Kurzes #24 – Hundstage

von
Armin A. Alexander

Eine weitere Geschichte zum Thema Fetischismus, in der sich zwei Frauen an einem heißen Sommertag eine besondere Abkühlung verschaffen.

 

Ellen bewunderte ihre Freundin Isabelle zum Teil für das, was sie selbst nicht war, oder nicht glaubte zu sein. Sie bewunderte ihre Spontanität und ihren Esprit, daß sie es verstand sich mit damenhafter Eleganz zu kleiden, stets von einer Portion Koketterie und bisweilen auch von mehr als einer Portion begleitet. Ein wenig Neid verursachte ihr der Umstand, daß sie es verstand, auf den überwiegend beinahe turmhohen Absätze ihrer eleganten Schuhe ebenso damenhaft wie sicher zu gehen, in das sie nicht selten ein kaum mehr unterschwelliges laszives Wiegen der Hüften mischte, was Ellen zu ihrem Bedauern leider nicht gelingen wollte, obwohl sie gleichfalls eine Passion für hochhackiges Schuhwerk besaß. Bisher war sie nicht über eine mittlere Absatzhöhe hinausgekommen, worüber sie sich gelegentlich bei der Freundin beklagte, die ihr darauf – nicht unberechtigt – vorwarf, daß es ihr an der nötigen Geduld mangelte, es zu erlernen. Ellen mußte sich widerstrebend eingestehen, daß die Freundin richtig lag; Geduld war noch nie ihre Stärke gewesen. Somit fristeten die wenigen wirklich hochhackigen Schuhe, die sie sich im Laufe der Zeit angeschafft hatte, in ihrem Schuhschrank ein Schattendasein. Obwohl sie die attraktivere von ihnen war und sich in keiner Weise wie ein Mauerblümchen gab, richtete sich dennoch die Aufmerksamkeit stets auf Isabelle, erschienen beide Frauen gemeinsam irgendwo. Kleider machen halt doch Leute!

Es war ein heißer Augusttag. Die Freundinnen saßen auf der Terrasse von Isabelles kleinem Haus. Während Ellen wieder einmal ihre Kleidung aus rein praktischen Erwägungen ausgewählt hatte – ein weites T-Shirt und einen weiten Rock zu flachen Leinenschuhen – hatte Isabelle souverän das Praktische mit dem Eleganten verbunden; ein helles dekolletiertes ärmelloses Kleid aus einem weichen luftigen Stoff, hautfarbenen dünnen Strümpfen und hochhackigen weißen zehenfreien Schuhen, das dichte schulterlange blonde Haar lässig im Nacken zusammengebunden. Ellen hatte ihr fast taillenlanges dunkles Haar – auf das Isabelle wiederum ein wenig neidisch war – gleichfalls im Nacken zusammengebunden, doch wirkte es bei ihr nicht lässig, sondern einfach nur praktisch und leider auch ein wenig altjüngferlich. Isabelle saß entspannt zurückgelehnt in ihrem Gartenstuhl, die Beine leger übereinandergeschlagen, während Ellen sich einfach nur in den ihren lümmelte, die Beine lang ausgestreckt.

»Ich kenne kaum eine Frau, die so schöne und lange Beine hat wie du, Ellen«, bemerkte Isabelle. »Du solltest dir angewöhnen stets Strümpfe zu tragen.«

»Tue ich ja auch hin und wieder«, versuchte sie den leichten Vorwurf zu entkräften und wunderte sich im Stillen darüber, daß die Freundin es noch immer nicht aufgegeben hatte, sie dazuzubringen, damenhafter zu werden.

»Hin und wieder genügt nicht, es muß dir zur zweiten Natur werden«, was bei Isabelle ja unübersehbar der Fall war.

