Kategorie-Archiv »Zitat des Tages«
Sonntag, den 14. März 2010 von: Armin A. Alexander

Ehrgeiz ein Surrogat des moralischen Gefühls. – Das moralische Gefühl darf in solchen Naturen nicht fehlen, welche keinen Ehrgeiz haben. Die Ehrgeizigen behelfen sich auch ohne dasselbe, mit fast gleichem Erfolge. – Desshalb werden Söhne aus bescheidenen, dem Ehrgeiz abgewandten Familien, wenn sie einmal das moralische Gefühl verlieren, gewöhnlich in schneller Steigerung zu vollkommenen Lumpen.
Friedrich Nietzsche (1844–1900): Menschliches, Allzumenschliches · Ein Buch für freie Geister
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Freitag, den 12. März 2010 von: Armin A. Alexander

Freude im Alter. – Der Denker und ebenso der Künstler, welcher sein besseres Selbst in Werke geflüchtet hat, empfindet eine fast boshafte Freude, wenn er sieht, wie sein Leib und Geist langsam von der Zeit angebrochen und zerstört werden, als ob er aus einem Winkel einen Dieb an seinem Geldschranke arbeiten sähe, während er weiß, daß dieser leer ist und alle Schätze gerettet sind.
Friedrich Nietzsche (1844–1900): Menschliches, Allzumenschliches · Ein Buch für freie Geister
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Donnerstag, den 11. März 2010 von: Armin A. Alexander

Die höhere Kultur wird notwendig mißverstanden. – Wer sein Instrument nur mit zwei Saiten bespannt hat, wie die Gelehrten, welche außer dem Wissenstrieb nur noch einen anerzogenen religiösen haben, der versteht solche Menschen nicht, welche auf mehr Saiten spielen können. (mehr …)
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Samstag, den 6. März 2010 von: Armin A. Alexander

Der Einwand, der Seitensprung, das fröhliche Mißtrauen, die Spottlust sind Anzeichen der Gesundheit: Alles Unbedingte gehört in die Pathologie.
Friedrich Nietzsche (1844–1900): »Jenseits von Gut und Böse«
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Samstag, den 27. Februar 2010 von: Armin A. Alexander

Manche Männer sind für Frauen wie Menstruationsbeschwerden, keine will sie, aber jede hat sie schon einmal gehabt.
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Mittwoch, den 24. Februar 2010 von: Armin A. Alexander

Warten-können – Das Warten-können ist so schwer, daß die größten Dichter es nicht verschmäht haben, das Nicht-warten-können zum Motiv ihrer Dichtungen zu machen. So Shakespeare im Othello, Sophokles im Ajax: dessen Selbstmord ihm, wenn er nur einen Tag noch seine Empfindung hätte abkühlen lassen, nicht mehr nötig geschienen hätte, wie der Orakelspruch andeutet; (mehr …)
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Sonntag, den 21. Februar 2010 von: Armin A. Alexander

Drakonisches Gesetz gegen Schriftsteller – Man sollte einen Schriftsteller als einen Missetäter besehen, der nur in den seltensten Fällen Freisprechung oder Begnadigung verdient: das wäre ein Mittel gegen das Überhandnehmen der Bücher.
Friedrich Nietzsche (1844–1900): Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch für freie Geister
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Samstag, den 13. Februar 2010 von: Armin A. Alexander

An das Publikum
O hochverehrtes Publikum,
sag mal: bist du wirklich so dumm,
wie uns das an allen Tagen
alle Unternehmer sagen? (mehr …)
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