Kategorie-Archiv »Lese-Empfehlungen«

Erzählband »Der junge Nachbar« erschienen

 

Klappentext

Durch Zufall entdeckt Barbara, wie ein junger Mann sie von der Wohnung gegenüber aus heimlich beobachtet, während sie sich leicht bekleidet in ihrer bewegt. Sie versucht, ihn durch erotische Inszenierungen aus der Reserve zu locken. Doch er bleibt passiv. Da beschließt sie, ihn fürs »Spannen« zu »bestrafen«.

 

Meinald hangelt sich von einer befristeten Stelle zur nächsten. Ohne große Hoffnung bewirbt er sich als Bibliothekar für eine ihm bis dahin unbekannte private Bibliothek und wird genommen. Das Kuratorium setzt sich aus rührigen, alten Herrschaft zusammen, was eine geruhsame Tätigkeit verspricht. Dann begegnet er dem vierten Mitglied, einer attraktiven und resoluten Frau seines Alters, von der er sofort fasziniert ist und er gefällt ihr auch. Doch als er auf ihre eindeutigen Avancen nur zögerlich eingeht, verliert sie die Geduld, was für ihn in einer schmerzhaften Erfahrung endet, die er aber sehr genießt. (mehr …)

»Cousine und Cousin« erschienen

 

Klappentext

Ein kleiner Ort in Thüringen, nahe des »Eisernen Vorhangs«, Anfang der 1980er Jahre. Ulrich Bernow muß schon früh erfahren, welche Nachteile es mit sich bringt, in einem Staat wie der DDR eine nonkonforme Meinung vor den falschen Leuten zu äußern, was ihn zwei Jahre vor der Wende zu einem naiv vorbereiteten Fluchtversuch veranlaßt. Birte, seine Cousine, die sicherlich auch Chemie studieren darf, weil ihr Vater ein international anerkannter Chemiker und somit dem Staat nützlich ist, ist einige Jahre älter und eine weitgehend unpolitische junge Frau, die sich neben etwas mehr Meinungsfreiheit vor allem mehr – westlichen – Luxus wünscht. Ulrichs Fluchtversuch öffnet ihr aber die Augen. Im Sommer ’89 schließt sie sich, wenn auch etwas »unfreiwillig«, den Bürgerbewegungen an. Hoffnung auf eine neue Zeit macht sich breit. Doch als kurz nach der Wiedervereinigung die Treuhand sich mit marktwirtschaftlich kühler Logik der ehemaligen Staats-Betriebe annimmt, auch dem, in dem Birte Laborleiterin ist, sehen sich immer mehr Bürger in ihren Erwartungen getäuscht, zumal auch die Wendehälse überall vertreten sind. (mehr …)

Erzählband »Die Doktorandin« erschienen

 

Klappentext

Arne leitet eine kaum bekannte Bibliothek in einem beschaulichen Stadtteil. Die tägliche Herausforderung für seine einzige Mitarbeiterin und ihn besteht darin, Arbeiten, die in zwei Stunden erledigt sind, auf acht verteilen zu müssen. In diese Gleichförmigkeit bricht eines Tages eine hübsche junge Frau ein, die plant, eine Dissertation über einen so gut wie vergessenen Autor zu schreiben, dessen vollständiger Nachlaß sich dort befindet, und verdreht dabei, ohne es zuerst zu wollen, dem leicht versponnenen Bibliothekar den Kopf, bis er ihr nicht nur im übertragenen Sinn zu Füßen liegt. (mehr …)

Lese-Empfehlungen – J. W. Goethe

Interpretationen

In dieser Rubrik gebe ich Empfehlungen, welche Werke von einem bestimmten Autor und aus welchen Gründen ich als besonders lesenswerte empfinde. Wie nicht anders möglich ist diese Auswahl subjektiv, wie alle Empfehlungen von Texten, die man »unbedingt« gelesen haben sollte, – gerne auch ein wenig hochtrabend als Literatur-Kanon bezeichnet 😉 – selbst die Heranziehung weitgehend objektiver Kriterien ändert daran nur bedingt etwas.

 

Den Anfang mache ich mit der wohl größten Identifikationsfigur für die deutsche Literaturgeschichte schlechthin – Johann Wolfgang von Goethe (28.8.1749–22.3.1832), vergleichbar in seiner Wirkung mit William Shakespeare (ca. 23.4.1564–23.4.1616) für die englische. Shakespeare ist an dieser Stelle nicht ohne Grund erwähnt, schließlich war Shakespeare für den Dramatiker Goethe ein wichtiger Inspirator, neben dem altgriechischen Drama. Die Gründe hierfür legt er in seinem autobiographischen Werk »Dichtung und Wahrheit« Band 1 und Band 2 (hier ausführlich) dar. Seines Erachtens hatte das deutsche Theater seiner Zeit wenig Innovatives zu bieten, wie man heute sagen würde. Tatsächlich fällt es aus heutiger Sicht auch belesenen Zeitgenossen schwer, deutsche Dramatiker vor der sogenannten Goethe-Zeit aufzuzählen. Auch wenn er sich anfänglich besonders von Shakespeare inspirierte fühlte, so wendete er sich später stärker seinem zweiten Ideal zu, des altgriechischen Dramas. Gut zu sehen beim Faust; während der erste Teil, überwiegend vom Shakespearschen Theater inspiriert ist, sind beim durchaus sperrigen zweiten Teil, sind die Bezüge zur altgriechischen Tragödie unverkennbar und nicht nur, weil über weite Strecken die Themen dort entliehen worden sind. Wenngleich meist nur der erste Teil als Lektüre empfohlen wird, meine ich, daß für das Verständnis des Dramatikers Goethe beide Teile gelesen werden sollten. Auf Grund der besonderen Länge des zweiten Teils wird man kaum Gelegenheit bekommen, diesen ungekürzt auf der Bühne erleben zu können – es würden mehrere durchschnittliche Theaterabende benötigt werden. (mehr …)