Zwei Erzählungen in den »Böse Geschichten Nr. 30«

Dienstag, den 7. Februar 2012

 

Im Sammelband »Böse Geschichten & schmutzige Fotos« Nr. 30« des Hamburger Charon-Verlages, der unter anderem auch das renommierte und älteste deutschsprachige BDSM-Szene-Magazin »Schlagzeilen« herausgibt, sind meine beiden Kurzgeschichten »Evamarias Gummiregenmantel« und »Das kleine Schuhgeschäft« erschienen.

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Kurzes #53 – Begegnung im Auwald

Mittwoch, den 19. Januar 2011

Ein Spaziergang im Auwald bringt eine unerwartete Begegnung.

Unser Tal war schon immer äußerst regenreich gewesen. Durch die besondere geographische Lage – unser Tal war umgeben von einem Mittelgebirgszug – waren die Winter mild und trocken, die Sommer zwar nicht allzu warm, dafür waren die Temperaturen bereits Ende März angenehm. Erst Anfang November wurde es kühler, zugleich mit dem Nachlassen der Niederschläge. Diese gingen die meiste Zeit des Jahres als anhaltender Nieselregen oder ergiebiger Landregen nieder. Richtig heftige Güsse gab es nur in den Sommermonaten, meist nach mehreren regenfreien und sonnigen Tagen. Dichte Wälder und üppige Weiden durchzogen unser Tal, nebst einem größeren Fluß und vielen kleineren Bäche. Das Tal war schon immer relativ dünn besiedelt gewesen, da die Feuchtigkeit nur bestimmte Formen der Landwirtschaft ermöglichte. Zwar sind unsere durchweichten Ackerböden sehr fruchtbar, aber sie lassen sich schlecht bearbeiten.
Die überwiegend nasse Witterung machte regenfeste Kleidung unentbehrlich, weshalb die meisten von uns wohl mehr Regenbekleidung und Gummistiefel besaßen als andere Sachen. (weiterlesen…)

Kurzes #52 – Hausputz

Dienstag, den 18. Januar 2011

Für Ines gab es lange kaum etwas Unangenehmeres als den notwendigen Hausputz. Bis ihre Freundin Ursula ihr einen Tip gab, wie sie sich die Hausarbeit versüßen kann. Und als Ines beim Fensterputzen auch noch ein netter junger Mann von gegenüber zusieht, wird das Putzen beinahe zur Nebensache.

Die ins Schlafzimmer scheinende Frühlingssonne kitzelte Ines im Gesicht und weckte sie. Blinzelnd schlug sie die Augen auf. Sie fühlte sich wundervoll ausgeruht. Tief und fest hatte sie geschlafen. Das morgendliche Konzert der Vögel war im vollen Gang, der durch das gekippte Fenster hereinströmende Luftzug spielte mit der Gardine.
Ines verschränkte die Arme im Nacken und beobachtete eine Weile das Schattenspiel auf den türkisfarbenen Gardinen, bevor sie aufstand. Sie fühlte, daß es ein besonderer Tag war und nicht nur weil heute ihr Urlaub begann. Sie hatte sich für ihren ersten Urlaubstag einiges vorgenommen, jedoch nur, damit sie ihn ab morgen unbeschwert genießen konnte.
Ines gab sich einen inneren Ruck, damit sie nicht von einer wohligen Trägheit befallen wurde und es sich erneut in Morpheus Armen behaglich einrichtete. Dazu würden sich in den nächsten beiden Wochen noch genug Gelegenheit bieten.
Schwungvoll schlug sie die Decke zurück. Sie blieb für einen Moment auf der Bettkante sitzen, um ihrem Kreislauf die Möglichkeit zu geben, sich an eine aufrechte Haltung ihres Körpers zu gewöhnen. Dabei blickte sie fröhlich auf ihre schlanken gepflegten Füße, deren Nägel sie erst gestern abend in einem dunklen Rotton lackiert hatte. (weiterlesen…)

