Kategorie-Archiv »Zitat des Tages«

Zitat des Tages #128

Unbewusste Tugenden. – Alle Eigenschaften eines Menschen, deren er sich bewusst ist – und namentlich, wenn er deren Sichtbarkeit und Evidenz auch für seine Umgebung voraussetzt – stehen unter ganz anderen Gesetzen der Entwickelung, als jene Eigenschaften, welche ihm unbekannt oder schlecht bekannt sind (mehr …)

Zitat des Tages #126

Unbedingte Pflichten. – Alle Menschen, welche fühlen, dass sie die stärksten Worte und Klänge, die beredtesten Gebärden und Stellungen nöthig haben, um überhaupt zu wirken, Revolutions-Politiker, Socialisten, Bussprediger mit und ohne Christenthum, bei denen allen es keine halben Erfolge geben darf: (mehr …)

Zitat des Tages #125

Des Dieben Antwort

Einem Dieb, der sich mit Reden mausig machen woll?te, sagte jemand: »Was wollt Ihr? Ihr dürft ja gar nicht mehr in Eure Heimat zurückkehren und müsst froh sein, wenn man Euch hier duldet.« – »Meint Ihr?« sagte der Dieb; »meine Herren daheim haben mich so lieb, ich weiss ge’wiss, wenn ich heimkäme, sie liessen mich nimmer fort.«

Johann Peter Hebel (10.5.1760–22.9.1826)

Zitat des Tages #124

Mancherlei gute Lehren – 10

»Rom ist nicht in einem Tage erbaut worden.« Damit entschuldigen sich viele fahrlässige und träge Menschen, welche ihr Geschäft nicht treiben und vollenden mögen und schon müde sind, ehe sie recht anfangen. Mit dem Rom ist es aber eigentlich so zugega?gen. Es haben viele fleiss?ge Hände viele Tage lang vom frühen Morgen bis zum späten Abend unverdrossen daran gearbeitet und nicht abgelassen, bis es fertig war und der Hahn auf dem Kirchturm stand. So ist Rom entstanden! Was du zu tun hast, mach’s auch so!

Johann Peter Hebel (10.5.1760–22.9.1826)

Zitat des Tages #123

Marriage. Bei dem Stammbaum nicht zu vergessen, daß er bloß, durch die Weiber durchgeführt, Sicherheit gibt. Jedermann weiß, wer seine Mutter war, aber niemand weiß mit eben der Zuverlässigkeit, wer sein Vater gewesen ist.

Georg Christoph Lichtenberg (1.7.1742–24.2.1799)

Zitat des Tages #121

Kunstgriff 30

aus: Die Kunst, Recht zu behalten – Eristische Dialektik

 

[…] Was man so die allgemeine Meinung nennt, ist, beim Lichte betrachtet, die Meinung Zweier oder Dreier Personen; und davon würden wir uns überzeugen, wenn wir der Entstehungsart so einer allgemeingültigen Meinung zusehn könnten. (mehr …)