{"id":629,"date":"2009-02-11T18:32:18","date_gmt":"2009-02-11T16:32:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=629"},"modified":"2026-04-11T11:26:59","modified_gmt":"2026-04-11T09:26:59","slug":"kurzes-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=629","title":{"rendered":"Kurzes #9 \u00b7 Auf allen vieren"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/wp-content\/gallery\/logos\/inter.jpg\" \/><\/p>\n<p><i>Da f\u00fcr die Neugierigen ein Titelbild sicherlich nicht genug ist. \ud83d\ude09 Hier noch ein weiterer Auszug aus den \u00bbNachhilfestunden\u00ab<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr den heutigen Tag hatte er ihr per SMS mitgeteilt, was sie anziehen sollte. Im ersten Moment war f\u00fcr sie der Zusammenhang nicht klar, denn es war nichts Besonderes, was er verlangte, nichts was sie nicht sowieso gerne trug, aber vermutlich an diesem Tag nicht unbedingt ausgew\u00e4hlt h\u00e4tte. Eine einfache wei\u00dfe Bluse, einen schwarzen kurzen engen Rock, schwarze Nylons, schwarze hochhackige Schuhe und keine Dessous bis auf die n\u00f6tigen Strumpfhalter war seine Anweisung gewesen. Vor dem Spiegel stehend, fand sie, da\u00df sie allzu sehr wie eine brave Gesch\u00e4ftsfrau wirkte. Und weil sie das st\u00f6rte, schminkte sie sich die Lippen ziemlich stark in einem auff\u00e4lligen Rotton, so sah sie weniger brav aus &ndash; glaubte sie.<!--more--><br \/>\nBevor er ihr erkl\u00e4rte, was es mit den auf dem Boden verteilten Karteikarten auf sich hatte, lie\u00df er ihr Zeit, das Bild auf sich wirken zu lassen und nutzte die Zeit, sie zu betrachten. Zur\u00fcckhaltend, die H\u00e4nde auf dem R\u00fccken zusammengelegt, stand er seitlich neben ihr. Sie konnte wirklich anziehen, was sie wollte, sie wirkte in allem chic. Vielleicht sollte er ihr sagen, da\u00df es ihm gefiel, wenn sie die Lippen so kr\u00e4ftig schminkte. Doch f\u00fcrchtete er, durch zuviel Komplimente seinerseits k\u00f6nnte ihre Beziehung auf eine zu pers\u00f6nliche Ebene geraten, sie es gar als Anmache mi\u00dfverstehen. Da\u00df er sch\u00f6ne Frauenbeine gerne von zarten schwarzen Nylons umh\u00fcllt und mit High-Heels versehen sah, hatte er ihr ja noch als allgemeing\u00fcltige Aussage verkaufen k\u00f6nnen &ndash; glaubte er.<br \/>\nNeugierig und erwartungsvoll lie\u00df sie die Blicke \u00fcber die Karteikarten wandern, dabei umspielte ein L\u00e4cheln der Vorfreude ihre Lippen, obwohl sie sich noch gar nicht richtig vorstellen konnte, was sie erwartete. Sie brannte darauf, endlich die ihr zugedachte Aufgabe anzugehen.<br \/>\n\u00bbIch habe mir ein kleines Frage- und Antwortspiel ausgedacht\u00ab, begann er um sie nicht weiter auf die Folter zu spannen. \u00bbAuf einem Teil der Karten stehen verschiedene Baustoffe und auf anderen kurze Beschreibungen. Zuerst wirst du die Baustoffe zu sinnvollen Gruppen zusammenlegen und anschlie\u00dfend die passenden Erkl\u00e4rungen dazu.\u00ab<br \/>\nLeichte Entt\u00e4uschung lag in ihrem Blick als sie ihn mit leicht schiefgelegtem Kopf ansah. Das sollte alles sein? Das war doch nicht schwer. Selbst wenn er sich schwierige Beschreibungen ausgedacht haben sollte, w\u00fcrde es nicht lange dauern. Aber warum lagen die Karteikarten dazu auf dem Boden verstreut?<br \/>\n\u00bbDer Clou dabei ist\u00ab, fuhr er nach einer Kunstpause fort und ein diabolisches L\u00e4cheln umspielte seine Mundwinkel, \u00bbda\u00df du auf allen vieren \u00fcber den Boden kriechen mu\u00dft und die Karteikarten nur mit dem Mund aufnehmen darfst.\u00ab<br \/>\nDas ver\u00e4nderte die Situation nat\u00fcrlich vollst\u00e4ndig. Fast h\u00e4tte sie \u00fcber das ganze Gesicht gestrahlt, aber das w\u00e4re unangemessen gewesen. Er brauchte nicht zu wissen, wieviel Spa\u00df ihr sein Vorschlag bereits im voraus bereitete. Darum also waren die Karteikarten aufgebogen. Nat\u00fcrlich, so lie\u00dfen sie sich besser mit den Z\u00e4hnen greifen.