Zitat des Tages #96
Donnerstag, den 6. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Nie bist du ohne Nebendir
Eine Wiese singt.
Dein Ohr klingt. (mehr …)
Donnerstag, den 6. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Nie bist du ohne Nebendir
Eine Wiese singt.
Dein Ohr klingt. (mehr …)
Donnerstag, den 6. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der unbekannte nächtliche Anrufer«
Weil Simon an den beiden darauffolgenden Abenden keinen weiteren Anruf von der Unbekannten erhielt, festigte es in ihm die Überzeugung, daß es ein einmaliges Gespräch gewesen war. Doch am nächsten Abend läutete das Telefon Punkt Mitternacht, so wie beim ersten Mal. Er schrak heftig zusammen. Schon vor dem Abheben war ihm klar, daß SIE es war.
»Ja?« meldete er mit leicht unsicherer Stimme.
»Hast du meinen Anruf erwartet«, es war eine Feststellung und keine Frage. Es war der gleiche ruhige, scheinbar aus leichter Entfernung kommende Tonfall wie beim ersten Mal.
»Ja«, antwortete er ohne nachzudenken, was ihm erst bewußt machte, daß er nie an ihrem erneuten Anruf gezweifelt hatte.
»Was anderes hätte mich auch gewundert«, fuhr sie ohne eine Spur von Selbstgefälligkeit fort.
»Du … Du hast eine wundervolle Stimme«, platzte er heraus.
Das Kompliment geschah aus einem inneren Zwang heraus. Er mußte ihr einfach sagen, wie nachhaltig ihn ihre Stimme beeindruckt hatte.
Ein warmes, herzliches, ja beinahe zärtliches Lachen folgte als Antwort. (mehr …)
Mittwoch, den 5. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Dada
Der Nitter splackt.
Das Splatter nickt,
wenn splitternackt
die Natter splickt.
Erich Mühsam (6.4.1878–10.7.1934)
Dienstag, den 4. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Das reizvolle Hell-Dunkelmuster, das das durch das Laub der großen Buche gebrochene Sonnenlicht auf den gepflegten Kiesweg warf und das durch den leichten Frühlingswind, der das Laub leise rauschen ließ, einer fortwährenden Änderung unterworfen war, entging Simons Aufmerksamkeit, obwohl er seit mehr als einer viertel Stunde wie gebannt darauf blickte.
Wie üblich zu früh, hätte er allein und entspannt auf dieser Bank sitzend, die vereinbarte Stunde abwarten und sich der Ruhe und der Schönheit dieses Parks, des bilderbuchhaften Frühlingswetters an diesem frühen Nachmittag erfreuen können, aber er saß, innerlich aufgewühlt, auf der Kante, wie ein Pennäler, der vor dem Direktorzimmer auf den mehr oder weniger verdienten Rüffel wartet.
Du bist ein Mann von vierzig Jahren, stehst sozusagen mitten im Leben, hast schon eine Menge Höhen und Tiefen erlebt und doch gebärdest dich wie ein pubertierender Jüngling vor seinem ersten Rendezvous.
Er schüttelte über sein Verhalten den Kopf. Was aber nichts an seiner inneren Unruhe änderte. Andererseits war seine augenblickliche Lage auch nicht gerade alltäglich. Ein blind date ist an sich nichts Ungewöhnliches und sich dazu in einem kleineren Hotel zu treffen, das in einem relativ ruhigen aber dennoch einigermaßen zentral gelegenen Stadtteil lag, ist ebensowenig etwas, über das man sich großartig Gedanken machen müßte. Doch war einem von seinem date außer einer Stimme am Telefon nicht einmal der Name bekannt, konnte das durchaus Anlaß zur Nervosität geben. Bis vor gut einem Monat hätte er sich absolut nicht verstellen, jemals in einem solch aufgewühlten Zustand zu geraten. (mehr …)
Dienstag, den 4. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Kleine Lügen
Kleine Lügen und auch kleine
Kinder haben kurze Beine. (mehr …)
Sonntag, den 2. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Wo das Gute beginnt – Wo die geringe Sehkraft des Auges den bösen Trieb wegen seiner Verfeinerung nicht mehr als solchen zu sehen vermag, da setzt der Mensch das Reich des Guten an, und die Empfindung, nunmehr in’s Reich des Guten übergetreten zu sein, bringt alle die Triebe in Miterregung, welche durch die bösen Triebe bedroht und eingeschränkt waren, wie das Gefühl der Sicherheit, des Behagens, des Wohlwollens. Also: je stumpfer das Auge, desto weiter reicht das Gute! Daher die ewige Heiterkeit des Volkes und der Kinder! Daher die Düsterkeit und der dem schlechten Gewissen verwandte Gram der großen Denker!
Friedrich Nietzsche (15.10.1844–25.8.1900)
Samstag, den 1. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Man preist den dramatischen Dichter, der es versteht, Tränen zu entlocken. – Dies Talent hat auch die kümmerlichste Zwiebel, mit dieser teilt er seinen Ruhm.
Heinrich Heine (13.12.1797–17.2.1856)
Samstag, den 1. Oktober 2016 von: Armin A. Alexander

Bei keinem Volke ist der Glaube an Unsterblichkeit stärker gewesen wie bei den Kelten; man konnte Geld bei ihnen geliehen bekommen, um es in der anderen Welt wieder zu geben. Fromme christliche Wucherer sollten sich daran spiegeln!
Heinrich Heine (13.12.1797–17.2.1856)