»Na ja«, räumte Ellen ein wenig zögerlich ein, »ich wäre ja gerne schon ein wenig mehr wie du, was das betrifft. Abgesehen davon, ist mir im Augenblick so schon warm genug, da brauche ich nicht noch Strümpfe zu tragen.«

»So warm sind die gar nicht und außerdem habe ich da ein besonderes Mittel, um mich abzukühlen, sollte es mir tatsächlich einmal zu warm werden«, fügte Isabelle von einem eigentümlichen Lächeln begleitet hinzu, das Ellen ein wenig irritierte und in ihr eine Vorahnung entstehen ließ, schließlich kannte sie Isabelle lange genug.

Ihr fehlte auf Grund der Sommerhitze, die Lust, irgendeine Vermutung über das anzustellen, was die Freundin im Sinn haben könnte. Selbst wenn sie darüber spekuliert hätte, gehörte mit Sicherheit nicht das dazu, was die Freundin tatsächlich tat. Das hätte sie sich selbst in ihren kühnsten Vorstellungen nicht ausgemalt.

Isabelle stand mit einer fließenden eleganten Bewegung auf und ging zum außen am Haus angebrachten Wasserhahn, an dem ein Gartenschlauch angeschlossen war, an dessen anderem Ende ein Brausenkopf angesteckt war. Sie drehte das Wasser auf und ging dann zum anderen Ende des auf dem Rasen liegenden Schlauchs und hob es. Sie stellte sich auf den Terrassenrand und lächelte Ellen fröhlich und ein wenig belustigt, in Vorfreude über das Erstaunen, das Ellen gleich an den Tag legen würde, an.

Das Sonnenlicht ließ keinen Zweifel daran, daß Isabelle nichts unter ihrem Kleid trug; aber welche halbwegs vernünftige Frau trägt an einem heißen Sommertag schon etwas unter ihrer Kleidung? Auch Ellen hatte nichts als Rock und T-Shirt an.

Isabelle drehte am Brausenkopf. Das Wasser schoß leicht zischend heraus. Isabelle richtete den Strahl auf den Oberkörper. Der leichte Stoff saugte sich schnell voll und klebte ihr am Körper.

Als sie sich etwas von ihrer Überraschung erholen konnte, hatte die Freundin ihr Kleid bereits mit Wasser getränkt. Sie ließ den kühlen Strahl genüßlich über den Körper wandern. Vermutlich hätte sie ihre Dusche nicht halb so intensiv genossen, wäre sie tatsächlich nackt. Sie hielt die Augen halb geschlossen. Der nasse Stoff zeichnete ihren schönen femininen Körper mit den üppigen weichen Brüsten nach.

Das nasse, ihr am Körper klebende Kleid, erinnerte Ellen unwillkürlich an Marmorstatuen, die zarte Stoffe nachbildeten.

Nach wenigen Minuten drehte Isabelle am Brausenkopf und der Wasserstrahl versiegte. Sie legte den Schlauch auf den Boden.

Das überschüssige Wasser tropfte auf den Boden. Isabelles dunkle große Brustwarzen zeichneten sich deutlich durch den jetzt halbtransparenten Stoff.

»Das hält länger vor, als lediglich den nackten Körper abzuduschen«, sagte sie mit einem sinnlich verklärten Lächeln. »Der nasse Stoff hält viel länger die Haut kühl.«

Die damenhaft elegante Art, mit der Isabelle das kurze Stück zu ihrem Gartenstuhl schritt, als trüge sie ein trockenes Kleid, raubte Ellen für kurz den Atem. Isabelle sah unglaublich verführerisch aus. Ein Mann, der jetzt in Isabelles Gegenwart wäre, könnte ihr mit Sicherheit nicht widerstehen.

Isabelle setzte sich wieder und schlug die Beine mit damenhafter Eleganz übereinander. Ellen war überzeugt, daß Isabelle wie sie im Augenblick war, problemlos über die Straße gehen konnte und niemand würde es als ungewöhnlich ansehen, daß sie ein triefendnasses Kleid trug.