<br \/>\nF\u00fcr kurz f\u00fcrchtete sie, da\u00df sie ihre teuren Nylons an den Knien beim Kriechen \u00fcber den Boden durchscheuern k\u00f6nnte. Aber dann beruhigte sie sich wieder, sein Parkettboden war ja glatt und sie mu\u00dfte das Gewicht halt mehr auf die Arme verlagern und mit den Knien nicht \u00fcber den Boden rutschten, sondern sie bei jedem \u203aSchritt\u2039 anheben. Das sah auch eleganter aus. Abgesehen davon w\u00fcrde sie der Verlust des Paares Nylons nicht gerade in eine finanzielle Krise st\u00fcrzen. Und dieser Spa\u00df war ihr das Opfer mehr als wert.<br \/>\nOhne eine gesonderte Aufforderung abzuwarten, lie\u00df sie sich auf alle viere auf dem kleinen freien Platz inmitten der Karteikarten mit dem Gesicht zu ihm nieder und schaute ihn mit einem fr\u00f6hlich dem\u00fctigen L\u00e4cheln von unten her an, wackelte dabei sogar leicht mit dem Po.<br \/>\nIn ihrer Position erinnerte sie ihn an den l\u00e4ngst nicht mehr unter den Lebenden weilenden Cockerspaniel seines Onkels &ndash; des Lehrers. Der hatte einen auch immer so angesehen, wenn er irgendeinen Leckerbissen haben oder gestreichelt werden wollte. Und ein bi\u00dfchen erinnerten ihn Ullas Locken an dessen gl\u00e4nzendes Fell auch wenn ihre Haare dunkler waren. Ja, sie hatte in diesem Moment etwas von einem vorwitzigen, schlauen, aber auch liebenswerten und vor allem treuen Hund an sich. Nur ein solcher befolgt bedingungslos jede Anweisung seines Herrn, weil er darauf vertrauen kann, da\u00df ihm dieser nichts befiehlt, das ihm schadet. M\u00fc\u00dfte reizvoll sein, Ulla ein breites Hundehalsband anzulegen und sie dann an der Leine durch die Wohnung zu f\u00fchren. &ndash; Warum eigentlich nur durch die Wohnung? &ndash; Doch das stand (noch) nicht zur Debatte.<br \/>\n\u00bbWorauf wartest du\u00ab, fragte er sie freundlich aber mit un\u00fcberh\u00f6rbarem Nachdruck.<br \/>\nSchuldbewu\u00dft senkte sie den Blick. Ihre Haltung wurde dadurch so offen unterw\u00fcrfig, da\u00df ihn ein ganz eigenartiges Gef\u00fchl warm durchlief und er den Wunsch unterdr\u00fccken mu\u00dfte, sie sch\u00fctzend in die Arme zu nehmen. Zum Gl\u00fcck hielt dieses Gef\u00fchl nicht lange an, denn sie hatte mit der L\u00f6sung ihrer Aufgabe begonnen und ihm den mehr als reizvollen R\u00fccken zugewandt. Ihr zielsicheres Vorgehen hatte kaum noch etwas Unterw\u00fcrfiges. Vielmehr bot sie einen reichlich sinnlichen Anblick.<br \/>\nWie ein Hund auf der Jagd sp\u00e4hte sie, verharrte mitten in der Bewegung, das Gewicht auf den Armen, das eine Knie in der Luft, nur die Schuhspitze ber\u00fchrte noch den Boden, wanderte mit dem Blick, l\u00e4chelte zufrieden, wenn sie die gesuchte Karte entdeckt hatte, senkte den Kopf und ergriff sie mit den Z\u00e4hnen als sei es ein begehrter Knochen. Zu Beginn ben\u00f6tigte sie noch zwei bis drei Anl\u00e4ufe bis sie die Karte richtig gefa\u00dft hatte. Allzu stark hatte er die Karten nicht umgebogen, es sollte ja nicht zu leicht werden. Aber bald hatte sie den Bogen heraus. Sie war schlie\u00dflich ein gelehriger Hund &ndash; Pardon &ndash; eine gelehrige Sch\u00fclerin. Immer wieder einmal blieb ihr eine Locke im Mundwinkel oder der Stirn h\u00e4ngen, auf der sich durch die Anstrengung ziemlich schnell kleine Schwei\u00dfperlen bildeten, doch wischte sie diese nicht mit den H\u00e4nden weg, sondern sch\u00fcttelte den Kopf wie ein Hund, dem irgend etwas im Fell st\u00f6rte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da f\u00fcr die Neugierigen ein Titelbild sicherlich nicht genug ist. \ud83d\ude09 Hier noch ein weiterer Auszug aus den \u00bbNachhilfestunden\u00ab &nbsp; F\u00fcr den heutigen Tag hatte er ihr per SMS mitgeteilt, was sie anziehen sollte. 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