Filmentwicklung 2: Das Ansetzen der Bäder

Kommen wir nun zum Ansetzen der einzelnen Bäder.

1. Entwickler

Entwickler gibt es in zwei Versionen; als Pulver und als Flüssigkonzentrat. Im Prinzip ist es egal, was man nimmt, denn auch das Ansetzen von Stammlösung mit Pulver ist keine Hexerei. Die Konzentrate werden nur mit der entsprechenden Menge Wasser verdünnt. Im übrigen ist es empfehlenswert auch die Stammlösungen mindestens 1 zu 1 mit Wasser zu verdünnen und ebenfalls als Einmalentwickler zu verwenden. Die Ergebnisse sind gleichmäßiger und abschließend werden die Bäder einfach weggeschüttet.
Zu Anfang ist es ohnehin ratsam lieber eine stärkere Verdünnung zu verwenden, denn die damit verbundenen längeren Entwicklungszeiten sind toleranter gegenüber Zeit- und Bewegungsschwankungen.
Für die ersten Versuche sollte ein Standardentwickler wie Ilford ID-11, als Beispiel für Pulver-Entwickler, oder Ultrafin von Tetenal als Beispiel für Flüssigkonzentrat, verwendet werden.
Ansatz von Pulver
Das Pulver von ID-11 besteht in der Regel aus zwei Teilen A und B. Für die 1-Liter-Packung, die für maximal 10 Filme reicht, wird Teil A in 750 ml Wasser von mindestens 40° C aufgelöst und dann Teil B unter ausgiebigem Rühren hinzugefügt. Es lohnt sich auf jeden Fall die Anschaffung eines Rührstabs. Ist das Pulver vollständig gelöst, mit kalten Wasser auf 1 Liter auffüllen. Das Ansatzwasser kann auch ruhig mehr als 40° C haben, nur sollte es nicht darunter liegen.

2. Stoppbad

Als Stoppbad kommt eine 2 bis 5% Essigsäurelösung zum Einsatz. Praktisch ist ein Stoppbad mit Indikator. Das heißt, wenn das Stoppbad verbraucht ist, verfärbt es sich.

3. Fixierbad

Fixierbad gibt es zwar auch in fester Form, heißt dann Fixiersalz. Aber dessen Bedeutung war schon in den späten 70ern eine geringe geworden. Man muß letztlich nur beachten, daß Fixierbad für Filme stärker konzentriert sein muß als für Papiere. Ansatz erfolgt wie bei allen Flüssigkonzentraten durch Zugabe einer bestimmten Menge Wasser.
Ergiebigkeit:Aus meiner Erfahrung heraus sollten in ein Liter Lösung maximal 10 Filme fixiert werden, auch wenn sich rein rechnerisch laut den Datenblättern mehr ergeben.
Noch ein Tip: Es gibt seit einiger Zeit sogenannte geruchlose Fixierbäder. Geruchlos darf man dabei nicht wörtlich nehmen. Sie sind teurer und bringen keinen Vorteil.

4. Netzmittelbad

Das Netzmittelbad sollte grundsätzlich nur mit destilliertem Wasser angesetzt werden. So lassen sich Trockenflecken durch Kalk im Leitungswasser am besten vermeiden.

Noch ein abschließender Tip: Die Entwickler grundsätzlich in dunklen Flaschen und an einem dunklen Ort aufbewahren und zum Schutz vor Oxidation mit Protectan, das ist ein Schutzgasspray von Tetenal, abdecken. Auf diese Weise halten unbenutzte Stammlösungen ein halbes Jahr und länger. Optisch läßt sich verfallener Entwickler an deutlich bräunlicher Färbung erkennen, denn in der Regel ist frischer nahezu wasserklar. Entwickler ist wie frisches Gemüse, er wird mit der Zeit schlecht. 😉 Bei Stoppbad und Fixierbad ist das nicht nötig. Sie haben per se eine deutlich längere Haltbarkeit von mehreren Monaten.

Filmentwicklung 3: Die Verarbeitung

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