Kategorie-Archiv »Erotisches«

Kurzes #41 · Rolf wird umsorgt

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß« und »Der Rekonvaleszent«

 

Rolf beeilte sich von nun an jeden Morgen mit dem Frühstück, um so schnell als möglich seinen Platz am Fenster einzunehmen und den Fortschritt der Renovierungsarbeiten in der gegenüberliegenden Wohnung zu beobachten. Wenn er auch am zweiten Tag nicht viel zu sehen bekam. Anscheinend war der Handwerker in den anderen Räumen beschäftigt. Durch die offenen Fenster in Bad und Schlafzimmer hörte Rolf das Radio spielen.
So vergingen weitere Tage. An dem einen sah Rolf den Handwerker, am anderen hörte er überwiegend nur das Radio. Rolf sah, wie der Handwerker zuerst Rauhfaser klebte und sie anschließend in einem leichten Beigeton strich. Wurde Rolf das Zusehen doch zu eintönig, las er ein paar Seiten in seinem Buch. Um die Mittagszeit kam Maria und kochte oder wärmte die Reste von gestern auf. Am Nachmittag erschien Bernd und hin und wieder kam auch jemand von Rolfs übrigen Freunde auf einen Sprung vorbei.
Das Brummen eines Staubsauger kann auch etwas Einschläferndes haben. Rolf saß mit innerer Zufriedenheit in seinem Sessel, die Augen geschlossen und die Hände vor dem Bauch gefaltet, der Dank dem vorzüglichen, von Maria zubereitetem Essen, satt gefüllt war. (mehr …)

Kurzes #40 · Der Rekonvaleszent

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß«

 

Die folgende Nacht schlief Rolf besser. Im Grunde gab es für ihn kein Anlaß zum Klagen. Ihm fehlte es an nichts. Maria kümmerte sich fast schon mütterlich rührend um ihn. Bernd war kaum weniger aufmerksam, im Gegenzug war Rolf aber auch gezwungen, sich anzuhören, wie trostlos das Abendessen mit Kathrins Kollegin und deren Mann verlaufen war. In ihm sah Bernd wieder einmal seine Vorurteile über Manager im allgemeinen und im besonderen bestätigt. Für Bernd schien es unverständlich, daß eine dermaßen attraktive und mindestens zehn Jahre jüngere Frau, einen derart furztrockenen Typen überhaupt hatte nehmen können. Zudem sei er, was Kunst betraf, ein Banause, der einen Rubens nicht von einem Beuys unterscheiden könne. Wie könne man überhaupt nichts von Kunst verstehen, wenn man mit einer Kunstwissenschaftlerin verheiratet sei!
Rolf verkniff sich der alten Freundschaft wegen und weil Bernd gestern seinen Sessel so bereitwillig unters Fenster gerückt hatte, zu sagen, daß Kathrin in etwas gemäßigter Form und mit einem lachenden Auge das auch über ihren Bernd sagte. Bernd war, hatte er sich einmal an einem Thema festgebissen, nur schwer wieder davon abzubringen, ganz gleich wie seine Umgebung dazu stand. (mehr …)

Kurzes #38 · Die schöne Üppige

Das warme Licht der Abendsonne schien ins Zimmer. Durch das ein wenig geöffnete Fenster drang Vogelgezwitscher und leises Murmeln vom Nachbarbalkon herein. Der hereinströmende Luftzug blähte leicht die Gardine. Die Zeit schlich auf eine angenehme Weise dahin, eine wohlige Zufriedenheit des Augenblicks in Begleitung.
Holger konnte sich kaum entsinnen, wann er das letzte Mal derart mit sich im reinen gewesen ist. Er saß die Beine lang ausgestreckt im bequemen Sessel, ein Buch auf den Knien, in dem er aber nicht las. Statt dessen galt seine ganze Aufmerksam Marietta, die ihm gegenüber auf der Couch saß, die Beine mit damenhaft lässiger Eleganz übereinandergeschlagen, und fast selbstversunken in einem Buch las.
Ein wohlig sehnsüchtiges Gefühl durchströmte ihn beim Anblick ihrer schönen langen zartbestrumpften Beine. (mehr …)

Kurzes #27 · Der Gummiregenmantel

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus, in der diesmal ein Gummiregenmantel eine Rolle spielt.

