Kategorie-Archiv »Werkstatt«
Sonntag, den 14. März 2010 von: Armin A. Alexander

Das warme Licht der Abendsonne schien ins Zimmer. Durch das ein wenig geöffnete Fenster drang Vogelgezwitscher und leises Murmeln vom Nachbarbalkon herein. Der hereinströmende Luftzug blähte leicht die Gardine. Die Zeit schlich auf eine angenehme Weise dahin, eine wohlige Zufriedenheit des Augenblicks in Begleitung.
Holger konnte sich kaum entsinnen, wann er das letzte Mal derart mit sich im reinen gewesen ist. Er saß die Beine lang ausgestreckt im bequemen Sessel, ein Buch auf den Knien, in dem er aber nicht las. Statt dessen galt seine ganze Aufmerksam Marietta, die ihm gegenüber auf der Couch saß, die Beine mit damenhaft lässiger Eleganz übereinandergeschlagen, und fast selbstversunken in einem Buch las.
Ein wohlig sehnsüchtiges Gefühl durchströmte ihn beim Anblick ihrer schönen langen zartbestrumpften Beine. (mehr …)
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Sonntag, den 14. März 2010 von: Armin A. Alexander

Regelmäßigen Lesern meines Blogs dürfte sicherlich nicht entgangen sein, daß sich meine Kurzgeschichten in erster Linie um das Thema Beziehungen drehen mit unverkennbarer erotischer Komponente und dabei oft genug das vermeintlich »Außergewöhnliche« beschreiben – Fetischismus, Hydrophilie, etc. Sie sollen vor allem die Lebenfreude beschreiben, in der sich Erotik widerspiegelt, denn Erotik ist in erster Linie Ausdruck von Lebensfreude. Sie hilft eine Auszeit aus dem täglichen Allerlei zu nehmen, lehrt das unbeschwerte – gemeinsame – Genießen, einen Weg zu sich selbst, zum anderen, zum eigenen Körper zu finden.
Den Gegenpool bilden die Zitate, die Interpretationen und die Rezensionen, von denen sich bisher nur letztere mit Büchern beschäftigt haben, die explizit Erotik als Thema haben. Die Rezensionen betreffen Texte, die mich auf irgendeine Weise beeindruckt haben, die einfach beeindruckend sind! Zeitlos in ihrer Aussage, und oft genug trotz ihres Alters noch immer erschreckend aktuell, auch wenn sie mitunter – sprachlich – ein wenig angestaubt erscheinen mögen. Wie z. B. »Frankenstein« von Mary Shelley oder »Ein Weihnachtslied« von Charles Dickens oder die die Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert.
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Sonntag, den 14. März 2010 von: Armin A. Alexander

Die letzten Strahlen der Juniabendsonne bahnten sich mühsam einen Weg durch den schmalen Spalt des dichten, leicht staubigen Vorhangs. Das Fenster war ein wenig geöffnet, damit die frische Luft Zugang in dieses spärlich möblierte Zimmer, dessen Tapeten schon lange ihre ursprüngliche Farbe eingebüßt hatten und stumpf und fleckig geworden waren, fand. Die Einrichtung bestand lediglich aus einem schmalen Bett mit leicht durchgelegener Matratze, einer niedrigen Kommode, deren Oberfläche längst ihren Glanz eingebüßt hatte, einem altersschwachen Schrank, dessen knarrende Türen im ganzen Haus zu vernehmen waren; ein kleiner runder Eßtisch mit drei wackligen Stühlen vervollständigte die Einrichtung. Es war das Zimmer eines einsamen alten Menschen, der sich mit einer kargen Rente kaum über den Monat bringen konnte, obwohl er ein ganzes Leben hart gearbeitet hatte, der ein düsteres Leben ohne rechte Freuden führen mußte. (mehr …)
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Sonntag, den 14. März 2010 von: Armin A. Alexander

Der folgende Text ist Ausszug aus »Ein neues Zimmer« aus dem Erzählband »Felizia & Felix«
Als Gero sich auf den Weg zu Wolfs Vernissage in einer kleinen ein wenig vom Zentrum entfernt gelegenen Galerie machte, dachte er bereits nicht mehr an Marlies. Im Prinzip ging er nur aus der damals noch relativ frischen Freundschaft zu Wolf dorthin. Vernissagen langweilten Gero in der Regel. Sie besaßen für ihn immer etwas Verpflichtendes, war ihm der Künstler persönlich bekannt. Ansonsten waren ihm zu viele Leute anwesend, die aus allen möglichen Gründen dorthin gingen, jedoch nur selten der Kunst allein wegen. (mehr …)
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Sonntag, den 14. März 2010 von: Armin A. Alexander

