{"id":4893,"date":"2017-06-23T21:41:55","date_gmt":"2017-06-23T19:41:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=4893"},"modified":"2026-04-03T16:26:21","modified_gmt":"2026-04-03T14:26:21","slug":"darueber-zu-reden-ist-essentiell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=4893","title":{"rendered":"\u203aDar\u00fcber\u2039 zu reden ist essentiell"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/logos\/sex.jpg\" \/><\/p>\n<p>Es ist Allgemeingut und best\u00e4tigt sich im t\u00e4glichen Umgang, da\u00df es \u203aVanillas\u2039 Probleme bereitet, \u00fcber Sexualit\u00e4t offen oder \u00fcberhaupt zu sprechen, insbesondere mit dem Partner. Sexualit\u00e4t mag zwar scheinbar in aller Munde zu sein. Das Thema wird mal mehr mal weniger gelungen in den Medien aufgegriffen, dabei klingt nicht selten bem\u00fcht. Es dr\u00e4ngt sich der Eindruck auf, da\u00df diejenigen, die das Thema behandeln, sich nicht so recht dabei wohlf\u00fchlen, selbst wenn sich M\u00fche gegeben wird, die Thematik weitgehend wertneutral zu behandeln.<!--more--><\/p>\n<p class=\"einzug\">Ungeachtet der Problematik des Erbes einer Kultur, in der Sexualit\u00e4t \u00fcber vielen Epochen streng reglementiert, bis teilweise tabuisiert war, wenn auch in unterschiedlichen Intensit\u00e4tsschwankungen, bringt das Denkmuster, da\u00df es ein \u203anormales\u2039 Sexualverhalten gibt, das auf die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Menschen zutrifft, es auch mit sich, da\u00df letztlich nicht \u00fcber Sexualit\u00e4t zwischen den Partner geredet zu werden braucht, da schlie\u00dflich so gut wie jeder weitgehend die gleichen sexuellen Bed\u00fcrfnisse besitzt. Das w\u00e4re vergleichbar mit der Unterstellung, da\u00df alle weitgehend das gleiche essen und gleich zubereiten w\u00fcrden. Der Glaube daran, der f\u00fcr viele mit einer \u00dcberzeugung gleichzusetzen ist, sorgt f\u00fcr negative \u00dcberraschungen, sobald sich herausstellt, da\u00df die tats\u00e4chlichen sexuellen Bed\u00fcrfnisse und Fantasien des Partners betr\u00e4chtlich vom vermeintlich \u203aNormalen\u2039 abweichen. Wobei meist noch Vorurteile hinzukommen, die l\u00e4ngst widerlegt sind, sich aber erstaunlich lange halten, und statt sich mit den Bed\u00fcrfnissen des Partners auseinanderzusetzen, ger\u00e4t die Beziehung in eine Krise. Aus dieser oft nicht unbegr\u00fcndeten Angst heraus werden dem Partner diese nicht selten \u00fcber einen langen Zeitraum verschwiegen, bis der Leidensdruck unertr\u00e4glich wird.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Wer vermeintlich \u203anormal\u2039 ist oder sich als solches glaubt, neigt selten dazu zu hinterfragen, ob das, was als \u203anormale\u2039 Sexualit\u00e4t angesehen wird, das auch objektiv ist. Er <i>mu\u00df<\/i> nicht \u00fcber seine Sexualit\u00e4t nachdenken.<\/p>\n<p class=\"einzug\">BDSMer und Fetischisten, wie alle Angeh\u00f6rigen sexueller Minderheiten, <i>m\u00fcssen<\/i> sich zwangsl\u00e4ufig mit ihrer, vom vermeintlich \u203aNormalen\u2039 abweichenden Sexualit\u00e4t auseinandersetzen, sobald sie ihnen bewu\u00dft wird. Im besten Fall erkennen sie dabei, da\u00df \u203aNormal\u2039 ein willk\u00fcrliches nicht selten aus machtpolitischen Gr\u00fcnden erfolgtes Konstrukt ist, das nichts, mit der aus der Statistik bekannten \u203a<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Normalverteilung\" target=\"_blank\">Normalverteilung<\/a>\u2039 zu tun hat, denn diese erg\u00e4be aller Erfahrung nach und auf Grund verschiedener Studien ein breitgef\u00e4chertes Bild von normaler Sexualit\u00e4t, was jedoch ein eigenes Thema darstellt.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Die F\u00e4higkeit \u00fcber Sexualit\u00e4t offen zu sprechen, f\u00fchrt zu einem entspannterem Umgang mit sich selbst und mit anderen und zu der wichtigen Erkenntnis, da\u00df das vermeintlich Abweichende nur eine von vielen Varianten Sexualit\u00e4t zu leben darstellt. Dar\u00fcber hinaus bereitet es Freude sich \u00fcber Sexualit\u00e4t auszutauschen, wie es generell Freude bereitet, sich \u00fcber Dinge auszutauschen, die das Leben bereichern. Wenn andere die eigenen Vorlieben als eine von vielen, gleichberechtigt nebeneinander existierenden M\u00f6glichkeiten, Sexualit\u00e4t als lustvoll zu leben, betrachten, wird man seine urspr\u00fcnglich als ungew\u00f6hnlich angesehen, selbstbewu\u00dft annehmen, wodurch das eigene Selbstbewu\u00dftsein steigt. Wodurch zudem erkannt wird, wie harmlos BDSM und sexueller Fetischismus tats\u00e4chlich sind, wobei letzteres die wohl harmloseste und im besten Sinn unschuldige sexuelle Variante \u00fcberhaupt darstellen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Es ist eine der angenehmsten Erfahrungen f\u00fcr viele BDSMer und Fetischisten, die sich auf Stammtische und einschl\u00e4gige Treffen gewagt haben, sich unbefangen \u00fcber Sexualit\u00e4t austauschen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"einzug\">Solange alles im gegenseitigen Einvernehmen und verantwortungsvoll bzw. risikobewu\u00dft miteinander umgesetzt wird, solange mu\u00df niemand Schuldgef\u00fchle f\u00fcr seine sexuellen Bed\u00fcrfnisse entwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Allgemeingut und best\u00e4tigt sich im t\u00e4glichen Umgang, da\u00df es \u203aVanillas\u2039 Probleme bereitet, \u00fcber Sexualit\u00e4t offen oder \u00fcberhaupt zu sprechen, insbesondere mit dem Partner. 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