Unter ihrem Stuhl bildete sich schnell eine Pfütze.

»Ja schon, aber das schöne Kleid«, warf Ellen mit ihrem Sinn fürs Praktische ein, während sie den Blick auf Isabelles schöne schwere Brüste ruhen ließ, die der nasse Stoff sinnlich betörender wirken ließ, als wären sie nackt.

»Dem macht das wenig aus«, meinte Isabelle schmunzelnd.

Isabelle hatte natürlich recht, das gab Ellen bereitwillig zu. Abgesehen davon spürte sie im Augenblick ein leichtes Begehren nach der Freundin, obwohl sie sich im Grunde wenig aus Frauen machte, Männer waren für sie sexuell einfach reizvoller. Dagegen fühlte Isabelle sich von Männer und Frauen gleichermaßen erotisch angezogen.

»Versuche es doch auch einmal«, ermunterte Isabelle sie nach einer kurzen Pause.

»Ja schon, aber ich habe ja nichts zum Anziehen, wenn ich wieder gehe«, erwiderte sie nach kurzem Überlegen.

Auch wenn sie in der Regel einen mehr bodenständigen Eindruck erweckte, so machte es ihr doch Spaß hin und wieder etwas Neues auszuprobieren. Und da Isabelle in ihrem nassen Kleid nicht nur sexy aussah, sondern sich auch so zu fühlen schien, war sie neugierig geworden, denn ihr gefiel kaum etwas mehr als erotische Genüsse.

»Warum gehst du nicht einfach in mein Schlafzimmer und suchst dir ein Kleid von mir heraus? Ich habe noch andere wie dieses. Wo meine Strümpfe sind, weißt du ja auch und ziehe dir auch ein Paar von meinen Schuhen an.«

Ellens darauffolgendes Zögern war mehr der Höflichkeit geschuldet, denn nur zu gerne nahm sie diesen Vorschlag an.

»Also gut«, sagte sie, als hätte sie es doch noch Überwindung gekostet, sie gab sich nur ungern eine Blöße. Dabei war Isabelle klar, wie Ellen sich entscheiden würde, schließlich kannte sie Ellen bereits lange genug.

Ellen stand auf und ging leichtfüßig ins Haus.

Isabelle sah ihr mit einem leichten Kopfschütteln nach, lehnte sich entspannt mit geschlossenen Augen zurück und genoß den kühlenden nassen leichten Stoff auf der Haut.

Ellen betrat mit leicht klopfendem Herzen das Schlafzimmer der Freundin. Sie entschied sich kurzentschlossen für farbenfrohes Kleid, dazu weiße Strümpfe und weiße Riemchensandaletten, deren Absätze niedriger als die meisten von Isabelles Schuhe waren, aber für sie immer noch hoch. Auch wenn sie vorhin so getan hatte, als würde sie nur gelegentlich daran denken Strümpfe zu tragen, so war sie in Wahrheit eine Strumpfliebhaberin. Aber im Augenblick war es ihr tatsächlich zu warm dazu.

Sie betrachtete sich von allen Seiten im Spiegel. Die Freundinnen besaßen annähernd die gleiche Figur, jedoch war sie um die Hüften etwas breiter, auch oben wies ein wenig mehr vor, was sie wiederum mit nicht wenig Stolz erfüllte, sie liebte ihre ansehnliche Oberweite, sie hätte nichts dagegen, wäre es noch ein wenig mehr. Das Kleid, das an Isabelle locker gefallen wäre und ihren schönen Körper umschmeichelte, spannte bei Ellen leicht an den Hüften und den Brüsten, doch auf eine sehr ansprechende Weise.

Sie mußte sich regelrecht von ihrem Spiegelbild losreißen. Ein wenig unsicher ging sie auf den hohen Absätzen zur Terrasse zurück. Ihr Herz klopfte schneller und ihre Hände waren nicht von der Hitze feucht, wenn sie daran dachte, was sie gleich machen würde. Sie blieb einen Moment im Rahmen der Terrassentür stehen.