Als sollte der lange kalte Winter so bald als möglich in diesem Jahr ausgeglichen waren, war der Juni bereits zu Anfang von beinahe hochsommerlichen Temperaturen geprägt. Aber nicht nur das Wetter hielt in diesem Jahr Ungewohntes bereit. Auch für Till hatte es eine – angenehme – Überraschung parat.
Sonja war etwas mehr als mittelgroß, mit einem wunderbar femininem Körper, dichtem, langem schwarzen Haar, das sie meist zu einem Zopf geflochten trug. Ihr fröhliches Wesen, ihr Humor und die Lebensfreude, die sie ausstrahlte, hatten Till sogleich gefangen genommen. Ihre Spontanität stand fast schon im Gegensatz zu seiner Bedächtigkeit in manchen Dingen. Es war ihrer Spontanität geschuldet, die ihn noch immer nicht so recht glauben ließ, daß Sonja mit ihm zusammen war. Dabei litt er in keiner Weise an Selbstunterschätzung. (mehr …)
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Montag, den 8. März 2010 von: Armin A. Alexander

Der folgende Text ist ein kurzer Auszug des Roman »Adalberts Erbe«. Zur Zeit noch in Bearbeitung.
Die Schatten waren beträchtlich länger und durchsichtiger geworden. Malte mußte wohl etwas eingenickt sein. Ihm fiel ein, daß er auf jeden Fall noch zum Friedhof gehen wollte, dem Grab seines Patenonkels einen Besuch abstatten. Eilig räumte er das Geschirr in die Küche. Tisch und Stühle ließ er stehen, wo sie waren. Er holte die etwas ungelenk angefertigte Skizze, die ihm der alte Notar von der Lage des Grabes gegeben hatte, aus einer mitgebrachten Mappe mit diversen Schriftstücken das Erbe betreffend. Vermutlich hätte er das Grab nach einigem Suchen auch ohne diese Skizze gefunden, allzu groß war der alte Friedhof ja nicht, wenn auch in die Länge gezogen. (mehr …)
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Sonntag, den 7. März 2010 von: Armin A. Alexander

Er war noch nicht vollständig aufgewacht, da wußte er bereits, daß dieser Tag etwas Besonderes besaß. Ein leises Glücksgefühl durchströmte ihn, als habe sich etwas ereignet, das er schon lange herbeigesehnt hatte. Voll Elan sprang er aus dem Bett und zog die Vorhänge zurück. Morgendliches Sonnenlicht flutete ins Zimmer. Er mußte kurz die Augen schließen, denn die Helligkeit schmerzte seine noch ans Halbdunkel gewöhnten Augen. Dann riß er förmlich das Fenster auf. Milde Wärme strömte ins Zimmer, begleitet vom Gesang der Vögel und einem leicht süßlich herben Aroma. – Der Frühling war endlich da! (mehr …)
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Samstag, den 6. März 2010 von: Armin A. Alexander

Der folgende Text ist ein kurzer Auszug des Roman »Adalberts Erbe«. Zur Zeit noch in Bearbeitung.
Während der Nacht schlief Malte unruhig. Er hatte die Tür zu seinem Zimmer geschlossen als fürchtete er, die Leere im Haus könnte in der Nacht auch sein Zimmer besetzen.
Zuvor hatte er lange wach gelegen, versucht sich mit einem Buch abzulenken. Das Fenster hatte er leicht geöffnet gelassen. Von den verwilderten Sträuchern, die vor dem Haus wuchsen, stieg süßlich herber Duft ins Zimmer. Das Zirpen der Grillen war in der Stille gut zu vernehmen – ein Geräusch, das er in der Stadt vermißte. Das Laub der beiden Buchen rauschte leise im seichten Nachtwind.
Es war ihm gelungen zwei Seiten an einem Stück in seinem Buch zu lesen – er hatte sich jenen Band mit orientalischen Märchen aus der Bibliothek geholt – als ihn näherkommende Schritte aufhorchen ließen. Normalerweise gewöhnliche Geräusche wie das Vorbeifahren eines Autos oder Schritte auf dem Pflaster waren zu nächtlicher Stunde in dieser Seitenstraße derart selten, daß sie sofort aufhorchen ließen. (mehr …)
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