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Kurzes #25 · Wahre Schönheit

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus und daß erst eine faszinierende Persönlichkeit wahre Schönheit ausmacht.

 

Äußerlich läßt sie sich als jemand beschreiben, der weder auffallend attraktiv noch das Gegenteil ist ohne dabei durchschnittlich zu sein; unauffällig zwar aber nicht unscheinbar – unscheinbar im Sinne einer grauen Maus. Eine solche ist sie in keiner Weise. Sie zieht ihre Attraktivität überwiegend aus ihrer Persönlichkeit. Sie gehört zu den Frauen, die mit sich selbst im Einklang sind, ihren Körper vorbehaltlos akzeptierten, trotz oder vielleicht gerade wegen der kleinen »Makel«, die aber gerade das reizvolle sein können, weil sie seine angenehmen, seine erfüllenden Seiten nur zu gut kennen und darum strahlen sie eine Faszination aus, der sich letztlich niemand entziehen kann. Ihre Persönlichkeit ist ungekünstelt, sie versucht erst gar nicht es jedem recht zu machen und geht schon einmal das Risiko ein, sich zwischen alle Stühle zu setzen. Sie besitzt ihren – charmanten – Dickkopf, ist es erforderlich, aber sie gibt auch überraschend schnell nach, erkennt sie, daß eine Position kaum zu halten ist oder wenn sie damit jemandem, an dem ihr viel liegt, einen Gefallen tun kann und es für sie kein schmerzlicher Kompromiß ist. Ihre äußeren Vorzüge bestehen in schönem, dichten dunklen Haar, das sie relativ lang trägt und wohl geformten Beinen, die vielleicht nicht den Puristen erfreuen können, da ihre Waden zu stämmig erscheinen, die Fesseln zum Ausgleich jedoch auffallend schmal sind, und mit ihren muskulösen Schenkeln, die wie bei vielen Frauen von einer leichten Zellulitis zwar ein wenig »verunziert« werden, aber insgesamt ein harmonisches Ganzen bilden. Ihre Beine sind relativ lang für ihre eigentlich nur wenig über dem Durchschnitt liegenden Körpergröße. Sie mag für machen auf den Blick etwas Bäuerliches an sich haben, doch wirkt ihre Haltung damenhaft elegant. Sie geht mit Make-up sorgsam um, betont ihre vollen weichen Lippen und ihre schönen dunklen Augen, um die stets ein leises Lächeln zu spielen scheint. Ihr Parfum ist leicht fruchtig. Ihre Hüften sind breit, breiter jedenfalls als es für ihre Figur angemessen wäre, was aber wiederum ihre Taille schmaler erscheinen läßt. Sie trägt selten Hosen, weil sie weiß, daß sie optisch darin noch breiter wirkt. Ungeachtet dessen bevorzugt sie ohnehin knielange oft enge schicke Röcke, zarte Strümpfe und hochhackige Schuhe, die ihre schönen Beine betonen. Die Absätze ihrer Schuhe können ihr eigentlich gar nicht hoch genug sein. Sie bewegt sich sicher darauf wie manch andere Frau nicht auf flachen Sohlen. (mehr …)

Kurzes #24 · Hundstage

Eine weitere Geschichte zum Thema Fetischismus, in der sich zwei Frauen an einem heißen Sommertag eine besondere Abkühlung verschaffen.

 

Ellen bewunderte ihre Freundin Isabelle zum Teil für das, was sie selbst nicht war, oder nicht glaubte zu sein. Sie bewunderte an Isabelle deren Spontanität und Esprit und ebenso, daß sie es verstand sich gleichermaßen chic wie damenhaft zu kleiden, stets mit einer Portion Koketterie und bisweilen auch von mehr als einer Portion begleitet. Ein wenig Neid verursachte Ellen der Umstand, daß Isabelle es verstand, auf den überwiegend beinahe turmhohen Absätze ihrer eleganten Schuhe ebenso damenhaft wie sicher zu gehen, in das sie nicht selten ein kaum mehr unterschwelliges laszives Wiegen der Hüften mischte, was Ellen zu ihrem Bedauern leider nicht gelingen wollte, obwohl sie eine Passion für hochhackiges Schuhwerk besaß. Bisher war sie nicht über eine mittlere Absatzhöhe hinausgekommen, worüber sie sich gelegentlich bei Isabelle beklagte, die der Freundin darauf – nicht zu unrecht – vorwarf, daß es ihr an der nötigen Geduld mangelte es zu erlernen. Ellen mußte sich widerstrebend eingestehen, daß die Freundin recht hatte; Geduld war noch nie Ellens Stärke gewesen. Und somit fristeten die wenigen wirklich hochhackigen Schuhe, die sie sich im Laufe der Zeit angeschafft hatte, in ihrem Schuhschrank ein Schattendasein. Obwohl Ellen die attraktivere von ihnen war, und sich in keiner Weise wie ein Mauerblümchen gab, richtete sich dennoch die ganze Aufmerksamkeit stets auf Isabelle, erschienen beide Frauen gemeinsam irgendwo. Kleider machen halt doch Leute! (mehr …)

