Kategorie-Archiv »Erotisches«

Kurzes #84 – Gespräch im Café

Fortsetzung von»Gero und Daphne«, »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

Die erste Nacht in seinem neuen Domizil stellte für Gero eine Erholung dar. Seine neue Zimmerwirtin hatte wahrhaftig nicht zuviel versprochen; es war außerordentlich ruhig. Das bequeme breite Bett steuerte ein übriges dazu bei. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal auf einer neuen, bisher noch unbenutzten Matratze geschlafen hatte. Fast hätte er sich gewünscht, Daphne neben sich liegen zu haben. Er mochte es neben einer Frau einzuschlafen und aufzuwachen. Seit sie sich kannten, war es aber dermaßen selten vorgekommen, daß er bei ihr übernachtete, daß er sich an jedes einzelne Mal erinnern konnte.

Er lebte sich schnell ein. Seine Wirtin hielt sich – für ihn erfreulich, obgleich er sich durchaus auf eine, für ihn schwer zu definierende Weise, von ihr angezogen fühlte – im Hintergrund. Nicht allein aus Höflichkeit – wie er annahm –, sondern weil sie spürte, daß er Zeit brauchte, um sich einigermaßen einzugewöhnen. Daß er sie physisch durchaus mehr als nur reizvoll fand, war ihr nicht entgangen. Er war ihr vom ersten Moment an als Mann erschienen, der sich, wenn auch eindeutig unbewußt, vor allem von üppigen Frauen angezogen fühlte und den sie sich tatsächlich nur an der Seite einer solchen vorstellen konnte. Sie wußte ja nicht, daß Daphne die bisher einzige üppige Frau in seinem Leben war, mit der er wirklich etwas begonnen hatte und durch die er, sich dessen erst langsam bewußt werdend, eine andere Sicht auf diese Thematik bekommen hatte. Wie dem auch sei, wieder einmal bestätigte sich, daß er für Frauen in bestimmten Grenzen ein offenes Buch war, was ihm selbst bisher nicht bewußt geworden war und vielleicht auch nie bewußt werden wird.

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Kurzes #83 – Gero und Daphne

Fortsetzung von »Daphne« und »Die neue Zimmerwirtin«.

 

»Wie ich von Wolf hörte, hast du endlich ein neues Zimmer gefunden«, begrüßte Daphne Gero mit einer herzlichen Umarmung, die er nur zu gerne erwiderte. »Ich habe vorhin mit ihm hinsichtlich seiner Vernissage Ende kommender Woche telephoniert.«

Sie waren in ihrer stets ein wenig unordentlichen, dennoch sauberen kleinen Küche. Er nahm sich aus der Blechdose, die auf einem kleinen unter dem Fenster stehenden Tisch stand, einen Keks.

»Es wurde langsam Zeit. Wolf ist zwar ein guter Kumpel, aber man kann einfach nicht sehr lange mit ihm zusammenleben«, sagte er von einem leichten Seufzer des Bedauerns begleitet.

Beim Anblick ihrer schön geschwungenen Waden wurde in ihm wieder das Bild lebendig, wie seine neue Zimmerwirtin die Beine übereinandergeschlagen hatte, während sie ihm die Quittung ausstellte. Unwillkürlich umspielte ein verklärtes Lächeln seine Lippen.

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Kurzes #82 – Daphne

Fortsetzung von »Die neue Zimmerwirtin«.

 

Nachdem alles an seinem Platz, stattete Gero Daphne einen Besuch ab.

Daphne war eine renommierte Kunstkritikerin. Er hatte sie er vor einigen Jahren über Wolf kennengelernt, und längst war sie der beste Freund, den er zur Zeit besaß, von Wolf abgesehen. Wolf und Daphne waren für kurze Zeit liiert gewesen. Zumindest bezeichnete Wolf es so. Zu jener Zeit kannten Gero und Wolf sich noch nicht. Von Daphne mußte Gero, daß Wolf und sie lediglich einige Male miteinander gevögelt hatten, und das auch nur, weil Daphne letztlich Wolfs besonderem Charme irgendwann nicht mehr widerstehen konnte – Wolfs Lesart – und um endliche ihre Ruhe vor ihm zu haben – Daphnes Erklärung – wobei auch Neugierde von ihrer Seite aus mitspielte. Er war an sich kein schlechter Liebhaber, aber ihre ›besonderen‹ sexuellen Präferenzen, von denen er wußte, schließlich machte sie kein Geheimnis daraus, gingen in eine Richtung, mit der er nun gar nichts anzufangen wußte, aber sein männlicher Ehrgeiz einerseits und ihre Persönlichkeit und ihre starke erotische Ausstrahlung andererseits hatten ihm keine Ruhe gelassen. Daß es zu kaum mehr als einige wenige Male Sex zwischen ihnen kommen würde, war ihr vorher bewußt. Er sah auch schnell ein, wie unterschiedlich ihrer beider sexuellen Vorlieben tatsächlich waren, und sich nicht nur dabei nie eine gemeinsame Basis finden lassen würde. Mit nichts anderem schien er von Anfang an gerechnet zu haben, wie er Gero gegenüber mehr oder weniger offen erklärte. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen blieb er einer ihrer glühendsten Verehrer. (mehr …)

