfen, ziemlich h\u00e4\u00dflichen Kissen, was ihn aber nicht wirklich wunderte. Rolfs Geschmack war, gelinde gesagt, reichlich individuell.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWarum?\u00ab fragte R\u00fcdiger irritiert.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbGlaube mir, du sitzt nicht besonders bequem darauf\u00ab, erkl\u00e4rte der Freund und nahm das Kissen vom Stuhl, nachdem er die Kanne auf dem Tisch abgesetzt hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger verstand immer noch nicht so recht. Sicher, die Sitzfl\u00e4che war nicht sehr gro\u00df ausgefallen und das Korbgeflecht, das die Sitzfl\u00e4che bildete, hatte eine ansehnliche Kuhle ausgebildet \u2013 aber ansonsten?<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDu sitzt nur noch auf dem schmalen Rand. Mit einem Kissen darauf geht es zwar, ist aber nicht wirklich zu empfehlen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger sah sich den Stuhl interessierter an. So, man sa\u00df nur noch auf dem schmalen Rand. Also war es nicht sehr bequem, vor allem mit nacktem Hintern und das Korbgeflecht w\u00fcrde sich sicherlich sch\u00f6n in die Haut eindr\u00fccken. Machte zudem einen rauhen Eindruck. \u2013 Nat\u00fcrlich, das k\u00f6nnte gehen!<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWas willst f\u00fcr den Stuhl haben?\u00ab fragte er und sah den Freund entschlossen an.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWie? Was meinst du?\u00ab Rolf schaute den Freund nicht sehr intelligent an.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWieviel du f\u00fcr den Stuhl willst?\u00ab wiederholte er seine Frage ruhig. Rolf stand manchmal wirklich auf der Leitung, dabei war es eine ganz einfache Frage.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAlter Junge\u00ab, Rolf klopfte seinem Freund jovial und auch ein wenig sorgenvoll auf die Schulter. \u00bbWie ich bereits sagte, taugt der alte Schemel nicht mehr viel. Ich h\u00e4tte ihn seit langem nur zu gerne entsorgt, aber er ist das Geschenk meiner alten Tante. Sie meint, er sei etwas Besonderes. Aber ich bin l\u00e4ngst \u00fcberzeugt, da\u00df sie selbst nicht mehr wu\u00dfte, wohin sie mit dem alten Teil sollte, und sah das Geschenk als willkommene Gelegenheit die Loyalit\u00e4t ihres Lieblingsneffen auf die Probe zu stellen. Wenn du ihn also mit dir nimmst, tust mir einen riesigen Gefallen. Dann kann ich meiner Tante wenigstens mit ruhigem Gewissen sagen, da\u00df du dich so in ihn vernarrt hast, da\u00df ich dir deinen Wunsch aus alter Freundschaft nicht abschlagen konnte. Das wird die alte Dame r\u00fchren. Du wei\u00dft ja, wie sehr sie dich ins Herz geschlossen hat. \u2013 Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, was du damit willst. Er pa\u00dft gar nicht zu deiner Einrichtung.\u00ab<\/p>\n<p class=\"einzug\">Das war das h\u00f6flichste Gegenargument, das ihm einfiel.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbIch habe schon eine Verwendung daf\u00fcr\u00ab, meinte R\u00fcdiger mit einem derart verkl\u00e4rten Blick, da\u00df Rolf f\u00fcr den Moment Sorge um das geistige Gesamtbefinden des Freundes bekam. Aber dann sagte er sich, da\u00df R\u00fcdiger Zeit seines Lebens immer wieder einmal schr\u00e4ge, aber in der Regel harmlose Ideen hatte. Und wenn er dieses M\u00f6bel so bequem losw\u00fcrde, sollte es ihm recht sein. Seine Tante hatte sicherlich l\u00e4ngst vergessen, da\u00df sie ihm den Stuhl aufgeschwatzt hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">W\u00e4hrend der \u00fcbrigen Zeit seines Besuches h\u00f6rte R\u00fcdiger dem Freund nur mit halben Ohr zu. Seine Gedanken waren ganz bei dem Stuhl und wie er diesen nutzbringend bei Ulla zur Anwendung bringen konnte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Zu Hause betrachtete R\u00fcdiger den Stuhl lange, setzte sich probeweise mit nacktem Hintern darauf und stellte zufrieden fest, da\u00df Rolf recht hatte, man sa\u00df ohne Kissen nicht bequem darauf. Er \u00fcberlegte, ob er bez\u00fcglich der schlechten Qualit\u00e4t des Korbgeflechts etwas nachhelfen sollte, entschied sich jedoch dagegen. Ulla sollte nicht sofort merken, was er ihr diesmal zumutete.