Schlagwort-Archiv »Literatur«

Zitat des Tages #114

»Was wollen Sie denn eigentlich, Sie Maiskolben, Sie Krautkopf, Sie Rübensprößling?! Schämen Sie sich Ihrer unverständigen Worte. Seit vierzehn Jahren arbeite ich als Redakteur und noch niemals, das versichere ich Ihnen, habe ich gehört, daß man besondere Kenntnisse haben müsse, um eine Zeitung zu redigieren. (mehr …)

Link-Tip · Gutenberg-DE epub-Generator

Wer die auf Projekt Gutenberg-DE online stehenden Texte im HTML-Format lieber bequem als E-Book im verbreiteten epub-Format auf seinem E-Reader lesen möchte, dem hilft diese Seite weiter: Gutenberg-DE epub-Generator. Einfach die Adresse der ersten Seite des Textes, den man als E-Book haben möchte, in das entsprechende Feld eingeben, die Schaltfläche zum Genenieren anklicken und nach wenigen Sekunden, je nach Umfang des Textes, steht das entsprechende E-Book zum Herunterladen bereit. Wer möchte, kann das Layout des E-Books mit dem Editor von Calibre, der freien E-Book-Verwaltung, seinen persönlichen Vorlieben anpassen und vielleicht ein liebevoll gestaltetes Titelbild hinzuf?gen, oder das E-Book genießen, wie es generiert wurde.

 

Nachtrag April 2021

Der Betreiber und Entwickler hat die Seite im März 2021 offline genommen, da ihm die Zeit fehlt, sie weiter betreiben zu k?nnen und es hat sich offenbar bisher niemand bereitgefunden, das zu ?bernehmen.

 

Nachtrag 2. Mai 2021

Die Seite ist wieder online.

 

Nachtrag März 2026

Aufgrund einer Neuaufsetzung von Gutenberg-DE funktioniert der bisherige Generatur nicht mehr und ist daher wieder offline. Es wird jemand gesucht, der ihn mit der neune Gutenberg-DE-Seite kompatibel macht. Es wird aber die Möglichkeit geboten, vor Januar 2026 temporär generierte Bücher hier herunterzuladen.

»Alte« Krimis · »Der Frauenmörder« von Hugo Bettauer

Interpretationen

In Berlin, zu Beginn der 1920er Jahre, verschwinden innerhalb von sechs Wochen vier junge Frauen spurlos. Sie hinterlassen alle wenige Habseligkeiten und alle haben einen Bräutigam, der gelinde gesagt, etwas fragwürdig erscheint. Dr. Clusius, Chef der Kriminalpolizei, sieht darin keine Zufälligkeit, sondern geht von einem Verbrechen aus. Er vertraut Krause, seinem besten Mann, der anfänglich der Annahme seines Vorgesetzten mit Skepsis begegnet, den Untersuchungen an. Bei den Fällen gibt es auffallende Gemeinsamkeiten; jede der jungen Frauen mietete ein Zimmer und bezahlen es im voraus. Wenige Tage später verkündeten sie, daß sie ein oder zwei Tage mit ihrem Bräutigam verreisen würden, um sich ein Haus anzusehen. Diese Häuser befinden sich alle in derselben Gegen an der Havel. Sie haben nur soviel Gepäck dabei, wie für zwei Tage notwendig ist. In drei Fällen sind Zeugen vorhanden, die den jeweiligen Bräutigam gesehen haben. Laut ihrer Beschreibung ähneln sich die drei Männer stark, so daß die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß es sich um denselben Mann handeln könnte. Krause ist bald davon überzeugt, daß sein Chef mit der Vermutung eines Verbrechens richtig liegt und nimmt die Ermittlungen auf. (mehr …)

Kurzes #72 · Die Fetischistin

Es gibt so Momente, da bin ich im Zweifel, ob ein Fetisch nicht doch die Dimension einer klassischen Sucht annehmen kann. Jedenfalls, wenn ich meine aus allen Nähten platzenden Kleiderschränke anschaue … Was willst Du, Frauen kokettieren nun einmal gerne … Ob das in unseren Genen liegt? Keine Ahnung, wahrscheinlich liegt es an unserer Sozialisierung … Natürlich würde ich nicht eines meiner Stücke weggeben. Dafür bin ich viel zu sehr Fetischistin und habe viel zuviel Spaß damit und brauche es auch irgendwie, wie Du weißt. Es bereichert mein Leben und hat mich schon manch interessanten Mann kennenlernen lassen … Ja, Du bist auch alles andere als uninteressant … Nach Komplimenten fischen kannst Du. Ich denke, Du weißt genau, wie Du Dich einzuschätzen hast … Das ist gut, ein Leben ohne Fetisch ist zwar möglich, aber reizlos … Ja, so empfinde ich auch oft.