Kurzes #81 – Die neue Zimmerwirtin

Das Zimmer war geräumig, die Möbel unübersehbar neu. Das breite Bett, dessen Matratze sogar noch neu zu riechen schien, der Kleiderschrank wie auch das hohe schmale Regal, bislang ohne Inhalt, wollten erst noch in Besitz genommen werden. Nur der Schreibtisch und die beiden, um einen niedrigen Tisch mit einer farbenfrohen flachen Keramikschale darauf, aufgestellten bequemen Sessel waren eindeutig älteren Datums, jedoch sehr gut gepflegt.

»Es ist hier den ganzen Tag über sehr ruhig«, war ihr Bemühen offensichtlich, daß er das Zimmer nahm.

Sie stand mit vor dem Schoß gefalteten Händen im Türrahmen und beobachtete ihn erwartungsvoll, während er sich umschaute.

Die Art wie er das Zimmer durchmaß, verunsicherte sie leicht. Es gelang ihr nicht, die Befürchtung zu unterdrücken, daß es ihm nicht gefallen könnte. (mehr …)

Kurzes #80 – Das Ende oder vielleicht doch erst der Anfang?

Fortsetzung von »Marlies redet ihm ins Gewissen«, »Erneutes Rendezvous mit der schönen Unbekannten«, »Nachklang«, »Das geheimnisvolle Rendezvous«, »Marlies« und »Zwölf erotische Aquarelle«.

 

Anfänglich war er zwar ein wenig überrascht, aber dachte sich erstaunlicherweise nicht wirklich viel dabei, als nach der üblichen Woche, die zwischen ihren Rendezvous’ verstrich, der gewohnte Umschlag mit den Schlüsseln nicht in seinem Briefkasten lag. Er versuchte sich mit der Erklärung zu beruhigen, daß ihr etwas Unvorhersehbares dazwischen gekommen sein mußte. Er vertröstete sich auf den morgigen Tag und versuchte nicht unruhig zu werden, was ihm nicht vollständig gelang. Doch auch am nächsten Tag erhielt er keine Nachricht von IHR, ebensowenig wie am darauffolgenden. Langsam aber stetig stieg seine innere Unruhe und wurden seine Befürchtungen größer, daß sie ernstlich erkrankt sein könnte, oder vielleicht sogar schlimmeres, was er vermied, sich vorzustellen. Er versuchte sich damit zu beruhigen, daß wirklich schwerwiegende Ereignisse den wenigsten Menschen zu stoßen. Noch vermied er es, Marlies davon in Kenntnis zu setzen. Er fürchtete, daß sie auf eine, für ihn höchst unangenehme Weise, die entsprechenden Schlüsse ziehen könnte. (mehr …)

Kurzes #79 – Marlies redet ihm ins Gewissen

Fortsetzung von »Erneutes Rendezvous mit der schönen Unbekannten«, »Nachklang«, »Das geheimnisvolle Rendezvous«, »Marlies« und »Zwölf erotische Aquarelle«.

 

»Sie bestellt dich also jede Woche in diese Wohnung. Ihr sprecht kein Wort miteinander, vögelt aber hemmungslos miteinander. Du darfst sie nicht ausziehen und ihr nicht die Maske abnehmen, ansonsten hast du sozusagen weitgehend freie Hand bei ihr, oder was man so nennt. Sie trägt stets Kleider unterschiedlichen Zuschnitts aus weichem Leder, die alle ihren Körper wie eine zweite Haut umschließen, dazu entweder High-Heels oder Stiefel je nach Witterung, wobei letzteres meines Erachtens weniger von der Witterung als von ihrer Stimmung abhängig zu sein scheint. Wenn ich dich richtig verstanden habe, hat sie bis auf zwei Male ausschließlich Stiefel getragen. Was mir nebenbei sehr gut gefällt und nicht nur, weil sexy Kleidung beim Sex auch meines ist, besonders Leder, und ich, wie du weißt, auch gerne und oft Stiefel trage. Leder hat so etwas Animalisches und Selbstbewußtes zugleich. Deine schöne Unbekannte und ich scheinen ohnehin das eine und andere gemeinsam zu haben, doch das nur nebenbei. Sie geht als erste, womit sie stets auch das Ende eures geheimnisvollen Rendezvous’ bestimmt, und nimmt immer den Schlüssel mit, den sie dir zuvor in einem Brief schickt und den sie dich bittet, in der Jackentasche aufzubewahren. Dieses Szenario spielt sich nun wöchentlich seit rund eineinhalb Monaten zwischen euch ab. Korrigiere mich, wenn ich in der Aufzählung etwas vergessen haben sollte«, rekapitulierte Marlies. (mehr …)