 

Das gleichmäßige Rauschen des Regens drang durch die geöffnete Balkontür herein. Regenfrische Luft erfüllte das Zimmer. Maria drehte sich gedankenverloren mit dem rechten Zeigefinger noch mehr Locken als sie bereits von Natur aus besaß, ins dunkle schulterlange Haar und schien ganz in die Betrachtung der Karten in ihrer linken Hand versunken zu sein. Ab und zu scharrte sie leicht mit dem Fuß über dem Teppich, knabberte an ihrer vollen Unterlippe.

Holger war auch nicht aufmerksamer bei der Sache. Auf Anhieb hätte er nicht sagen können, welche Karten er bereits ausgelegt oder welche er noch auf der Hand hatte. Dabei streichelte er, nicht unbedingt konzentrierter, Marias linken Fuß mit seinem rechten. Sie erwiderte seine Liebkosung ebenso gedankenverloren, wie sie sich Locken ins Haar drehte. Draußen zwitscherte ein Vogel auf.

»Ich würde mal sagen, du bist dran«, sagte er in die Stille hinein, nur um überhaupt etwas zu sagen.

»Wer? Womit?« Maria sah ihn leicht irritiert aus ihren braunen, unter dichten Brauen liegenden Augen an. Sie mußte mit ihren Gedanken wirklich weit weg gewesen sein. (mehr …)

Kurzes #26 · Hausarbeitsübung

Nicht nur eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus, sondern auch die zweite mit den Freundinnen Isabelle und Ellen aus der Kurzgeschichte »Hundstage«.

 

Ellen saß auf dem alten Korbstuhl in ihrem Schlafzimmer, der links neben dem Fenster stand. Sie betrachtete das ausgestreckte rechte Bein aufmerksam, um auch nicht die kleinste Falte an den neuen hautfarbenen Nylons zu übersehen. Selbstverliebt strich sie mit den Fingern über den zarten Stoff, der leise unter ihren Berührungen knisterte. Ein wohliges Gefühl durchströmte sie. Ja, es war schon ein besonderes Gefühl echte Nylons zu tragen. Und nicht nur, weil sie teuer und auf Grund ihrer Seltenheit etwas Besonderes an sich waren. Eine Frau, die Strümpfe trägt, wirkt zwangsläufig damenhaft und elegant, aber zugleich auch ein wenig kokett. (mehr …)

Kurzes #25 · Wahre Schönheit

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus und daß erst eine faszinierende Persönlichkeit wahre Schönheit ausmacht.

 

Äußerlich läßt sie sich als jemand beschreiben, der weder auffallend attraktiv noch das Gegenteil ist ohne dabei durchschnittlich zu sein; unauffällig zwar aber nicht unscheinbar – unscheinbar im Sinne einer grauen Maus. Eine solche ist sie in keiner Weise. Sie zieht ihre Attraktivität überwiegend aus ihrer Persönlichkeit. Sie gehört zu den Frauen, die mit sich selbst im Einklang sind, ihren Körper vorbehaltlos akzeptierten, trotz oder vielleicht gerade wegen der kleinen »Makel«, die aber gerade das reizvolle sein können, weil sie seine angenehmen, seine erfüllenden Seiten nur zu gut kennen und darum strahlen sie eine Faszination aus, der sich letztlich niemand entziehen kann. Ihre Persönlichkeit ist ungekünstelt, sie versucht erst gar nicht es jedem recht zu machen und geht schon einmal das Risiko ein, sich zwischen alle Stühle zu setzen. Sie besitzt ihren – charmanten – Dickkopf, ist es erforderlich, aber sie gibt auch überraschend schnell nach, erkennt sie, daß eine Position kaum zu halten ist oder wenn sie damit jemandem, an dem ihr viel liegt, einen Gefallen tun kann und es für sie kein schmerzlicher Kompromiß ist. Ihre äußeren Vorzüge bestehen in schönem, dichten dunklen Haar, das sie relativ lang trägt und wohl geformten Beinen, die vielleicht nicht den Puristen erfreuen können, da ihre Waden zu stämmig erscheinen, die Fesseln zum Ausgleich jedoch auffallend schmal sind, und mit ihren muskulösen Schenkeln, die wie bei vielen Frauen von einer leichten Zellulitis zwar ein wenig »verunziert« werden, aber insgesamt ein harmonisches Ganzen bilden. Ihre Beine sind relativ lang für ihre eigentlich nur wenig über dem Durchschnitt liegenden Körpergröße. Sie mag für machen auf den Blick etwas Bäuerliches an sich haben, doch wirkt ihre Haltung damenhaft elegant. Sie geht mit Make-up sorgsam um, betont ihre vollen weichen Lippen und ihre schönen dunklen Augen, um die stets ein leises Lächeln zu spielen scheint. Ihr Parfum ist leicht fruchtig. Ihre Hüften sind breit, breiter jedenfalls als es für ihre Figur angemessen wäre, was aber wiederum ihre Taille schmaler erscheinen läßt. Sie trägt selten Hosen, weil sie weiß, daß sie optisch darin noch breiter wirkt. Ungeachtet dessen bevorzugt sie ohnehin knielange oft enge schicke Röcke, zarte Strümpfe und hochhackige Schuhe, die ihre schönen Beine betonen. Die Absätze ihrer Schuhe können ihr eigentlich gar nicht hoch genug sein. Sie bewegt sich sicher darauf wie manch andere Frau nicht auf flachen Sohlen. (mehr …)

