Donnerstag, den 28. Februar 2019 von: Armin A. Alexander

Eine Leseprobe aus dem im Frühjahr erscheinenden Roman »QEL-250«. Vorbemerkung: Die Handlung spielt im Jahr 1985.
»Sie sind nun soweit über den geplanten Ablauf unserer Aktion informiert«, schloß Wagner seine Ausführungen vor der Einsatzgruppe. Ria saß im Hintergrund. »Die Übergabe dieses Umschlags«, er hielt einen braunen A4-Umschlag zum ungezählten Mal hoch, »findet um 17 Uhr 10 am U-Bahnhof Neumarkt statt, also in gut zwei Stunden. Wir wissen nicht, mit wem wir es zu tun haben, was das Unternehmen nicht vereinfacht. Ich bitte Sie, halten Sie diesen Umschlag im Auge, als beinhalte er Ihre Pensionsansprüche.« Verhaltenes Gelächter. »Für Frau Jagenbergs Entführer ist der Inhalt mindestens ebenso wertvoll, auch wenn er für uns nur einige Bogen Papier enthält. Ich weiß, daß ich mich nebulös ausdrücke, aber die einzige Person, die Ihnen das erklären könnte, ist die Entführte. Die junge Dame hier« er wies mit dem Kopf zu Ria, die am Rand saß, »wird diesen Umschlag deponieren. Auf dem Bahnsteig werden fünf von Ihnen stehen, auf dem gegenüberliegenden zwei. Ich denke, das genügt, wir wollen ja nicht auffallen. Die anderen verteilen sich auf die Auf- und Abgänge. Wir kennen den Boten nicht, wissen nicht, wie er aussieht, woher er kommt und wie er sich entfernen wird. Er hat zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl. Um diese Zeit wird er wenig Schwierigkeiten haben, im Gewühl zu entkommen. Darum ist doppelte Wachsamkeit gefordert. Will er mit der Straßenbahn flüchten, stehen ihm unterirdisch die Linien 3, 4, 9, 11, 12 und 16 zur Verfügung, oberirdisch die Linien 1, 2 und 7, dazu die Busse 136 und 146. Auto, Motorrad, Fahrrad sind auch möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, besonders was das Auto betrifft, aufgrund des dichten Verkehrs. Zu Fuß wäre auch eine Möglichkeit. Wir müssen mit allem, ich betone, mit allem rechnen. Noch Fragen?« Niemand hatte eine. »Gut, dann wei? jeder, was er tun hat.«
(mehr …)