Kurzes #47 – Lateinnachhilfe

Samstag, den 24. April 2010

»Ich frage mich ernsthaft, warum du Latein im Leistungskurs genommen hast. Nicht nur, daß du anscheinend die einfachsten Grammatikregeln nicht verstehst, sondern dich scheint das alles überhaupt nicht zu interessieren!«
Rolf sank auf seinem Stuhl tieferötend in sich zusammen. Frau Schellenbach hatte sich mit seinem Klassenarbeitsheft vor ihm aufgebaut und hielt es ihm wie eine Sünderkartei hin.
»Das ist ja wohl die mit Abstand schlechteste Arbeit, die ich in den letzten Jahren von einem Schüler bekommen habe. Wenn du mit diesen Kenntnissen im alten Rom nach dem Weg gefragt hättest, wärst du ganz bestimmt wegen Beleidigung verhaftet worden, wenn nicht Schlimmeres«, setzte sie bissig und auch ein wenig verächtlich hinzu.
Es war fast unbegreiflich, warum sie ihm das Heft nicht rechts und links um die Ohren schlug. Statt dessen legte sie es mit spitzen Fingern vor ihn hin und drehte sich, ohne ein weiteres Wort an ihn zu richten, auf den Absätzen um und ging zum Pult zurück um die übrigen Hefte den Schülern zurückzugeben. (weiterlesen…)

Kurzes #45 – Schönheit ist subjektiv

Montag, den 5. April 2010

»Sag mal, warum hast du immer eine so glückliche Hand bei der Auswahl deiner Frauen«, fragte Daniel seinen besten und ältesten Freund Florian mit einem langgezogenen Seufzer.
»Ach? Ja? Habe ich das?« erwiderte Florian und mußte sich ein leicht ironisches Grinsen verkneifen. »Was bringt dich auf den Gedanken?«
Florian kannte seinen Freund lange genug, um an seiner Frage zu erkennen, daß bei ihm in Liebesdingen wieder einmal gehörig etwas anders verlaufen sein mußte, als er es sich vorgestellt hatte.
»Ja, das hast du«, antwortete Daniel im Brustton der Überzeugung und von einem nicht zu überhörenden Vorwurf begleitet, der weniger Florians vermeintlichen Erfolgen als der ›Weigerung‹ galt, seinen besten Freund in sein ›Erfolgsgeheimnis‹ einzuweihen.
Florian ahnte bereits den Grund, weshalb der Freund sich in dieser Stimmung befand.
»Ist etwas mit dieser Solveig? Du warst doch so begeistert von ihr?« (weiterlesen…)

Kurzes #44 – Marias Überraschung

Mittwoch, den 31. März 2010

Der folgende Text ist die Fortsetzung und zugleich der letzte Teil von »Der Gipsfuß«, »Der Rekonvaleszent«, »Rolf wird umsorgt« und »Die neue Nachbarin«

Während der Nacht träumte Rolf, wie er ins Badezimmerfenster der Nachbarwohnung sah. Doch stand nicht seine Nachbarin unter der Dusche, sondern Maria in einem hellblauen Seidenkleid. Maria, die sie sich lüstern in Kleid, Nylons und hochhackigen Schuhen in der gefüllten Wanne räkelte. Maria, die wie Venus Anadyomene in einer sonnendurchfluteten Landschaft aus einem vom üppigen Wald umgebenen idyllischen See in einem roten langen Seidenkleid stieg. Maria, die in einem schicken Kostüm aus rotem Satin in einem wolkenbruchartigen Regen gemütlich spazieren ging, durchnäßt bis auf die Haut und das sichtlich genoß.
So schön und wildwuchernd diese Träume auch waren, Rolf war froh, als er am Morgen erwachte. Nicht die Träume an sich irritierten ihn, sondern daß in allen Maria im Mittelpunkt stand, Maria schöner und begehrenswerter denn je. Alle Träume durchzog zudem ein beinahe unbändiges Verlangen nach Maria, das Bewußtsein, daß er keine Frau jemals so begehren könnte wie sie und zugleich die Angst, daß Maria sich ihm auf ewig entziehen könnte, eine Angst, die in seinen Träumen so übermächtig wurde, daß sie ihn erwachen ließ. (weiterlesen…)

Kurzes #42 – Die neue Nachbarin

Sonntag, den 28. März 2010

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß«, »Der Rekonvaleszent« und »Rolf wird umsorgt« Rolf beobachtet ein feuchtes Vergnügen der besondersreizvollen Art.

