Schlagwort-Archiv »Bücher«

Anaïs Nin »Wien war die Stadt der Statuen«

Anaïs Nin (21.02.1903–14.01.1977) dürfte den meisten als Autorin erotischer Werke weithin bekannt sein, bei denen es in erster Linie um Auftragsarbeiten gehandelt hat. Weniger bekannt dagegen dürfte ihr übriges erzählerisches Werk sein, zu dem »Wien war die Stadt der Statuen« zählt, und das seine besondere Faszination besitzt. Wer hier offenherzige Erotik sucht, wird wohl ‚leider‘ enttäuscht werden.

 

Die Malerin Renate wächst in Wien auf. Von ihrem Fenster aus sieht viele Statuen. Ihre Ansicht nach starben die Menschen nicht, sie verwandeln sich in Statuen, von denen jede ihre eigene Geschichte besitzt. (mehr …)

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Mark Twain »Querkopf Wilson«

Interpretationen

Im Staate Missouri, auf dem rechten Ufer des Mississippi, liegt die Stadt, welche der Schauplatz dieser Geschichte ist. Sie heißt Dawson, und man muß von St. Louis bis dahin noch sechs Stunden mit dem Dampfboot stromabwärts fahren.

Der Ort bestand im Jahre 1830 aus einer Anzahl freundlicher ein- oder zweistöckiger, weißgetünchter Häuser, die über und über mit einem Gewirre von Schlingrosen, Jelängerjelieber und vielfarbigen Winden bedeckt waren. Zu jeder dieser hübschen Heimstätten gehörte auch ein Vorgärtchen mit weiß angestrichenem Staketenzaun. Dort blühten Goldlack, Stockrosen, Federnelken, Balsaminen und anders altmodische Blumen in üppiger Fülle, während auf den Fensterbrettern Holzkästen mit Moosrosen prangten und Geranien in Blumentöpfen ihr feuriges Rot mit der zarteren Farbe der Schlingrosen mischten, die an der Mauer in die Höhe kletterten. Wenn draußen auf dem Blumenbrett neben Kästen und Töpfen noch Raum war, so lag – falls die Sonne schien – sicher eine Katze da. […]

 

Mit dem Stilmittel des Idylls beginnt Mark Twain seinen 1894 erschienen Roman „Querkopf Wilson“, im Deutschen auch als »Knallkopf Willson« betitelt. (mehr …)

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Franz Werfel »Eine blaßblaue Frauenschrift«

Interpretationen

Leonidas hat vor kurzem seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Noch immer befinden sich Glückwunschbriefe unter der Post. Es ist einer jener Oktobertage, die noch mehr dem Sommer zugehörig scheinen, aber jederzeit in herbstlich stürmisches Wetter umschlagen können. Seine Lebensbilanz scheint auf der Habenseite sehr üppig aufgefallen. Als Sohn eines armen Schullehrers, dem er in einem Anflug von Selbstbewußtsein, den vermeintlich hochtrabenden Vornamen verdankt, und über den er mittlerweile gar nicht mehr unglücklich ist, der sich während seiner Studienzeit eine Zeitlang aus Hauslehrer verdingen mußte, ist ein angesehener Sektionschef im Ministerium für Kultur in Wien geworden, der zudem eine reiche Heirat getätigt hat, mit Amelie, einer Frau, die in der Wiener Gesellschaft für ihre Schönheit berühmt und begehrt war und die heute noch alles unternimmt, um für ihren Mann die gertenschlanke Schönheit zu bleiben, das Zierliche zu behalten, für das ihr Mann sie begehrt. Auch an ihm scheinen die Jahre äußerlich beinahe spurlos vorübergegangen zu sein. (mehr …)

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Link-Tip – Gutenberg-DE epub-Generator

Wer die auf Projekt Gutenberg-DE online stehenden Texte im HTML-Format lieber bequem als E-Book im verbreiteten epub-Format auf seinem E-Reader lesen möchte, dem hilft diese Seite weiter: Gutenberg-DE epub-Generator. Einfach die Adresse der ersten Seite des Textes, den man als E-Book haben möchte, in das entsprechende Feld eingeben, die Schaltfläche zum Genenieren anklicken und nach wenigen Sekunden, je nach Umfang des Textes, steht das entsprechende E-Book zum Herunterladen bereit. Wer möchte, kann das Layout des E-Books mit dem Editor von Calibre, der freien E-Book-Verwaltung, seinen persönlichen Vorlieben anpassen und vielleicht ein liebevoll gestaltetes Titelbild hinzufügen, oder das E-Book genießen, wie es generiert wurde.

