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Wer rastet, der rostet #7

Ich befinde mich gerade mitten in den Arbeiten zu einem neuen Roman, einen BDSMigen Kriminalroman, oder einem BDSM-Roman, mit Krimihandlung, je nachdem wo man den Schwerpunkt setzen will.

Kurze Inhaltsangabe:

In einer Siedlung, die abgebrochen werden soll, um Neubauten Platz zu machen, wird die Leiche einer Frau gefunden, die nackt auf einem alten Bettgestellt gefesselt liegt. Alles deutet darauf hin, daß eine BDSM-Session gehörig daneben gegangen ist. Doch wer war bei der Frau gewesen? Wer hat sie gefesselt und mit einem Seidenschal gewürgt? Es wird in alle Richtungen ermittelt. Kommissarin Eva Gerbroth begibt sich im Rahmen ihrer Ermittlungen auch in die örtliche BDSM-Szene. Auf einer Party lernt sie den Szene-Photographen und passionierten Dom Jean kennen, vom dem Eva sofort fasziniert ist. Durch ihn erfährt sie mehr über sich selbst als über ihren Fall, der bald eine überraschende Wende nimmt, als Eva entdeckt, daß Jean die Tote gekannt hat, obwohl er es ihr gegenüber leugnet.

Kurzes #47 · Lateinnachhilfe

»Ich frage mich ernsthaft, warum du Latein im Leistungskurs genommen hast. Nicht nur, daß du anscheinend die einfachsten Grammatikregeln nicht verstehst, sondern dich scheint das alles überhaupt nicht zu interessieren!«
Rolf sank auf seinem Stuhl tieferötend in sich zusammen. Frau Schellenbach hatte sich mit seinem Klassenarbeitsheft vor ihm aufgebaut und hielt es ihm wie eine Sünderkartei hin.
»Das ist ja wohl die mit Abstand schlechteste Arbeit, die ich in den letzten Jahren von einem Schüler bekommen habe. Wenn du mit diesen Kenntnissen im alten Rom nach dem Weg gefragt hättest, wärst du ganz bestimmt wegen Beleidigung verhaftet worden, wenn nicht Schlimmeres«, setzte sie bissig und auch ein wenig verächtlich hinzu.
Es war fast unbegreiflich, warum sie ihm das Heft nicht rechts und links um die Ohren schlug. Statt dessen legte sie es mit spitzen Fingern vor ihn hin und drehte sich, ohne ein weiteres Wort an ihn zu richten, auf den Absätzen um und ging zum Pult zurück um die übrigen Hefte den Schülern zurückzugeben. (mehr …)

Kurzes #45 · Schönheit ist subjektiv

»Sag mal, warum hast du immer eine so glückliche Hand bei der Auswahl deiner Frauen«, fragte Daniel seinen besten und ältesten Freund Florian mit einem langgezogenen Seufzer.
»Ach? Ja? Habe ich das?« erwiderte Florian und mußte sich ein leicht ironisches Grinsen verkneifen. »Was bringt dich auf den Gedanken?«
Florian kannte seinen Freund lange genug, um an seiner Frage zu erkennen, daß bei ihm in Liebesdingen wieder einmal gehörig etwas anders verlaufen sein mußte, als er es sich vorgestellt hatte.
»Ja, das hast du«, antwortete Daniel im Brustton der Überzeugung und von einem nicht zu überhörenden Vorwurf begleitet, der weniger Florians vermeintlichen Erfolgen als der ›Weigerung‹ galt, seinen besten Freund in sein ›Erfolgsgeheimnis‹ einzuweihen.
Florian ahnte bereits den Grund, weshalb der Freund sich in dieser Stimmung befand.
»Ist etwas mit dieser Solveig? Du warst doch so begeistert von ihr?« (mehr …)

