Kategorie-Archiv »Literarisches«

Wer rastet, der rostet #2

Hatte ich im letzten Beitrag von »Wer rastet, der rostet« noch geschrieben, daß die Erscheinung von »Die Villa nebenan« für Anfang 2009 geplant war, so habe ich mich entschlossen, sie jetzt schon der Öffentlichkeit preiszugeben. Das Buch ist fertig, also warum soll es dann in der Einsamkeit der Festplatte unmotiviert vor sich hin schlummern. Wie heißt es doch so schön: »Alles raus, was keine Miete zahlt«. In diesem Sinne!

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»Die Villa nebenan« erschienen

Was gibt es schöneres als in der dunkeln Jahreszeit, wenn es draußen naßkalt ist oder der Frost klirrt, gemütlich im warmen Heim zu sitzen und sich die Zeit mit spannender Lektüre zu vertreiben.

Beispielsweise mit folgendem Band:

Klappentext
Ein junger Autor, der an einer Geschichte arbeitet, in der sich Realität und Imagination auf interessante Weise vermischen. Eine alte Villa, die er von seinem Arbeitszimmer aus einsehen kann. Eine schöne Künstlerin, die neben Illustrationen vor allem die subtile Erotik in ihrer Malerei zum Thema hat. Und der Prozeß des Schreibens bilden den Rahmen dieser Erzählung, in der die Handlung der Geschichte, die der junge Autor verfaßt, nach und nach scheinbar Parallelen zu seinem realen Leben bekommt.

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Armin A. Alexander
Die Villa nebenan

ISBN 978-3-8370-7915-9
108 S., PB, € 12,90
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Emmanuèle Bernheim »Der rote Rock«

Interpretationen

Ein winterlicher Freitagabend in Paris. Die Mitarbeiter der Metro streiken mal wieder. Laure muß nur noch wenige Sachen aus ihrer alten Wohnung holen. Ab morgen lebt sie bei ihrem Freund. Auf dem Weg zu Freunden, mit denen sie den Abend verbringen will, gerät sie in einen der vielen Staus, die sich durch den Streik gebildet haben. Sie nimmt, wie viele andere auch, einen Fremden mit, der durch den Streik nicht nach Hause kann. Ein gut aussehender Mann in den Vierzigern. In dieser Nacht entwickelt sich zwischen ihnen eine Beziehung, die für kurz in Laure den Gedanken aufkeimen läßt, nicht zu ihrem Freund zu ziehen, sondern mit diesem Mann eine neue Beziehung zu beginnen.

 

Emmanuèle Bernheim (30.11.1955–10.05.2017) erzählt in ihrem 1998 erschienen Roman in ihrem bekannt schnörkellosen doch nichtsdestoweniger plastischen Stil wie eine junge Frau auf Grund einer zufälligen Begegnung mit einem Fremden bereit zu sein scheint, ihren bisherigen Lebensentwurf völlig umzukrempeln. Noch einmal den Reiz, die Faszination einer neuen Bekanntschaft, einer neuen Liebe durchlebt, wie es sein würde mit diesem Fremden ein neues Leben zu beginnen. Obwohl sie letztlich weiß, daß sie bei ihrer ursprünglichen Entscheidung bleiben wird. Am Ende bleibt für Laure dennoch mehr als lediglich ein sogenannter ‚One-night-stand‘ übrig; die Erkenntnis, daß jederzeit ein Ereignis eintreffen kann, das die bisherige Lebensplanung in Frage stellen, zu einer Neuorientierung veranlassen kann.

 

Emmanuèle Bernheim: Der rote Rock »Bei Amazon

Heinrich Böll »Im Tal der donnernden Hufe«

Interpretationen

Ein heißer Sommertag in einer Kleinstadt in der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre. Während fast alle die jährliche Regatta am Flußufer verfolgen, versucht der vierzehnjährige Paul mehr denn je mit der Pubertät fertig zu werden. Das stark katholisch geprägte Milieu in dem er aufwächst, läßt ihm keinen Spielraum, sondern zwingt ihn dazu, das aufflammende Begehren rigoros zu unterdrücken. ‚Sünde‘ ist das Damoklesschwert, das über ihm schwebt. Zeitweise scheint Paul dazu bereit, ebenso rigorose Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Daß er es nicht tut verdankt er schließlich Katharina Mirzow, ‚die Mirzowa‘, wie sie ihm Ort gerufen wird. Ein Mädchen in Pauls Alter. Katharina ist für die bigotten Einwohner die Bedrohung der Unschuld der Jugend schlechthin. Ist sie trotz ihrer Jugend körperlich doch bereits ganz Frau. An diesem Samstag wartet sie eingeschlossen in der Wohnung ihrer Mutter bis es Zeit für sie ist ihren Zug zu nehmen. Sie soll für einige Jahre zu ihrem Vater nach Wien reisen, damit sie die Dorfjugend nicht verführen kann. Die anderen Bewohner wollen es so. Paul klettert über den Balkon in ihre Wohnung. Die Begegnung mit dem Mädchen gibt ihm schließlich seelischen Halt.

 

Heinrich Böll beschreibt in dieser 1957 verfaßten Erzählung einfühlsam die seelischen Nöte, die ein junger Mensch während der Pubertät im bigotten katholischen Kleinstadt Milieu ausgesetzt war (ist?). Weil ihm keine Möglichkeit gegeben wurde (wird?) die eigene Sexualität gemeinsam mit einem gleichaltrigen Mädchen zu entdecken und erfahren. Statt dessen muß alles Körperliche geleugnet und unterdrückt werden, denn es ist ja Sünde. Doch in den jungen Leuten Paul und Katharina und ebenso Pauls Freund Griff entsteht die Bereitschaft, sich dem auf Dauer nicht zu beugen.

 

Heinrich Böll: Im Tal der donnernden Hufe »Bei Amazon

Stefan Zweig »Angst«

Interpretationen

Irene ist mit einem erfolgreichen, begüterten Juristen verheiratet, der ihr geistig überlegen ist und mit dem sie zwei Kinder hat. Als sie eines Tages von ihrem Liebhaber auf dem Weg nach Hause ist, wird sie von einer Frau abgefangen, die sich als Ex-Geliebte von Irenes Liebhaber ausgibt. (mehr …)

Ende gut. Gutes Ende?

In der Regel erwartet der Leser ein Ende das ihn zufrieden stellt. Die meisten würden spontan sagen, eines das eine Auflösung der aufgebauten Spannung bringt. Das klassische Happy End im weitesten Sinne wäre ohne diese Prämisse undenkbar. Bei einem Krimi soll der Täter am Ende überführt werden, Liebende sollen einander finden auch wenn sie sich zwischendurch schon so gut wie verloren hatten. Selbst ein negatives Ende für den Protagonisten ist ein solches, denn es löst ebenfalls die aufgestaute Spannung. So weit so gut – sollte man denken. (mehr …)

Warum man Texte veröffentlicht

Eine bestimmte Gruppe würde sagen, aus Eitelkeit. Aber das sind dieselben die in Blogs den Beginn vom Niedergangs des seriösen Journalismus‘ sehen und für die Autoren, die ihre Bücher in Eigenregie veröffentlichen, welche sind, die so uninteressant oder so schlecht sind, daß sie bei keinem Verlag alter Schule unterkommen konnten.

Miesen Journalismus hat es schon immer gegeben und das Gebaren gewisser Gazetten des Boulevard-Journalismus zu unterbieten dürfte allein deshalb für den durchschnittlichen Blogger nahe unmöglich sein (mehr …)

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