Wer rastet, der rostet #6

Zwar ist bis Weihnachten noch eine Woche hin und der Frühling erscheint einem nicht nur auf Grund des Winters noch in weiter Ferne. Doch kann ein kleiner Ausblick darauf nicht schaden. Mein Roman »Adalberts Erbe« wird zwar aus mehreren Gründen wohl erst im kommenden Frühjahr erscheinen können, doch ist er im großen und ganzen einschließlich Einband fertiggestellt, den ich hier bereits vorab präsentiere nebst dem Klappentext.

Klappentext
Malte erbt von seinem geliebten Patenonkel zur Hälfte dessen großes altes Haus und Vermögen. Wer sein Miterbe ist, soll Malte von diesem selbst erfahren. Als Malte für einige Zeit in das Haus zieht, in dem er die schönste Zeit seiner Kindheit verbracht hat, begegnet er der faszinierenden Zoí«. Zwischen Malte und Zoí« entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Bis Zoí« eines Tages plötzlich verschwindet. Malte glaubt, sie auf immer verloren. Als er einen Termin beim Notar bezüglich seiner Erbschaft wahrnimmt, erwartet ihn eine Überraschung, die das Bild, das er von seinem Patenonkel besitzt, in ein ganz neues Licht rückt.

 

Kurzes #20 · Autor–Verleger

Der folgende Text ist eine Passage aus dem noch mitten im Entstehen befindlichen Roman »Eine Lesereise«. Der Protagonist Kai stellt die Beziehung Verleger–Autor etwas deutlich dar.

 

»Weißt du schon, was du aus deinem Werk vorträgst?« wechselte Kais Verleger das Thema.
»Ich dachte einen Querschnitt aus meinem gesamten Schaffen«, meinte Kai von einem leichten Grinsen begleitet, das seinem Verleger leicht erschrocken aufhorchen ließ.
Kai lachte in sich hinein, wie leicht war es doch, seinen Verleger aus seiner scheinbar unerschütterlichen Ruhe zu bringen. (mehr …)

Kurzes #19 · Eva muß nachdenken

Der folgende Text stellt einen kurzen Auszug aus dem noch mitten im Entstehen befindlichen Kriminalroman »Ein (fast) alltäglicher Fall«. In einer Siedlung, die abgebrochen werden soll um Neubauten Platz zu machen, wird die Leiche einer Frau gefunden, die nackt auf einem alten Bettgestellt gefesselt liegt. Wer hat sie gefesselt und mit einem Seidenschal gewürgt? Es wird in alle Richtungen ermittelt. Die Kommissarin Eva Gerbroth begibt sich im Rahmen ihrer Ermittlungen auch in die örtliche BDSM-Szene. Dabei erfährt sie mehr über sich selbst als über ihren Fall, der bald eine überraschende Wende nimmt.

Eva startete den Motor. Noch länger hier zu stehen, machte keinen Sinn. Sie fühlte sich einigermaßen in der Verfassung, fahren zu können. Langsam ließ sie den Wagen im Rückwärtsgang zur Straße zurückrollen.
Eva fuhr bedächtig. Sie konzentrierte sich ausschließlich auf den Verkehr, ließ gar keine andere Gedanken zu, als ihr Fahrzeug sicher zu lenken. Sie wußte bereits, wohin sie fahren wollte. Sie mied die Autobahn und nicht allein, weil sie fürchtete erneut in einen Stau zu geraten.
Sie fuhr stadtauswärts. Die Bebauung wurde spärlicher, der Verkehr insgesamt dünner. Eva beschleunigte etwas. Der Sechszylinder surrte ruhig und gleichmäßig wie eine geölte Nähmaschine, die Straßenlage war einfach traumhaft. Seit sie das Coupé besaß, empfand Eva Autofahren zum ersten Mal als etwas Sinnliches. (mehr …)

