Kategorie-Archiv »Erotisches«

Sachbuchempfehlungen zu BDSM

Zwar besitzen wir heute über das Internet Zugriff auf eine schier erschlagende Menge an Information, auch bezüglich BDSM, doch wird leider zu vieles nur gestreift oder ist unvollständig, oder wird seit Jahren nicht mehr gepflegt, ein Schicksal, das leider auch datenschlag.org ereilt hat, daher eine kleine Auswahl an gedruckten Büchern (von einigen gibt es auch e-book-Ausgaben oder es gibt sie derzeit nur als solches), von denen einige schon als Klassiker bezeichnet werden können, die immer wieder Neuauflagen erleben. (mehr …)

Kurzes #72 · Die Fetischistin

Es gibt so Momente, da bin ich im Zweifel, ob ein Fetisch nicht doch die Dimension einer klassischen Sucht annehmen kann. Jedenfalls, wenn ich meine aus allen Nähten platzenden Kleiderschränke anschaue … Was willst Du, Frauen kokettieren nun einmal gerne … Ob das in unseren Genen liegt? Keine Ahnung, wahrscheinlich liegt es an unserer Sozialisierung … Natürlich würde ich nicht eines meiner Stücke weggeben. Dafür bin ich viel zu sehr Fetischistin und habe viel zuviel Spaß damit und brauche es auch irgendwie, wie Du weißt. Es bereichert mein Leben und hat mich schon manch interessanten Mann kennenlernen lassen … Ja, Du bist auch alles andere als uninteressant … Nach Komplimenten fischen kannst Du. Ich denke, Du weißt genau, wie Du Dich einzuschätzen hast … Das ist gut, ein Leben ohne Fetisch ist zwar möglich, aber reizlos … Ja, so empfinde ich auch oft.

Du hast noch nie nachvollziehen können, warum etwas derart harmloses wie Fetischismus überhaupt als Problem angesehen werden konnte und von manchem noch immer wird. (mehr …)

Kurzes #71 · Der Fetischist

Der folgende Text ist die Fortsetzung und der Schluß von Evamarias Gummiregenmantel.

 

Evamaria besaß die beiden Gummiregenmäntel vielleicht zwei Wochen.

Es nieselte seit dem Morgen ohne Unterbrechung. Evamaria stand wie üblich bei dieser Witterung allein in der Gasse. Sie schlenderte auf ihrem Platz auf und ab, die Hände in den Manteltaschen geschoben, lauschte auf das Klacken ihrer hohen Absätze auf dem ausgetretenen Pflaster, schritt genüßlich durch die beiden kleinen Pfützen vor der Einfahrt, genoß das Gefühl wie ihre Schuhe und Strümpfe sich mit dem Regenwasser vollsogen, sowie das leise monotone Trommeln des Regens auf der Kapuze und hing ihren Gedanken nach, weshalb sie den Mann nicht kommen gesehen hatte. Sie bemerkte ihn erst, als er sie ansprach und sich nach ihrem Preis erkundigte. Sie konnte nicht sagen, wie lange er sie beobachtet haben könnte.

Mit einem geschäftsmäßig freundlichen Lächeln, das dennoch liebenswürdig war, nannte sie ihren Tarif, der bei allen Frauen in dieser Gasse derselbe war.

»Was tust du dafür?« fragte er leise, fast schüchtern, obwohl niemand in der Nähe war, der sie hätte belauschen können. Selbst wenn es anders gewesen wäre, hätte sich keiner daran gestört.

Sie sah ihn mit leicht schiefgelegtem Kopf und einem freundlichen Lächeln um die Mundwinkel an. Sie hatte ihn hier noch nie gesehen. Er schien nicht unsympathisch, wirkte fast etwas schüchtern als sei es das erste Mal, daß er zu einer wie ihr ging. Er war relativ groß, schlank, doch nicht hager, wirkte irgendwie ›besser gestellt‹, sah insgesamt nicht schlecht aus. Er hielt seinen Schirm fest in der Hand, fast als wollte er sich daran festhalten. Sie schätzte ihn auf Anfang vierzig. In ihren Augen ein eher untypisches Alter, um das erste Mal zu einer Hure zu gehen. Aber das bedeutete letztlich nichts. (mehr …)

Kurzes #70 · Evamarias Gummiregenmantel

Die vielleicht dreihundert Meter lange Gasse mit dem ausgetretenen Pflaster, die sich mit geringer Steigung die kleine Anhöhe hinaufzog, auf der die kleine Stadt erbaut worden war, genoß bereits im Mittelalter einen zweifelhaften Ruf, der ihr bis heute anhaftet, ohne daß selbst alteingesessene Bewohner sagen konnten, worauf dieser sich begründete. Sie hatte sich seitdem nur insofern verändert, als daß alte Häuser neuen gewichen – die jedoch längst wieder alt waren – die Gasse befestigt und an die öffentliche Kanalisation angeschlossen worden war. Das Sonnenlicht drang lediglich am späten Nachmittag und auch nur im Sommer für zwei bis drei Stunden bis auf das Pflaster hinunter. Es gab zwei Werkstätten, die mehr schlecht als recht gingen. Wer hier wohnte, tat es nicht freiwillig, sondern weil es ihn hierher verschlagen hatte und er es nicht mehr schaffte, fortzuziehen.

