Schlagwort-Archiv »Betrachtungen«

SM-Outing oder lieber nicht?

Auch wenn ich auf die Frage »SM-Outing oder lieber nicht?« mit einem klaren Ja antworte, muß jeder für sich entscheiden, ob und vor allem vor wem er sich outen will.

Wer sich mit einem Outing schwer tut, sollte sich der Tragweite eines »Neins« bewußt sein. (mehr …)

›Darüber‹ zu reden ist essentiell

Es ist Allgemeingut und bestätigt sich im täglichen Umgang, daß es ›Vanillas‹ Probleme bereitet, über Sexualität offen oder überhaupt zu sprechen, insbesondere mit dem Partner. Sexualität mag zwar scheinbar in aller Munde zu sein. Das Thema wird mal mehr mal weniger gelungen in den Medien aufgegriffen, dabei klingt nicht selten bemüht. Es drängt sich der Eindruck auf, daß diejenigen, die das Thema behandeln, sich nicht so recht dabei wohlfühlen, selbst wenn sich Mühe gegeben wird, die Thematik weitgehend wertneutral zu behandeln.

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Gummifetischisten ohne BDSM-Bezug

Gummifetischisten ohne BDSM-Bezug sind eine Spezies für sich

 

Eine kleine Polemik

 

Zwar will es das Klischee, daß Fetischisten zugleich BDSM-Neigungen unterstellt werden, was in erster Linie seine Ursache darin haben dürfte, daß der Gummifetischismus ebenso den Ruf des Bizarren besitzt wie BDSM und in der Öffentlichkeit in der Regel als wesentlicher Teil von BDSM-Praktiken dargestellt wird, jedoch bleiben die Schnittmengen überschaubar. Die Mehrzahl der Gummifetischisten sind Vanillas. Gummifetischisten die zugleich BDSMer sind, bilden auf den BDSM-Stammtischen wie auf Latexfetischparties eine Minderheit.

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Über die Schönheit »dicker« Frauen

Dieser Essay behandelt weniger vermeintliche und tatsächliche gesundheitliche Risiken von Übergewicht, sondern beschäftigt sich in erster Linie mit den ästhetischen und gesellschaftlichen Dimensionen eines weiblichen Schönheitsideals. Da bei Männern erst in neuer Zeit Dicksein als »unschön« angesehen wird, und das bei weitem nicht in dem Maße wie bei Frauen, werden diese hier außen vor gelassen.

 

»Dick« ist ein Adjektiv, das als Attribut für die Beschreibung von – menschlichen – Körpern eindeutig negativ besetzt ist. Es wird mit Faulheit, Gefräßigkeit, Plumpheit, Schwerfälligkeit auch in geistiger Hinsicht, mangelnder Selbstdisziplin nicht nur bezüglich der Ernährungsgewohnheiten gleichgesetzt, sogar ein per se sozial, wirtschaftlich niedriger Status mit entsprechend niedrigem Bildungsstandard wird damit unterstellt, im besten Fall noch Krankheit. Wer dick ist, hat sich schlecht zu fühlen. Dick in Verbindung mit dem menschlichen Körper wird somit zu einem Schimpfwort.

Darum wird hier mit Absicht das negativ konnotierte »Dick« und nicht die eher positiv und teilweise auch mit leichter Ironie besetzten Begriffe »Mollig«, vermittelt mütterliche Behaglichkeit, »Stattlich«, »Matrone« etc. verwendet. Eine Sonderstellung nimmt der Begriff »Üppig« ein, damit wird Verschwendung, Überfülle, aber auch schwüle Erotik – Wollust – assoziiert. Nur eine üppige Frau kann sich wahrhaftig wollüstig gebärden. (mehr …)

Regenbekleidung aus Gummi als Fetisch

In den 1950er und 1960er Jahren war Regenbekleidung in der Regel noch mit richtigem Gummi beschichtet. (Davor zwar auch schon, aber erst ab dieser Zeit wurde das Medianeinkommen so hoch, daß sich auch breitere Bevölkerungsschichten diese Sachen leisten konnten. Doch davon mehr weiter unten). Stichwort Klepper, einem leichten Baumwollstoff, der mit grauem Gummi beschichtet ist (Entwickelt 1920). Klepper ist auch heute noch in Fetischkreisen ein Inbegriff für Gummiregenbekleidung. Kleppermäntel erzielen bis heute auf online-Auktionen recht hohe Preise.

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Wer will schon tapezierte Knochen!

 

Daß Persönlichkeit ohnehin über allem steht, muß hier nicht extra erörtert werden, das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

 

»Wenn ich von jedem Mann, der mir gesagt hat, daß er eigentlich nicht auf dicke Frauen steht, einen Euro bekäme, hätte ich ausgesorgt«, so eine stattlich gebaute Freundin. Das braucht im Grunde nicht weiter kommentiert zu werden.