<\/p>\n<p class=\"einzug\">W\u00fcrde sie allerdings weiterhin mitmachen? Da\u00df sie beim letzten Mal ohne zu Z\u00f6gern seiner Aufforderung gefolgt war, mu\u00dfte nicht wirklich etwas bedeuten. Sie konnte auch einfach die Anstrengung untersch\u00e4tzt haben. Weshalb er auch ein wenig nerv\u00f6s war, als er ihr am Montag zur verabredeten Stunde die T\u00fcr \u00f6ffnete.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ulla hatte w\u00e4hrend des Wochenendes genug Mu\u00dfe gefunden, \u00fcber den vergangenen Donnerstag nachzudenken. Im Nachhinein wunderte sie sich, da\u00df sie sich so schnell bereit erkl\u00e4rt hatte, auf seinen Vorschlag einzugehen, der bei n\u00e4herer Betrachtung ziemlich eigenartig war. Jedem anderen h\u00e4tte sie das auch sofort gesagt. So sehr konnte sie schlie\u00dflich nicht wegen dieser Pr\u00fcfung verzweifelt sein! Aber R\u00fcdiger hatte in diesem Moment etwas ausgestrahlt, das sie an Widerspruch erst gar nicht hatte denken lassen. Abgesehen davon war es ihr ganz nat\u00fcrlich erschienen. Selbst jetzt dachte sie keinen Augenblick daran, ihn anzurufen und nach dem Grund zu fragen. Irgendwie hatte es ihr ja auch gefallen. Sicher, es war nicht angenehm gewesen, aber ab einem bestimmten Punkt war der Schmerz fast schon einem kleinen Gl\u00fccksgef\u00fchl gewichen. Hatte es ihr nicht bereits als Kind Spa\u00df gemacht, ihre physischen Leistungsgrenzen auszutesten? War es nicht das, was sie am Sport wirklich gereizt hatte? Einfach weiterlaufen, auch wenn die Beine nicht mehr zu wollen schienen, das Herz raste, und dann zu sp\u00fcren, wie ab diesem ganz speziellen Punkt auf einmal alles anders wurde, wie man begann sich immer leichter, ja geradezu berauscht zu f\u00fchlen? Bestimmt hing es damit zusammen, aber nicht nur. Beim Knien hatte zudem eine Komponente mit hineingespielt, die sie noch nicht pr\u00e4zisieren konnte. Irgend etwas schien sich in ihrem Verh\u00e4ltnis zu R\u00fcdiger ge\u00e4ndert zu haben. Gleich was es war, zum ersten Mal war sie in diesem verdammten Fach wirklich weitergekommen. Das allein z\u00e4hlte im Augenblick f\u00fcr sie.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbWas nehmen wir uns heute vor?\u00ab fragte Ulla unternehmungslustig aber auch ein wenig aufgeregt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDie mineralischen Baustoffe\u00ab, sagte er freundlich.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sie sah sich um. Kein Kissen lag auf dem Boden. Es standen wieder zwei St\u00fchle am Schreibtisch. Den einen Stuhl sah sie zum ersten Mal bei ihm. Er erinnerte sie an einen klassischen Caf\u00e9hausstuhl nur war die Sitzfl\u00e4che kleiner. Das Korbgeflecht war vielleicht etwas durchgesessen, aber das machte nichts. Ohne es zu wollen, war sie entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbZieh deinen Rock aus\u00ab, sagte er ruhig, aber mit Nachdruck.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Erst als er es aussprach, wurde ihm bewu\u00dft, da\u00df es eine ziemlich dreiste Forderung war. Doch Gesagtes l\u00e4\u00dft sich nicht zur\u00fccknehmen. F\u00fcr kurz hielt er den Atem an, rechnete damit, da\u00df sie seine geistige Gesundheit in Frage stellen w\u00fcrde oder es zumindest als v\u00f6llig mi\u00dfgl\u00fcckten Scherz ansah.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Doch nichts von allem. Ohne dar\u00fcber nachzudenken tat sie, was er verlangte, als w\u00e4re es das Selbstverst\u00e4ndlichste auf der Welt. Es kam ihr wie am Donnerstag nicht im mindesten in den Sinn, sich zu widersetzen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Er mu\u00dfte dagegen sein Erstaunen verbergen, da\u00df sie es ohne das geringste Z\u00f6gern tat, als er h\u00e4tte er sie lediglich gebeten Platz zu nehmen. Er hatte das gehofft, aber nicht wirklich erwartet.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Ihren Rock in der Hand haltend, sah sie sich kurz nach einer Ablagem\u00f6glichkeit um, um ihn dann von einem Achselzucken begleitet einfach auf das schmale Sofa neben der T\u00fcr zu werfen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbDen Slip auch\u00ab, forderte er weiter und hoffte, da\u00df sie das leichte Zittern in seiner Stimme nicht bemerkte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Diese Forderung entsprang einzig ihrer Bereitwilligkeit. Er fragte sich im gleichen Augenblick ob er noch ganz zurechnungsf\u00e4hig sei. Aber der Reiz auszutesten, wie weit sie ihm folgen w\u00fcrde, war einfach zu gro\u00df. Es war der reine \u00dcbermut. Sie h\u00e4tte den Slip problemlos anbehalten k\u00f6nnen, ohne da\u00df sie um einen Deut bequemer gesessen h\u00e4tte, denn der zarte Stoff bedeckte nur wenig von ihrer weichen wei\u00dfen Haut. Da\u00df es auf diese Weise nicht einfach nur unbequem war, sondern zudem eine dem\u00fctigende Komponente bekam, wurde weder ihm noch ihr bewu\u00dft.