Funktionale vs. Designer-Latexbekleidung

von
Armin A. Alexander

Gummifetischistische Betrachtungen

 

Gummi- und Latexbekleidung läßt sich grob in zwei Gruppen einteilen: Funktionale und Designer-Bekleidung. Funktionale gibt es strenggenommen seit es durch die Erfindung der Vulkanisierung von Charles Goodyear möglich ist, Stoffe zu gummieren. Die Regenmäntel der Firma Mackintosh in England waren die ersten. Funktional ist jedes Bekleidungsstück aus Latex/Gummi, das im Alltag unter den unterschiedlichsten Bedingungen zum Einsatz kommt; Handschuhe, Regenbekleidung – heutzutage kaum noch – Stiefel, etc. Diese sind Dinge primär nicht für erotische Zwecke gefertigt, waren und sind aber häufig Objekte fetischistischer ›Begierde‹, insbesondere Gummistiefel, die es seit den letzten Jahren in vielfältiger schicker Ausführung gibt, was seinen eigenen Reiz besitzt. Unter funktionaler Bekleidung für erotisch sexuelle Zwecke läßt sich jede sehen, bei der Robustheit und Praktikabilität und nicht das Aussehen im Vordergrund steht. Funktionale kommt daher oft in den klassischen Farben Schwarz und Rot daher und besteht meist aus einer dickeren Materialstärke. Bei ihr stört eine schlecht gemachte Flickstelle weniger, da sie überwiegend bei sexuellen Handlungen getragen wird. Manche empfinden Ganzanzüge als einzig wirklich funktional, da lediglich der Schrittreißverschluß geöffnet werden muß, um an alles wichtige zu gelangen.

Dem gegenüber steht die Designer-Latexbekleidung, die ohne Frage das Auge erfreut. Sie ist bunter, körperbetonter, phantasievoller. Aber sie ist oft empfindlicher und schwieriger zu flicken, da sichtbare Flickstellen störend sich auswirken, werden sie nicht fachmännisch ausgeführt. Designer-Bekleidung entfaltet ihre Wirkung vernehmlich auf (Fetisch-)Parties, wo Sehen und Gesehen werden im Vordergrund stehen. Sie wird auch von Leuten getragen, die keinen sexuellen Fetisch für Latex und Gummi besitzen, sondern das Extravagante von Latex bevorzugen.

Für den bekennenden Gummifetischisten ist zwar nicht gänzlich nebensächlich, wie Latex- und Gummibekleidung aussieht, sein Auge erfreut sich auch an Designer-Bekleidung, aber für seine Sexualität bevorzugt er meist die funktionale. Ihm ist letztlich nur wichtig, daß die Kleidung, die er trägt und die des Partners aus Latex und Gummi ist. Diese kann auch schlecht geflickt sein. Mitunter trennt man sich nur ungern von Stücken, mit denen bestimmte Erinnerungen verbunden. Ich mache da keine Ausnahme.

 

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