Du hast noch nie nachvollziehen können, warum etwas derart harmloses wie Fetischismus überhaupt als Problem angesehen werden konnte und von manchem noch immer wird. (mehr …)

»Alte»« Krimis · »Matto regiert« von Friedrich Glauser

Interpretationen

Aus der schweizerischen Heil- und Pflegeanstalt Randlingen im Kanton Bern gelingt dem Patienten Pieterlen die Flucht. Zur gleichen Zeit verschwindet Ulrich Borstli, der alte Direktor der Anstalt, spurlos. In seinem Büro sind Spuren eines Kampfes und ein wenig Blut auf dem Boden zu finden. Dessen Stellvertreter Dr. Ernst Laduner bittet den kantonalen Polizeidirektor, daß Wachtmeister Studer in diesem Fall ermittelt, da Laduner »gedeckt sein wolle, gedeckt von der Behörde. Und über das Wort ›gedeckt‹ hatte der kantonale Polizeidirektor noch einen Witz gemacht, der ziemlich faul war und nach Kuhstall roch.« Dr. Laduner holt den Wachtmeister persönlich von zu Hause ab. (mehr …)

Zitat des Tages #113

Das macht den Deutschen von heute so unbeliebt: Er beruft sich bei jeder Gelegenheit auf seine ›Geistesheroen‹, die doch fast immer nur im Gegensatz zu ihm gelebt haben, und ist dabei genau so auf seinen Vorteil bedacht wie der Nachbar.

Christian Morgenstern (6.05.1871–31.3.1914)

Kurzes #71 · Der Fetischist

Der folgende Text ist die Fortsetzung und der Schluß von Evamarias Gummiregenmantel.

 

Evamaria besaß die beiden Gummiregenmäntel vielleicht zwei Wochen.

Es nieselte seit dem Morgen ohne Unterbrechung. Evamaria stand wie üblich bei dieser Witterung allein in der Gasse. Sie schlenderte auf ihrem Platz auf und ab, die Hände in den Manteltaschen geschoben, lauschte auf das Klacken ihrer hohen Absätze auf dem ausgetretenen Pflaster, schritt genüßlich durch die beiden kleinen Pfützen vor der Einfahrt, genoß das Gefühl wie ihre Schuhe und Strümpfe sich mit dem Regenwasser vollsogen, sowie das leise monotone Trommeln des Regens auf der Kapuze und hing ihren Gedanken nach, weshalb sie den Mann nicht kommen gesehen hatte. Sie bemerkte ihn erst, als er sie ansprach und sich nach ihrem Preis erkundigte. Sie konnte nicht sagen, wie lange er sie beobachtet haben könnte.

Mit einem geschäftsmäßig freundlichen Lächeln, das dennoch liebenswürdig war, nannte sie ihren Tarif, der bei allen Frauen in dieser Gasse derselbe war.

»Was tust du dafür?« fragte er leise, fast schüchtern, obwohl niemand in der Nähe war, der sie hätte belauschen können. Selbst wenn es anders gewesen wäre, hätte sich keiner daran gestört.

Sie sah ihn mit leicht schiefgelegtem Kopf und einem freundlichen Lächeln um die Mundwinkel an. Sie hatte ihn hier noch nie gesehen. Er schien nicht unsympathisch, wirkte fast etwas schüchtern als sei es das erste Mal, daß er zu einer wie ihr ging. Er war relativ groß, schlank, doch nicht hager, wirkte irgendwie ›besser gestellt‹, sah insgesamt nicht schlecht aus. Er hielt seinen Schirm fest in der Hand, fast als wollte er sich daran festhalten. Sie schätzte ihn auf Anfang vierzig. In ihren Augen ein eher untypisches Alter, um das erste Mal zu einer Hure zu gehen. Aber das bedeutete letztlich nichts. (mehr …)