Schlagwort-Archiv »Erotisches«

Kurzes #59 · Besser spät als nie

Gedämpft drang ausgelassenes Stimmengemurmel von den Nachbarbalkonen, begleitetet vom Vogelgezwitscher, durch das auf Kippstellung stehende Fenster ins Schlafzimmer. Der Frühherbst erinnerte noch sehr an Sommer, obwohl die Tage bereits spürbar kürzer und die Abende kühler wurden.

Sie lag in wohliger Trägheit auf der Seite, den Blick zum Fenster gerichtet, und beobachtete, wie der von draußen hereinkommende warme Luftzug, unter den sich ein schwaches Aroma nach Gegrilltem mischte, mit der Gardine spielte.

Ihre Handgelenke waren von den rauhen Seilen gerötet, die Brustwarzen als Folge der Klammern noch immer überempfindlich, doch das war nichts gegen das Brennen auf ihrem Hintern, der dabei war von einem intensiven Rot zu einem Schillern in allen Farben des Regenbogens zu wechseln. Sitzen war ihr zur Zeit nur auf einem weichen Kissen möglich. Doch machte ihr das nichts aus, denn es war ein wunderbares Brennen, das sie ausgiebig genoß.

Wie sehr hatte sie sich früher nicht nur nach diesem Brennen gesehnt. Wie schön war es, jeden seiner Schläge zu spüren, das laute Klatschen beim Auftreffen zu hören, um kurz darauf das einsetzende und schnell ansteigende Brennen zu fühlen.

Wie meist war sie dabei nackt gewesen, ein rauhes Hanfseil in mehreren Windungen um die Handgelenke geschlungen, die Arme über den Kopf, in eine von der Zimmerdecke an einem stabilen Haken befestigten Kette, eingehangen. Dieser Haken trug leicht das dreifache ihres Gewichts, so daß sie sich bedenkenlos in ihre Fesselung fallen lassen konnte, was sie spätestens nach dem dritten Schlag auch tat. (mehr …)

Zwei Erzählungen in den »Böse Geschichten Nr. 30«

 

Im Sammelband »Böse Geschichten & schmutzige Fotos · Nr. 30« des Hamburger Charon-Verlages, der unter anderem auch das renommierte und älteste deutschsprachige BDSM-Szene-Magazin »Schlagzeilen« herausgibt, sind meine beiden Kurzgeschichten »Evamarias Gummiregenmantel« und »Das kleine Schuhgeschäft« erschienen.

Bestellm?glichkeit hier.

 
 

Kurzes #56 · Chambre d’Amour

Blitze zuckten. Der Donner grollte unnatürlich laut. Das Gewitter befand sich genau über dem Stadtteil. Er schaffte es gerade noch, den schützenden Hausdurchgang zu erreichen, bevor der fast schwarze Himmel seine Schleusen öffnete.
Der Regen peitschte durch die Straßen. Das Wasser konnte gar nicht so schnell abfließen, wie es von oben kam. Die auftreffenden Tropfen bildeten auf der dünnen, alles überziehenden Wasserschicht Blasen. In den Straßenrinnen hatten sich kleine reißende Bäche gebildet. Keine Menschenseele war mehr zu sehen.
Er lehnte sich mit der linken Schulter an die Wand des Durchgangs und beobachtete interessiert das Naturschauspiel. Was blieb ihm auch anderes übrig, wollte er nicht innerhalb kürzester Zeit bis auf die Haut durchnäßt werden?
Es waren nur wenige Augenblicke vergangen, als er hinter sich eine Tür gehen und das Klacken hoher Absätze auf Betonplatten hörte. Diese Melodie erfüllte ihn stets mit einem leichten, angenehm sinnlichen Gefühl. Es waren kraftvolle, entschlossene Schritte, die sich schnell näherten. Er widerstand dem Drang, sich umzudrehen, weil er kaum mehr als Umrisse gesehen hätte, lag doch der ganze Durchgang im Dunkel. (mehr …)

Kurzes #53 · Begegnung im Auwald

Ein Spaziergang im Auwald bringt eine unerwartete Begegnung.

 

Unser Tal war schon immer äußerst regenreich gewesen. Durch die besondere geographische Lage – unser Tal war umgeben von einem Mittelgebirgszug – waren die Winter mild und trocken, die Sommer zwar nicht allzu warm, dafür waren die Temperaturen bereits Ende März angenehm. Erst Anfang November wurde es kühler, zugleich mit dem Nachlassen der Niederschläge. Diese gingen die meiste Zeit des Jahres als anhaltender Nieselregen oder ergiebiger Landregen nieder. Richtig heftige Güsse gab es nur in den Sommermonaten, meist nach mehreren regenfreien und sonnigen Tagen. Dichte Wälder und üppige Weiden durchzogen unser Tal, nebst einem größeren Fluß und vielen kleineren Bäche. Das Tal war schon immer relativ dünn besiedelt gewesen, da die Feuchtigkeit nur bestimmte Formen der Landwirtschaft ermöglichte. Zwar sind unsere durchweichten Ackerböden sehr fruchtbar, aber sie lassen sich schlecht bearbeiten.
Die überwiegend nasse Witterung machte regenfeste Kleidung unentbehrlich, weshalb die meisten von uns wohl mehr Regenbekleidung und Gummistiefel besaßen als andere Sachen und ein geradezu fetischistisches Verhältnis dazu entwickelt hatten. (mehr …)

Kurzes #52 · Hausputz

Für Ines gab es lange kaum etwas Unangenehmeres als den notwendigen Hausputz. Bis ihre Freundin Ursula ihr einen Tip gab, wie sie sich die Hausarbeit versüßen kann. Und als Ines beim Fensterputzen auch noch ein netter junger Mann von gegenüber zusieht, wird das Putzen beinahe zur Nebensache.