Isabelle sah die Freundin mit einem zufriedenen Lächeln an.

»Das Kleid steht dir besser als mir«, sagte sie ehrlich.

»Meinst du«, fragte Ellen mit leicht zitternder Stimme und ein wenig zweifelnd.

Bei jedem Kompliment, das die Freundin ihr machte, konnte sie nicht den Zweifel unterdrücken, daß sie es nicht wenig aus Höflichkeit ihr gegenüber sagte.

»Sonst würde ich es nicht sagen. Ich wundere mich sowieso, daß die Männer dir nicht reihenweise zu Füßen liegen.«

»Na ja, es gibt da schon den einen oder anderen«, meinte Ellen mit einer gewissen Nonchalance, denn es klang für sie ein wenig danach, als ob sie ein wenig vernachlässigt sei.

»Alles andere würde mich auch wundern«, lachte Isabelle und stand auf.

Sie ging zu der Stelle, wo sie das Schlauchende abgelegt hatte. Ellen ging vorsichtig die wenigen Schritte zum Rand der Terrasse. Isabelle hielt den Schlauch bereits in der Hand.

»Es ist Zeit, daß du ernsthaft übst, auf hohen Absätzen zu gehen. Ab sofort trägst du bei der Hausarbeit deine höchsten Absätze. Auf diese Weise lernt es sich leichter. Wenn du es einmal beherrschst, willst du gar nicht mehr auf flachen Sohlen laufen, außer es hat einen praktischen Grund.«

Ellen lächelte etwas verunglückt. Bevor sie eine Antwort geben konnte, hatte Isabelle das Wasser aufgedreht und den Strahl auf die Freundin gerichtet. Ellen zuckte im ersten Moment zusammen; das Wasser war eiskalt. Doch dann machte der Schreck einem wundervoll erfrischenden Gefühl Platz. Sie spürte, wie die Hitze von ihr wich und wie sich der weiche Stoff zärtlich an ihren Körper schmiegte. Es war ein wundervolles Gefühl, den weichen nassen Stoff auf der Haut zu fühlen. Sie streckte Isabelle den Körper entgegen, um nur ja jeden Wassertropfen mitzubekommen. Sie hielt die Haare mit beiden Händen hoch und drehte sich langsam um die eigene Achse, damit auch ihr Rücken naß wurde.

Isabelle ließ den Strahl über den schönen femininen Körper der Freundin wandern, den Rücken hinunter. Der nasse Stoff schmiegte sich um den festen, ein wenig zu üppigen Hintern Ellens. Isabelle verspürte den Wunsch, beide Hände auf diesen zu legen und die schönen runden Backen ausgiebig zu massieren. Ellen genoß den kühlenden Strahl am Rücken und schnurrte mit halb geschlossenen Augen wohlig. Dabei spürte sie zusätzliche Feuchte im Schritt, deren Ursachen eindeutig nicht der Wasserstrahl war, der sie noch immer traf.

Isabelle stellte von sich aus das Wasser ab. Ellen war naß genug; sie schien es ein wenig zu sehr zu genießen.

Ellen drehte sich der Freundin zu und blickte sie ein wenig enttäuscht an. Aber sie sagte nichts.

Isabelle legte das Schlauchende auf den Boden und betrachtete die Freundin ausgiebig. Ellen sah an sich hinunter. Alles, was sie trug, war naß und es fühlte sich nicht nur erfrischend an.

Isabelle setzte sich wieder. Ellen folgte ihrem Beispiel.

»Daran könnte ich mich glatt gewöhnen«, meinte Ellen euphorisch.

Isabelle schmunzelte vielsagend.

 

Übrigens: Die erotische Lust am Naßwerden in Kleidern wird als Hydrophilie bezeichnet.

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