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»Alte« Krimis – »Der Frauenmörder« von Hugo Bettauer

Interpretationen

In Berlin, zu Beginn der 1920er Jahre, verschwinden innerhalb von sechs Wochen vier junge Frauen spurlos. Sie hinterlassen jede nur wenige Habseligkeiten und jede hat einen Bräutigam, der gelinde gesagt, etwas fragwürdig erscheint. Dr. Clusius, Chef der Kriminalpolizei, sieht darin keine Zufälligkeit, sondern geht von einem Verbrechen aus. Er vertraut Krause, seinem besten Mann, der anfänglich der Annahme seines Vorgesetzten mit Skepsis begegnet, den Untersuchungen an. Bei den Fällen gibt es auffallende Gemeinsamkeiten; jede der jungen Frauen mietete ein Zimmer und bezahlen es im voraus. Wenige Tage später verkündeten sie, daß sie ein oder zwei Tage mit ihrem Bräutigam verreisen würden, um sich ein Haus anzusehen. Diese Häuser befinden sich alle in derselben Gegen an der Havel. Sie haben nur soviel Gepäck dabei, wie für zwei Tage notwendig ist. In drei Fällen sind Zeugen vorhanden, die den jeweiligen Bräutigam gesehen haben. Laut ihrer Beschreibung ähneln sich die drei Männer stark, so daß die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß es sich um denselben Mann handeln könnte. Krause ist bald davon überzeugt, daß sein Chef mit der Vermutung eines Verbrechens richtig liegt und nimmt die Ermittlungen auf. (mehr …)

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Sachbuchempfehlungen zu BDSM

Zwar besitzen wir heute über das Internet Zugriff auf eine schier erschlagende Menge an Information, auch bezüglich BDSM, doch wird leider zu vieles nur gestreift oder ist unvollständig, oder wird seit Jahren nicht mehr gepflegt, ein Schicksal, das leider auch datenschlag.org ereilt hat, daher eine kleine Auswahl an gedruckten Büchern (von einigen gibt es auch e-book-Ausgaben oder es gibt sie derzeit nur als solches), von denen einige schon als Klassiker bezeichnet werden können, die immer wieder Neuauflagen erleben. (mehr …)

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»Alte« Krimis – »Matto regiert« von Friedrich Glauser

Interpretationen

Aus der schweizerischen Heil- und Pflegeanstalt Randlingen im Kanton Bern gelingt dem Patienten Pieterlen die Flucht. Zur gleichen Zeit verschwindet Ulrich Borstli, der alte Direktor der Anstalt, spurlos. In seinem Büro sind Spuren eines Kampfes und ein wenig Blut auf dem Boden zu finden. Dessen Stellvertreter Dr. Ernst Laduner bittet den kantonalen Polizeidirektor, daß Wachtmeister Studer in diesem Fall ermittelt, da Laduner »gedeckt sein wolle, gedeckt von der Behörde. Und über das Wort ›gedeckt‹ hatte der kantonale Polizeidirektor noch einen Witz gemacht, der ziemlich faul war und nach Kuhstall roch.« Dr. Laduner holt den Wachtmeister persönlich von zu Hause ab. (mehr …)

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Lese-Empfehlungen – J. W. Goethe

Interpretationen

In dieser Rubrik gebe ich Empfehlungen, welche Werke von einem bestimmten Autor und aus welchen Gründen ich als besonders lesenswerte empfinde. Wie nicht anders möglich ist diese Auswahl subjektiv, wie alle Empfehlungen von Texten, die man »unbedingt« gelesen haben sollte, – gerne auch ein wenig hochtrabend als Literatur-Kanon bezeichnet 😉 – selbst die Heranziehung weitgehend objektiver Kriterien ändert daran nur bedingt etwas.

 

Den Anfang mache ich mit der wohl größten Identifikationsfigur für die deutsche Literaturgeschichte schlechthin – Johann Wolfgang von Goethe (28.8.1749–22.3.1832), vergleichbar in seiner Wirkung mit William Shakespeare (ca. 23.4.1564–23.4.1616) für die englische. Shakespeare ist an dieser Stelle nicht ohne Grund erwähnt, schließlich war Shakespeare für den Dramatiker Goethe ein wichtiger Inspirator, neben dem altgriechischen Drama. Die Gründe hierfür legt er in seinem autobiographischen Werk »Dichtung und Wahrheit« Band 1 und Band 2 (hier ausführlich) dar. Seines Erachtens hatte das deutsche Theater seiner Zeit wenig Innovatives zu bieten, wie man heute sagen würde. Tatsächlich fällt es aus heutiger Sicht auch belesenen Zeitgenossen schwer, deutsche Dramatiker vor der sogenannten Goethe-Zeit aufzuzählen. Auch wenn er sich anfänglich besonders von Shakespeare inspirierte fühlte, so wendete er sich später stärker seinem zweiten Ideal zu, des altgriechischen Dramas. Gut zu sehen beim Faust; während der erste Teil, überwiegend vom Shakespearschen Theater inspiriert ist, sind beim durchaus sperrigen zweiten Teil, sind die Bezüge zur altgriechischen Tragödie unverkennbar und nicht nur, weil über weite Strecken die Themen dort entliehen worden sind. Wenngleich meist nur der erste Teil als Lektüre empfohlen wird, meine ich, daß für das Verständnis des Dramatikers Goethe beide Teile gelesen werden sollten. Auf Grund der besonderen Länge des zweiten Teils wird man kaum Gelegenheit bekommen, diesen ungekürzt auf der Bühne erleben zu können – es würden mehrere durchschnittliche Theaterabende benötigt werden. (mehr …)

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