Kurzes #78 – Erneutes Rendezvous mit der schönen Unbekannten

Fortsetzung von »Nachklang«, »Das geheimnisvolle Rendezvous«, »Marlies« und »Zwölf erotische Aquarelle«.

 

Fast eine Woche war seit jenem geheimnisvollen Rendezvous vergangen. Seit zwei Tagen regnete es nahezu ohne Unterbrechung. Ein ergiebiger Landregen hatte sich über der Region festgesetzt. Jeden Morgen sah er erwartungsvoll in den Briefkasten und jeden Morgen wurde er enttäuscht. Keine wie immer geartete Nachricht von IHR war vorzufinden. Das Gefühl der Enttäuschung war jedoch nur am ersten Morgen wirklich quälend gewesen. Mittlerweile war es einer Art schmerzlichen, aber erträglichen Gewohnheit gewichen, doch hatte sich noch keine Resignation in ihm breit gemacht. Um so größer war verständlicherweise seine Freunde, als er einen gepolsterten kleinen Umschlag mit ihrer Handschrift darauf und mit etwas Hartem darin vorfand.

Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Er fühlte sich auf einmal wie ein Pennäler, den das hübscheste Mädchen der Klasse, das er ohne sich von ihr jemals erhört zu glauben, anbetete, und sie ihm endlich, als bereits die tiefe Enttäuschung ihn packen wollte, ein Rendezvous gewährte. Dennoch zügelte er seine Ungeduld, wollte die Vorfreude auskosten und öffnete erst in der Wohnung den Umschlag. (mehr …)

Kurzes #77 – Nachklang

Fortsetzung von »Das geheimnisvolle Rendezvous«, »Marlies« und »Zwölf erotische Aquarelle«.

 

Zu Hause zurück setzte er sich im Arbeitszimmer in den bequemen alten Sessel und betrachtete die Aquarelle, die von den zusehends schwächer werdenden Strahlen der Abendsonne beschienen wurden. Es war ungewöhnlich ruhig im Haus, das abendliche Konzert der Vögel war das einzige vernehmliche Geräusch, das von draußen hereindrang.

Mit zunehmender Dämmerung schienen die Szenen auf den Aquarellen lebendig zu werden. Er glaubte zu sehen, wie sich die schöne Unbekannte auf dem ersten Aquarell abtrocknete, wie sich das flauschige Badetuch bewegte, wie sie auf dem zweiten ein paar Tropfen Lotion aus dem Flakon in ihre Handfläche laufen ließ und mit zärtlicher Selbstverliebtheit auf der Innenseite ihres Schenkels verteilte. Er meinte, ihre Laute der Lust zu vernehmen, glaubte sogar, in dem angedeuteten Mann sich selbst zu erkennen. Und auf einmal befand er sich wirklich in dem lichtdurchfluteten Bad, sah, wie sie aus der Wanne stieg, ihn um ein Handtuch bat, das er ihr nur zu gerne reichte. Sie trocknete sich ausgiebig ab. Als sie sich eincremte, folgten seine Blicke ihrer Hand, mit der sie die Lotion in ihre schöne weiche und zugleich feste Haut massierte. Dann befanden sie sich im Schlafzimmer. Sie trug nun das Kleid aus dem leichten durchsichtigen Stoff. Er hielt sie in den Armen. Sie küßten sich leidenschaftlich genießend. Er spürte ihre warme, wohlriechende weiche Haut durch den dünnen Stoff auf seiner. Jetzt erst wurde ihm bewußt, daß er nackt war und eine heftige Erektion hatte. Sie lagen auf dem Bett und liebkosten sich mit den Händen mit der gleichen Leidenschaft wie sie sich küßten.

Plötzlich klingelte das Telephon und er erwachte aus seinem Tagtraum, die ihm jedoch wie eine Vision erschienen war, so intensiv war es gewesen. (mehr …)

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