Kurzes #24 · Hundstage

Eine weitere Geschichte zum Thema Fetischismus, in der sich zwei Frauen an einem heißen Sommertag eine besondere Abkühlung verschaffen.

 

Ellen bewunderte ihre Freundin Isabelle zum Teil für das, was sie selbst nicht war, oder nicht glaubte zu sein. Sie bewunderte an Isabelle deren Spontanität und Esprit und ebenso, daß sie es verstand sich gleichermaßen chic wie damenhaft zu kleiden, stets mit einer Portion Koketterie und bisweilen auch von mehr als einer Portion begleitet. Ein wenig Neid verursachte Ellen der Umstand, daß Isabelle es verstand, auf den überwiegend beinahe turmhohen Absätze ihrer eleganten Schuhe ebenso damenhaft wie sicher zu gehen, in das sie nicht selten ein kaum mehr unterschwelliges laszives Wiegen der Hüften mischte, was Ellen zu ihrem Bedauern leider nicht gelingen wollte, obwohl sie eine Passion für hochhackiges Schuhwerk besaß. Bisher war sie nicht über eine mittlere Absatzhöhe hinausgekommen, worüber sie sich gelegentlich bei Isabelle beklagte, die der Freundin darauf – nicht zu unrecht – vorwarf, daß es ihr an der nötigen Geduld mangelte es zu erlernen. Ellen mußte sich widerstrebend eingestehen, daß die Freundin recht hatte; Geduld war noch nie Ellens Stärke gewesen. Und somit fristeten die wenigen wirklich hochhackigen Schuhe, die sie sich im Laufe der Zeit angeschafft hatte, in ihrem Schuhschrank ein Schattendasein. Obwohl Ellen die attraktivere von ihnen war, und sich in keiner Weise wie ein Mauerblümchen gab, richtete sich dennoch die ganze Aufmerksamkeit stets auf Isabelle, erschienen beide Frauen gemeinsam irgendwo. Kleider machen halt doch Leute! (mehr …)

Kurzes #23 · Ein Samstagnachmittag

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema »Fetischismus«.

 

Marius fuhr den Rechner hinunter. Er hatte doch länger gearbeitet, als er vorgehabt hatte, war aber fertig geworden. Er stand auf und streckte die vom langen Sitzen steifen Glieder. Er trat auf den Balkon hinaus. Es war ein schöner Spätsommertag. Stimmengemurmel drang von den Nachbarbalkonen zu ihm. Er atmete tief durch und ging wieder ins Wohnzimmer zurück. Er wollte nach Maren sehen. Sie hatte sich vor zwei Stunden ins Schlafzimmer zurückgezogen, um zu lesen.
Er blieb im Türrahmen des Schlafzimmers stehen. Maren lag schräg auf dem Bett mit dem Rücken zu ihm. Sie hatte den Kopf auf den linken Arm aufgestützt, das linke Beine ausgestreckt und das rechte angewinkelt, mit den Fingern der Rechten hielt sie das vor ihr liegende Buch auf der Matratze fest. Sie war derart in ihre Lektüre vertieft, daß sie ihn nicht zu bemerken schien. Marius nutzte die Gelegenheit, um Maren zu betrachten und lehnte sich mit der Schulter an den Türrahmen.
Maren blätterte eine Seite um und rieb dabei mit dem rechten Bein leicht am linken. Marius glaubte zu hören, wie der Stoff ihrer zarten hautfarbenen Strümpfe leise knisterte. (mehr …)