 

Ich für mein Teil bevorzuge Frauen mit den Rundungen an den richtigen Stellen, alternativ ist nur ein muskulös-sportlicher Körperbau akzeptabel. Eine Erkenntnis, die auch erst mit den Jahren gereift ist.

Der Fetischist in mir weiß, daß Korsetts Rundungen benötigen, um zu ihren optischen Reiz zu entfalten. Erst breite Hüften und eine üppige Oberweite lassen eine Taille schmal wirken, selbst wenn sie gar nicht so schmal ist. Aber auch klassische Fetischmaterialien wie Gummi/Latex, Lack und Leder wirken einfach betörender auf viele, umhüllt es üppige weibliche Rundungen.

Es ist schön, üppige Brüste zu massieren, das Gesicht in ihnen zu vergraben und die Nippel zwischen die Lippen zu nehmen und daran zu lecken zu saugen. Beim Kuscheln fühlen sich Rundungen ohnehin besser an. Und was allgemein als Bauch bezeichnet wird, ist doch erotische Nutzfläche. (mehr …)

Unterschichten im Spiegel der Zeit

Verbale Entgleisung und Diskreditierungen gegenüber den Schwächsten einer Gesellschaft, den Armen, die auch gerne als Unterschicht bezeichnet werden oder neuerdings auch als Prekariat, was nur scheinbar weniger abwertend klingt, durchziehen die gesamte abendländische Geschichte. Verbale Entgleisungen gegen eine Gesellschaftsschicht, die zwar immer mit ihrer – billigen – Arbeitskraft half, den Wohlstand einer Gesellschaft zu mehren, aber zugleich von den Früchten dieses Wohlstandes ausgeschlossen war. »Wäre ich nicht arm, wärst Du nicht reich«, wie Brecht den armen zum reichen Mann sagen läßt, beschreibt in einfachen Worten treffend Ursache und Wirkung. Die Armen haben immer nur Arbeiten verrichten müssen, die von der Gesellschaft als niedere angesehen worden, oder wurden herangezogen, wenn die anfallende Arbeit für die regulären Kräfte allein nicht zu schaffen war, zur Erntezeit in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft war bis zur einsetzenden Industrialisierung der Wirtschaftszweig mit den meisten Beschäftigten. Sie wurden abwertend als Tagelöhner, heute euphemistisch Saisonarbeiter, bezeichnet, wodurch sie auch sprachlich vom Arbeitenden mit regulärem Beschäftigungsverhältnis abgesetzt wurden, der seinen Lohn wöchentlich erhielt.
Daß sie dumm seien, an ihrem Elend selbst Schuld, dem Trunk verfallen, derb, es nie zu etwas bringen würden, faul, an regelmäßiger Arbeit nicht interessiert, sich hemmungslos ihren Trieben hingeben würden, und was es an Vorurteilen mehr gibt, wurde ihnen fortwährend vorgehalten, ohne auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, daß hier Ursache mit Wirkung verwechselt wurde. Als ob Menschen, die systematisch ausgegrenzt und diffamiert werden, das auch noch mit Begeisterung und Dank und besonders vorbildlichem Verhalten quittieren würden! (mehr …)

Fetischismus – Kultivierung des Sexuellen

 

Ihm sagen die über die Knie reichenden Röcke, die nahezu wadenlangen, mehr zu. Die nur die Hälfte der Waden zeigen, den Beginn dieser mal mehr weniger ausgeprägt geschwungenen Linie, die Fesseln. Den Rest gibt er lieber seiner Phantasie anheim. Zarte Strümpfe in allen Farben und hochhackiges Schuhwerk, bevorzugt mit schlanken, nicht zwingend dünnen Absätzen, sind seinen Augen ein Labsal. Aber auch flache Schuhe können unter Umständen einen reizvoll harmonischen Abschluß bilden.

(Zitat aus der Erzählung »Ein Bewunderer« aus dem Band
»Geheimnisvolles Rendezvous«)

Ein Zitat mit unverkennbar fetischistischem Bezug, das zugleich gut das Wesen des Fetischismus beschreibt. Das Zitat ist aus der – männlichen – voyeuristischen Sicht; bezeichnen wir es einmal als passiven Fetischismus. Er genießt den Anblick zartbestrumpfter Frauenbeine nicht nur, weil sie für ihn ein erotisches Stimulans sind, sondern auch, weil sie nicht alle natürlichen Reize entblößen, sondern teilweise verhüllen. »[…] Den Rest gibt er lieber seiner Phantasie anheim. […]« Fetischismus als Reiz der verheißungsvollen Verhüllung, die zwar einiges sehen, aber noch mehr Raum für die Phantasie läßt. Doch davon später noch.

Fetischismus ist gleichermaßen die Freude am Betrachten einer reizvollen »Verpackung« wie auch der Genuß an »Verkleidung«, am Tragen dieser »Verpackung«.

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