Kurzes #44 · Marias Überraschung

Der folgende Text ist die Fortsetzung und zugleich der letzte Teil von »Der Gipsfuß«, »Der Rekonvaleszent«, »Rolf wird umsorgt« und »Die neue Nachbarin«

 

Während der Nacht träumte Rolf, wie er ins Badezimmerfenster der Nachbarwohnung sah. Doch stand nicht seine Nachbarin unter der Dusche, sondern Maria in einem hellblauen Seidenkleid. Maria, die sie sich lüstern in Kleid, Nylons und hochhackigen Schuhen in der gefüllten Wanne räkelte. Maria, die wie Venus Anadyomene in einer sonnendurchfluteten Landschaft aus einem vom üppigen Wald umgebenen idyllischen See in einem roten langen Seidenkleid stieg. Maria, die in einem schicken Kostüm aus rotem Satin in einem wolkenbruchartigen Regen gemütlich spazieren ging, durchnäßt bis auf die Haut und das sichtlich genoß.
So schön und wildwuchernd diese Träume auch waren, Rolf war froh, als er am Morgen erwachte. Nicht die Träume an sich irritierten ihn, sondern daß in allen Maria im Mittelpunkt stand, Maria schöner und begehrenswerter denn je. Alle Träume durchzog zudem ein beinahe unbändiges Verlangen nach Maria, das Bewußtsein, daß er keine Frau jemals so begehren könnte wie sie und zugleich die Angst, daß Maria sich ihm auf ewig entziehen könnte, eine Angst, die in seinen Träumen so übermächtig wurde, daß sie ihn erwachen ließ. (mehr …)

Kurzes #42 · Die neue Nachbarin

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß«, »Der Rekonvaleszent« und »Rolf wird umsorgt« Rolf beobachtet ein feuchtes Vergnügen der besondersreizvollen Art.

 

Es regnete bereits seit drei Tagen ohne Pause. Zwei Wochen frühlingshafter Sonnenschein mit lediglich einem Tag Unterbrechung konnten schließlich nicht von Dauer sein.
Vier Tage zuvor war die Wohnung gegenüber bezogen worden. Mehrere Leute waren dabei zugange gewesen, so daß es Rolf nicht gelungen war, herauszufinden, wer nun von ihnen seine neuen Nachbarn waren.
Am späten Vormittag sah Rolf seine neue Nachbarin zum ersten Mal durch das geöffnete Badezimmerfenster. Sie war Mitte zwanzig, ein wenig das hübsche Mädchen von nebenan, relativ groß, mit einem femininen Körper und mittellangen dichten dunkelblonden Haaren. Sie trug einen engen roten Satinrock mit breitem schwarzen Lackgürtel, eine weiße Seidenbluse, züchtig bis zum Hals geschlossen und zugleich figurbetont, um nur wenig der Phantasie zu überlassen, hautfarbene Strümpfe und – ihrem Gang nach zu urteilen – hochhackige Schuhe. Sie stand vor dem Spiegel und steckte sich das Haar mit gekonnter Nachlässigkeit hoch. Anschließend schminkte sie sich sorgfältig in dezenten Farben.
Ob ihr bereits aufgefallen war, daß man von Rolfs Wohnung aus in ihre sehen konnte, wenn die Fenster offen standen? Und kümmerte sie das überhaupt?
Als sie fertig war, betrachtete sie sich prüfend im Spiegel und schien sichtlich zufrieden mit dem was sie sah.
Rolf erwartete nun, daß sie das Fenster schließen würde, darum zog er unwillkürlich den Kopf ein. Obwohl es nicht seine Schuld war, daß man von seiner Wohnung aus so gut in ihre sehen konnte und sie nicht nur in seiner Richtung sondern auch hätte hinaufsehen müssen, um ihn zu bemerken. (mehr …)

Kurzes #41 · Rolf wird umsorgt

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß« und »Der Rekonvaleszent«

 

