Kategorie-Archiv »Literarisches«
Donnerstag, den 27. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Berliner in Italien
Die ganze Welt ist voll von Berlinern. Deutschland, Deutschland überall in der Welt. Ich sah sie auf der Promenade in Nervi sich gegenseitig bedienern, und sie waren als Statisten beim Empfang des italienischen Königs in Mailand aufgestellt. (mehr …)
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Sonntag, den 23. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Die Gewissenhaften – Seinem Gewissen folgen ist bequemer als seinem Verstande: denn es hat bei jedem Mißerfolg eine Entschuldigung und Aufheiterung in sich. Darum giebt es immer noch so viele Gewissenhafte gegen so wenig Verständige.
Friedrich Nietzsche (15.10.1844–25.8.1900)
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Montag, den 17. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Das Butterbrotpapier
Ein Butterbrotpapier im Wald, –
da es beschneit wird, fühlt sich kalt …
In seiner Angst, wiewohl es nie
an Denken vorher irgendwie
gedacht, natürlich, als ein Ding
aus Lumpen usw., fing, (mehr …)
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Samstag, den 15. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Der verachtete Rat
Man darf nie weniger geschwind tun, wenn etwas geschehen soll, als wenn man auf die Stunde einhalten will. Ein Fussgänger auf der Basler Strasse drehte sich um und sah einen wohlbeladenen Wagen schnell hinter sich hereilen. »Dem muss es nicht arg pressieren«, dachte er. – »Kann ich vor Torschluss noch in die Stadt kommen?« fragte ihn der Fuhrmann. – »Schwerlich«, sagte der Fussgänger, »doch wenn Ihr recht langsam fahrt, vielleicht. Ich will auch noch hinein.« (mehr …)
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Freitag, den 14. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Heinrich Heine über Goethe
Daß ich dem Aristokratenknecht Goethe mißfalle, ist natürlich. Sein Tadel ist ehrend, seitdem er alles Schwächliche lobt. Er fürchtet die anwachsenden Titanen. Er ist jetzt ein schwacher abgelebter Gott, den es verdrießt, daß er nichts mehr erschaffen kann.
Heinrich Heine (13.12.1797–17.2.1856)
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Freitag, den 14. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Die Fortsetzung von »Die Belohnungt«, »bloß gestellt«, »Ein »blinde date« im Wortsinn« und »Der unbekannte nächtliche Anrufer«
Nachdenklich ging er nach Hause. Er hatte diesen Nachmittag außerordentlich genossen, dennoch konnte er sich im Nachhinein nicht wirklich daran erfreuen. Ihr schnelles Zurückziehen, nachdem sie ihn zum Orgasmus gebracht hatte, ließ ihn nicht los. Dabei war es nicht auffällig schnell abgelaufen, nicht im Sinne von hastig oder gar fluchtartig. Er war sich sicher, daß sie den Blick noch eine Weile auf ihn hat ruhen lassen, bevor sie ihn verlassen hatte. Vielleicht hatte sie ihn sogar mit einem liebevollen Lächeln betrachtet.
Als er seine Wohnungstür aufschloß, wußte er, was ihn bedrückte; sie hatte in jedem Augenblick bestimmt, was abzulaufen hatte, und – was für ihn ebenso schwerwiegend war – er hatte sie anschließend nicht in die Arme nehmen können. (mehr …)
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Mittwoch, den 12. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Christian Dietrich Grabbe über Goethes »Faust«
Was ist das für ein Gewäsch über den Faust! Alles erbärmlich. Gebt mir jedes Jahr 3000 Taler und ich will Euch in drei Jahren einen Faust schreiben, daß Ihr die Pestilenz kriegt.
Christian Dietrich Grabbe (11.12.1801–12.09.1836)
Anmerkung: Christian Dietrich Grabbe zählt zu den genialsten deutschen Dramatikern, dessen innovative Ideen teilweise die Möglichkeiten der Bühnen der damaligen Zeit beträchtlich überstieg. Er ist wie Goethe unter anderem stark von Shakespeare beeinflußt.
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Mittwoch, den 12. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Der geistige Arbeiter in der Inflation
Wer nur den lieben Gott laßt walten – Ich arbeite an einer Monographie über die römischen Laren. Am Tage liege ich im Bett, um Kohlen zu sparen. Ich werde ein Honorar von drei Mark erhalten. Drei Mark! Das schwellt meine Hühnerbrust wie ein Segel. Ein kleines Vermögen. Ich werde es in einem Taschentuch anlegen. Wie ich es früher trug und wie die reichen Leute es heute noch tragen. Um vorwärts zu kommen, muß man eben mal leichtsinnig sein und was wagen. (mehr …)
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