{"id":766,"date":"2009-03-11T01:28:33","date_gmt":"2009-03-11T00:28:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=766"},"modified":"2016-11-07T04:04:06","modified_gmt":"2016-11-07T03:04:06","slug":"carlo-emilio-gadda-%c2%bbcupido-im-hause-brocchi%c2%ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.arminaugustalexander.de\/?p=766","title":{"rendered":"Carlo Emilio Gadda ?Cupido im Hause Brocchi?"},"content":{"rendered":"<p class=\"titelbild\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/gallery\/logos\/inter.jpg\" alt=\"Interpretationen\" \/><\/p>\n<p>Italien 1928. Gigi ? Luigi ? ist der hoffnungsvolle Spr??ling einer alt eingesessenen Mail?nder Familie. Jole ist das bildh?bsche junge Dienstm?dchen seines Onkels Agamemnone. Joles weibliche Reize erregen einerseits bei der m?nnlichen Mail?nder Jugend Aufmerksamkeit, wenn diese sich auch in sehns?chtigen Blicken und mitunter frechen, eindeutigen Anspielungen ersch?pft. Bei den ersten Familien der Stadt und deren Wortf?hrerin, der Gr?fin, Gigis Mutter, erregt Jole Mi?fallen.<!--more--> Bef?rchtungen werden laut, da? Jole einen negativen Einflu? auf die Tugend ihrer Spr??linge haben k?nnte, namentlich ihrem eigenen Sohn, da er Jole notgedrungen begegnen mu?, sobald er seinen Onkel besucht. Die Gr?fin versucht ihren Bruder zu ?berreden, da? er Jole entl??t. Doch der weigert sich, immerhin sei Jole gut in den Haushalt integriert und es sei sehr aufwendig ein neues M?dchen einzuarbeiten. Au?erdem werde er seinem Neffen seinen selbst verfa?ten Leitfaden zur moralischen Erziehung Jugendlicher zu dessen neunzehntem Geburtstag schenken, deren erste Exemplare er bald aus der Druckerei erwarte. Gigis Mutter unternimmt w?hrenddessen eigene Anstrengungen zur einwandfreien moralischen Erziehung ihres Sohnes. Nebenbei entr?stet man sich ?ber eine Kunstausstellung, in der allzu sehr die ?nackten Tatsachen? dominieren. Da man sich aber als F?rderer der sch?nen K?nsten verpflichtet f?hlt, ehrt man einen der Maler, einen R?mer, und l?dt ihn zu sich ein. Der Meister nimmt kein Blatt vor den Mund. Man bef?rchtet, da? der anwesende Gigi Dinge h?ren k?nnte, die noch nicht f?r seine zarten jugendlichen Ohren bestimmt sind. Doch Gigis Gedanken sind nicht nur bei seinen Latein?bungen. Er achtet kaum darauf, was der angeheiterte Maler erz?hlt. Gigis Lateinprofessor Frugoni schl?gt Cicero zur moralischen Erbauung vor und ergeht sich lang und breit ?ber den historischen Hintergrund vor dem Cicero sein Werk verfa?t hat. Gigis Geburtstag, der auf einen Samstag f?llt, kommt immer n?her. Und w?hrend jeder zu wissen glaubt, was f?r ihn gut, wei? er selbst absolut nicht, was er zur Zeit vom Leben an sich halten soll. Weil seine Familie an seinem Geburtstag Verpflichtungen hat, mu? er f?r ein paar Stunden allein zu Hause bleiben. Es l?utet. Gigi ?ffnet. Es ist Jole, die im Auftrag seines Onkels dessen Traktat ?ber die Erziehung bringt. Joles Gegenwart l??t Gigi erkennen, was er wirklich zur Vervollst?ndigung seiner Erziehung braucht; eine junge Frau mit der er gemeinsam die Liebe erkunden kann. Beide nutzen die Gelegenheit umgehend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gaddas Erz?hlung legt auf humorvolle und ironische Weise die ?Gehobene Gesellschaft? blo?, ein Milieu das er selbst bestens kannte. Nat?rlich will Agamemnone Jole nicht entlassen, aber nicht weil sie so gut in seinen Haushalt eingearbeitet ist. Keiner traut sich zu sagen, was er wirklich denkt. Als Kunstm?zen f?rdert man nat?rlich den r?mischen Maler, man will ja auf der H?he der Zeit sein und doch trauert man der ?alten? Kunst nach. Der hochtrabende Professor Frugoni erweist sich bei n?herem Hinsehen als ?rmlicher Lehrer <i>?Gigi [?] stellte gelangweilt fest, da? des Professors Hosen ohne B?gelfalte waren und ?berm??ig gl?nzten an den ? Aktionsfeldern, dort, wo die F?rsorglichkeit seiner Gattin schon h?tte veranschlagen k?nnen, um bodenst?ndige Arbeit zu leisten, ihm einen neuen ?Boden? einzusetzen. [?]?<\/i>. Gigis Mutter beteuert dem Professor gegen?ber, da? <i>?[?]Herr Professor, bei uns zu Hause ? kann Gigi nur das Gute finden ?? In der Tat waren die beiden Dienstm?dchen der Gr?fin eine h??licher als die andere: zwei solche Nasen! solche M?nder!, man kann es sich kaum vorstellen. Das teuflische Blitzen ihrer Augen, ihre Hauer und ihre Kinnbacken erlaubten, da? man sie aus der Entfernung einer Kanonenflugbahn bereits identifizieren konnte. [?]?.<\/i> Gadda entlarvt mit solchen meisterlichen Wortspielereien die Aussagen seiner Protagonisten als Heuchelei, als nicht unbedingt sch?nen Schein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Carlo Emilo Gadda, 1893?1973, geb?rtiger Mail?nder, machte nach dem Ersten Weltkrieg sein Examen als Ingenieur und war auch viele Jahre in diesem Beruf t?tig, parallel dazu bet?tigte er sich bereits als Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3803123291?ie=UTF8&#038;tag=fotokunstblog-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3803123291\">?<i>Die gr??liche Bescherung in der Via Merulana<\/i>?<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=fotokunstblog-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3803123291\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>erschien 1957. Carlo Emilo Gadda gilt als Vater der modernen italienischen Literatur. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Zitate aus: Carlo Emilo Gadda: Cupido im Hause Brocchi <a style=\"color:rgb(255,0,0);\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3803111005?ie=UTF8&#038;tag=fotokunstblog-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3803111005\" target=\"_blank\">?Bei Amazon<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=fotokunstblog-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3803111005\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>\n<\/p>\n<p><!--adsense--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Italien 1928. Gigi ? Luigi ? ist der hoffnungsvolle Spr??ling einer alt eingesessenen Mail?nder Familie. Jole ist das bildh?bsche junge Dienstm?dchen seines Onkels Agamemnone. 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