Es regnete bereits seit drei Tagen ohne Pause. Zwei Wochen frühlingshafter Sonnenschein mit lediglich einem Tag Unterbrechung konnten schließlich nicht von Dauer sein.
Vier Tage zuvor war die Wohnung gegenüber bezogen worden. Mehrere Leute waren dabei zugange gewesen, so daß es Rolf nicht gelungen war, herauszufinden, wer nun von ihnen seine neuen Nachbarn waren.
Am späten Vormittag sah Rolf seine neue Nachbarin zum ersten Mal durch das geöffnete Badezimmerfenster. Sie war Mitte zwanzig, ein wenig das hübsche Mädchen von nebenan, relativ groß, mit einem femininen Körper und mittellangen dichten dunkelblonden Haaren. Sie trug einen engen roten Satinrock mit breitem schwarzen Lackgürtel, eine weiße Seidenbluse, züchtig bis zum Hals geschlossen und zugleich figurbetont, um nur wenig der Phantasie zu überlassen, hautfarbene Strümpfe und – ihrem Gang nach zu urteilen – hochhackige Schuhe. Sie stand vor dem Spiegel und steckte sich das Haar mit gekonnter Nachlässigkeit hoch. Anschließend schminkte sie sich sorgfältig in dezenten Farben.
Ob ihr bereits aufgefallen war, daß man von Rolfs Wohnung aus in ihre sehen konnte, wenn die Fenster offen standen? Und kümmerte sie das überhaupt?
Als sie fertig war, betrachtete sie sich prüfend im Spiegel und schien sichtlich zufrieden mit dem was sie sah.
Rolf erwartete nun, daß sie das Fenster schließen würde, darum zog er unwillkürlich den Kopf ein. Obwohl es nicht seine Schuld war, daß man von seiner Wohnung aus so gut in ihre sehen konnte und sie nicht nur in seiner Richtung sondern auch hätte hinaufsehen müssen, um ihn zu bemerken. (weiterlesen…)

Kurzes #41 – Rolf wird umsorgt

Mittwoch, den 24. März 2010

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß« und »Der Rekonvaleszent«

Rolf beeilte sich von nun an jeden Morgen mit dem Frühstück, um so schnell als möglich seinen Platz am Fenster einzunehmen und den Fortschritt der Renovierungsarbeiten in der gegenüberliegenden Wohnung zu beobachten. Wenn er auch am zweiten Tag nicht viel zu sehen bekam. Anscheinend war der Handwerker in den anderen Räumen beschäftigt. Durch die offenen Fenster in Bad und Schlafzimmer hörte Rolf das Radio spielen.
So vergingen weitere Tage. An dem einen sah Rolf den Handwerker, am anderen hörte er überwiegend nur das Radio. Rolf sah, wie der Handwerker zuerst Rauhfaser klebte und sie anschließend in einem leichten Beigeton strich. Wurde Rolf das Zusehen doch zu eintönig, las er ein paar Seiten in seinem Buch. Um die Mittagszeit kam Maria und kochte oder wärmte die Reste von gestern auf. Am Nachmittag erschien Bernd und hin und wieder kam auch jemand von Rolfs übrigen Freunde auf einen Sprung vorbei.
Das Brummen eines Staubsauger kann auch etwas Einschläferndes haben. Rolf saß mit innerer Zufriedenheit in seinem Sessel, die Augen geschlossen und die Hände vor dem Bauch gefaltet, der Dank dem vorzüglichen, von Maria zubereitetem Essen, satt gefüllt war. (weiterlesen…)