<\/p>\n<p class=\"einzug\">F\u00fcr einen Augenblick schien sie zu z\u00f6gern, sah ihn pr\u00fcfend an.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Sein Herz machte sich f\u00fcr den Weg in die Hosentasche bereit.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Hatte sie ihn wirklich richtig verstanden? Er machte jedenfalls nicht den Eindruck, als w\u00fcrde er scherzen, dann also auch den Slip.<\/p>\n<p class=\"einzug\">F\u00fcr den Moment wu\u00dfte er nicht, was er machen sollte, als sie auch aus diesem Kleidungsst\u00fcck bereitwillig stieg und abwartend vor ihm stand. Er bem\u00fchte sich, nicht allzu offen auf ihre h\u00fcbsche haarlose ein wenig m\u00e4dchenhaft wirkende Scham zu sehen. Sie sollte nicht den Eindruck bekommen, als sei sie die erste Frau, die er so sah.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbUnd jetzt setz dich auf den Stuhl.\u00ab Sein Herzschlag normalisierte sich langsam wieder.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Beim Hinsetzen erkannte sie, warum sie sich untenherum ausziehen mu\u00dfte. Ihr Hintern fand nur Unterst\u00fctzung auf dem schmalen Rand. Das Korbgeflecht trug kaum, zudem war es ziemlich rauh, rauher jedenfalls als es den Anschein hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">R\u00fcdiger setzte sich neben sie, als sei nichts Besonderes, innerlich erleichtert, da\u00df sie seine Frechheit so gelassen hingenommen hatte. Er ging mit ihr die mineralischen Baustoffe munter durch, versuchte gar nicht daran zu denken, da\u00df dicht neben ihm eine Frau mit entbl\u00f6\u00dftem Unterleib sa\u00df. Ulla sp\u00fcrte immer mehr, wie sich der schmale Rand und auch das Korbgeflecht in ihre Haut eindr\u00fcckte. Um nicht zu sehr daran zu denken, konzentrierte sie sich wieder ganz auf das, was R\u00fcdiger ihr mit seiner angenehmen Stimme erkl\u00e4rte. Sie sa\u00df kerzengerade, bewegte sich nicht einen Zentimeter, bem\u00fchte sich erst gar nicht, eine bequemere Position zu versuchen, die gab es bei diesem Stuhl einfach nicht. Obwohl es diesmal l\u00e4nger dauerte bis er sie \u201aerl\u00f6ste\u2018, war es ihr gar nicht so lange erschienen. Das Gl\u00fccksgef\u00fchl, ihren Schmerz \u00fcberwunden und dabei auch noch mehr als genug von den mineralischen Baustoffen behalten zu haben, brachte sie in eine gewisse Hochstimmung. Es tat ihr sogar leid, aufstehen zu m\u00fcssen, obwohl sie im Grunde froh war, nicht l\u00e4nger auf diesem Stuhl sitzen zu m\u00fcssen. Aufgekratzt zog sie in seiner Gegenwart Slip und Rock wieder an und verabschiedete sich mit einer schon mehr als freundschaftlichen Umarmung von ihm.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Aber auch er f\u00fchlte sich \u00e4hnlich. Da\u00df sie ohne weiteres seinen Anweisungen gefolgt war, er eine gewisse Macht \u00fcber sie zu haben schien, gefiel ihm ebenso, wie der Abdruck, den das Korbgeflecht auf ihrem h\u00fcbschen Hintern hinterlassen hatte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Kaum zu Hause zog sie Rock und Slip aus und betrachtete ihren verl\u00e4ngerten R\u00fccken ausgiebig im Spiegel. Pr\u00fcfend fuhr sie mit dem Finger \u00fcber die Einpr\u00e4gungen, die langsam eine rote F\u00e4rbung annahmen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">\u00bbAlso, diese Stunde hat wirklich Eindruck auf mich gemacht\u00ab, meinte sie lapidar und mu\u00dfte dann vor Lachen \u00fcber ihr eigenes Wortspiel losprusten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortsetzung von: Nachhife tut Not, Der wilhelminische Erziehungsratgeber und Unkonventionelle Ma\u00dfnahmen &nbsp; \u00bbWas macht dein Nachhilfesch\u00fcler?\u00ab fragte Rolf mehr mit beil\u00e4ufigem Interesse, w\u00e4hrend er angestrengt im K\u00fcchenschrank kramte. 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