Kurzes #18 · Gero begegnet Marlies

Im folgenden Abschnitt aus der Erzählung »Ein neues Zimmer« begegnet Gero zum ersten Mal während einer Vernissage seines Freundes Wolf Marlies. Wie sich das Verhältnis mit Marlies und Gero entwickelt, ist nachzulesen im Erzählband »Felizia & Felix«

 

Als Gero sich auf den Weg zu Wolfs Vernissage in einer kleinen ein wenig vom Zentrum entfernt gelegenen Galerie machte, dachte er bereits nicht mehr an Marlies. Im Prinzip ging er nur aus der damals noch relativ frischen Freundschaft zu Wolf dorthin. Vernissagen langweilten Gero in der Regel. Sie besaßen für ihn immer etwas Verpflichtendes, war ihm der Künstler persönlich bekannt. Ansonsten waren ihm zu viele Leute anwesend, die aus allen möglichen Gründen dorthin gingen, jedoch nur selten der Kunst allein wegen. (mehr …)

Pressestimme zu »Felizia & Felix«

Zum Erzählband »Felizia & Felix« ist in der aktuellen Ausgabe der »Schlagzeilen Nr. 106« eine Rezension erschienen.

 

Fünf Kurzgeschichten serviert uns Armin A. Alexander in seinem Buch ›Felizia & Felix‹ und jede ist voller Poesie und liebevoller Zärtlichkeit. […]
Jede der fünf Storys ist ein Genuss, dennoch gefällt mir die erste am besten, die den Titel Marmeladentörtchen trägt.
Dort trifft ein Mann auf einem Fest von Freunden eine attraktive Frau. Da er vom Regen überrascht und nass wird, bietet sie ihm an, ihn mit zu sich zu nehmen, damit er warm duschen und sich umziehen kann. Während seine Kleidung im Trockner ist, kocht er als Gegenleistung für sie. Zum Nachtisch gibt es Tee und selbstgebackene Törtchen … Und während das Aroma von gutem Tee und frisch Gebackenem durch die Küche zieht, vernascht die Dame des Hauses doch lieber zuerst den Koch.
Ein wunderbares Buch für diese Jahreszeit. Es inspiriert dazu, es sich auf dem Sofa mit Wolldecke und Tee gemütlich zu machen, um zu lesen und zu träumen.[…]
Zilli

 

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Kurzes #17 · Malte und das Paradies

Der folgende kurze Text ist ebenfalls aus »Adalberts Erbe«. Zoe« ist vorübergehend zu Malte ins Haus gezogen. Das strahlende Frühlingswetter und seine Verliebheit in Zoe« lassen Malte Vergleiche mit Adam und Eva im Paradies anstellen, bei dem weder Adam noch Eva und schon gar nicht das Paradies gut wegkommen.

 

Die sonnendurchfluteten Frühlingstage waren zurückgekehrt. Der üppig gefallene Regen hatten der Flora in Maltes Garten einen beinahe explosionsartigen Wachstumschub beschert. Von den mühevollen Arbeiten, die er mit Florian gemeinsam darin geleistet hatte, war so gut wie nichts mehr zu sehen, was Malte aber nicht sonderlich störte, auch daß der Rasen einen Schnitt gut vertragen könnte, nahm er mit einem gleichgültigen Achselzucken hin. Die neue Blütenpracht gefiel ihm im Gegenteil ausnehmend gut und erinnerte ihn einmal mehr an die glücklichen Kindertage, die er hier verbracht hatte. Zoes Gegenwart verhinderte, daß er dabei in eine melancholische Stimmung verfiel. Es gelang ihm, sich ungetrübt am Wachstum, den üppigen Blüten, den süßlich herben Aromen, die den Garten erfüllten zu erfreuen. Er fühlte sich inmitten diesen Blütenmeeres besser als Adam mit seiner Eva im Paradies, denn erstens gehörte ihm dieses kleine Paradies, zweitens konnte er so viele Äpfel von den Bäumen naschen wie er wollte ohne andere Folgen als Völle und Blähungen befürchten zu müssen – daß noch gar nicht die Jahreszeit für Äpfel war, übersah er dabei geflissentlich obwohl tatsächlich ein alter Apfelbaum, der im Herbst reichlich Früchte trug, hinten im Garten neben einem Pflaumenbaum wuchs. (mehr …)