Kurzes #40 – Der Rekonvaleszent

Dienstag, den 23. März 2010

Der folgende Text ist die Fortsetzung von »Der Gipsfuß«

Die folgende Nacht schlief Rolf besser. Im Grunde gab es für ihn kein Anlaß zum Klagen. Ihm fehlte es an nichts. Maria kümmerte sich fast schon mütterlich rührend um ihn. Bernd war kaum weniger aufmerksam, im Gegenzug war Rolf aber auch gezwungen, sich anzuhören, wie trostlos das Abendessen mit Kathrins Kollegin und deren Mann verlaufen war. In ihm sah Bernd wieder einmal seine Vorurteile über Manager im allgemeinen und im besonderen bestätigt. Für Bernd schien es unverständlich, daß eine dermaßen attraktive und mindestens zehn Jahre jüngere Frau, einen derart furztrockenen Typen überhaupt hatte nehmen können. Zudem sei er, was Kunst betraf, ein Banause, der einen Rubens nicht von einem Beuys unterscheiden könne. Wie könne man überhaupt nichts von Kunst verstehen, wenn man mit einer Kunstwissenschaftlerin verheiratet sei!
Rolf verkniff sich der alten Freundschaft wegen und weil Bernd gestern seinen Sessel so bereitwillig unters Fenster gerückt hatte, zu sagen, daß Kathrin in etwas gemäßigter Form und mit einem lachenden Auge das auch über ihren Bernd sagte. Bernd war, hatte er sich einmal an einem Thema festgebissen, nur schwer wieder davon abzubringen, ganz gleich wie seine Umgebung dazu stand. (weiterlesen…)

Kurzes #39 – Der Gipsfuß

Samstag, den 20. März 2010

»Und dann war’s passiert. Ich spürte einen stechenden Schmerz im rechten Fuß und Sterne tanzten mir vor den Augen«, schloß er seine etwas blumenreiche Erzählung über den Unfallhergang.
»Und was sagt der Arzt«, fragte Bernd, der ihm aufmerksam und – wie er meinte – mit leichter Schadenfreude zugehört hatte.
»Daß er schon lange nicht mehr einen so sauberen Bruch eines Sprungbeins gesehen hätte, seit er die Universität verlassen habe«, erwiderte Rolf, trotz allem nicht ohne einen gewissen Stolz, denn er vertrat den Grundsatz, wenn man schon etwas macht, dann sollte man es auch richtig machen, selbst wenn’s weh tut.
»Der Mann hat jedenfalls Humor«, war Bernd nicht sehr beeindruckt. »Und wie lange muß der Fuß in Gips bleiben?« (weiterlesen…)

Kurzes #38 – Die schöne Üppige

Sonntag, den 14. März 2010

Das warme Licht der Abendsonne schien ins Zimmer. Durch das ein wenig geöffnete Fenster drang Vogelgezwitscher und leises Murmeln vom Nachbarbalkon herein. Der hereinströmende Luftzug blähte leicht die Gardine. Die Zeit schlich auf eine angenehme Weise dahin, eine wohlige Zufriedenheit des Augenblicks in Begleitung.
Holger konnte sich kaum entsinnen, wann er das letzte Mal derart mit sich im reinen gewesen ist. Er saß die Beine lang ausgestreckt im bequemen Sessel, ein Buch auf den Knien, in dem er aber nicht las. Statt dessen galt seine ganze Aufmerksam Marietta, die ihm gegenüber auf der Couch saß, die Beine mit damenhaft lässiger Eleganz übereinandergeschlagen, und fast selbstversunken in einem Buch las.
Ein wohlig sehnsüchtiges Gefühl durchströmte ihn beim Anblick ihrer schönen langen zartbestrumpften Beine. (weiterlesen…)

Kurzes #35 – Sommerlicher Spaziergang

Sonntag, den 14. März 2010

Als sollte der lange kalte Winter so bald als möglich in diesem Jahr ausgeglichen waren, war der Juni bereits zu Anfang von beinahe hochsommerlichen Temperaturen geprägt. Aber nicht nur das Wetter hielt in diesem Jahr Ungewohntes bereit. Auch für Till hatte es eine – angenehme – Überraschung parat.
Sonja war etwas mehr als mittelgroß, mit einem wunderbar femininem Körper, dichtem, langem schwarzen Haar, das sie meist zu einem Zopf geflochten trug. Ihr fröhliches Wesen, ihr Humor und die Lebensfreude, die sie ausstrahlte, hatten Till sogleich gefangen genommen. Ihre Spontanität stand fast schon im Gegensatz zu seiner Bedächtigkeit in manchen Dingen. Es war ihrer Spontanität geschuldet, die ihn noch immer nicht so recht glauben ließ, daß Sonja mit ihm zusammen war. Dabei litt er in keiner Weise an Selbstunterschätzung. (weiterlesen…)