Ungefähr in der Mitte, relativ nah am Scheitelpunkt des Bogens, in dem die Gasse verlief, lag ein kleines Hotel, strenggenommen eine Absteige, sauber zwar, doch alles andere als heimelig, da es schon vermeintlich bessere Zeiten gesehen zu haben schien. Wer hier ein Zimmer wollte, der nahm es nicht, um zu übernachten, denn Reisende verirrten sich nur höchst selten in diesen Teil der kleinen Stadt, sondern mietete es stundenweise (mehr …)

Kurzes #69 · Das kleine Schuhgeschäft

»Bis morgen.« Robert schloß die Tür hinter Lore und Cornelia, seinen beiden Verkäuferinnen. Er warf einen kurzen Blick auf die Uhr. Noch eine viertel Stunde, dann würde er das kleine Schuhgeschäft schließen, das auf Damenschuhe spezialisiert war und das er bereits in der dritten Generation führte.

Es war ein lauer Frühlingsabend mitten in der Woche. Im Grunde viel zu schade, um ihn mit den lästigen täglichen Büroarbeiten zu verbringen. Gut eine Stunde würde er noch damit zubringen müssen, bevor er ebenfalls nach Hause gehen konnte. Hoffentlich kam jetzt keine Kundin mehr. Aber vor der Zeit wollte er auch nicht schließen, selbst wenn es sich nur um fünf Minuten handelte. Jetzt waren es noch zehn.

Er spielte nervös mit den Schüsseln in der rechten Hosentasche. Er betrachtete die im großen Schaufenster ausgestellten Schuhe, die überwiegend mittelhohe bis beinahe turmhohe Absätze besaßen und ausnahmslos aus feinem Leder waren. (mehr …)

Kurzes #68 · Lediglich aus Liebe?

»Ich bin auch davon überzeugt, daß die meisten Frauen das mehr ihrem Partner zuliebe machen als wirklich aus eigener Neigung«, sagte Britta in einem Tonfall, der keinen Raum für Zweifel ließ. Wie um das zu unterstreichen, schob sie sich ein dickes Stück Schwarzwälderkirsch in den Mund und zeigte dabei demonstrativ die gepflegten Zähne als wollte sie zusätzlich zum Stück Kuchen auch noch jedem Gegenargument den Garaus machen. (mehr …)

Kurzes #67 · Nur ein Tagtraum?

Die Fortsetzung von Die »Gouvernante«

 

»Lars, du sollst sofort zur Schmitz-Grewe ins Büro kommen«, riß Holger ihn unsanft aus seinen Gedanken.

Holgers Mimik verriet nichts Gutes. Und Lars schrak zusammen. Schließlich bedeutete es nur selten etwas Gutes, ins Büro der Schmitz-Grewe zitiert zu werden.

Mit heftig klopfendem Herzen und weichen Knien ging er zum Büro der Schmitz-Grewe, das am entgegengesetzten Ende des Flurs lag.

Er hatte den Eindruck, daß die Kollegen in diesem Moment nur darum so intensiv mit ihrer Arbeit zugange waren, damit sie nicht in den Verdacht gerieten, mit ihm auf irgendeine Weise zu sympathisieren und zum anderen froh darüber zu sein schienen, daß der Kelch diesmal an ihnen vorübergegangen war. Doch machte er ihnen das nicht zum Vorwurf, er hätte sich an ihrer Stelle ähnlich verhalten.

Vor dem Büro der Schmitz-Grewe blieb er einen Augenblick stehen. Er fühlte sich wie ein Schüler, der sich einen Rüffel vom Direktor wegen einer Verfehlung abholen mußte, die offenbar so niederträchtig sein mußte, daß er sogar mit einem Verweis zu rechnen hatte, obwohl er nicht die leiseste Ahnung besaß, was ihm eigentlich zum Vorwurf gemacht wurde. (mehr …)

Kurzes #66 · Die ›Gouvernante‹

Für Lars war sie in erster Linie ›die Gouvernante‹. Tatsächlich hieß sie Lisbeth Schmitz-Grewe, war Mitte vierzig, geschieden und arbeitete seit etwas mehr als einem Jahr in der gleichen Abteilung.

Ihren Spitznamen hatte sie von Lars auf Grund ihres Auftretens und ihrer Art sich zu kleiden bekommen. Sommers wie winters trug sie über die Knie reichende hell- oder dunkelbraune schlichte Röcke zu meist hellen hochgeschlossenen langärmligen Blusen, ihre Strümpfe – wahrscheinlich eher Strumpfhosen als Strümpfe, wie Lars sich sogleich verbesserte, denn er konnte sich nicht vorstellen, daß eine Frau wie Lisbeth Schmitz-Grewe etwas anderes als langweilige spießige Strumpfhosen aus dem Discounter tragen könnte, obwohl weder ihre Röcke noch ihre Blusen oder ihre Schuhe auf irgendeine Weise billig wirkten – waren ausnahmslos hautfarben und von mittlerer Stärke, wobei Lars sich über blickdichte auch nicht gewundert hätte. Ebenso erschien es ihm als Tatsache, daß sie schlichte unerotische weiße Unterwäsche trug. Ihre Schuhe mit in der Regel halbhohen Absätzen – an kühleren Tagen trug sie zumeist Stiefel – verrieten dagegen eine schlichte Eleganz. (mehr …)