Rolf beeilte sich von nun an jeden Morgen mit dem Frühstück, um so schnell als möglich seinen Platz am Fenster einzunehmen und den Fortschritt der Renovierungsarbeiten in der gegenüberliegenden Wohnung zu beobachten. Wenn er auch am zweiten Tag nicht viel zu sehen bekam. Anscheinend war der Handwerker in den anderen Räumen beschäftigt. Durch die offenen Fenster in Bad und Schlafzimmer hörte Rolf das Radio spielen.
So vergingen weitere Tage. An dem einen sah Rolf den Handwerker, am anderen hörte er überwiegend nur das Radio. Rolf sah, wie der Handwerker zuerst Rauhfaser klebte und sie anschließend in einem leichten Beigeton strich. Wurde Rolf das Zusehen doch zu eintönig, las er ein paar Seiten in seinem Buch. Um die Mittagszeit kam Maria und kochte oder wärmte die Reste von gestern auf. Am Nachmittag erschien Bernd und hin und wieder kam auch jemand von Rolfs übrigen Freunde auf einen Sprung vorbei.
Das Brummen eines Staubsauger kann auch etwas Einschläferndes haben. Rolf saß mit innerer Zufriedenheit in seinem Sessel, die Augen geschlossen und die Hände vor dem Bauch gefaltet, der Dank dem vorzüglichen, von Maria zubereitetem Essen, satt gefüllt war. (mehr …)

Kurzes #40 · Der Rekonvaleszent

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß«

 

Die folgende Nacht schlief Rolf besser. Im Grunde gab es für ihn kein Anlaß zum Klagen. Ihm fehlte es an nichts. Maria kümmerte sich fast schon mütterlich rührend um ihn. Bernd war kaum weniger aufmerksam, im Gegenzug war Rolf aber auch gezwungen, sich anzuhören, wie trostlos das Abendessen mit Kathrins Kollegin und deren Mann verlaufen war. In ihm sah Bernd wieder einmal seine Vorurteile über Manager im allgemeinen und im besonderen bestätigt. Für Bernd schien es unverständlich, daß eine dermaßen attraktive und mindestens zehn Jahre jüngere Frau, einen derart furztrockenen Typen überhaupt hatte nehmen können. Zudem sei er, was Kunst betraf, ein Banause, der einen Rubens nicht von einem Beuys unterscheiden könne. Wie könne man überhaupt nichts von Kunst verstehen, wenn man mit einer Kunstwissenschaftlerin verheiratet sei!
Rolf verkniff sich der alten Freundschaft wegen und weil Bernd gestern seinen Sessel so bereitwillig unters Fenster gerückt hatte, zu sagen, daß Kathrin in etwas gemäßigter Form und mit einem lachenden Auge das auch über ihren Bernd sagte. Bernd war, hatte er sich einmal an einem Thema festgebissen, nur schwer wieder davon abzubringen, ganz gleich wie seine Umgebung dazu stand. (mehr …)

Kurzes #38 · Die schöne Üppige

Das warme Licht der Abendsonne schien ins Zimmer. Durch das ein wenig geöffnete Fenster drang Vogelgezwitscher und leises Murmeln vom Nachbarbalkon herein. Der hereinströmende Luftzug blähte leicht die Gardine. Die Zeit schlich auf eine angenehme Weise dahin, eine wohlige Zufriedenheit des Augenblicks in Begleitung.
Holger konnte sich kaum entsinnen, wann er das letzte Mal derart mit sich im reinen gewesen ist. Er saß die Beine lang ausgestreckt im bequemen Sessel, ein Buch auf den Knien, in dem er aber nicht las. Statt dessen galt seine ganze Aufmerksam Marietta, die ihm gegenüber auf der Couch saß, die Beine mit damenhaft lässiger Eleganz übereinandergeschlagen, und fast selbstversunken in einem Buch las.
Ein wohlig sehnsüchtiges Gefühl durchströmte ihn beim Anblick ihrer schönen langen zartbestrumpften Beine. (mehr …)