Kurzes #33 – Frühling

Sonntag, den 7. März 2010

Er war noch nicht vollständig aufgewacht, da wußte er bereits, daß dieser Tag etwas Besonderes besaß. Ein leises Glücksgefühl durchströmte ihn, als habe sich etwas ereignet, das er schon lange herbeigesehnt hatte. Voll Elan sprang er aus dem Bett und zog die Vorhänge zurück. Morgendliches Sonnenlicht flutete ins Zimmer. Er mußte kurz die Augen schließen, denn die Helligkeit schmerzte seine noch ans Halbdunkel gewöhnten Augen. Dann riß er förmlich das Fenster auf. Milde Wärme strömte ins Zimmer, begleitet vom Gesang der Vögel und einem leicht süßlich herben Aroma. – Der Frühling war endlich da!
Er kam nicht wirklich überraschend. Angekündigt hatte er sich ja bereits, doch bisher eher zaghaft, als traute er sich nach dem zurückliegenden harten Winter nicht so recht nach draußen, fürchtete sich davor, daß der Winter allzu entschlossen seinen Platz verteidigen könnte, obwohl seine Zeit längst abgelaufen war. Doch hatte er sich in den letzten Wochen ja wiederholt aufgebäumt, als man bereits dachte, er sei nun endlich vorbei.
Aber dieser Morgen ließ keinen Zweifel mehr zu; der Frühling hatte endgültig den Sieg davon getragen. (weiterlesen…)

Kurzes #28 – Die »Unnahbare«

Montag, den 25. Januar 2010

»Kennst du eine unnahbare Frau«, fragte mich Hansegon unvermittelt.
»Wie meinst du das?« verstand ich nicht so recht, worauf er hinauswollte.
Ich setzte meine Tasse Kaffee, die ich gerade zum Mund führen wollte, wieder auf die Untertasse zurück.
»Ich meine, ob du jemals einer Frau begegnet bist, bei der du sofort wußtest, daß, egal, was du auch versuchst, du niemals Erfolg haben würdest«, fuhr er fort.
»Ja, ich erinnere mich an eine, die aus einem katholischen Elternhaus kam und nur als Jungfrau in die Ehe gehen wollte. Oder meinst du die, die sich ausschließlich einen wohlhabenden Mann vorstellte?« beantwortete ich seine Frage alles andere als in seinem Sinne, das sah ich schon an seiner Miene.
»Witzbold. Natürlich meine ich nicht diese Art von Unnahbarkeit.« (weiterlesen…)

Blog-Notizen #1

Freitag, den 22. Januar 2010

Regelmäßigen Lesern meines Blog dürfte nicht entgangen sein, daß sich alle Kurzgeschichten, die ich in der letzten Zeit in meinem Blog veröffentlich habe, um das Thema Fetischismus drehen. Diese Kurzgeschichten sind nicht nur in Ergänzung meines Artikels »Fetischismus – Kultivierung des Sexuellen« zu sehen, als positive Beispiele, sondern sollen auch den lustvollen Reiz verdeutlichen, der dem Fetischismus inne wohnt, daß Fetischismus auf jeden Fall eine bereichernde Facette im phantasievollen Spiel der Erotik darstellt und für die Betreffenden mitunter eine Überraschung bereit hält, wenn plötzlich ein Element ins Spiel kommt, das anders gedacht war, oder erst gar keine erotische Komponente zu haben scheint. Und oft genug Fetischismus mit im Spiel ist, ohne daß es den Beteiligten überhaupt bewußt ist.

Kurzes #27 – Der Gummiregenmantel

Freitag, den 22. Januar 2010

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus, in der diesmal ein Gummiregenmantel eine Rolle spielt.

