Wer will schon tapezierte Knochen!

von
Armin A. Alexander

 

Daß Persönlichkeit ohnehin über allem steht, muß hier nicht extra erörtert werden, das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

 

»Wenn ich von jedem Mann, der mir gesagt hat, daß er eigentlich nicht auf dicke Frauen steht, einen Euro bekäme, hätte ich ausgesorgt«, so eine stattlich gebaute Freundin. Das braucht im Grunde nicht weiter kommentiert zu werden.

 

Ich für mein Teil bevorzuge Frauen mit den Rundungen an den richtigen Stellen, alternativ ist nur ein muskulös-sportlicher Körperbau akzeptabel. Eine Erkenntnis, die auch erst mit den Jahren gereift ist.

Der Fetischist in mir weiß, daß Korsetts Rundungen benötigen, um zu ihren optischen Reiz zu entfalten. Erst breite Hüften und eine üppige Oberweite lassen eine Taille schmal wirken, selbst wenn sie gar nicht so schmal ist. Aber auch klassische Fetischmaterialien wie Gummi/Latex, Lack und Leder wirken einfach betörender auf viele, umhüllt es üppige weibliche Rundungen.

Es ist schön, üppige Brüste zu massieren, das Gesicht in ihnen zu vergraben und die Nippel zwischen die Lippen zu nehmen und daran zu lecken zu saugen. Beim Kuscheln fühlen sich Rundungen ohnehin besser an. Und was allgemein als Bauch bezeichnet wird, ist doch erotische Nutzfläche.

Auch wenn es sich nicht pauschalisieren läßt, allzu schlanke Körper assoziieren unweigerlich Askese. Ausnahmen bilden Menschen, deren genetische Disposition für einen sehr schlanken Körper verantwortlich ist. Asketen sind nicht unbedingt Musterbeispiele für Genuß, weder bei körperlichen noch bei geistigen Genüssen. Wie können Menschen, die selbst bei einem erlesenen, opulenten Mahl, in erster Linie Kalorien zählen, sich bei anderen leiblichen Genüssen fallen lassen? Außerdem liegt es in der Natur, daß Säugetiere mit den Jahren an Gewicht zulegen. Bei einer jungen Frau mag ein schlanker Körper noch reizvoll sein, ab einem bestimmten Alter wirkt dieser jedoch, wird versucht, das Gewicht der Jugend zu halten, hager und knochig. Üppige Frauen erscheinen oft auch jünger deswegen.

Nicht ohne Grund galt epochenweise ein draller kurvenreicher Körper als Synonym für Wohlstand und Genußfähigkeit, ja Lebensfreude. Wobei hier einmal unterstellt wird, daß Genußfähigkeit sich klar von Maßlosigkeit abgrenzt. Abgesehen davon, daß üppigere Körper auch Gesundheit assoziieren.

Ein schönes Beispiel wie üppige weibliche Formen für einen Ausdruck absoluter Lebensfreude stehen, sind die Nanas der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Die Nanas sind Skulpturen mit ausladend weiblichen Kurven, Brüsten, Hüften, Hintern, fröhlich bunt bemalt in ausgelassenen tanzenden Bewegungen. Es gibt auch eine überdimensionale Nana, liegend, begehbar. Der Eingang ist die Möse der Nana. Wer will bei einem solchen Anblick von Lebensfreude noch das an Askese erinnernde?

 

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