 

Die ins Schlafzimmer scheinende Frühlingssonne kitzelte Ines im Gesicht und weckte sie. Blinzelnd schlug sie die Augen auf. Sie fühlte sich wundervoll ausgeruht. Tief und fest hatte sie geschlafen. Das morgendliche Konzert der Vögel war im vollen Gang, der durch das gekippte Fenster hereinströmende Luftzug spielte mit der Gardine.
Ines verschränkte die Arme im Nacken und beobachtete eine Weile das Schattenspiel auf den türkisfarbenen Gardinen, bevor sie aufstand. Sie fühlte, daß es ein besonderer Tag war und nicht nur weil heute ihr Urlaub begann. Sie hatte sich für ihren ersten Urlaubstag einiges vorgenommen, jedoch nur, damit sie ihn ab morgen unbeschwert genießen konnte.
Ines gab sich einen inneren Ruck, damit sie nicht von einer wohligen Trägheit befallen wurde und es sich erneut in Morpheus Armen behaglich einrichtete. Dazu würden sich in den nächsten beiden Wochen noch genug Gelegenheit bieten.
Schwungvoll schlug sie die Decke zurück. Sie blieb für einen Moment auf der Bettkante sitzen, um ihrem Kreislauf die Möglichkeit zu geben, sich an eine aufrechte Haltung ihres Körpers zu gewöhnen. Dabei blickte sie fröhlich auf ihre schlanken gepflegten Füße, deren Nägel sie erst gestern abend in einem dunklen Rotton lackiert hatte. (mehr …)

Kurzes #51 · Marmeladentörtchen

Jetzt fing es auch noch an zu regnen! Als ob es nicht schon reichte, im Dunkeln entlang dieser einsamen Landstraße zum Bahnhof laufen zu müssen, nur weil der stündlich verkehrende Bus zu früh abgefahren war! Hätte dieser nur eine halbe Minute gewartet – auch dann wäre er immer noch vier zu früh gewesen –, säße er bereits in seinem Zug nach Hause.

Sicher, er hätte die Stunde bis zum nächsten Bus – der dann garantiert zu spät gekommen wäre –, an der Haltestelle warten oder einfach zu seinem Gastgeber zurückgehen können. Lust hatte er zu beidem nicht gehabt. Außerdem war ein Spaziergang von einer dreiviertel Stunde so schlecht nun wieder auch nicht. Er hatte sowieso zu wenig Bewegung.

Zuerst waren es nur einige dünne Tropfen. Nicht so schlimm – glaubte er. (mehr …)

Buchneuerscheinung: Ein (fast) alltäglicher Fall

Es ist soweit! Mein neues Buch ist erschienen! Es ist nicht nur ein Kriminalroman sondern zugleich auch die Geschichte einer – lustvollen – Selbstfindung der Hauptperson, in der es zudem um Vertrauen, Mißtrauen und jemandem etwas nicht zutrauen geht. Und wie leicht man durch unbegründetes Mißtrauen eine große Liebe aufs Spiel setzen kann.

Klappentext

In einer Siedlung, die abgebrochen werden soll, um Neubauten Platz zu machen, wird die Leiche einer Frau gefunden, die nackt auf einem alten Bettgestell gefesselt liegt. Alles deutet darauf hin, da? eine BDSM-Session gehörig daneben gegangen ist. Doch wer war bei der Frau gewesen? Wer hat sie gefesselt und mit einem Seidenschal gewürgt? Es wird in alle Richtungen ermittelt. Kommissarin Eva Gerbroth begibt sich im Rahmen ihrer Ermittlungen auch in die örtliche BDSM-Szene. Auf einer Party lernt sie den Szene-Photographen und passionierten Dom Jean kennen, von dem Eva sofort fasziniert ist. Durch ihn erfährt sie mehr ?ber sich selbst als über ihren Fall, der bald eine überraschende Wende nimmt, als Eva entdeckt, daß Jean die Tote gekannt hat, obwohl er es ihr gegenüber leugnet.

Armin A. Alexander
Ein (fast) alltäglicher Fall
ISBN 978-3-8423-1920-2
244 S., PB, € 18,95

Wer rastet, der rostet #8

Es ist soweit! Mein neues Buch ist fertig und wird vorraussichtlich Anfang September erscheinen. Es ist ein Kriminalroman mit allen wichtigen Elementen, und zugleich auch die Geschichte einer – lustvollen – Selbstfindung der Hauptperson, in der es zudem um Vertrauen, Mißtrauen und jemandem etwas nicht zutrauen geht. Und wie leicht man durch unbegründetes Mi?trauen eine große Liebe aufs Spiel setzen kann.

Klappentext

In einer Siedlung, die abgebrochen werden soll, um Neubauten Platz zu machen, wird die Leiche einer Frau gefunden, die nackt auf einem alten Bettgestellt gefesselt liegt. Alles deutet darauf hin, da? eine BDSM-Session gehörig daneben gegangen ist. Doch wer war bei der Frau gewesen? Wer hat sie gefesselt und mit einem Seidenschal gewürgt? Es wird in alle Richtungen ermittelt. Kommissarin Eva Gerbroth begibt sich im Rahmen ihrer Ermittlungen auch in die örtliche BDSM-Szene. Auf einer Party lernt sie den Szene-Photographen und passionierten Dom Jean kennen, vom dem Eva sofort fasziniert ist. Durch ihn erfährt sie mehr ?ber sich selbst als ?ber ihren Fall, der bald eine überraschende Wende nimmt, als Eva entdeckt, daß Jean die Tote gekannt hat, obwohl er es ihr gegenüber leugnet.