Kurzes #77 · Nachklang
Mittwoch, den 28. Dezember 2016 von: Armin A. Alexander

Fortsetzung von »Das geheimnisvolle Rendezvous«, »Marlies« und »Zwölf erotische Aquarelle«.
Zu Hause zurück setzte er sich im Arbeitszimmer in den bequemen alten Sessel und betrachtete die Aquarelle, die von den zusehends schwächer werdenden Strahlen der Abendsonne beschienen wurden. Es war ungewöhnlich ruhig im Haus, das abendliche Konzert der Vögel war das einzige vernehmliche Geräusch, das von draußen hereindrang.
Mit zunehmender Dämmerung schienen die Szenen auf den Aquarellen lebendig zu werden. Er glaubte zu sehen, wie sich die schöne Unbekannte auf dem ersten Aquarell abtrocknete, wie sich das flauschige Badetuch bewegte, wie sie auf dem zweiten ein paar Tropfen Lotion aus dem Flakon in ihre Handfläche laufen ließ und mit zärtlicher Selbstverliebtheit auf der Innenseite ihres Schenkels verteilte. Er meinte, ihre Laute der Lust zu vernehmen, glaubte sogar, in dem angedeuteten Mann sich selbst zu erkennen. Und auf einmal befand er sich wirklich in dem lichtdurchfluteten Bad, sah, wie sie aus der Wanne stieg, ihn um ein Handtuch bat, das er ihr nur zu gerne reichte. Sie trocknete sich ausgiebig ab. Als sie sich eincremte, folgten seine Blicke ihrer Hand, mit der sie die Lotion in ihre schöne weiche und zugleich feste Haut massierte. Dann befanden sie sich im Schlafzimmer. Sie trug nun das Kleid aus dem leichten durchsichtigen Stoff. Er hielt sie in den Armen. Sie küßten sich leidenschaftlich genießend. Er spürte ihre warme, wohlriechende weiche Haut durch den dünnen Stoff auf seiner. Jetzt erst wurde ihm bewußt, daß er nackt war und eine heftige Erektion hatte. Sie lagen auf dem Bett und liebkosten sich mit den Händen mit der gleichen Leidenschaft wie sie sich küßten.
Plötzlich klingelte das Telephon und er erwachte aus seinem Tagtraum, die ihm jedoch wie eine Vision erschienen war, so intensiv war es gewesen. (mehr …)





