Kurzes #98 – Bettina

Die Fortsetzung von: Der Einzug, Die ›Schöne Künstlerin‹ und Der schöne Jüngling

 

Während er an die Decke sah, auf die hereindringenden Frühlingsgeräusche lauschte, aus den Augenwinkeln heraus sah, wie die Gardine im Luftzug des offenen Fensters leicht wehte, versuchte er, die Szene zwischen der ›Schönen Künstlerin‹ und dem Jüngling einzuordnen.

War es letztlich nur schwer vermeidbar, daß sich zwischen Künstler und Modell große Intimität aufbaute? So wie das Modell ein Teil seines Innersten offen legen mußte, mußte der Künstler bereit sein, das Wesen des Modells zu erfassen, um es adäquat darstellen zu können. Daß sich dabei eine erotische Spannung aufbaute, bedingt durch die große Nähe, war nur folgerichtig. Er konnte sich nicht vorstellen, daß ein Künstler mit einem Modell arbeitete, ohne gelegentlich und unter entsprechenden Umständen das Bedürfnis entwickelte, mit ihm intim zu werden.

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Kurzes #97 – Der schöne Jüngling

Die Fortsetzung von: Der Einzug und Die ›Schöne Künstlerin‹

 

Er hatte sich gerade an den Schreibtisch gesetzt. Es war früher Nachmittag. Der zweite Abschnitt seiner Erzählung stand. Hinterhergelaufen war er seiner Nachbarin nicht mehr. Ihm hatten die Beinmuskeln an jenem Abend verflucht geschmerzt. Außerdem war ihm in seinem Entschluß das Wetter der folgenden beiden Tage entgegengekommen, denn es waren zwei äußerst regnerische gewesen. Doch sie hatte sich dadurch nicht von ihrem Lauf abhalten lassen. Sie hatte zum Regenschutz lediglich eine Mütze übergezogen.

Das Quietschen des Gartentores seiner Nachbarin weckte seine Aufmerksamkeit. Er sah aus dem Fenster. Ein großer, sportlicher junger Mann von Anfang zwanzig ging, ein Fahrrad über den Kiesweg schiebend, auf das Haus zu. Er lehnte das Rad gegen die Hauswand. Seit sie zurück war, schien es das erste Mal zu sein, daß sie Besuch bekam.

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Kurzes #96 – Die ›Schöne Künstlerin‹

Die Fortsetzung von: Der Einzug

 

Dank Saskias tatkräftiger Hilfe ging das Auspacken und Einräumen zügiger vonstatten, als er vermutet hatte. Innerhalb weniger Tage schien es ihm, als wohne er bereits einige Jahre in diesem Haus, wozu die ländliche Ruhe ihr übriges beitrug. Nachdem er das Konzept seiner Erzählung überarbeitet und verschiedenes gestrichen hatte – nicht wenig davon beruhte auf Saskias durchaus berechtigten Einwänden –, machte er sich an den ersten Entwurf.

Das Arbeitszimmer hatte er im Eckzimmer im Obergeschoß eingerichtet.

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Kurzes #95 – Der Einzug

Der Möbelwagen fuhr langsam über den an vielen Stellen löchrigen Asphalt der schmalen Zufahrtsstraße, die ein Stück weit hinter dem Haus in einen befestigten Feldweg überging. An der Einmündung hielt er für einen Moment an, um dann behutsam die enge Kurve zu nehmen. Nachdem der LKW seinen Blicken entschwunden war, trat er durch das leise quietschende, von Patina überzogene schmiedeeiserne Gartentor, das er noch würde ölen müssen, auf den schmalen schiefen Plattenweg, in dessen Fugen Moos und Gräser wuchsen, und ging auf das Haus zu.

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Neue Galerie »Fort X, Köln«

Nachdem das Rheinland während des Wiener Kongresses von 1814 zugesprochen wurde, veranlaßte Friedrich Wilhlem III den Bau von elf Forts im linksrheinischen Teil von Köln. Aus finanziellen Gründen wurden jedoch nur die Forts II, IV, VI, VIII und X. Fort X wurde 1825 fertiggestellt und erhielt den Namen »Prinz Wilhelm von Preußen«. Der Friedensvertrag von Versailles von 1919 sah vor, daß alle Forts abgerissen werden sollten. Fort X wurde bereits 1912 zweckentfremdet, in dem Wohnungen darin eingerichtet worden. Es entkam der Sprenngung. 1921 wurde auf der Enveloppe ein symmetrischer Rosengarten eingerichtet. Fort X ist das am besten erhaltene der inneren Forts und ist in einer Parkanlage eingebettet.

Die Galerie kann hier angesehen werden.

Herbert George Wells bei Projekt Gutenberg-DE

Interpretationen

Herbert George Wells’ (21.9.1866–13.8.1946) Todestag hat sich im vergangenen Jahr zum siebzigsten Mal gejährt und somit sind seine Werke aus der siebzigjährigen Schonfrist entlassen und ab dem 1.1.2017 in den Status der allgemeinen Verfügbarkeit übergegangen.

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Erich Mühsam »Die Psychologie der Erbtante«

Interpretationen

Wer wünscht sich nicht gerne eine Erbtante, die nach ihrem baldigen Ableben ihren Nichten und Neffen, wenn schon kein Leben frei vom Zwang des Broterwerbs durch Arbeit, so doch manch finanzielle Erleichterung bietet?

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