Das gleichmäßige Rauschen des Regens drang durch die geöffnete Balkontür herein. Regenfrische Luft erfüllte das Zimmer. Maria drehte sich gedankenverloren mit dem rechten Zeigefinger noch mehr Locken als sie bereits von Natur aus besaß, ins dunkle schulterlange Haar und schien ganz in die Betrachtung der Karten in ihrer linken Hand versunken zu sein. Ab und zu scharrte sie leicht mit dem Fuß über dem Teppich, knabberte an ihrer vollen Unterlippe.
Holger war auch nicht aufmerksamer bei der Sache. Auf Anhieb hätte er nicht sagen können, welche Karten er bereits ausgelegt oder welche er noch auf der Hand hatte. Dabei streichelte er, nicht unbedingt konzentrierter, Marias linken Fuß mit seinem rechten. Sie erwiderte seine Liebkosung ebenso gedankenverloren, wie sie sich Locken ins Haar drehte. Draußen zwitscherte ein Vogel auf. (weiterlesen…)

Kurzes #26 – Hausarbeitsübung

Freitag, den 15. Januar 2010

Nicht nur eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus, sondern auch die zweite mit den Freundinnen Isabelle und Ellen aus der Kurzgeschichte »Hundstage«.

Ellen saß auf dem alten Korbstuhl in ihrem Schlafzimmer, der links neben dem Fenster stand. Sie betrachtete das ausgestreckte rechte Bein aufmerksam, um auch nicht die kleinste Falte an den neuen hautfarbenen Nylons zu übersehen. Selbstverliebt strich sie mit den Fingern über den zarten Stoff, der leise unter ihren Berührungen knisterte. Ein wohliges Gefühl durchströmte sie. Ja, es war schon ein besonderes Gefühl echte Nylons zu tragen. Und nicht nur, weil sie teuer und auf Grund ihrer Seltenheit etwas Besonderes an sich waren. Eine Frau, die Strümpfe trägt, wirkt zwangsläufig damenhaft und elegant, aber zugleich auch ein wenig kokett. (weiterlesen…)

Kurzes #25 – Wahre Schönheit

Dienstag, den 12. Januar 2010

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema Fetischismus und daß erst eine faszinierende Persönlichkeit wahre Schönheit ausmacht.

Äußerlich läßt sie sich als jemand beschreiben, der weder auffallend attraktiv noch das Gegenteil ist ohne dabei durchschnittlich zu sein; unauffällig zwar aber nicht unscheinbar – unscheinbar im Sinne einer grauen Maus. Eine solche ist sie in keiner Weise. Sie zieht ihre Attraktivität überwiegend aus ihrer Persönlichkeit. Sie gehört zu den Frauen, die mit sich selbst im Einklang sind, ihren Körper vorbehaltlos akzeptierten, trotz oder vielleicht gerade wegen der kleinen »Makel«, die aber gerade das reizvolle sein können, weil sie seine angenehmen, seine erfüllenden Seiten nur zu gut kennen und darum strahlen sie eine Faszination aus, der sich letztlich niemand entziehen kann. Ihre Persönlichkeit ist ungekünstelt, sie versucht erst gar nicht es jedem recht zu machen und geht schon einmal das Risiko ein, sich zwischen alle Stühle zu setzen. Sie besitzt ihren – charmanten – Dickkopf, ist es erforderlich, aber sie gibt auch überraschend schnell nach, erkennt sie, daß eine Position kaum zu halten ist oder wenn sie damit jemandem, an dem ihr viel liegt, einen Gefallen tun kann und es für sie kein schmerzlicher Kompromiß ist. Ihre äußeren Vorzüge bestehen in schönem, dichten dunklen Haar, das sie relativ lang trägt und wohl geformten Beinen, die vielleicht nicht den Puristen erfreuen können, da ihre Waden zu stämmig erscheinen, die Fesseln zum Ausgleich jedoch auffallend schmal sind, und mit ihren muskulösen Schenkeln, die wie bei vielen Frauen von einer leichten Zellulitis zwar ein wenig »verunziert« werden, aber insgesamt ein harmonisches Ganzen bilden. Ihre Beine sind relativ lang für ihre eigentlich nur wenig über dem Durchschnitt liegenden Körpergröße. Sie mag für machen auf den Blick etwas Bäuerliches an sich haben, doch wirkt ihre Haltung damenhaft elegant. Sie geht mit Make-up sorgsam um, betont ihre vollen weichen Lippen und ihre schönen dunklen Augen, um die stets ein leises Lächeln zu spielen scheint. Ihr Parfum ist leicht fruchtig. Ihre Hüften sind breit, breiter jedenfalls als es für ihre Figur angemessen wäre, was aber wiederum ihre Taille schmaler erscheinen läßt. Sie trägt selten Hosen, weil sie weiß, daß sie optisch darin noch breiter wirkt. Ungeachtet dessen bevorzugt sie ohnehin knielange oft enge schicke Röcke, zarte Strümpfe und hochhackige Schuhe, die ihre schönen Beine betonen. Die Absätze ihrer Schuhe können ihr eigentlich gar nicht hoch genug sein. Sie bewegt sich sicher darauf wie manch andere Frau nicht auf flachen Sohlen. (weiterlesen…)

Kurzes #24 – Hundstage

Dienstag, den 12. Januar 2010

Eine weitere Geschichte zum Thema Fetischismus, in der sich zwei Frauen an einem heißen Sommertag eine besondere Abkühlung verschaffen.

Ellen bewunderte ihre Freundin Isabelle zum Teil für das, was sie selbst nicht war, oder nicht glaubte zu sein. Sie bewunderte an Isabelle deren Spontanität und Esprit und ebenso, daß sie es verstand sich gleichermaßen chic wie damenhaft zu kleiden, stets mit einer Portion Koketterie und bisweilen auch von mehr als einer Portion begleitet. Ein wenig Neid verursachte Ellen der Umstand, daß Isabelle es verstand, auf den überwiegend beinahe turmhohen Absätze ihrer eleganten Schuhe ebenso damenhaft wie sicher zu gehen, in das sie nicht selten ein kaum mehr unterschwelliges laszives Wiegen der Hüften mischte, was Ellen zu ihrem Bedauern leider nicht gelingen wollte, obwohl sie eine Passion für hochhackiges Schuhwerk besaß. Bisher war sie nicht über eine mittlere Absatzhöhe hinausgekommen, worüber sie sich gelegentlich bei Isabelle beklagte, die der Freundin darauf – nicht zu unrecht – vorwarf, daß es ihr an der nötigen Geduld mangelte es zu erlernen. Ellen mußte sich widerstrebend eingestehen, daß die Freundin recht hatte; Geduld war noch nie Ellens Stärke gewesen. Und somit fristeten die wenigen wirklich hochhackigen Schuhe, die sie sich im Laufe der Zeit angeschafft hatte, in ihrem Schuhschrank ein Schattendasein. Obwohl Ellen die attraktivere von ihnen war, und sich in keiner Weise wie ein Mauerblümchen gab, richtete sich dennoch die ganze Aufmerksamkeit stets auf Isabelle, erschienen beide Frauen gemeinsam irgendwo. Kleider machen halt doch Leute! (weiterlesen…)

Kurzes #23 – Ein Samstagnachmittag

Donnerstag, den 31. Dezember 2009

Eine weitere Kurzgeschichte zum Thema »Fetischismus«.

Marius fuhr den Rechner hinunter. Er hatte doch länger gearbeitet, als er vorgehabt hatte, war aber fertig geworden. Er stand auf und streckte die vom langen Sitzen steifen Glieder. Er trat auf den Balkon hinaus. Es war ein schöner Spätsommertag. Stimmengemurmel drang von den Nachbarbalkonen zu ihm. Er atmete tief durch und ging wieder ins Wohnzimmer zurück. Er wollte nach Maren sehen. Sie hatte sich vor zwei Stunden ins Schlafzimmer zurückgezogen, um zu lesen.
Er blieb im Türrahmen des Schlafzimmers stehen. Maren lag schräg auf dem Bett mit dem Rücken zu ihm. Sie hatte den Kopf auf den linken Arm aufgestützt, das linke Beine ausgestreckt und das rechte angewinkelt, mit den Fingern der Rechten hielt sie das vor ihr liegende Buch auf der Matratze fest. Sie war derart in ihre Lektüre vertieft, daß sie ihn nicht zu bemerken schien. Marius nutzte die Gelegenheit, um Maren zu betrachten und lehnte sich mit der Schulter an den Türrahmen.
Maren blätterte eine Seite um und rieb dabei mit dem rechten Bein leicht am linken. Marius glaubte zu hören, wie der Stoff ihrer zarten hautfarbenen Strümpfe leise knisterte. (weiterlesen…)

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